• Konfliktlösung der Schulrektorin meiner Tochter fragwürdig?

    Ich möchte folgendes Geschehnis zur Diskussion stellen, bevor ich mich mit der Rektorin der Schule meiner Tochter in die Haare bekomme! Ein Junge aus der Klasse meiner Tochter (beide sind 10 Jahre alt) verhält sich wie der grösste Macho. Kein Mädchen ist sicher, seine Kussattacken sind gut bekannt, deswegen wurde auch schon viel diskutiert. In den…
  • 144 Antworten

    Der Faden ist für einen zweiten Versuch wieder geöffnet.


    In diesem Faden geht es um Kinder und ich weise erneut darauf hin, dass Ratschläge welche die Gewaltanwendung


    ( Backpfeife, Tritte in die Geschlechtsteile ect) gegen andere Menschen, in diesem Fall Kinder, beinhaltet nicht im Sinne unserer Forumsregeln sind.


    Ich bitte von gewaltverharmlosenden und gewaltbefürwortenden Beiträgen abzusehen, fair und sachlich zu bleiben.

    Dann würde ich gerne noch einen Beitrag hinzufügen, den ich bereits geschrieben hatte, bevor ich gemerkt habe, dass der Faden geschlossen wurde.




    "Gewalt ist das Problem, als dessen Lösung sie sich ausgibt."


    (Friedrich Hacker)

    Zitat

    Das Verhalten der Rektorin / Lehrerin ist suboptimal da stimme ich dir zu. Ich würde mit der Rektorin / Lehrerin sprechen und würde erwarten, dass sie eindeutig Stellung bezieht, dass das Verhalten des Schülers so nicht akzeptabel ist und auch verstehen, dass die Reaktion deiner Tochter (der Tritt) etwas kritisiert wird.

    Ich erkenne hier aus professioneller Sicht leider ein altbekanntes, klassisches Problem wieder:


    Der Lehrer/Schulleiter soll bei Schülerkonflikten die Position des Richters einnehmen, und doch bitte "Stellung beziehen" welches Kind in einem Konflikt die schwerere Schuld trägt, und/oder diese Abwägen.


    Im Idealfall sogar noch am Besten den "Haupttäter" proklamieren, anklagen und verurteilen.


    Auch Schüler verlangen dies übrigens gerne immer wieder... ;-)


    Dies ist jedoch nicht die Aufgabe der Pädagogen.


    Die erklärte und dem Amt innewohnene verantwortungsvolle Aufgabe ist der generelle Erziehungsauftrag. Und dieser hat die Entwicklung und Förderung aller SchülerInnen im Focus.


    Hierbei wird das Verhalten/die Entwicklung der jeweiligen Schüler gesondert betrachtet, und überlegt und geplant welche sozialen/personalen Fähigkeiten jeweils gefördert bzw. welche moralische/persönliche Entwickung hier positiv auf den Weg gebracht werden kann und sollte, und welche Maßnahmen hierzu möglich und sinnvoll sind.


    Und dies immer - ich betone IMMER - auf der Basis der Gewaltfreiheit!

    @ :)

    Zitat

    Dies ist jedoch nicht die Aufgabe der Pädagogen.

    Das sehe ich auch so. Eltern sind hauptverantwortlich für die Erziehung der Kinder. Lehrer, Rektoren (wie auch immer, es fängt ja schon im Kindergarten an), haben meiner Meinung eher eine "unterstützende Funktion". Sollte das Gespräch mit Eltern und Sohn nicht fruchten, müssen allerdings auch Konsequenzen seitens der Schule mit den Eltern (des Sohnes meine ich hierbei) erfolgen.

    In einem früheren Anmerkung hatte ich geschrieben: "Deine Tochter hat nichts falsch gemacht". Obwohl ich weiter zu dieser Ansicht neige, muss ich unbedingt dazufügen: falls alle anderen Mittel wirklich nicht möglich waren. Es sollte klar sein, dass vorher so einfache Mittel wie Weggehen, sich Losreißen, lautes Schreien etc. versucht werden sollte. Jeder, der hier schreibt - und das mag auch für viele andere Postings gelten - mag sein eigenes Kopfkino für diese Situation entwickeln und entsprechend reagieren.


    Falls die Rektorin den Eindruck gehabt hatte, dass das Mädchen überreagiert hat, so nach dem Motto "das ist die Chance, diesem Jungen eine reinzudonnern" dann hat sie nämlich recht gut reagiert (die Rektorin).


