Hallo


    Was die KK angeht, kannst du auch eine Bescheinigung von der Krankenkasse anfordern, auf der die erforderlichen Daten stehen. Wenn du das Original nicht mitgeben willst. Mach dich da mal schlau, das handhabe ich immer so, wenn ich ein Rezept brauche, das geschickt werden muss und sie die Karte haben wollen.


    Ansonsten finde ich es schön zu lesen, dass er mitfahren möchte :)^


    Ich hatte ja vor einigen Monaten hier auch eher eine Meinung, die vielen gegen den Strich ging. Ich stehe auch immer noch dazu. Wenn mein Sohn nicht will, dann muss er auch nicht. In den letzten Monaten hat er immer wieder gesagt, dass er nicht möchte. Die Klassenfahrt findet Anfang der 6. Klasse nach den Ferien statt.


    Wir haben bis heute noch nicht eine Info bekommen. (Länge, Ziel, Kosten...) Habe nun mal vorsichtig angefragt und der Lehrerin auch gleich gesagt, dass es sein kann, dass er nicht mit fährt, sondern den Unterricht in einer anderen Klasse besucht.


    Nun kam er vor 1 1/2 Wochen und meinte, wenn er ein Zimmer mit seinem Freund haben kann, dann will er vielleicht doch mit. Hab ich der Lehrerin auch schon mitgeteilt. Es ist seine Entscheidung. Sobald ich alle Informationen habe, nun ist bald endlich der Elternabend dazu, werde ich sie ihm mitteilen und dann soll er sagen, was er möchte.


    Anders ist es mit einer geplanten Fahrt über drei Tage mit dem Fußballverein. Termin stand fest - er will mit. Ohne ein Wort dagegen zu sagen...


    Man muss nicht immer das tun, was die Allgemeinheit für richtig befindet - auch wenn das viele hier anders sehen. Aber wenn es hier darum geht, dass dein Kleiner mit möchte und es nur an deinem mulmigen Gefühl scheitert, dann ist was falsch. Da musst du über deinen Schatten springen und dir möglichst nicht anmerken lassen, wie groß die Abneigung ist.

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    Ich bin halt der Typ Kontrollfreak und gebe wichtige Dinge ungern aus der Hand.

    Schön und gut, aber hier geht es nicht um ein Ding wie eine chinesische Vase oder so, sondern um dein Kind. Und aus Kindern werden Leute. Leute, die irgendwann ein eigenständiges Leben führen.


    Selbständig wird man aber nicht automatisch durch Erreichen der Volljährigkeit, sondern dadurch, dass man nach und nach lernt für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Und das beginnt bereits im Kindergarten- und Grundschulalter. Schrittweise eben. Und indem man als Elternteil Kontrolle abgibt, damit das Kind sie im kontrollierten Rahmen wie einer Klassenfahrt selbst ein Stück weit übernehmen kann.


    Das mit der Krankenkassenkarte etc ist übrigens sinnvoll, es kann ja bei Klassenfahrten genauso wie im von den Eltern behüteten Alltag passieren, dass doch mal ein medizinischer Akutfall eintritt und man zum Arzt muss. Ich war mit 8 oder 9 auf einer Klassenfahrt und da ist es blöderweise passiert, dass ich mir eine Platzwunde zugegezogen habe und genäht werden musste. Mein Lehrer und eine Betreuungsperson haben mich geschnappt, wir sind ins Krankenhaus, ich wurde genäht und anschließend ging die Klassenfahrt normal weiter. Ich habe das nicht als traumatisch in Erinnerung behalten, war halt einfach so. Auch ohne Mama und Papa. Die wurden anschließend telefonisch benachrichtig und damit hatte die Sache sich dann.

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    Ich finde es nicht in Ordnung, dass du deine eigenen Ängste dermaßen auf das Kind überträgst. Das ist ein ganz neuer kleiner Mensch, nicht nochmal du.

    Danke dass du nett formulierst, was ich nicht audrücken kann außer total genervt zu sein. DAS finde ich nämlich auch!


