• Kleine Schweser ärgert ständig ihre große Schwester

    Ich habe ein Problem mit meiner jüngsten (4). Sie ärgert und provoziert bei jeder Gelegenheit ihre große Schwester (7). Man muss dazu sagen, dass beide charakterlich Grundverschieden sind. Die Große eher Prinzessin und Ladylike – die Kleine, eher ein Rabauke und Hans Dampf in allen Gassen. Was uns an den Rand der Verzweiflung bringt, dass die kleine…
  • 124 Antworten

    Peekee

    So richtig versteh ich nicht, was du damit sagen willst :-/ |-o


    Meinst du damit, dass wir rausfinden sollten, WARUM sie so ist wie sie ist?


    Das versuch ich schon. Ich möchte gerne verstehen, warum sie das macht und wir haben uns tatsächlich schon mehrfach zusammengesetzt (also Papa und ich) und haben lamentiert, warum sie das macht.


    Charakter ist das Eine (nur im Kiga oder unter ihresgleichen macht sie das ja auch nicht, also sie ist kein allgemein stänkerndes Kind- im Gegenteil...sie findet schnell Anschluss und kann sich anderen dann auch prima unterordnen. Das ist nur zu Hause so!! ) ...aber vielleicht fehlt es ihr wirklich an Aufmerksamkeit- wobei wir das ja eben auch schon zum "Thema" machten und explizit drauf geachtet haben, dass keiner zu kurz kommt. Wenn wir am Tisch sitzen, darf jeder ausreden, es wird jedem zugehört, auch alles andere- wird m.E. gerecht aufgeteilt.


    Die Große geht zum Bsp gerne ins Kino....Papa ebenfalls...also gehen die beiden immer mal ohne uns ins Kino.


    Die Kleine liebt Tiere über alles. Also geh ich in der Zeit, wo die anderen im Kino sind, mit ihr zu uns in den Naturkundegarten. Dort gibt es heimische Tiere, die man mit den Pflegern dort füttern und ausmisten und streicheln kann. Das machen wir regelmäßig.


    Auch kommt die Kleine auch oft mit mir mit dem Hund raus. Das mag die Große nicht so.


    Unterm Strich würde ich behaupten, dass sie mehr Zeit mit einem von uns alleine hat, als die Große. Schon alleine durch die Zeiten an meinen freien Tagen, wo die Große in die Schule muss.

    Zitat

    So ein wenig Potential wäre da ja auch für deine Große zu lernen sich durchzusetzen. Nicht brutal, aber bestimmt. Solchen Menschen wird sie immer wieder begegnen und da kann es nicht schaden es zu Hause in einem geschützten Umfeld gelernt zu haben.

    da hast du recht. Das ist ihr Problem und wir wissen um das Problem. Sie sagt schon, was sie will, nimt aber immer auf alles und jeden Rücksicht um niemandem wehzutun. Aber so wr sie schon immer (und meine Schwester war und IST auch heute noch so...) Ixh sage immer, sie sind zu gut für diese Welt aber am Ende werden sie immer auf der Strecke bleiben, weil sie nämlich aus Rücksicht auf andere Ihre Bedürfnisse zurückstellen.

    Zitat

    Ich möchte gerne verstehen, warum sie das macht und wir haben uns tatsächlich schon mehrfach zusammengesetzt (also Papa und ich) und haben lamentiert, warum sie das macht.

    Jip, aber das findest du nur im Umgang mit ihr selber raus. Im Grunde musst du die Probleme zwischen den Geschwistern nicht lösen. Sie sind noch jung und brauchen Hilfe beim Probleme lösen. Aber wenn du helfen könntest, ohne ein eigenens Ziel vor Augen zu haben so wie 'Grosse sitzt halt vorne', Kleine muss vom Bett runter' usw; Das sind praktische, resolute Lösungen die wenig Raum lassen zum Ausprobieren und Reflektieren.


    Ich stand mal mit drei kleinen Kindern und einem Fahrrad in der Gegend. Zwei Kinder sassen hinter im Fahrradanhänger und einer vorne auf dem Kindersitz am Lenker.


    Tja, auf einmal wollte jeder vorne sitzen. Erst war ich genert und habe einfach bestimmt dass derjenige der da gerade sass, einfach dort bleibt für die restlichen, Achtung! ca 500 m bis nach Hause. Aber dann habe ich mich doch durchgerungen und das Problem mit allen besprochen. Ergebnis: jeder wollte vorne sitzen, das geht nicht gleichzeitig sondern nur abwechslend. Und dann alle paar Meter wieder runter vom Rad, Kinder getauscht, den nhttps://chsten nach vorne, dabei noch geguckt wer als nächstes dran sein wollte. Puuh, hat mich das Nerven gekostet, aber ich war Stolz wie Oscar dass ich allen dreien die Chance gegeben habe, zu sagen was sie denn wollten. Weil ich so stolz war, ist es mir deshalb noch so gut in Erinnerung (plus das nach 100 m schon wieder absteigen und Kinder rotieren...).


