• Kleinkinder küssen

    Oft haben wir uns ja schon mit der Frage beschäftigt, welches Verhalten ist genetisch bedingt und was ist anerzogen. Die Scham und die Empörung der Öffentlichkeit, wenn sie verletzt wird, dürfte anerzogen sein. In einem Forum habe ich den Beitrag einer Mutter gelesen, deren Kleinkind tageweise beim Vater (mit südländischen Wurzeln) ist und beim Wechseln…
  • 50 Antworten

    Warum ist das bitter?


    Übrigens – schlimm, dass die Babies an die Brust der Mutter gelegt werden, um Milch zu trinken. Stundenlang an den Brustwarzen einer erwachsenen Frau zu lutschen!! Heieiei!!! ;-D

    Zitat

    Stundenlang an den Brustwarzen einer erwachsenen Frau zu lutschen!! Heieiei!!!

    Ja, wie die Tiere. Der Mensch aber kann sich über die Natur erhebn und seine Triebe in den Griff bekommen. Was soll aus einem Baby noch werden, wenn es schon so triebgesteuert anfängt? Richtig: Ein Triebtäter. Wehret den Anfängen !!![Satire AUS]

    Fialle

    Zitat

    Warum ist das bitter?

    Bitte genau lesen! Mein Beitrag war zwar off topic, aber hier geht es nicht um eine zärtliche Geste, sondern um eine blutige Angelegenheit.

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    um den **Gegner

    mundtot zu machen

    sind wir im Krieg?


    DieKruemi

    "Gegner" sind allgemein die anderen, die dasselbe wollen wie wir. Etwa den Fussballpokal. Oder die in der Diskussion eine andere Meinung haben, eben "gegen" uns sind.

    Beim Fußball gibt es klare Sieger und Verlierer, bei einer Diskussion gibt es lediglich unterschiedliche Meinungen, wobei es keine höhere Instanz gibt, die am Ende sagt, wer Recht hatte und den Sieger kürt.


    Da es keine Gewinner gibt, gibt es auch keine Gegner, sondern nur anders-Denkende. Ist ja nicht schlimm, oder?


    generell mag ich es nicht, wenn man anders-Denkende zum Start in eine Diskussion herabsetzt oder sich selbst als Missionar gegen den mainstream sieht.

    Zitat

    ob es für Einzelne noch möglich ist, eine Meinung gegen eine Mehrheit zu vertreten.

    natürlich, das passiert sogar jeden Tag.

    Zitat

    Und mich würde interessieren wer und welcher Kulturkreis das offensichtlich anders macht?

    In Deutschland (und vielleicht auch anderswo in Mitteleuropa) war es vor ca. 500 Jahren üblich, Säuglinge zur Beruhigung an den Genitalien zu "streicheln".


    Damals herrschten aber generell sowohl andere Vorstellungen von Intimsphäre als auch von "Kindheit". Kinder genossen kaum Schutz.


    Ich denke nicht, daß ein Kuß auf den Penis (wenn vom Kind gewollt!) für sich genommen sexueller Mißbrauch oder auch nur unanständig wäre. Aber ich halte es für gut, Kindern zu vermitteln, daß dieser Bereich "anders" ist. Denn es IST nun mal ein Unterschied, ob mich jemand, z.B. der Sportlehrer, am Arm oder an den Genitalien berührt. Und mir ist wichtig, daß meine Kinder wissen, daß eine Berührung im Intimbereich (abgesehen von hygienischen und medizinischen Notwendigkeiten) nichts "Normales", sondern etwas Besonderes ist, nämlich etwas Intimes.


    Trotzdem: In meinen Augen völlig plemplem, den Vater zu beschuldigen! Kinder kommen von selbst auf so was, das kann ich aus Erfahrung berichten. Wir erklären dann einfach freundlich, daß wir das nicht möchten (nicht "das gehört sich nicht", sondern "da mag ich das nicht, ich küsse dich lieber am Fuß, huaaaahh!!" – oder so), und gut ist es.

    Zitat

    In Deutschland (und vielleicht auch anderswo in Mitteleuropa) war es vor ca. 500 Jahren üblich, Säuglinge zur Beruhigung an den Genitalien zu "streicheln".


    devilindisguise

    Zitat

    Im Allgemeinen galt die Selbstbefriedigung als mäßig aufregendes Laster erwachsener Männer, welche, dem Herrn sei''s geklagt, zuweilen wie Onan ihren Samen vergeuden.


