Kita am Wohnort oder am Arbeitsplatz

    Hallo zusammen,


    ich hoffe, dass hier ist das richtige Unterforum ist, ansonsten gerne auch verschieben.


    Wir stehen seit 1.5 Jahren auf der Warteliste für einen Kitaplatz für unsere Tochter und leider sind wir bisher leer ausgegangen und durch Corona kann uns auch aktuell keiner sagen, wann und ob wir demnächst einen Betreuungsplatz bekommen. Da meine Elternzeit aber Ende des Jahres ausläuft und und mein Arbeitgeber nicht begeistert war darüber, dass ich evtl mein drittes Jahr Elternzeit noch nehmen müsste, haben wir mal noch nach alternativen Möglichkeiten gesucht und hätten die Möglichkeit unsere Tochter in einer leider recht teuren privaten Kita unterzubringen, die aber direkt neben meinem Arbeitsplatz ist.


    Das klingt auf den ersten Blick jetzt echt gut, aber ich frage mich ob es wirklich so geschickt ist, die Kita am Arbeitsplatz zu haben und nicht am Wohnort, da sonst nie jemand anderes unsere Kleine abholen oder bringen könnte. Da ich häufig sehr früh anfangen müsste, müsste ich unsere Tochter auch immer wahnsinnig früh wegbringen. Am Wohnort könnte aber auch der Papa oder die Oma unsere Kleine zu einer humanen Zeit in die Kita bringen.


    Ich bin was Kita angeht noch absoluter Frischling und wollte daher mal die erfahrenen Mamas und Papas fragen was ihr von der Lösung halten würdet. Welche Vor- oder Nachteile hätte es für Euch wenn die Kita am Arbeitsplatz ist ? Und welche wenn die Kita am Wohnort ist?


    Ach ja, ich brauch etwa 20 Minuten zur Arbeit und die private Kita würde uns das doppelte Kosten von den Einrichtungen von anderen Trägern.


    Bin gespannt auf Eure Meinungen und freue mich auf den Austauch mit Euch.*:)*:)

  • 77 Antworten

    Wir haben uns für eine Kita in der Nähe von unserem (zukünftigen) Wohnort entschieden. Wir bauen demnächst und die Kita ist nach unserem Umzug zu Fuß zu erreichen. Von unserer aktuellen Wohnung sind es aber auch nur rd. 5-10 Minuten mit dem Auto, also auch noch keine lange Fahrt.


    Für uns bringt das folgende Vorteile mit sich:


    - Die Großeltern können den Kleinen auch mal abholen (beide Omas/Opas erreichen die Kita innerhalb von 10 Minuten mit dem Auto.

    - Mein Mann arbeitet in der Nähe. Auch er hätte von der Arbeit nur einen Weg von 10 Minuten mit dem Auto oder 15 Minuten mit dem Fahrrad.

    - Wenn wir Urlaub haben oder aus dem Home-Office arbeiten und der Kleine geht in die Kita, haben wir kurze Wege.

    - Wenn der Kleine in der Krippe Freunde findet, werden sie voraussichtlich auch aus der näheren Umgebung kommen (in der nähe der Kita gibt es mehrere Neubaugebiete). Verabredungen sind dann mit wenig Fahrerei verbunden und im besten Falle Fußläufig zu erreichen.

    - Die Eingewöhnung startet wohl im September und ich bin ab September wieder im Mutterschutz, da im Oktober Baby Nr. 2 kommt, d.h. ich bin dann wieder ein Jahr zu Hause und sehr froh, dass ich nur kurze Wege haben werde in Bezug auf die Krippe.

    - Die Krippe hat einen angeschlossenen Kindergarten, d.h. die ganzen Vorteile bleiben auch in der Kindergartenzeit bestehen.


