Kinder haben als Prestigeobjekt

    Meine Cousine hat zwei Kinder. Der Große ist 7, der Kleine ist 2. Bereits nach dem Babyjahr möchte sie wieder voll arbeiten gehen (40 Stunden auswärts), sodass der Große in den Hort geht und der Kleine in die Kindereinrichtung. Morgen geht das los. Wir alle haben ihr davon abgeraten. Der Große ist ja gerade erst in die Schule gekommen und braucht die Aufmerksamkeit da eigentlich gerade. Der Kleine ist oft krank. Noch dazu fährt sie 40 km zur Arbeitsstelle. Das haut vorne und hinten nicht hin.

    Die Kinder sind dann von 7 bis 16:30 Uhr fremdbetreut und ich finde es einfach nur schrecklich. Ich frage mich, wozu hat man dann Kinder? Schon als sie mit dem Kleinen zu Hause war, hat sie den Großen immer von 8 bis 16 Uhr in die Kita gegeben. Ich finde es ja gut, dass der Große dann einen Tagesablauf hat, aber immer? Ich verstehe eben nicht, wie man sein Kind abgibt, damit man jeden Tag ins Fitnessstudio geht oder damit man Ruhe davor hat. Wozu hat man denn dann Kinder,wenn die von 365 Tagen (Ostern und Weihnachten, Wochenende rausgerechnet 260 Tage rund um die Uhr fremdbetreut werden? Was ich auch als Problem sehe, ist dass der Große dann die Schule kaum packt. Er hhängt ja jetzt schon hinterher.

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    Ach so. Die Frage, die ich gern diskutieren möchte. Ist euch das auch aufgefallen? Das Kinder immer mehr zum Prestigeobjekt verkommen. Haben wollen sie alle, aber dann darum kümmern und auch mal Abstriche machen in Sachen Arbeit? 2 Kinder und 40 Stunden arbeiten plus Anfahrt. Das ist doch kaum schaffbar, ohne dass was auf der Strecke bleibt.

    Die einen kriegen Kinder und kreisen fortan nur noch um diese und machen sie zum Mittelpunkt ihres Lebens, die anderen bekommen Kinder und integrieren diese eben in ihren Alltag. Das darf zum Glück jeder halten wie er will. Du kannst es ja anders machen.


    Und sorry, der kommt in der 2. Klasse schon nicht mehr mit? Sicher, dass du da nicht ein bisschen viel Drama machst, damit es besser in dein Weltbild passt?

    Gibt es eigentlich auch einen Vater?

    Nein, mache ich nicht. Er sollte laut Erzieherinnen noch weiter in der Kita bleiben, aber sie wollte unbedingt. Ja, aber das ist nicht der, mit dem sie aktuell zusammen ist.

    Ich glaube das sollte jeder ganz so gestalten, wie er oder sie das möchte. Da hat auch keiner dritte Person etwas reinzureden. Ich finde das ehrlich gesagt auch extrem übergriffig. Was wäre wenn dich jemand angeht und eine Rechtfertigung fordert, wieso du gerade nicht diesen Weg gegangen bist?

    Für Mütter ist es immer ein Dilemma: Sitzen sie zu Hause, sind sie die Hausmütterchen aus dem letzten Jahrhundert; gehen sie arbeiten, sind sie die absoluten Rabenmütter. Der Spagat dazwischen scheint unmöglich.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass das ganz individuell ist und andere sich da nicht ungefragt einmischen sollten.

    isa2020 schrieb:

    Die Kinder sind dann von 7 bis 16:30 Uhr fremdbetreut und ich finde es einfach nur schrecklich.

    Das war doch früher völlig normal. Was ist daran schrecklich?

    isa2020 schrieb:

    Was ich auch als Problem sehe, ist dass der Große dann die Schule kaum packt.

    Da sehe ich keinen Zusammenhang. Wieso wäre da eine Mutter hilfreich?

    isa2020 schrieb:

    Das haut vorne und hinten nicht hin.

    Sie wird schon wissen, was sie macht.


    Welche Ängste hast du genau? Wieso geht dir das so nahe?

    isa2020 schrieb:

    Das Kinder immer mehr zum Prestigeobjekt verkommen.

    Nö, weil: https://www.med1.de/forum/erzi…d-ist-genial-wahn-974317/

    isa2020 schrieb:

    Das ist doch kaum schaffbar, ohne dass was auf der Strecke bleibt.

    Hast du Beispiele?

    Juhu, endlich mal wieder Vorurteile über böse arbeitende Rabenmütter.

    Die gute ist ja anscheinend Alleinerziehend da du davon sprichst dass ihr aktueller Partner nicht der leibliche Vater ist.

    Ich finde es da sogar vernünftig zügig wieder zu arbeiten um nicht vom Staat oder einem temporären Freund abhängig zu sein. Respekt an die Dame dass sie das alles packt.

    Statt hier so von oben herab zu urteilen könntest du ja Unterstützung anbieten.

    Aber das wär zu einfach, besser ist es sich das Maul zu zerreißen

    Also, um eine Sache klar zu stellen. Ich bin auch nicht dafür, dass sich Frau als Hausfrau versklaven lässt. Aber mit 2 Kindern 40 Stunden finde ich Hammer. 35 oder 30 hätten es auch getan. Ich bin selbst im Osten aufgewachsen und da war das normal. Da war das Schulsystem aber auch ein anderes und alle wurden irgendwie mitgezogen. Von daher hinkt dein Vergleich.

