• Kind mit ADS in der Schule von Lehrer ausgegrenzt?

    Guten Abend, meine Freundin hat mir heute erzählt, dass ihr Sohn (er ist Erstklässler und hat ADS) nun von der Klassenlehrerin von dem Schulausflug kommende Woche ausgeschlossen wurde. Ich war nun einerseits empört über dieses offensichtliche Ausgerenzen und andererseits kann ich es auch nachvollziehen. Er ist sehr schwierig im Umgang, wobei es in der…
  • 85 Antworten

    Der Sohn meiner Freundin bekommt Ergotherapie und seit einiger Zeit ein Medikament. Jedoch finde ich, dass sie nicht gut beraten worden ist bzgl. Elterntraining usw. Denn das hätte sie bitter nötig. Das könnte ihr die Hilflosigkeit und Überforderung vielleicht ein Stückweit nehmen. Oder was meint ihr? Mitunter entstehen bei ihr gefährliche Situationen, in denen er andere sogar verletzt hat oder hätte können. Wir haben da schon oft drüber geredet. In der Schule ist das aber nicht so. Es ist manchmal wohl schwierig, aber der Ablauf ist nicht wie zuhause.

    das medikament wird greifen,


    bei unserem waren es etwa 8 wochen, dann haben wir bemerkt, dass sich was tut.


    das mit der gefährdung kenne ich leider auch,


    das ist nicht-adseltern oft nicht so klar, dass sich diese kinder durch die distanzlosigkeit und disharmonie mit der harmonie oft selbst schaden oder auch anderen.


    mein sohn hat sich da sachen geleistet...


    er hat sich schon 3 x in akute lebensgefahr gebracht, ich habe früher immer gesagt, dass ich den eindruck habe, den habe ich nicht lange...


    irgendwann wird mal was passieren.


    mit dem "alter" wurde das natürlic himmer schlimmer.


    aber nun, mit den medis und begleitung, ist dieser gedanke nicht mehr da.

    Puh, das klingt aber schlimm. Letztens hat er einen Schraubenzieher (er ist handwerklich sehr begabt und schraubt viel selbst an seinen Sachen rum) nach meiner Freundin geworfen. Da waren alle gleichermaßen geschockt. Er scheint mit seinen Gefühlen überfordert und wird dann oft aggressiv. Und das kann dann schon mal gefährlich werden. Und dann wieder ist er der hilfsbereiteste und liebste Junge der Welt. Das schlägt so um, als würde jemand auf eine Knopf drücken. Da bin dann selbst ich überfordert.

    das ist echt ein schwieriges Los und ich bewundere die Mütter für ihren Einsatz. Der Sohn meiner Cousine hat ADHS gepaart mit Asperger und ist letztens sogar von seiner Schule für "special needs", also eine Art Behindertenschule geflogen, weil sie selbst dort überfordert waren...... meine arme Cousine steht oft kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

    oh Gott, die Arme. Kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht meine Freundin leider auch oft.


    Ich könnte mir vorstellen, dass die Schule ihren Sohn auch loswerden wollen würde, wenn es sich nicht bald bessert. Das fände ich sehr schade, da er unglaublich gern zur Schule geht. Es war ja jetzt gezwungenermaßen eine Woche schulfrei wegen des Unwetters und der Junge hat jeden Tag gefragt, wann er wieder gehen kann.

    Da wird ihm nichts anderes übrig bleiben als zu lernen seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen und nicht immer so zu handeln wie er selber gerne würde und es für richtig hält, sondern das verhalten der anderen abzukupfern und zu kopieren. Da haben es andere leichter, die das verhalten verstehen und dementsprechend es nicht kopieren sondern eher verinnerlichen können, aber das ist dann halt leider so, dass ers schwerer hat. Es reicht ja zu verstehen, dass das eigene verhalten von dem der anderen abweicht und man sich im gewissen maße anpassen muss, das ist natürlich schon schwer genug aber notwendig.

    Ich finde es sehr schade, dass ein Kind wegen einer Krankheit nicht teilnehmen soll.


    Auch, wenn ich natürlich verstehe, dass die Verantwortung evtl. groß ist.


    Als Mutter würde ich wohl mitfahren und auch wichtige Termine verschieben.... aber ich weiß ja nicht, was für ein Termin genau das ist.


    Grundsätzlich frage ich mich gerade, wie das Ganze zum aktuellen Inklusionsthema passt.


    Wie soll das zukünftig funktionieren, wenn schon ein einziges ADS Kind ein so großes Problem ist.


    Dann ist vielleicht noch ein geistig behindertes Kind, eines im Rollstuhl und ein gehörloses dabei? Werden die dann alle ausgeschlossen?


    Ich finde, da müssen andere Lösungen her!

    Zitat

    Dann ist vielleicht noch ein geistig behindertes Kind, eines im Rollstuhl und ein gehörloses dabei? Werden die dann alle ausgeschlossen?