    So habe ich halt nicht das Problem gelöst, sondern die Kinder selber. Ich habe geholfen durch nachfragen was sie denn so traurig macht, was so gerade so blöd ist usw. So hhttp://rte ich dass halt alle mal vorne sitzen wollten. Selber hätte ich diese umständlichste aller Lösungen nie vorgeschlagen, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Mein Bedürnis war: Komfort, und einfach nach Hause radeln.


    Wie whttps://re es wenn du dich zurückziehst aus der Lösung und eher bei der Lösungssuche behilflich bist?


    Ich find's übrigens sehr mutig dass du hier schreibst und auch weiter am Ball bleibst, auch wenn's sicher nicht einfach ist.

    Zitat

    Die Große hätte sicher die Beine beiseite schieben können, aber sie hat eigentlich nur geschaut und gleich gewettert "Oh man, nimm doch mal die Beine weg, so kann ich mich ja gar nicht hinsetzen" (die Große hat ne Sitzerhöhung).

    Ehrlich gesagt finde ich die Reaktion von der Großen – wenn auch nicht in "nettem" Ton gesagt – ganz anständig. Besser als wortlos die Beine wegzuschieben. Hm, vielleicht hätte sie es gemacht wenn du nicht eingegriffen hättest :) (wobei ich deine Reaktion auch gut finde, bitte nicht missverstehen)

    Peekee

    solche Situationen, wie du sie mit dem Fahrrad beschreibst, haben wir hier auch dauernd und ich mach es dann eigentlich auch wie du- nämlich dass entweder gerecht geteilt oder abgewechselt wird. Das funktioniert auch ganz gut.


    Wie hättest du das denn mit den Auto und den Beinen geklärt? Ich bin für jeden Tipp und jeden Denkansatz dankbar.


    Vielleicht hab ich ja einfach nen Denkfehler ":/ oder bin schon zu verfahren in der Situationen.


    Es ist für mich sehr schwer, einen Mittelweg zu finden. Den Mittelweg zwischen "Grenzen setzen" und "du bist nicht das schwarze Schaf" :-/

    Zitat

    Ehrlich gesagt finde ich die Reaktion von der Großen – wenn auch nicht in "nettem" Ton gesagt – ganz anständig

    du sagst es, das ist sie. Sie ist anständig! Immer und überall. :-/ das ist auch manchmal anstrengend :=o

    Anständig bestimmt, aber nicht sehr zielführend. Ich stelle mir nun vor das sie irgendwann im Laufe ihrer Schulbahn auf jemanden trifft der dazu neigt seine Grenzen auszuloten und es nicht schafft eine solche Grenze zu ziehen. Sollte sie sich dann anständigerweise bei den Lehrern beschwehren oder dich vorschicken hat sie auf ewig in der Klasse verloren.


    Ich hätte in der Situation mit den Beinen versucht der Großen die Mittel an die Hand zu geben um die Situation selbst zu lösen. Alsowäre mein Ansazt gewesen ihr zu sagen, dass sie, sollte die Schwester die Beine nicht runternehmen, die einfach zur Seite schieben soll. Damit zieht sie selbst der Schwester gegenüber eine Grenze, lernt wie man das angemessen macht und Schwesterchen lernt das man nicht alles mit der Großen machen kann. Also idealerweise lernen sie das. Im schlimmsten Fall sitzen aber dann beide auf ihren Hintern und du kannst nach Hause fahren.


    PeeKlee


    Ich finde das solche Experimente ihren Raum haben müssen, aber nicht immer und nicht überall. Meine Bedürfnisse spielen in diesem lustigen Roulette ja auch eine Rolle und so hätte ich wohl gesagt das jeder einmal nach vorne darf, die Strecke also gedrittelt.

    Zitat

    Ich finde das solche Experimente ihren Raum haben müssen, aber nicht immer und nicht überall. Meine Bedürfnisse spielen in diesem lustigen Roulette ja auch eine Rolle und so hätte ich wohl gesagt das jeder einmal nach vorne darf, die Strecke also gedrittelt.