    In ihrem Fall ist es so, dass sie den Großen als sie mit dem Kleinen zu Hause war ständig in die Kita gegeben hat. Auch wenn sie zum Sport gegangen ist. Das Kind war immer rund um die Uhr in der Kita, obwohl sie zu Hause war.

    isa2020 schrieb:

    Aber mit 2 Kindern 40 Stunden finde ich Hammer.

    isa2020 schrieb:

    Ich bin selbst im Osten aufgewachsen und da war das normal.

    Aha.

    isa2020 schrieb:

    Da war das Schulsystem aber auch ein anderes und alle wurden irgendwie mitgezogen.

    Beantworte doch mal die Fragen, wieso die Mutter da hilfreich sein muss?

    isa2020 schrieb:

    Auch wenn sie zum Sport gegangen ist.

    Kann man Kinder da mitnehmen? Stören die da nicht?

    isa2020 schrieb:

    Das Kind war immer rund um die Uhr in der Kita, obwohl sie zu Hause war.

    Und? Und was hat sie da gemacht?

    isa2020 schrieb:

    35 oder 30 hätten es auch getan.

    Vielleicht bietet der AG das nicht an? Vielleicht reicht das Geld dann nicht? Vielleicht will sie das einfach nicht? Vielleicht ist dann die Rente zu klein? Wieso weißt du besser über ihr Leben Bescheid als sie?

    Genial, tolle Mutter. Das meine ich ernst.


    Ich wurde als Kind auch "abgeschoben". War die letzte im Kindergarten, lange im Hort und in der Ganztagsschule die bis 17 Uhr ging.

    Ich habs geliebt. Gut, das mit dem Kindergarten war etwas doof, aber halb so wild.


    Meine Mutter konnte auch einfach nicht anders.

    zugegeben, ich kann es auch nicht nachvollziehen, aber was andere machen ist mir tendenziell total egal.


    Mein Sohn ist von 08 bis 14 Uhr angemeldet-geht bei uns garnicht wirklich anders von Kiga Seite und das finde ich oft schon zu lange. Er mag den Kiga aber auch nicht. Wenn Kinder aber sowieso gerne darein gehen, kann man damit vielleicht gut leben.


    Braucht sie das Geld denn oder ist es einfach dass sie voll arbeiten will

    Zitat

    Packt sie ja nicht. Es läuft erst an

    Und du weißt das dank deiner genialen magischen und weltweit einzigartigen hellseherischen Fähigkeiten?


    Zitat

    Meine Cousine hat zwei Kinder. Der Große ist 7, der Kleine ist 2. Bereits nach dem Babyjahr möchte sie wieder voll arbeiten gehen (40 Stunden auswärts),

    Das verstehe ich sowieso nicht, es ist doch nicht "nur" das Babyjahr, sie war doch anscheinend zwei Jahre voll zuhause?


    Zitat

    Aber mit 2 Kindern 40 Stunden finde ich Hammer. 35 oder 30 hätten es auch getan.

    Und das entscheidest du weil?.... Es gibt genug Konstellationen wo man beruflich eben kein "Wünsch dir was" hat. Was macht denn der Vater? Warum betreut der die Kinder nicht auch? Völlig egal ob getrennt oder nicht, zum Kinder bekommen gehören immer zwei.

    Wie man bei Alleinerziehenden von Prestigeobjekten reden kann ist mir eh schleierhaft. Das sind für mich eher so "Arztgattinnen" die den ganzen Tag zuhause hocken, wegen vorhandenem Gärtner, Putzfrau und Haushaltshilfe nix zu tun haben und deswegen Kinder bekommen um mit denen auf dem Spielplatz angeben zu können... ":/

    Ratlos23 schrieb:

    Das verstehe ich sowieso nicht, es ist doch nicht "nur" das Babyjahr, sie war doch anscheinend zwei Jahre voll zuhause?

    Das hat mich auch irritiert.

    isa2020 schrieb:

    Also, um eine Sache klar zu stellen. Ich bin auch nicht dafür, dass sich Frau als Hausfrau versklaven lässt. Aber mit 2 Kindern 40 Stunden finde ich Hammer. 35 oder 30 hätten es auch getan. Ich bin selbst im Osten aufgewachsen und da war das normal. Da war das Schulsystem aber auch ein anderes und alle wurden irgendwie mitgezogen. Von daher hinkt dein Vergleich.

    In ihrem Fall ist es so, dass sie den Großen als sie mit dem Kleinen zu Hause war ständig in die Kita gegeben hat. Auch wenn sie zum Sport gegangen ist. Das Kind war immer rund um die Uhr in der Kita, obwohl sie zu Hause war.

    Wird hier genauso laufen, da ich den Krippenplatz vom Stundenumfang nicht mehr reduzieren konnte, als die Schwangerschaft eintrat und recht sicher war.


    Was ist daran so schlimm? Der Große war im Kindergarten wahrscheinlich altersgerechter betreut als zu Hause mit Mama und Baby 8-(


    Hast du selbst Kinder? Wenn nicht, warum reibst du dich bei dem Thema so auf?