mhh, Ansprache eines Kindes, ja, das ist nicht so einfach. Mit Kosenamen wäre ich vorsichtig, denn das Kind kennt genau das Wort ggf in einem anderen Kontext und ist dann irritiert. (ggf ist "Mäuschen" im Hausgebrach das Lieblings-Kuscheltier). Nur "Du" oder "Kind" verwende ich wohl, wenn ich ein Kind anspreche, das ich nicht beim Namen kenne.

    Naja, aber Kruemi hat schon recht. Auch ein ganz kleines Kind im Alter von 1-3 Jahren darf ruhig eine angemessene Reaktion auf sein Verhalten bekommen. Kinder müssen da ja noch austesten was ihr Tun für Auswirkungen hat. Und da finde ich es wichtig, dass sie die entsprechende Reaktion bekommen. Wenn mir ein Kleinkind die Zunge raus streckt oder mich absichtlich schubst (erst vorgekommen), gucke ich kurz nicht mehr freundlich und drehe mich dann weg.

    Sorry ich ging von der Situation aus dass das Kind vor dir im Wagen sitzt und ihr Grimassen macht. Mein Sohn hatte da nämlich seine "Flirt" Phase, und seit er nicht mehr in den Wagen passt sind die anderen Leute relativ egal. @:) dann fände ich das auch komisch, aber würde das Verhalten wohl ignorieren.

    Zitat

    aber würde das Verhalten wohl ignorieren.

    Ich denke, Kinder, gerade kleinere, testen halt die Reaktionen ihres Verhaltens auf die Umwelt. Denn je mehr sie ihre Umwelt als eine Sammlung verschiedener Indididuen wahrnehmen, um so mehr haben sie das Bedürfnis der Interaktion. Sie bringen aus dem Kindergarten neue Schimpfworte mit, ohne zu wissen, was sie bedeuten, strecken Erwachsenen die Zunge raus, testen, wie laut sie schreien können etc. Und ich finde es fatal, wenn nur die Eltern darauf eine Reaktion zeigen. Denn schlimmer als eine negative Reaktion ist, wenn ein Kind keinerlei Reaktionen von seiner Umwelt bekommt. Im Extremfall sieht man das ja bei vernachlässigten Kindern, sie provozieren auf Teufel komm raus eine Reaktion der desinteressierten Eltern--auch wenn diese dann negativ ist.

    @ a.fish

    Zitat

    Die häufigste Situation, in der ich mich frage, inwiefern man fremde Kinder ansprechen "darf", ist die Kombi Kinder und Tiere. Ich bin öfter in Wildparks oder anderen Orten, wo man gehäuft auf beides trifft, und ich sehe da leider immer viel, was ich nicht in Ordnung finde. Kinder, die Tiere jagen, grob anfassen, anschreien, an Käfigen rütteln/Fensterscheiben klopfen etc.

    Das ist genau die eine und einzige Situation, in der ich Kinder - zur Not auch lautstark - zurechtweise, gerne auch im Beisein der Eltern. Alles andere lässt mich zugegebenermaßen ziemlich kalt.

    Ich finde man muss da erstmal Situationen nach Kontext sortieren: Betrifft einen das Verhalten selbst oder andere kleinere/schwächere oder anders Wehrlose? Oder wird einfach etwas gespielt das man doof findet, am Haus rumbalanciert, was man selbst den eigenen Kindern nicht erlauben würde oder so? Und sind Erziehungsberechtigte/Bezugspersonen anwesend oder nicht?


    Wenn ich direkt betroffen bin oder Tiere schützen möchte die sich nicht wehren können, dann sehe ich kein Problem darin etwas zu sagen, beziehungsweise wenn jemand meinen Kindern etwas sagt. Darunter fällt das Zunge rausstrecken genauso wie das Scheibe einschlagen, am Gitter rumjodeln oder steheln.


    Richtig sauer kann ich werden, wenn andere Mütter von mir erwarten meinen Kindern etwas zu verbieten damit ihr Zuckerstück gar nichts erst auf den Gedanken kommt sowas gefährliches zu machen. Ältere Damen sind da auch äußert prädestiniert für. "Nein Schätzchen, sowas ist doch vieeel zu gefährlich für dich und überhaupt, ein Mädchen klettert nicht so rum." Kann ich im Dreieck springen und für mich sticht das Argument auch nicht, die Größeren müssten da für die Kleineren als Vorbild dienen.


    Auch Einmischung in Erziehung bei Trotzfällen mag ich nicht sonderlich, sofern (anders als in dem Beispiel hier) niemand sonst direkt betroffen ist. Also Leute die versuchen meinem Kind Angst zu machen, dass die Mama ohne es weggeht, wenn es weiter so schreit, haben kurz darauf ihrerseits Angst vor der Mutter.