    Dein Kind hat entschieden, es will es probieren! Das ist doch super! Die ersten eigenen Schritte, bei denen man aber eigentlich keine Angst haben muss, denn es ist immer eine Betreuungsperson anwesend! Ist ja nicht so, dass er auf den Himalaya klettern will, allein... oder allein nach Berlin fahren mit dem Zug (und selbst das kriegen manche Kinder hin!).


    Er fährt weg. Mit Betreuern. Ihr seid nicht aus der Welt.


    DU musst lernen das zu ertragen! Ich glaub nämlich, dass er das sehr gut ertragen kann und du einfach immer ein Gewusel drum machst.


    Und wie schwer kann es sein, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und dem Kind zu sagen, dass man stolz ist, dass er mitfährt und es dann zu umarmen. Du musst es ja nicht jeden Tag ansprechen, aber so kleine Gesten zeigen deinem Kind, dass es in Ordnung ist. Indirekt zeigst du deinem Kind nämlich mit der Abneigung dagegen, dass es eben nicht in Ordnung ist. Kinder wollen aber gern gehabt werden und das Mama stolz ist. Momentan wärst du stolz wenn er nicht mitfährt und signalisierst ihm das auch mit Körpersprache und dass du das halt nicht kannst. Spring über deinen Schatten und lern es.


    Und das mit der Krankenkassenkarte ist echt nicht so ein Drama, was du draus machst. Im Notfall, SOLLTE sie wegkommen, kann man sich eine Bescheinigung bei der Krankenkasse holen bis die neue Karte kommt und alles ist in Butter. So hab ichs gemacht, als ich meine verloren hab.


    Bei uns musste einmal einer zum Arzt, weil ihn ne Biene gestochen hat (wir waren beim Imker). Unproblematisch, nur ziemlich rot. Kein krankenwagen kein nichts. Ein Betreuer ist halt ins Krankenhaus gefahren zur Vorsicht, weils eben so rot war.

    du solltest darauf achten deinem Sohn die Angst vor Klassenfahrten nicht unbewusst zu übetragen - sowas passiert schneller als man denkt.


    er ist doch auch neugierig, ich würde da ansetzen, evtl hat er einen Freund in der Klasse mit dem er ein gemeinssmes Zimmer bekommt - gerade Klassenfahrten kann man so toll planen ;-)

    Es geht doch hier nicht um eine Krankenkassenkarte oder einen Impfpass oder eine Packliste. Es geht darum, Gründe zu finden, die gegen die Teilnahme an der Fahrt sprechen.


    Also letztlich darum, einen jungen Menschen aus der eigenen Angst heraus am Großwerden zu hindern.


    Die Hinweise auf Kopien und Bescheinigungen kann man sich m.E. sparen; wenn die TE gewillt wäre, dass der Junge mitfährt, würde sie schon selber eine Lösung dafür finden. Will sie aber nicht, also sucht sie lieber Gründe

    liebe TE sieh es doch als Chance dein eigenes Verhalten und gewisse Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und anzugehen.


    dein Sohn macht das schon, wahrscheinlich besser als du damals und das ist doch super :)^

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    Ich habe Klassenfahrten gehasst, musste dennoch mit. War ziemlich bescheiden.

    Dito. - Nur, dass dies bei uns in der 8. - 10. Klsse stattfand und nicht in der 2. :-o


    Wie lange wäre das denn? - Eine oder zwei Nächte - oder gleich eine ganze Woche - das zweite fände ich echt heftig für so kleine Knirpse. - In Der Grundschule habe wir Tagesausflüge gemacht, das war auch ok - warum in aller Welt reicht das heute nicht mehr??? :-/ ":/


    In dem Alter finde ich beides (eine bis zwei Nächte oder gleich eine ganze Woche) nicht ok. Ab der 4. Klasse vielleicht 2 Nächte wäre für mich dann noch eher tolerierbar.


    Also ich finde auch - gleich daheim lassen /wenn das geht) wäre besser als ihn wegen Heimweh abholen müssen.


    Ist aber nur meine persönliche Meinung.

    Hasenreich, ich seh das wie du, nur - ich glaube der Sohn der TE mag grundsätzlich gern mitfahren. Das sollte sie dann auch zulassen und ihn dabei motivieren, auch wenn sie dabei ein ungutes Gefühl hat.