    Bei der Beurteilung der Situation wäre vielerlei noch wichtig: Wird gerade dieses Mädchen besonders oft bedrängt? Ist dem Jungen überhaupt klar, dass er übergriffig reagiert? Ist dem Mädchen klar, dass Tritte, egal wohin, grundsätzlich Tabu sind? Diese Dinge den Kinder zu vermitteln, wäre viel wichtiger, als die Situation im Nachhinein zu erforschen wollen.

    Zu meiner Zeit gab es übrigens bei immer wieder auffäligen Schülern eine Klassenkonferenz. Die unterrichteten Lehrer des Schülers setzen sich gemeinsam an einen Tisch, um über die Aufälligkeiten zu sprechen. Anschließend wurden die Eltern involviert bzw. diese wurde bereits durch den "blauen Brief" vorab informiert.

    Zitat

    Ich erkenne hier aus professioneller Sicht leider ein altbekanntes, klassisches Problem wieder:


    Der Lehrer/Schulleiter soll bei Schülerkonflikten die Position des Richters einnehmen, und doch bitte "Stellung beziehen" welches Kind in einem Konflikt die schwerere Schuld trägt, und/oder diese Abwägen.

    So war das aber gar nicht gemeint... ":/


    Ich wollte damit ausdrücken, dass ich als Elternteil erwarte, dass die Eltern und Lehrer Stellung beziehen, dass sie - nach ihren Möglichkeiten - das Verhalten des anderen Schülers nicht einfach tolerieren. Dass sie aber auch klar machen, dass die Gewaltanwendung der Tochter abgelehnt wird.


    Es ging mir nicht um Schuld und Hauptschuld oder Richter, aber wenn ich als Elternteil mein Kind in der Schule abgebe will ich garantiert sichergestellt haben, dass die Schule alles in ihrer Macht stehende unternimmt, dass meine Tochter keine ungewollten Küsse aufgedrückt bekommt und es nicht einfach mit einem "Das sind halt Kinder, das ist doch nicht so schlimm. Jetzt sagen beide Entschuldigung und dann haben wir uns alle wieder lieb." abtut, wenn bekannt ist, dass diese Vorfälle regelmäßig passieren.

    Zitat

    In einem früheren Anmerkung hatte ich geschrieben: "Deine Tochter hat nichts falsch gemacht". Obwohl ich weiter zu dieser Ansicht neige, muss ich unbedingt dazufügen: falls alle anderen Mittel wirklich nicht möglich waren.

    Ich will es mal so sagen, die Tochter hat aus dem Grunde nichts falsch gemacht, WEIL die Mutter ihr diesen "Tipp" gegeben hat. Der Ratschlag der Mutter an sich war schlichtweg falsch. Das Kind ist sich eventuell gar nicht bewusst, welche "Möglichkeiten" es zur Konfliktlösung gibt. Wenn es schon so oft vorgekommen ist, frage ich mich natürlich, warum man als Lehrer kein Auge auf den Jungen hat.Nein, man kann sich nicht um alle Schüler gleich gut kümmern, aber Ausnahmefälle sollte man schon besonders beachten.

    Zitat

    dass das wie das schubsen von mädchen, die man mag ist

    Schwachsinn!!! Ich würde meiner Tochter sicherlich nicht erzählen, das sein Junge der sich ihr gegenüber gewalttätig nähert, sie mag.


    Das ist der erste Stein um sich später alles gefallen zu lassen. Und der Einstig in späteres Zulassen von gewalttaten.


    WEIl "Der mag mich ja sonst würde er mir nicht weh tun".


    Mein Sohn würde ich die Ohren langziehen und gewaltigen Einlauf verpassen (umgangssprachlich gemeint), würde ich merken, dass er sich übergriffig anderen Mädchen gegenüber verhält.

    Zitat

    aber unter kindern zur Verteidigung ist so ein tritt unangemessen

    Was wäre denn angemessen?


    "NEIN" sagen hat ja wohl nicht geholfen.

    Zitat

    Meines Erachtens sollten Mädchen (und auch Jungs) schon früh darüber informiert sein, dass - mal davon abgesehen dass körperliche Gewalt generell nicht toleriert wird - ein Tritt in die Hoden eines Jungen neben starken Schmerzen auch zu nachhaltigen Schäden führen kann, und deshalb absolut inakzeptabel ist.

    Meines Erachtens nach ist es absolut inakzeptabel, dass ein Junge ein Mädchen gegen seinen Willen küsst und das dass tolerieren dieser Situation durch Erwachsen (Ist ja nicht so schlimm, da von stirbt ja keiner) in einer Spirale führen kann die eine Frau dazu bringt Gewalt an sich zuzulassen.