    Bei mir hängt das auch immer mit davon ab, wie viel Geduld ich gerade habe. Inzwischen kann ich das ganz gut einschätzen. An einem geduldigen Tag hätte ich mich auch drauf eingelassen, an einem weniger geduldigen oder bei Eile hätte ich gedrittelt.
    In der Theorie. In der Praxis säße ich bei drei Kindern längst in der Klapse und hätte solche Probleme gar nicht. ;-D

    Hm, also wenns jetzt mal um eine Einschätzung der Einzelsituationen gehen soll:


    Die Lösung im Auto find ich nicht die schlechteste. Die Kleine hatte den ganzen Vormittag die volle Aufmerksamkeit der Mama und wollte die sehr ungern hergeben (oh, wie gut ich das kenne). Für mich wirkt die Aktion ein bißchen wie "die Große soll draußen bleiben", was sicher nicht persönlich gegen die Schwester geht, sondern eben nur ihren Unmut über das Ende der schönen Zeit ausdrücken sollte. Mit deiner Aktion, die Große vorn sitzen zu lassen, sie aber nicht zu schimpfen hast du doch eigentlich schön deutlich gemacht, daß die Große dazu gehört und du sie gern da hast. Jetzt mal vorausgesetzt, daß ihr trotzdem mit der Kleinen geredet und gelacht habt im Auto und sie nicht eine halbe Stunde hinten ignoriert wurde.


    Was die Sache mit dem Hochbett angeht, da wäre es vielleicht besser über eine Moderation gegangen, so daß die zwei selbst einen Modus finden, wie sie da zusammen spielen können. Aus Sicht der Kleinen kann ich schon verstehen, daß sie auf kompletten Bockmodus schaltet, wenn sie gar nicht gefragt wird, was und warum es passiert ist. In so einer Situation könnten vielleicht beide vorschlagen, wie es laufen soll (mal als ersten Schritt – wenn dann auch nur Gezicke kommt, ist natürlich Schluß). Und versteh mich nicht falsch, ich mache genau solche Hau-Ruck-Aktionen auch oft, grad abends, weil ich genervt bin. Nachher tuts mir dann leid. Ist also ein rein theoretischer fachlicher Rat ;-)

    Mal ganz provokativ gesprochen.


    Hast du sie mal gefragt, WARUM sie das tut?


    Wnen ich mit bei meinem nicht weiterwusste, hab ich ihn gefragt. Einfach so.


    Manchmal konnte er mit dann tatsächlich ienen Grund geben und nmanchmal halt nicht.

    Zitat

    Und versteh mich nicht falsch

    keine Sorge, ich verstehe hier niemanden falsch. Bin für alles offen, auch für Kritik :)z :)_


    Ich reagiere genau,wie Shojo es sagt

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    Bei mir hängt das auch immer mit davon ab, wie viel Geduld ich gerade habe.

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    Mal ganz provokativ gesprochen.


    Hast du sie mal gefragt, WARUM sie das tut?

    ich find die Frage keineswegs provokant, sondern berechtigt und kann dir sagen : JA ich habe sie schon sehr oft gefragt, warum sie das jetzt gerade tut, aber so richtig "überzeugende" Antworten bekam ich noch nie.

    Vielleicht ist sie einfach das was die Psychiaterin eine "grenzsucherin" nannte. Damit sind Menschen gemeint in deren Naturell es wohl liegt immer mal wieder die Grenzen spüren zu müssen. Wenn dem so ist gibt sie vermutlich erst Ruhe wenn sie die Grenzen ihrer Schwester ausgelotet hat.

    Zitat

    Was die Sache mit dem Hochbett angeht, da wäre es vielleicht besser über eine Moderation gegangen, so daß die zwei selbst einen Modus finden, wie sie da zusammen spielen können. Aus Sicht der Kleinen kann ich schon verstehen, daß sie auf kompletten Bockmodus schaltet, wenn sie gar nicht gefragt wird, was und warum es passiert ist. In so einer Situation könnten vielleicht beide vorschlagen, wie es laufen soll

    wir haben ja solche "Hochbett"Situationen ständig, die eigentlich immer den gleichen Zweck haben:


    die Große will, dass die Kleine aus ihrem Zimmer verschwindet und die Kleine will nicht aus dem Zimmer raus.


    So wars im Hochbett auch. Die Große hatte den DS, die Kleine guckt ne Weile zu, dann wirds freilich langweilig also (so stell ich's mir vor- wie gesagt, hab ja nur mit einem Ohr zugehört) – fängt die Kleine an, mit den Händen auf dem DS rumzufuchteln, sodass die Große nichts mehr sieht und demnach auch nicht mehr spielen kann. Die Große nervt das, sie sagt "hör auf, lass das bla bla.." das widerum stachelt die Kleine noch mehr an, und statt mit einer Hand zu fuchteln, furchtelt sie mit 2 Händen ]:D .... die Große wird nun ganz verrückt und brüllt "Raus aus meinem Zimmer" (m.E. verständlich).