    Ich selbst war nie der Klassenfahrttyp und hab das auch immer klar so gesagt. Ich musste dann auch nie mit und war auch nie ein Außenseiter (es gab noch andere, die nicht mit wollten).

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    ...nur - ich glaube der Sohn der TE mag grundsätzlich gern mitfahren. Das sollte sie dann auch zulassen und ihn dabei motivieren, auch wenn sie dabei ein ungutes Gefühl hat.

    Ach so - dann sieht das etwas anders aus - für mich kam das so an, als wollte er NICHT mitfahren - wenn es aber anders ist, wäre es dann doch gut, sie würde das mit ihrem Sohn mal "üben" - also mal für eine Nacht zur Oma, dann mal für 2 Nächte bei seinem besten Freund usw. - Wenn er WILL, dann sollte er auch darin bestärkt und ermutigt werden bzw. mit ihm "trainiert" werden. :)z

    Ich glaube jedes Kind, dessen Mutter so offen so viele Gründe gegen eine Klassenfahrt formuliert und einfach Angst ausstrahlt wird diese Angst spiegeln.


    Umso bemerkenswerter dann, dass das Kind der TE eben nicht vehement gegen die Fahrt ist, sondern "es probieren" möchte.


    Ich sehe hier ehrlich keinen Grund ein Kind zuhause zu lassen.

    Ganz ehrlich: ich sehe es sogar eher als Risiko an, wenn der Junge jetzt nicht mitfährt. Seine gespiegelten Ängste würde das höchstens verstärken, so aber kann er die Erfahrung machen das so eine Kurzklassenfahrt (wir sind damals fünf Tage gefahren) nicht nur zu überstehen ist, sondern auch eine tolle Erfahrung sein kann - selbst wenn es abends im Bett mal Heimweh geben sollte)

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    ...nur - ich glaube der Sohn der TE mag grundsätzlich gern mitfahren

    Nein , das stimmt nicht !!


    Er möchte mit fahren weil er keinen Ärger mit der Schule will, das ist seine Art von Pflichterfüllung !!


    Er sagt selber er wäre froh wenn die KF schon vorbei wäre.


    Vielleicht denkt er danach anders wenn er es schaffen sollte

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    wenn es aber anders ist, wäre es dann doch gut, sie würde das mit ihrem Sohn mal "üben" - also mal für eine Nacht zur Oma, dann mal für 2 Nächte bei seinem besten Freund usw

    Bisher wollte er nie bei seinem Freund übernachten , gab auch nie einen zwingenden Grund dafür. Bei den Großeltern übernachten geht aus verschiedenen Gründen auch nicht.

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    Ganz ehrlich: ich sehe es sogar eher als Risiko an, wenn der Junge jetzt nicht mitfährt. Seine gespiegelten Ängste würde das höchstens verstärken

    Ich weiß das dieses Risiko besteht . Sollten das gespiegelte Ängste sein sind die Gründe dafür viel früher zusuchen und nicht nur bei mir.

    Liebe Moosglöckchen :-)


    Ich meinte es durchaus nicht böse. Mein eigener Sohn ist auch ängstlich - ich sehe da aber durchaus, das meine eigene Ängstlichkeit und lebensgefährliche Situationen die ich knapp überlebt habe, dann auch dazu beigetragen haben dass er heute Verlustängste hat und einfach übervorsichtig ist.


    Kinder merken immer und sind immer beeinflusst von den Eltern. Ich möchte dir ja nur sagen, was bei meinem Sohn hilft: und das ist unter anderem die Regel, dass er das, was er sich zutraut (auch wenn es ihm schwerfällt!) dann auch tun darf und sollte. Einfach, weil er so selbstständiger wird und so ängstlich ist, dass ich mir sicher sein kann, dass er sich nicht überfordern wird.


    Ich wünsche euch sehr, dass diese Fahrt eine positive Überraschung wird :-)


    LG


    Paritu


    Die es ehrlich nur gut meint

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    Bisher wollte er nie bei seinem Freund übernachten , gab auch nie einen zwingenden Grund dafür.

    Was für einen Grund sollte es dafür geben, außer, dass die Jungs es spannend finden ??? Ich habe als Kind ständig bei meiner Freundin geschlafen oder sie bei mir. Das war toll!


