• Klasse springen ?

    Hallo, die Schule möchte das unser Sohn im zweiten Halbjahr von der 5 in die 6 Klasse springt. Wie helfe ich meinem Kind am besten und am schnellsten die Lücken zu füllen ? Vielen Dank!
  • 60 Antworten

    Ihr solltet halt im Blick behalten, dass intellektuelle und emotionale Entwicklung nichts miteinander zutun haben. Dass er fit in der Schule ist, heißt nicht, dass er emotional so weit sein muss. Dazu finde ich es schwierig, wenn du sagst, er sei jetzt zuhause deutlich entspannter. Das heißt ja, dass ihn Schulunterricht eigentlich anstrengt (oder das Umfeld, die Mitschülerinnen, die Lehrer etc.). Dass er jedenfalls doch nicht alles locker mitnimmt, was ihm da entgegenkommt.


    Ist es denn eigentlich üblich, dass so eine Entscheidung 2 Wochen vor Halbjahresende kommt? Ich meine, jetzt ist es doch eh zu spät, mit ihm zusammen irgendwas zu erarbeiten.

    Dark Avenger schrieb:

    Unsere Tochter sollte auch eine Klasse überspringen. Nach langen Überlegungen haben wir uns dagegen entschieden. Sie war im Kindergarten mit die Jüngste und hat darunter teilweise gelitten. In der Grundschule war sie dann eine der Älteren in ihrer Klasse und man merkte, dass sie dadurch deutlich an Selbstbewusstsein usw. gewonnen hatte. Deshalb wollten wir ihr nicht antun mit Abstand die jüngste zu sein. Können beim überspringen mehrere Jahre sein. Dann hat man pubertierende Jugendliche in der Klasse und bei der eigenen Tochter dauert es noch 2 Jahre. Dies sollte man bedenken. War auf jeden Fall der Hauptgrund warum wir es nicht gemacht hatten.

    Danke , für deinen Erfahrungsbericht.

    Über den emotionalen Punkt habe ich auch schon nachgedacht.

    Aber meiner ist schon lange kein wirkliches Kind mehr.

    AliceHargreaves schrieb:

    Es gibt, aber auch Kinder die fühlen sich unter Gleichaltrigen oder Jüngeren unwohl weil sie geistig einfach weiter sind als die eigene Altersgruppe. Ich hatte in der Verwandtschaft so jemand und der ist auch gesprungen und war froh, inzwischen hat er auch studiert. Ich würde da auf die Schule und mein Bauchgefühl hören. Unterforderung kann genauso schaden wie Überforderung.

    Das ist bei meinem auch so auch so. Er findet keinen Draht zu gleichaltrigen. In der anderen Klasse hat er sich direkt wohler gefühlt.

    Ja, das wäre auch sicher auch eine Idee. Nur so spezielle Gym haben wir hier nicht.

    Die Lücken möchte ich gerne füllen. Die Schule sieht das nicht so sehr als Problem.


    Dann werden wir wohl intensive Nachhilfe in Anspruch nehmen.


    P.S. Homescooling kann auch sehr gut klappen, wenn Kind alleine daheim ist. Weil man selber in der Zeit 5 Std. in der Notaufnahme ist.

    Bis zur Volljährigkeit dauert es noch etwas.;-)

    hikleines schrieb:

    Ihr solltet halt im Blick behalten, dass intellektuelle und emotionale Entwicklung nichts miteinander zutun haben. Dass er fit in der Schule ist, heißt nicht, dass er emotional so weit sein muss. Dazu finde ich es schwierig, wenn du sagst, er sei jetzt zuhause deutlich entspannter. Das heißt ja, dass ihn Schulunterricht eigentlich anstrengt (oder das Umfeld, die Mitschülerinnen, die Lehrer etc.). Dass er jedenfalls doch nicht alles locker mitnimmt, was ihm da entgegenkommt.


    Ist es denn eigentlich üblich, dass so eine Entscheidung 2 Wochen vor Halbjahresende kommt? Ich meine, jetzt ist es doch eh zu spät, mit ihm zusammen irgendwas zu erarbeiten.