    Nun je nachdem was das für ein Klassenausflug ist wird es darauf hinaus laufen ja, also wenn man beispielsweise nen berg hochwandert wird das mit einem Kind im Rollstuhl schwierig werden oder man schränkt die Auswahl der Möglichkeiten der Ausflüge je nachdem stark ein wo wir dann wieder bei der Frage sind wie weit die "Gesunden" eingeschränkt werden dürfen für die Inklusion.


    Aber sowas hats ja auch schon leider immer gegeben, ich errinnere mich an nen Skiausflug meiner Schule nach Österreich, wo ein paar Kinder eben nicht dran teilnehmen konnten, weil ihre Eltern das nicht bezahlen konnten (und das hätte man ja noch eher regeln können als eine Behinderung zu "neutralisieren" für bestimmte Aktivitäten)

    Inklusion bedeutet ja nicht, auf Teufel komm raus alle "gleich" zu machen, wenn es de facto nunmal nicht so ist bzw einfach nicht sinnvoll praktiziert werden kann. Und schulische Aktivitäten auf den niedrigsten gemeinsamen Nenner zu bringen, um wirklich alle einzuschließen widerspricht dann ja auch dem Auftrag, besondere Begabungen zu fördern. Wenn richtig spannende Ausflüge gestrichen werden, weil Kind xy aufgrund seiner Krankheit/Behinderung etc nicht mitfahren kann, ist das nicht unbedingt ein Beitrag zur Integration des Kindes sondern könnte auch das Gegenteil bewirken. Es ist echt schwierig, es "richtig zu machen", ne gute Lösung fällt mir auch nicht ein.......

    genau das ist ja auch hier das Problem. Wie macht man es richtig? Man kann es nie allen recht machen. Leider.


    Ich habe gerade von meiner Freundin erfahren, dass ihr Sohn stationär aufgenommen wird. Ich weiß, das wird sicher kontrovers betrachtet. Aber man muss hier auch die Not der Mutter sehen und der Wunsch nach Hilfe von aussen. Damit das Kind überhaupt eine Chance erhält, im Leben klar zu kommen. Ich sage es nicht gern, aber ich denke, meine Freundin steht kurz vor einem Burnout. Sie kann einfach nicht mehr. Obwohl sie auch viele schöne Momente mit dem Jungen hat und auch noch haben wird. Es handelt sich um einen mehrwöchigen Aufenthalt und ich bin sehr gespannt, ob und was sich verändern wird in dieser Zeit.

    Ich kann's verstehen das man es sich gut überlegt ob man ein Kind mit Ads/ADHS mit auf einen Ausflug mitnimmt. Diese Kinder neigen zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen sich selbst und anderen Kindern und Erwachsenen gegenüber. Und das von jetzt auf Gleich. Da kommt man überhaupt nicht mehr zum Kind durch. In einem Praktikum in einem Wohnheim für Kinder und Jugendliche, hatte ich auch so einen mit ADHS. Damit waren selbst die Fachkräfte überfordert. Nur eine Erzieherin ließ der Junge ansatzweise an sich ran. Hat gebrüllt, jeden heftig getreten und geschlagen, hat Erzieher mit Essen beworfen und sie beleidigt, hat sich n einem unbeobachteten Moment ein großes Küchenmesser geschnappt und ist wie ein Verrückter damit durch den Gruppenraum gerannt...


    Wenn der Junge um den es hier geht ansatzweise auch so.ist kann ich die Angst das was passiert absolut nachvollziehen.

    Zitat

    Ich weiß, das wird sicher kontrovers betrachtet. Aber man muss hier auch die Not der Mutter sehen und der Wunsch nach Hilfe von aussen. Damit das Kind überhaupt eine Chance erhält, im Leben klar zu kommen. Ich sage es nicht gern, aber ich denke, meine Freundin steht kurz vor einem Burnout.

    Wenn die Mutter selbst schon krank ist, hat m.E. ein Außenstehender nicht das Recht, die geplante Vorgehensweise zu ver/beurteilen. Als Außenstehender kann man immer nette Ratschläge geben, selbst wenn man selbst Mutter eines ADHS-Kindes ist, kann man nur seine eigene Situation beurteilen. Jedes Kind ist anders, jede Mutter ist anders, hat andere Stärken, Schwächen, Belastungsgrenzen. Klar, das Kindeswohl muss im Vordergrund stehen, aber das Kind ist nicht wichtiger als die Mutter, beides sind Mitglieder der Familie. Und wenn sie zu zerbrechen droht, muss man sich Hilfe suchen.

    ja, genau so ist es. Beide sollten gleich wichtig sein und jetzt kommt endlich die ersehnte Hilfe für beide. Aber es zerbricht ihr fast das Herz, dass sie ihr Kind in fremde Hände geben muss. Was ich auch verstehen kann, total.

    Ja. Der Zeitraum beträgt mindestens 4 Wochen oder länger. Er hat sich seine zukünftige Bleibe auf Zeit auch schon angesehen und freut sich, weil es ihm dort gefallen hat. Die Spielemöglichkeiten etc. haben ihn fasziniert, klar. Aber auch er wird traurig sein, wenn seine Mama dann am Aufnahmetag wieder gehen wird.