    Wenn dein Sohn von der Klassenfahrt zurückkommt, dann wird er sicher total stolz sein, dass er es gemacht hat.


    Du schreibst, dass er in der Klasse sowieso ein Außenseiter ist. Wieso ist er das? Benimmt er sich anders? Hat er keinen engeren Kontakt zu Klassenkameraden? Dann unterstütz ihn doch dabei. Beobachte wen er mag und organisiere Verabredungen über die anderen Eltern. Oder wenn du ihn abholst und er spielt mit einem Kind, dann frag doch beide ob sie sich mal treffen möchten. Da gibt es doch Möglichkeiten.

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    Sollten das gespiegelte Ängste sein sind die Gründe dafür viel früher zusuchen und nicht nur bei mir.

    Das spielt doch keine Rolle und niemand gibt dir die Schuld. Du handelst so, wie du es für richtig findest. Aber dass das alles nicht so rund läuft ist dir doch selbst klar, sonst würdest du keine Fäden dazu eröffnen. Versuche einfach nur deinem Sohn sicher gegenüber zu treten. Zeit keine Unsicherheit und sei zuversichtlich, dass er es schafft. Du erziehst hier kein Kind sondern einen zukünftigen Erwachsenen, der ohne Eltern durchs Leben gehen soll!

    Wenn ein Kind noch ganz klein ist, zelebriert man im Grunde genommen jeden Schritt Entwicklung. Man freut sich, wenn es sitzen kann, wenn es den 1. Löffel Brei wirklich isst und nicht mehr ausspuckt, wenn es das erste mal Mama sagt, wenn es die ersten Schritte macht.


    Das einzige, was man ungern zelebriert, ist wenn das Kind seinen eigenen Kopf bekommt ;-D


    Sieh es doch als solch einen Schritt, soetwas wie, der erste Schritt, das erste mal Krabbeln, nur eben in der Dimension "das erste mal mit der Schule wegfahren", zelebriere es, freu dich, dass er einen neuen Entwicklungsschritt gemacht hat.


    Manche Erfahrungen muss jeder Mensch selbst machen um zu sehen, ob er es mag oder nicht. Und ich finde eine Klassenfahrt gehört dazu!


    Du würdest deinem Sohn doch auch nicht sagen "Verlieb dich nie", nur weil die 1. Liebe meist schmerzhaft endet. Wir Erwachsene wissen das. Wir wissen, da kommt erst die rosarote Phase, dann irgendwann gibts Streit und du wirst zusehen müssen, wie deinem Kind das Herz gebrochen wird, oder wie er ein Herz bricht.


    Wir wissen, dass das kommt, können die Phasen vielleicht sogar beobachten, würden uns doch aber trotzdem nicht anmaßen zu sagen "Lass das lieber, tut nur weh im Endeffekt".


    Und genauso ist es mit Klassenfahrten für dich! Du weißt, für dich hat es damals wehgetan. Du hast diese Erfahrung gemacht!


    Verwehre sie deinem Sohn nicht, wenn er sich dafür entscheidet.

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    Er möchte mit fahren weil er keinen Ärger mit der Schule will, das ist seine Art von Pflichterfüllung !!

    Sorry aber, wenn er das so sagt, dann hat er eben genau das Gefühl von euch bekommen im Zusammenhang mit der Klassenfahrt! Eigentlich solltet ihr das mit den Lehrern klären und ihm in dem Alter die Hintergründe ersparen. Dein Sohn bemerkt deine Anspannung zu dem Thema, glaub mir! Kinder kriegen das mit. Und ja sie nehmen diese Gefühle und verleiben sie sich.


    Bist du auch in Therapie?

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    Du erziehst hier kein Kind sondern einen zukünftigen Erwachsenen, der ohne Eltern durchs Leben gehen soll!

    Ich versteh was du meinst! Eltern müssen in gewissen Schritten loslassen, sonst kriegt das Kind im Erwachsenenalter nen Knacks weg. So ging es mir. Ich liebe meine Eltern, aber sie haben mich am eigene Entscheidungen treffen gehindert, als ich die 1. Schritte alleine machte in meiner eigenen Wohnung. Sie kontrollierten meine Konto Ein und Ausgänge, ständig hieß es "Das kannst du doch nicht machen" und ich reagierte darauf indem ich es versuchte ihnen recht zu machen. Obwohl ich schon über 20 war am Ende nahm es erst ein Ende als ich mich mit Hilfe einer Therapie abgrenzte.


    Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, aber im grunde, ja sie haben mich nicht losgelassen und ich hatte keine Kraft mich loszureißen, weil mir dann immer ein schlechtes Gewissen eingeredet worden ist.


    Liebe TE, der Abnabelungsprozess ist ein ganz natürlicher und du hast noch 10 Jahre vor dir, indem er sich immer weiter abnabeln wird und du muss es A zulassen und B unterstützen, sonst hast du zwar deinen Sohn für immer bei dir und er macht für immer, was Mama für richtig hält, das ist für dich vermutlich sogar "garnicht mal so übel", weil es ja für immer dein Kind bleiben wird und man sich freut, wenn das Kind einen braucht (ganz natürlich!), aber es wird ihm nicht gut tun, gerade weil er jetzt schon eine Angstsymptomatik hat, wenn ich richtig gelesen hab.


    Ihr macht jetzt die ersten kleinen Schritte, lass es zu.

    Den neuen Schritt zu zelebrieren ist wirklich gut. Das vermittelt dem Kind das Gefühl, dass es groß ist, etwas kann, ihm etwas zugetraut wird. Auch und gerade wenn es eben vorher nie da war.


    Mein Sohn wollte übrigens weder vor noch nach seinen Fahrten jemals bei Freunden oder Verwandten übernachten.


    Die Fahrten mit Kita bzw Schule waren für ihn etwas völlig Anderes und er hat sie geliebt.


    Daher sehe ich es nicht wirklich als kritisch an, wenn ein Kind noch nie bei Freunden geschlafen hat. Das ist nicht unbedingt dasselbe und keine Voraussetzung dafür, eine Fahrt genießen zu können.

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    https://www.businessinsider.de/helikopter-eltern-erziehen-arbeitskraefte-die-niemand-anstellen-will-2018-4


    Ich weiß nicht, wie weit Eltern denken möchten, wenn es um die Zukunft ihrer heute lieben Kleinen geht. Dass es naturgegeben, unterschiedliche Mentalitätstypen im Charakter und der Lösung von Problemen geht, erkennt man bereits im Kleinkindalter.


    Oftmals bleiben vorsichtige und ängstlichere Persönlichkeitstypen in ihren Verhaltensmustern hängen, wenn sie nicht dazu ermuntert werden, neue Erfahrungen zu machen, die nur mit Grenzverschiebungen positive Entwicklungen ermöglichen. Starke Eltern = starke Kinder, ist zwar kein Dogma, im Sinne von, dem ist zu 100 Prozent als Erfolgsgarant, nur wahrscheinlicher als umgekehrt vorgelebt.


    Nein, dem ist nicht so. Es geht um das gesunde Maß bei der Liebe und Erziehung. Kinder nicht zu widerspruchslosen Jasagern erziehen und umformen, aber auch nicht zu übervorsichtigen Sensibelchen, auf die später in der Erwachsenenwelt wenig bis keine Rücksicht mehr genommen werden kann, weil die Leistungsgesellschaft dazu wenig alternative Freiräume anbietet.


    Auch hier im Forum lassen sich vereinzelt Folgen falscher Eltern-Kind-Kommunikation, fehlender Anreizquellen für neue Entwicklungsschritte ausmachen, nämlich dann, wenn die später aus der Pubertät entwachsenen Kinder Angst vor dem Leben und seinen Aufgaben haben.


    Erst dann lässt sich zunehmnd erkennen, wohin das elterliche Über-Fürsorge-System u.U. führen könnte. Wenn jeder Berufswechsel zum Drama wird, jeder Umzug eine mittlere Katastrophe darstellt, weil man sich aus seinem gehegten und gepflegten Sozialgefüge verabschieden muss. Kaum eine eigenverantwortliche Entscheidung ohne Mitsprache-Modus der Eltern getroffen werden kann.