    Nein,das mit den springen war schon eine Zeitlang Thema.

    Die Lautstärke und die vielen Menschen stressen ihn. Einzelgänger.

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    Möpi16 schrieb:

    In der Schweiz kennt man dieses Überspringen von Klassen kaum. Wer den andern voraus ist geniesst es

    :)^find ich eine super einstellung :)^und auch der rest, den du geschrieben hast- :)^

    später, außerhalb der schule, macht man dann ja auch laufend die erfahrung, mit ganz unterschiedlich mehr und weniger begabten menschen zusammen zu sein, zu arbeiten, lernen usw.

    Hm, ich sehe Probleme zum Beispiel eher bei Sprache als bei Mathematik. Jemand für den Mathematik "Sinn ergibt", der kann das nachholen/aufholen (mir zb fehlt das ab einen bestimmten Level). Sprache, klar, auch da gibt es Ausnahmen, aber wenn ich den besten Schüler der Englisch Klassen aus den letzten Jahren nehme und den ein Jahr nach oben mit dem Schlechtesten vergleiche, dann hat das nicht dass selbe Niveau. Ich sage nicht dass es nicht Ausnahmen gibt oder es nicht aufholbar ist, aber einfach ist sicher anders. (In etwas höheren Jahren hatte ich übrigens einen Fall, da hätte ich aus Englisch aus keine Bedenken gehabt, allerdings hatte diese Person externe Schwächen in allem was eine Zahl als Teil hatte, daher wäre das auch da meine Option gewesen).


    Auch in Nebenfächern ist eben die Frage, ist es aufbauend? Dann gibt's auch in "einfachen Lernfächern" etwas zum Nachholen. Das können Kleinigkeiten sein, aber wenn man eben zb an einem anderen Fach reichlich zu arbeiten hat, dann kommt man dazu auch nicht mehr unbedingt.


    Und eines das halt auch besprochen werden sollte, was wenn die Noten plötzlich schlechter werden, kann das Kind damit umgehen? Jemand der es gewohnt ist mit überschaubarem Aufwand sehr gute Noten bekommt, der könnte daran zu knabbern haben, jetzt mehr arbeiten zu müssen für schlechtere Noten.


    Ich will es keinesfalls verteufeln, aber unbedingt fördern oder aktiv ansprechen würde ich das nicht.

    mein kind ist nach der 1. in die 3., sollte dann nach der 3. in die 5., was wir aber nicht gemacht haben.

    wir mussten ihm damals beibringen, dass es schreibschrift gibt und wortarten/satzarten.

    alles andere hat es dann selbst gemacht.

    stofflich würde ich ehrlich gesagt nicht vorarbeiten.....

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    Meine Eltern sind damals der Empfehlung der Klassenlehrerin zum Springen nicht gefolgt. Ich habe davon erst Jahre später erfahren und bin leider seinerzeit nicht gefragt worden. Das Argument meiner Eltern war, dass ich ohne Springen ohne Aufwand sehr gute Noten habe und dadurch sehr viel Freizeit.

    Sie hatten auch Sorgen, dass ich in einer neuen Klasse unter Älteren weniger gut sozialen Anschluss finden könnte. Allerdings war es mit dem sozialen Anschluss in der alten Klasse später eh dahin, da hätte ich auch springen können.


    Außerdem war es ihnen zu elitär, sie wollten möglichst nicht auffallen und ich sollte auch nicht auffallen, zumal ich eh schon etwas anders als Gleichaltrige war und dadurch immer wieder mal ungewollt aufgefallen bin.


    Ich muss sagen, dass ich es sehr bereue, nicht gesprungen zu sein. Mit Schule assoziiere ich aus gutem Grund vor allem endlose Langeweile, in der man sich bloß nicht geistig anregend beschäftigen darf, nicht zu schnell sein darf, sondern immer warten muss, bis es schleppend weitergeht und auch keine kritischen Fragen im Unterricht stellen soll, egal wie sehr die sich aufdrängen, erst recht, wenn einen der Schulstoff interessiert. Stattdessen lernt man sich in einen halbwachen Dämmerzustand in die innere Emigration zu begeben, ohne dass es auffällt.