    Die Kleine geht aber nicht, grinst und fuchtelt immer munter weiter....


    und so geht das gefühlte 10x am Tag.


    Meistens brüllt die Große nur 1000x "Raus hier" oder im schlimmsten Falle, schallert sie der Kleinen eine....manchmal dann eben auch so doll, dass es echt weh tut. Dann brüllt die Kleine und kommt petzen (worauf ich dann sage " du bist selbst schuld" ) und es dauert keine 5 Min. und das Spiel geht von vorne los.


    Herrje Nervenzehrend!!!!

    Zitat

    Meistens brüllt die Große nur 1000x "Raus hier" oder im schlimmsten Falle, schallert sie der Kleinen eine....manchmal dann eben auch so doll, dass es echt weh tut. Dann brüllt die Kleine und kommt petzen (worauf ich dann sage " du bist selbst schuld" ) und es dauert keine 5 Min. und das Spiel geht von vorne los.

    Ich möchte hier nochmal kurz aufgreifen, was PeeKlee angesprochen hat: nämlich die Frage, welches Bedürfnis steht eigentlich dahinter? Wenn die Große mit dem DS spielt und sie stumpf daneben sitzt und zuguckt, vermute ich einfach mal, dass ihr ganz schön langweilig wird. Wenn sie dann am Ende auch noch ein "selbst schuld" um die Ohren bekommt ...


    Bei all' dem von Dir beschriebenen möchte ich daher (vorsichtig) eine Vermutung äußern:


    Kann es sein, dass die Kleine oftmals große Schwierigkeiten hat, sich mit sich selbst zu beschäftigen, bzw. sich eine eigene Beschäftigung zu suchen? Die Große scheint da ja nicht so die Schwierigkeiten zu haben, sie ist daher dann auch in der Wahrnehmung anderer "die Ruhige". Die Kleine schafft das eben (noch) nicht und sucht daher die Aufmerksamkeit/Nähe der Schwester. Und macht dann immer wieder nur die Erfahrung, dass sie nervt. Und nachher ist sie dann auch noch selbst schuld. Möglicherweise fühlt sie sich einfach vollkommen machtlos – sowohl, dem Gefühl der Langeweile ausgeliefert zu sein, als auch mit allem, was danach folgt.


    Du beschreibst sehr schön, was ihr alles mit den Kindern macht, dass sie eine Menge Aufmerksamkeit, Programm und Bespaßung bekommen. Und natürlich kann man das als Eltern nicht den ganzen Tag – und das muss man vor allem auch nicht.


    Die Große ist da ja auch klar im Vorteil: sie war eine Zeit lang Einzelkind und als die Schwester kam, war sie auch noch eine lange Zeit Baby. Sie kannte also die Herausforderung, sich selbst beschäftigen zu müssen – einfach, weil da keiner zum spielen ist – und konnte es lernen. Und hat vielleicht auch noch Gefallen daran gefunden, dann stört die fordernde Kleine natürlich umso mehr.


    Ich finde daher das Verhalten der Kleinen auf dem Hochbett nicht als das falsche. Eher das der Großen. DS (Nintendo?) ist nunmal keine Spielgelegenheit für zwei. Heißt, die Kleine ist da, wird aber ignoriert/ausgeschlossen. Das ist ja schon irgendwie gemein und das Nerven der Kleinen die logische Folge.


    Natürlich hat die Große auch das Recht, was alleine zu machen und sich alleine zu beschäftigen. Aber wenn die Schwester mit auf dem Hochbett sitzt?


    Erst wird sie also von der Schwester ignoriert, dann von den Eltern ins Zimmer gesperrt. Was hätte sie denn auf dem Hochbett tun sollen (können!)?


    Sie ist 4. Also voller Drang, Dinge zu entdecken/erkunden. Gibt es für sie ausreichend Anreize, sich selbst zu beschäftigen, Interessen zu entdecken, sodass sie nicht so sehr direkt auf euch oder die Schwester angewiesen ist? Ich denke, Langeweile ist bei Kindern eine ganz große Triebfeder. Vielleicht könnt ihr ihr helfen, andere Dinge zu finden, mit der Langeweile umzugehen, als erst mal das für ein Kind naheliegenste zu tun: anderen auf die Nerven gehen. ;-)