    Und auch das ist einem Jungen begreiflich zu machen.

    Zitat

    Das heißt du erziehst deine Tochter da zur Gewalt. Kann man machen... ich würde mich aber nicht wundern wenn deine Tochter dann irgendwann mal mit einer gebrochenen Nase nach hause kommt und dir mitteilt dass dein Vorschlag ziemlich bescheuert gewesen ist.

    Lieber ne gebrochen Nase, als vergewaltigt.


    Meine Tochter wird übrigens sobald es altersmäßig möglich ist Judo machen.


    Ich habe kein Lust sie irgendwann im Krankenhaus vergewaltig und verprügelt zu sehen.


    Abgesehen davon ist es mal wieder für unsere Gesellschaft typisch, dass ich mehr übe den Tritt aufgeregt wird (sei er jetzt auch evtl. unangemessen) als über den Junger der die Mädchen küsste.


    "Weil er Bock dazu hat und die es ja auch mögen"


    Da sind die Weichen ja gestellt für die Zukunft. Bravo. Ein Hoch auf den Täterschutz.

    @white magic... na dann wird der Faden wohl wieder geschlossen...find das Thema nämlich sehr interessant.

    Zitat

    Lieber ne gebrochen Nase, als vergewaltigt.

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen.


    Ich find es total verkehrt, einem Kind Dinge "beizubringen" (der Tipp des Tretens), die im späteren Leben NICHT hilfreich sind. Es geht hier um keine Notwehrsituation und auch nicht um zwei Erwachsene. Es geht um zwei Kinder! Das rechtfertigt natürlich NICHT das falsche Verhalten des Jungen.

    Zitat

    Da sind die Weichen ja gestellt für die Zukunft. Bravo. Ein Hoch auf den Täterschutz.

    Was für ein Blödsinn...Warst du schonmal auf einem Schulhof??? Da gibt es fast täglich Rangeleien. Laut deiner Schlussfolgerung haben wir ja nur noch "Täter".


    Wenn Erwachsene so überspitzt reagieren, WAS soll man da den Kindern beibringen?


    Meine Eltern haben mir nicht 1x den Ratschlag gegeben jem. eins auf die Nase zu hauen. Und wenn ich mich als kleines Mädchen mal mit Tritten gewehrt haben soll (kam bestimmt mal vor), bekam ich den Tipp mit Sicherheit NICHT von den Eltern.

    aus dem gesamten kontext gerissen, steht da ein teil einer aussage von mir, der so natürlich einen ganz anderen subtext zugeordnet bekommen soll.


    nein, das soll man nicht dem mädel erzählen und nein, das mädchen soll sich auch nicht alles gefallen lassen.


    wie ich vorgehen würde, wäre es meine tocher ,hab ich ja durchaus in dem einen oder anderen beitrag in diesem faden dargestellt.


    dieser passus war darauf bezogen, dass ich bei einem kind in diesem alter unvermögen unterstelle, sich mädchen, die ja bis gerade eben noch ihhh und bähhh waren, in vernünftiger art und weise zu nähern. und dass ich es vom ersten gefühl her da einordnen würde, wo ich auch einordne, wie bei uns damals jungs auf den oberarm geboxt haben, gekniffen oder gerempelt - weil sie nicht wussten, wie mans schlau anstellt.


    und das sollte dem jungen von seinen eltern klargemacht werden. seine derzeitige art geht nicht und da muss sich was ändern, gleichzeitig muss er aber auch irgendwie gezeigt bekommen, wie es geht.

    Zitat

    Meine Tochter wird übrigens sobald es altersmäßig möglich ist Judo machen.

    Und?? Judo ist eine SELBSTVERTEIDUGUNGSART und kein Freifahrtsschein jemanden einen auf die Glocke zu hauen.


    Hauptsache deine Tochter weiß dann auch, wann sie sinnvoll Judo einsetzen darf

    Das unterschreib ich jetzt mal so White, auch wenn du manche Sachen bisschen krass ausgedrückt hast ;-) :)^


    Mal ganz ehrlich, hätte das Mädel nicht zugetreten,sondern dem Jungen auf die Nase gehauen, würden sich hier weniger aufregen (und auch Nasen können ausversehen brechen)....Worauf soll sie warten, wenn er ein eindeutiges und wiederholtes NEIN (ist ja nun nicht das erste Mal) nicht verstehen will?