    Manche wurden sogar eigens frühzeitig in der rechten Technik geschult. In Frankreich etwa pflegten bis ins 17. Jahrhundert die Kindermädchen kleinen Knaben den Penis zu kitzeln, um sie ruhig zu halten. Selbst König Ludwig XIII. hatte als Knirps noch die bewährte Behandlung genossen, und sein Leibarzt ließ sich darüber ungescheut in der Öffentlichkeit aus.


    spiegel.de 10.04.2004

    Zitat

    Einige Stämme füttern ihre Kinder weiterhin von Mund zu Mund. Die Kinderfürsorge-Gewohnheiten der kriegerischen Yanomami in Venezuela muten einen Menschen aus dem Westen fremdartig an:


    Die Eltern »haben keine Scheu, den Penis ihres Jungen zu küssen oder daran zu saugen, um das Kind in eine bessere Stimmung zu versetzen«. Dieser Trick war offensichtlich bei den Gouvernanten des 19. Jahrhunderts sowohl in Europa als auch in Amerika wohlbekannt.


    Wirklich alles über den Kuss PDF

    Daß das zu anderen Zeiten üblich war, wäre nun also geklärt.


    Das beantwortet aber nicht die Frage, ob es hier und heute ratsam ist (oder jemals war). Immerhin fand man es früher auch ganz normal, Kinder mit Stöcken zu verprügeln, Vierjährige in Textilfabriken und Achtjährige in Bergwerken arbeiten zu lassen. Kinderschutz ist ein eher neuer Gedanke.


    Ich denke, wie gesagt, daß das Berühren der Genitalien an sich unbedingt schädlich war. Aber ich frage mich, wie man einerseits solche Bräuche praktizieren UND zugleich dem Kind vermitteln kann, daß es nicht o.k. ist, wenn ein Kind von Erwachsenen zu deren Befriedigung in den Schritt gegriffen wird. Die Kinder werden dann sehr wohl ein schlechtes Gefühl dabei haben (vorsichtig ausgedrückt), aber sie werden es nicht einzuordnen wissen.


    Ich sehe daher in der heute üblichen Ausklammerung der Genitalzone aus elterlichen Zärtlichkeiten keine unangemessene Tabuisierung von "kindlicher Sexualität" (ich glaube nicht, daß es so etwas überhaupt gibt). Sondern vielmehr eine angemessene Selbstbeschränkung der Erwachsenen zum Schutz der Kinder vor Sexualität, die nicht ihrem Entwicklungsstand entspricht.

    Zitat

    Beim Fußball gibt es klare Sieger und Verlierer, bei einer Diskussion gibt es lediglich unterschiedliche Meinungen, wobei es keine höhere Instanz gibt, die am Ende sagt, wer Recht hatte und den Sieger kürt.


    Da es keine Gewinner gibt, gibt es auch keine Gegner, sondern nur anders-Denkende. Ist ja nicht schlimm, oder?


    generell mag ich es nicht, wenn man anders-Denkende zum Start in eine Diskussion herabsetzt oder sich selbst als Missionar gegen den mainstream sieht.

    Laut Duden ist ein Gegner "jemand, der gegen eine Person oder Sache eingestellt ist" – damit also auch gegen die eigene Meinung ;-) Vollkommen passable Wortwahl also im Kontext einer Diskussion.

    Zitat

    Beim Fußball gibt es klare Sieger und Verlierer, bei einer Diskussion gibt es lediglich unterschiedliche Meinungen


    DieKruemi

    Aha, dann verstößt ein "Unentschieden" gegen diese Regel. Einen politischen Walkampf könnte man auch als Diskussion sehen (im Fernsehen zum Beispiel). Die Meinungen werden dann vom Wähler bewertet.

    Zitat

    Ich denke, wie gesagt, daß das Berühren der Genitalien an sich unbedingt schädlich war.


    devilindisguise

    Dachte ich auch als Kind beim onanieren. Aber die Hand ist nicht abgefallen und der prophezeite Wahnsinn trat deutlich später ein als befürchtet ]:D Aber ohne diese Lehrjahre hätte die Welt jetzt drei Menschen weniger.


    Inwiefern man Kleinkind-Berührungen als "Sex" definieren kann, ist mir unklar. Angeblich soll ja schon das Saugen an der Mutterbrust Lust auslosen – auf beiden Seiten. Ob nun Sex oder nicht, die "Verteufelung" von Körperteilen halte ich für falsch.

    Zitat

    Diskussion sehen (im Fernsehen zum Beispiel). Die Meinungen werden dann vom Wähler bewertet.

    Zitat

    Ich denke, wie gesagt, daß das Berühren der Genitalien an sich unbedingt schädlich war.


    devilindisguise

    Dachte ich auch als Kind beim onanieren. Aber die Hand ist nicht abgefallen und der prophezeite Wahnsinn trat deutlich später ein als befürchtet ]:D

    der Kontext läßt doch erkennen, dass devilindisguise in dem Satz das Wort "nicht" vergessen hat. Schreibfehler passieren nunmal......

    Zitat

    politischen Walkampf