    Ich arbeite in der Innenstadt und habe einen Fahrtweg von rd. 1/2 Stunde pro Strecke. In der Nähe meines Arbeitsplatzes gibt es natürlich auch Krippen. Die Räumlichkeiten von diesen Kitas sind meist eher klein, in Wohnhäuser integriert und besitzen kein nennenswerten Garten. Uns war es wichtig, dass unser Sohn in der Krippe Platz zum Toben hat und vor allem auch viel draußen ist und dies bestenfalls in einem "geschützten" Raum, also einem eingezäunten großen Garten. Das hätte keine Krippe in der Innenstadt bieten können. Die Kita am Wohnort ist recht neu und sehrweitläufig. Es gibt eine eigene Turnhalle und ein große Räumlichkeit mit Teppichboden zum Spielen mit Bällebad und verschiedenen Klettermöglichkeiten und das zusätzlich zu den eh schon geräumigen Krippengruppen-Räumen. Jede Krippengruppe hat zudem eine eigene Dachterasse (zusätzlich zum großen Garten, mit eigenem Krippenbereich).

    Zudem würde jegliches Bringen und Abholen an mir hängen bleiben und das häufig zur Rush Hour mit Stau. Es wäre einfach Unsinn, wenn mein Mann oder die Großeltern das Kind bringen oder abholen und die Strecke dafür doppelt fahren müssen.

    Das sind ja auch noch verschiedene Baustellen. Wie dringend brauchst du den Kita Platz ? Die Kosten wären für mich eine nicht unerhebliche Entscheidungsgrund.


    Grundsätzlich bin ich eher für Wohnortnähe.


    Vorteile wohnortnähe :


    Andere können bringen abholen

    Auch im Urlaub muss man nicht durch die Gegend fahren

    Soziale Kontakte sind in der Nähe wenn es um Spieleinladungen geht

    Freunde wohnen dann vielleicht neben an


    Vorteile arbeitsnähe:


    Nur ein Weg morgens

    Man ist in der Nähe wenn zwischendurch mal was ist. (Ist bei meinem Grossen in der gesamten Tagesmutter und Kitazeit vielleicht 2 oder 3 mal vorgekommen)


    Ich bin also ganz klar pro Wohnort.

    Vielleicht ist es eine blöde Frage, aber wenn die private Kita doppelt soviel kostet wie die staatliche Kita, bleibt noch was von deinem Gehalt über, wenn du noch deine Fahrtkosten gegenrechnest?

    Bei uns liegt alles nicht weit auseinander aber ich habe so entschieden, dass es sowohl für mich als auch für meinen Mann gut angebunden ist. So kann z.b. einer das Bringen übernehmen und dann ins Büro, der andere ist dafür früher im Büro und kann sie dann abholen. Der Hinweg ist zu Fuß zu erledigen, aber von dort ist mein Mann schnell bei der U-Bahn und ich kann enwteder noch 15 min zu Fuß gehen oder nehme das Rad.

    Familie habe ich eigentlich keine die Holen kann - also wars mir nur wichtig, dass mein Mann auch gut hinkommt.

    Achso und noch ein Nebensatz ... der Kiga liegt zwar genau auf der Hälfte zwischen Wohnort und Arbeit, allerdings wird unser Büro nun verlegt oder ganz aufgelöst. Der Kiga am Arbeitsort wäre also nun völlig umsonst gewesen.

    Wobei auch miteinbezogen werden sollte bei der Rechnung, dass man zum einen Rentenbeiträge einzahlt, sprich Punkte sammelt, und natürlich die Präsenz beim Arbeitgeber. Das kann einiges ausmachen bei Personalentscheidungen. In meinen Augen rechnet sich Arbeiten fast immer.


    Zitat

    Vielleicht ist es eine blöde Frage, aber wenn die private Kita doppelt soviel kostet wie die staatliche Kita, bleibt noch was von deinem Gehalt über, wenn du noch deine Fahrtkosten gegenrechnest?

    Hatschepsut_ schrieb:

    Wobei auch miteinbezogen werden sollte bei der Rechnung, dass man zum einen Rentenbeiträge einzahlt, sprich Punkte sammelt, und natürlich die Präsenz beim Arbeitgeber. Das kann einiges ausmachen bei Personalentscheidungen. In meinen Augen rechnet sich Arbeiten fast immer.


    Zitat

    Vielleicht ist es eine blöde Frage, aber wenn die private Kita doppelt soviel kostet wie die staatliche Kita, bleibt noch was von deinem Gehalt über, wenn du noch deine Fahrtkosten gegenrechnest?