    Wenn Eltern da sind, dann würde ich wohl gerade bei jüngeren Kindern immer die zuerst ansprechen, ja auch im Zoo. Da bin ich gar nicht so, die dürfen gerne selbst aus ihrem Dämmerschlaf schrecken. Und wenn da nichts kommt, dann geig ich auch gleich allen die Meinung.


    Konkrete Beispiele:


    IKEA: Ich hätte die Mutter gebeten das Kind zur Zeite zunehmen. Kosenamen finde ich auch nicht gelungen. Meine Große ist da leicht überfahren, die Kleine würde der Person so unfassbar die Meinung geigen, da müsste ich nichts mehr zu sagen.


    Auto: Ich hätte angehalten und die gleich alle drei zur Sau gemacht. Das ist gefährlich und da verdient die Mutter und der Teenager so eine Reise, dass denen die Ohren klingeln. Das Kleine weiß es ja noch nicht besser.


    Geschäft: hätte das kind auch zur Seite geschoben, wenn die Mutter nicht reagiert. Wer mich dann anpampt hat die Gelegenheit das lebenslange Lernen zu üben.

    Aber Kinder müssen doch mal lernen, dass sie auch auf andere Leute hören sollten/dürfen /müssen. Ein Verhalten, was die Eltern vielleicht tolerieren, stört vielleicht jemand anderen. Und das es diese unterschiedlichen Ansichten gibt lernen Sie ja nur,wenn jemand reagiert und mal sagt," das ist aber jetzt nicht so toll,dass du hier im Bus rumrennst, setz dich mal zu deiner Mutter"oder so ähnlich. Spätestens wenn sie in die Schule kommen, werden sie sowieso von Lehrern miterzogen. Und diese sagen, sie müssen die Kinder erstmal erziehen, weil die Eltern es nicht machen. Letztens in einer Reportage gesehen, dass ja viel Unterrichtszeit verschwendet wird, um selbstverständliches Verhalten den kleinen Knirpsen beizubringen. Erst darf keiner in die Erziehung eingreifen und dann wird es der Schule überlassen?

    Jennsch


    Das Dumme ist, dass irgendjemand alles scheiße findet was man macht. Also, wenn meine Kinder rumtoben sagen mir die einen wie toll das sei, dass meine Kinder so lebendig spielen dürften, während die anderen mich anmaulen ich solle sie mal zur Ruhe rufen. Deswegen finde ich es besser wenn die Leute erstmal zu mir kommen, dann kann ich filtern was ich als Einwand in Ordnung finde und was unter "Bullshit" abgeheftet wird. Gerade wenn die so klein sind, dass die noch nicht zur Schule gehen, sind die einfach noch leicht aus dem Takt zu bringen, je nach Charakter.

    Ja es gibt Situationen, wo ich mir wirklich unsicher bin...


    Ich wohne in der Nähe 2er Schulen und 2er Kindergärten.


    Mit den Miniknirpsen funktioniert das schon, die holen ja die Eltern.


    Aber sobald sie ab 6 alleine auf die Straßen losgelassen werden, kann es da schon zu Problemen kommen.


    Es gibt natürlich auch viele verantwortungsvolle Kinder, die immer über den Zebrastreifen gehen und hier gibt es auch alle 100m einen Zebrastreifen ca. Trotzdem ärgert es mich jedes Mal wenn zwischen den Autos ein Kind rausgerannt kommt.


    Das ist nicht nur eine Gefährdung für mich, sondern auch für das Kind.


    Ich könnte es mir niemals verzeihen, wenn etwas passiert.


    Klar man könnte sagen "Ja dann fährst du ja vorsichtig und dann passiert das nicht", aber das ist doch ein Grundsatz, das das Kind zu kennen hat, da darf man doch wohl auch mal schimpfen, oder greift man dann wieder in die Erziehung ein ("Das Kind lernt nur aus Fehlern" oder sonstige Argumente)

    Auch hab ich neulich den Kindern von Nachbarn gesagt "Passt doch bitte auf, wenn ihr an der Straße spielt".


    Es ist ne 30er Zone, diese Straße, aber KEINE Spielstraße.


    Sie rannten trotzdem hin und her und achteten nicht auf Autos.


    Auf Spielplätzen komme ich nicht in die Verlegenheit, da geht es meist ganz normal zu, sind ja meist auch Erziehungsberechtigte anwesend.


    Darf man nichts sagen, wenn im Park Fahrradfahrverbot ist, aber ein 11Jähriger durch die gegend rast?


    Es gibt so viele Situationen, wo ich wirklich mit Bauchschmerzen etwas sage, oder mit Bauchschmerzen nichts sage.