    Und der TE vorwerfen,sie erzieht ihr Kind zur Gewalt, find ich schon derbe. Ich denke eher, das es in dem Gespräch mit ihrer Tochter darum ging, falls sich mal ein Mann ihr nähert, sie da vll mit einem beherzten Tritt aus der Nummer wieder rauskommt (als Kind gegen einen Mann hat man ja nicht so viele Möglichkeiten vom Kräfteverhältniss) . Ich glaube die TE hat nicht im Traum daran gedacht, das es einen Mitschüler treffen könnte.


    Und was die Schule angeht, vonwegen,die seien keine Richter bla bla....Wenn ich mein Kind in die Obhut der Schule gebe und dann passieren Übergriffe welcher Art auch immer, dann erwarte ich, das die Schule sowas auch klärt, Punkt! Wenn irgendwas zu Hause passiert, dann kann ich die Dinge klären, aber was in der Schule passiert, sollte auch dort geklärt werden! Früher gabs nen blauen Brief, die Eltern wurden in die Schule zitiert, es wurden Gespräche geführt und das ganze auch vor der gesammten Klasse besprochen (so richtig oberpeinlich für den Jungen,aber sowas wirkt oft). Aber heutzutage will man ja lieber möglichst wenig anecken...dann lieber auf "ach war doch nicht so schlimm" machen.

    Mal eine andere frage an die te....


    Sie sind jetzt in der 4. Klasse. Gehen sie ab 5. Klasse auf gymnasium etc? Vielleicht kann man die beiden dann irgendwie trennen.


    Ich sage nicht dass das die lösung des problemes des jungen ist...aber deine tochter wäre ihn los. Und in erster linie bist du deiner tochter gegenüber verpflichtet.


    Ansonsten bitte rede wirklich nochmal mit den eltern des jungen, der klasse Lehrerin und was es sonst noch so gibt.


    Dafür muss doch eine lösung da sein.


    Kann man ihn oder deine tochter nicht die klasse wechseln lassen? Das wäre ein deutliches zeichen und Möglichkeit aus dem weg zu gehen.


    Auch ein selbstverteidigungskurs wäre gut. Da lernt man auch sich zu verteidigen ohne den gegner schwer zu verletzen.

    Zitat

    Mal ganz ehrlich, hätte das Mädel nicht zugetreten,sondern dem Jungen auf die Nase gehauen, würden sich hier weniger aufregen

    Zitat

    Da sind die Weichen ja gestellt für die Zukunft. Bravo. Ein Hoch auf den Täterschutz.

    Das hast du aus dem Zusammenhang gerissen.


    Es ging darum, dass hier Aussagen laut wurden wie "Ist doch nicht so schlimm mit dem Kuss, davon ist noch keiner gestorben" und darauf wurde nicht eingegangen.


    Ja ich bin regelmäßig auf dem Schulhof, da mein Sohn in die erste Klasse geht und ja auch ich bekommen Rangeleien mit und ja auch ich rede mit meinem Sohn darüber.


    Klar ist ein tritt in die Weichteilen beschissen und sollte nicht das mittel der Wahl sein: Aber das Kind (egal ob Mädchen oder Junge) darf sich wehren und im Notfall auch körperlich. Ich hab meinem Sohn gesagt, das sich immer hinter ihm stehen werden, wenn er sich wehrt und dadurch Ärger bekommt.

    Zitat

    dieser passus war darauf bezogen, dass ich bei einem kind in diesem alter unvermögen unterstelle, sich mädchen, die ja bis gerade eben noch ihhh und bähhh waren, in vernünftiger art und weise zu nähern. und dass ich es vom ersten gefühl her da einordnen würde, wo ich auch einordne, wie bei uns damals jungs auf den oberarm geboxt haben, gekniffen oder gerempelt - weil sie nicht wussten, wie mans schlau anstellt.

    Komische Kinder die sich mit Gewalt näher müssen. Mein Sohn weiß, dass man mit Mädchen reden kann und hat (meine Wissens nach) noch kein Mädchen geschubst oder geschlagen um mit ihm in Kontakt zu treten. Wurde bei uns in der Schule auch nicht gemacht. Kann ich mich nicht daran erinnern.

    Zitat

    Und?? Judo ist eine SELBSTVERTEIDUGUNGSART und kein Freifahrtsschein jemanden einen auf die Glocke zu hauen.


    Hauptsache deine Tochter weiß dann auch, wann sie sinnvoll Judo einsetzen //darf

    Weiß ich, darum soll sie es lerne, wann welche Mittel adäquat sind. Ich erziehe meine Kinder nicht zu Raufbolden, sondern zu Menschen die sich eben gegen diese Raufbolde wehren können. Und nicht noch die andere Wange hinhalten, nur weil Mama gesagt hat "Nicht zurückhauen".