    Vor diesem Hintergrund würde cih dir empfehlen, zwar mit deinem Kind das Für und Wider abzuwägen, aber letztlich ihm die Entscheidung zu überlassen. ... Wenn er eh Autodidakt ist, gibt Homeschooling nicht den Ausschlag, im Gegenteil, man könnte dadurch sogar schneller sein, als im Präsenzunterricht.

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    Tut mir Leid, deine Frage ging ja gar nicht darum, ob er springen soll oder nicht. Mea culpa.


    Moosglöckchen schrieb:

    Wie helfe ich meinem Kind am besten und am schnellsten die Lücken zu füllen ?

    Können der Klassenlehrer der neuen und der bisherigen Klasse euch nicht den Lehrplan für das 2. Halbjahr der 5. Klasse sowie für das Schuljahr der 6. Klasse zukommen lassen? Dann hättet ihr ja den Überblick, welcher Stoff wann und in welchem Umfang in etwa beherrscht werden sollte und inwiefern der Schulstoff in dem 2. Halbjahr der 6. Klasse Grundlagen aus dem 2. Halbjahr des 5. Schuljahres erfordert.

    mein kind war in der neuen klasse auch deutlich glücklicher - für die klasse war es auch superman, die waren todesbeeindruckt und es war gleich gut aufgenommen worden. dass ganze skurrile wurde dann einfach auch dem zugeschrieben, dass es ja gesprungen ist, also sowieso "anders" - und musste vom kind dann nicht mehr versteckt werden.

    war mit die glücklichste zeit in der schule, die zeit nach dem springen bis zum schulwechsel.

    Hallo Moosglöckchen,

    keine Antwort zum Schulischen, aber habt ihr schon mal ans Autismusspektrum gedacht? Habe gerade alle deine Aussagen noch einmal gelesen, weil ich schon beim ersten Lesen mit jedem Satz mehr dachte, dass er im Spektrum sein könnte. Würde auch mit Hochbegabung zusammenpassen.

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    Möpi16 schrieb:

    Aber das gilt doch erst recht unter Erwachsenen, und denen kann man nicht mehr einfach "davon springen"! ]:D

    Das ist nicht vergleichbar zum Schulbesuch. Persönlich finde ich es in der Berufswelt um Welten einfacher. Auch bereits an der Universität war es einfacher, als in der Schule.


    Möpi16 schrieb:

    Macht es denn gar keinen Sinn auch mit weniger Hochbegabten zusammen zu sein?

    Ich vermute mal, dass es für Hochbegabte schwierig und nicht entwicklungsgerecht sein dürfte, sich dauernd auf das intelligenzmäßig niederige Niveau bzw. das geistige Tempo nebst Auffassungsgabe anderer einstellen zu sollen. Sie müssen das zwar faktisch im Alltag ständig, aber ich finde wir durchschnittlich Begabte können das wahrlich nicht von Hochbegabten erwarten und es ist sicher auch nicht sinnvoll für Hochbegabte.


    Wenn ich überlege, wie schwierig ich das schon fand, obwohl sicherlich nicht hoch-, sondern allenfalls durchschnittlich begabt bin, möchte ich nicht wissen, wie belastend das für Hochbegabte ist/sein kann. :-/


    Das muss in etwa so sein, als wenn sich ein Porsche ständig mit seiner Geschwindigkeit an die eines Fahrrades anpassen müsste. Dabei ist der Porsche darauf nicht ausgelegt und so wird auch kein Fahrspaß aufkommen. Der Porsche gehört auf die Rennstrecke, zu anderen Sportfahrzeugen.

    Vielleicht ein kleiner Einwurf von meiner Seite:


    Wenn Eure Kinder wirklich hochbegabt sind, würde ich mich als Elternteil schon mal auf eine steinige Vita bei einigen einstellen. Der Pfad zwischen Segen und Fluch kann da mitunter sehr schmal werden.

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