    Allein für meine Psyche hat sich arbeiten bei mir gelohnt ;-D

    Nala85 schrieb:
    Hatschepsut_ schrieb:

    Wobei auch miteinbezogen werden sollte bei der Rechnung, dass man zum einen Rentenbeiträge einzahlt, sprich Punkte sammelt, und natürlich die Präsenz beim Arbeitgeber. Das kann einiges ausmachen bei Personalentscheidungen. In meinen Augen rechnet sich Arbeiten fast immer.


    Zitat

    Vielleicht ist es eine blöde Frage, aber wenn die private Kita doppelt soviel kostet wie die staatliche Kita, bleibt noch was von deinem Gehalt über, wenn du noch deine Fahrtkosten gegenrechnest?

    Allein für meine Psyche hat sich arbeiten bei mir gelohnt ;-D

    An Rente und Co habe ich tatsächlich nicht gedacht. Das stimmt schon.


    Und bei der Psyche stimme ich euch ebenfalls zu. Es tut wirklich gut :)z Wobei für mich auch die Rahmenbedingungen stimmen müssen, wenn die Betreuung meines Kindes mir zuviel Stress verursachen würde (viel Fahrerei mit dem Auto, Stau und Co), würde mich das wohl mehr belasten, als die Arbeit mich "entlastet".

    Müsstet ihr denn jetzt entscheiden? So weit ich das verstanden habt könntet ihr doch auch noch bis Ende des Jahres warten oder?


    Ich würde nicht die Kita am Arbeitsplatz wählen, sondern die am Wohnort, es wurden hier die meisten Vorteile schon genannt und vor allem ist es doch auch schöner wenn die anderen Kinder im Kiga auch direkt in der Nähe wohnen? Das ist fürs Spielen super, aber vor allem für später, weil sie dann Kinder aus der direkten Nachbarschaft kennt.

    Susa14 schrieb:

    Ich würde nicht die Kita am Arbeitsplatz wählen, sondern die am Wohnort, es wurden hier die meisten Vorteile schon genannt und vor allem ist es doch auch schöner wenn die anderen Kinder im Kiga auch direkt in der Nähe wohnen? Das ist fürs Spielen super, aber vor allem für später, weil sie dann Kinder aus der direkten Nachbarschaft kennt.

    Lieben Dank erstmal für alle Beiträge. Ich werde mich in Ruhe melden sobald meine Kkeine im Bett ist.


    Nur kurz hierzu will ich was sagen weil das vielleicht falsch rüber gekommen ist. :aktuell haben wir nicht die Wahl zwischen Kita am Wohnort oder am Arbeitsplatz. Momentan gibt es nur die Wahl Zeichen Kita am Arbeitsplatz oder auf unbestimmte Zeit daheim ohne Einkommen. Keiner kann uns sagen ob und wann wir hier im Ort was bekommen und da ich bis Mitte Juli Elternzeit verlängern müsste drängt die Entscheidung auch etwas

    Leni_

    Gehts bei euch um einen U3-Platz oder um einen Kindergarten-Platz? Wenn's U3 ist: Habt ihr schon mal nach einer Tagesmutter geschaut?


    Das war unser Plan A, aber leider waren die wirklich tollen Tagesmütter schon "voll" und die, die noch frei waren, haben uns nicht ganz überzeugt. Aber vielleicht hättet ihr da ja Glück?

    Platypus

    Ja, wenn es wirklich nur noch stress ist, würde ich auch abwägen. (Und es finanziell möglich ist)


    Leni M.  
    Dann würde ich die Kita am Arbeitsplatz nehmen. Unsere zukünftige Kita ist weder am Arbeitsplatz noch am Wohnort. Aber da bei uns Kita wie ein Sechser im Lotto ist, haben wir sofort zugeschlagen (und wir die Kita auch angenehm empfanden). Ich habe mit den Luxus erlaubt und arbeite ein Jahr länger 30h. Vielleicht könnt ihr auch so eine Kombi wählen?

    Wenn nicht absehbar ist, ob und wann ihr einen Platz bekommt, wäre Betreuung durch eine Tagesmutter eventuell auch eine mögliche Alternative.