    Das sind alles keine Einzel-Horror-Schilderungen, sondern bei einigen Menschen ein Lebensmantra, die sobald die Eltern mit helfender Hand durch Krankheit, Behinderung oder Tod als Lebensstütze ausfallen, tiefe Depression, Lebensverweigerung und sozialer Abstieg als direkte Folge eintreten können, nicht zwingend müssen.


    Ich halte es für wichtig, dass Kinder mit Hilfe der Erwachsenen lernen, mutig neue Herausforderungen anzunehmen. Sie sind später dafür dankbar, dass man ihnen neue Schritte in das Leben positiv zutraut und sie mit Lob bestärkt, wenn eine Hürde überwunden wurde.


    Das solche Schritte, manchmal mit Tränen, Trost und innerem Zweifel begleitet sind, schafft mein Kind dies und jenes bereits usw., gehört für mich dazu. Ich habe drei sehr unterschiedliche Kinder, die mit neuen Aufgaben und Herausforderungen komplett verschieden umgegangen sind.


    Heute um die 30 Jahre alt, bin ich froh, dass ich immer viel Vertrauen in ihre Fähigkeiten hatte und nicht beim ersten Impuls von entstandener Angst, nachgegebenn habe, um ihnen neue anstrengende Erfahrungen noch längere Zeit ersparen zu können.


    Sie haben sich berufliich etablieren können, ihre Karrieren selbst erkämpft und ich bin stolz dafür neben anderen Menschen, die sie dorthin begleitet konnten, die Grundlagen gelegt zu haben. Sie an ihren Herausforderungen habe wachsen lassen. Das war nicht immer leicht, aber oft logistisch gar nicht anders möglich.


    Das ihr Werdegang vor Jahren nicht eins zu eins vergleich- und übertragbar ist, mit heutigen anderen Herausforderungen, ist mir bewusst. Dennoch, kann ich nur dafür appellieren, macht eure Kinder stark für ihr Leben, weil ihr nie wissen könnt, wann eure Fürsorge nicht mehr für jeder Zeit abrufbar bleibt.


    Schaut ihnen mit eigener positiver Einstellung zu, auch dann, wenn sie an einzelnen Aufgaben zunächst verzweifeln oder scheitern sollten.


    Das wird ihnen auch später im Leben nicht erspart bleiben können. Gebt ihnen Zutrauen und Mut in einer Gesellschaft unterschiedlichster Menschentypen, um ihren eigenen Platz einnehmen zu können.

    Ich empfinde es allerdings als extrem einseitig, bei der Entwicklung von Kindern deren Persönlichkeit völlig auszuklammern.


    Im Wesentlichen ist klar: ein Kind muss erleben, dass ihm etwas zugetraut hat.


    Das Eltern traumatisierter oder einfach sehr ängstlicher Kinder da ein anderes Gedankengut haben und selbst vorsichtiger sind sollte allerdings nicht gleich als Helicoptertum vorgeworfen werden.


    Ich kenne aus eigener Anschauung eine Großfamilie, sechs Kinder. Die Eltern sehr stolz drauf eben keine Helikoptereltern zu sein.


    Aber dann machte ihnen das dritte Kind, ein Mädchen, einen dicken Strich durch die " meine Eltern helikoptern nicht,, also bin ich es gewohnt meine Probleme selbst zu lösen"- Rechnung. Sie hatte Ängste, war sehr schüchtern, traute sich alles sehr spät alleine und es war einfach mehr Betreuung notwendig - anders als bei ihren anderen Geschwistern. Das Rezept ging nicht so auf. Sie blieb unsicher, oft auch überfordert.


    Und hier geht es nicht darum sein erwachsenes Kind zum Bewerbungsgespräch zu begleiten *grusel* sondern darum, seinem Zweitklässler seine Klassenfahrt zuzutrauen. Da ist noch eine Menge Platz dazwischen.


    Ich persönlich finde dass es für jedes Kind wichtig ist, individuell betrachtet zu werden und dabei weder ins Helikpterextrem noch die andere Richtung zu verfallen (und Kinder die gewohnt sind immer alles nur unter sich auszumachen, sind mir persönlich auch schon ausgesprochen negativ aufgefallen. Weil sich dann oft eher ein Gesetz des Stärkeren entwickelt und keine faire Lösung)


    Ich finde, man sollte aufpassen nicht zu tief in die Klischeekiste zu greifen.