• Konfliktlösung der Schulrektorin meiner Tochter fragwürdig?

    Ich möchte folgendes Geschehnis zur Diskussion stellen, bevor ich mich mit der Rektorin der Schule meiner Tochter in die Haare bekomme! Ein Junge aus der Klasse meiner Tochter (beide sind 10 Jahre alt) verhält sich wie der grösste Macho. Kein Mädchen ist sicher, seine Kussattacken sind gut bekannt, deswegen wurde auch schon viel diskutiert. In den…
  • 144 Antworten

    Ich empfehle folgenden passenden Film dazu (absolut unterhaltsam):


    Der Gott des Gemetzels


    Kurzbeschreibung




    Zwei Elfjährige prügeln sich auf einem Spielplatz. Dabei werden einem der beiden Jungen die Zähne ausgeschlagen. Die Eltern des "Opfers", Penelope und Michael, haben die Eltern des "Übeltäters", Nancy und Alan, eingeladen, um den Vorfall wie vernünftige Menschen zu klären. Was als friedlicher Austausch über Zivilisation, Gewalt und Grenzen der Verantwortlichkeit beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem Streit voller Widersprüche und grotesker Vorurteile. Und schließlich platzt die dünne Haut der bürgerlichen Kultiviertheit auf: Vier Erwachsene geraten aus der Fassung. Brutal und rücksichtslos werden Normen und Regeln gebrochen, provoziert und schließlich wird deutlich, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten. Auf dem Schlachtfeld dieser Tragikomödie versinkt am Ende nicht nur ein Handy in der Tulpenvase...


    https://www.youtube.com/watch?v=Jc4Hm968rVs

    @ Userin1982

    Zitat

    Und Tatvorwurf wäre dann sexuelle Belästigung?


    Das wird ja immer lächerlicher...

    Seit wann ist jemand unter 14 Jahren strafmündig? Das kannst du dir ja wohl selbst beantworten. Die zivilrechtliche Deliktsfähigkeit greift aber früher, wobei die Verantwortlichkeit allerdings an die Einsichtsfähigkeit des Handelnden geknüpft ist. Noch mal: Es geht hier um theoretisch bestehende, in der Praxis aber ziemlich absurde Ansprüche.


    Und nein, ich bin kein Jurist, sondern habe Verwaltungswissenschaften studiert.

    Plötzlich muss noch der internationale Gerichtshof in Den Haag an den Fall ran ;-D


    Ich hatte als 8-jährige auch mal einen in der Klasse, der jedem Mädchen entweder an den Po gefasst hat oder in den Schritt. Man konnte dem noch lange mitteilen, dass man das nicht möchte und er aufhören soll. Das hat alles nichts genützt... Schlussendlich suchte meine Mama und die Mama meiner besten Freundin über die Schulleitung den Kontakt zur Mutter von dem Jungen und es stellte sich heraus, dass der ADHS hatte und er dadurch so aufgedreht war, dass er das irgendwie damit kompensierte weil die "Ausraster" der Mädchen seine Energie befeuerten und es für ihn witzig war...


    Seine Mutter hat dann mit ihm geredet, er entschuldigte sich bei uns Mädchen und hat nie wieder etwas dergleichen gemacht.

    Als junges Mädchen hatte ich genau dasselbe Problem in der Grundschule. Da gab es einen Jungen eine Klasse über mir, der gegenüber mir (allerdings nur mir) deutlich körperlich übergriffig wurde. Ich war in der 3. Klasse, also etwa 9 oder 10 Jahre alt und er dank Sitzenbleibens 12.


    Weder endlose Gespräche mit der Schule (Klassenlehrer, Leitung, Klassenkonferenz), noch der Versuch, mit den Eltern zu reden brachte etwas. Ich hab mich allerdings nie körperlich gewehrt, was über wegdrücken oder -schubsen des Jungen hinaus ging.


    Hab mich einfach nie getraut (was mir übrigens auch als Erwachsene noch zum Verhängnis wurde), weil bei mir als Mädchen davon ausgegangen wurde, ich wäre ja die "Vernünftigere". Und auch wie hier so oft gebetsmühlenartig gepredigt wurde, dass man ja erst einmal den gewaltlosen Konflikt suchen solle.


    Eines Tages ging es so weit, dass er mich nicht nur körperlich anging, sondern zusätzlich versuchte, mir mein Fahrrad zu klauen. Das war allerdings nach der Schule nachmittags auf dem Spielplatz. Er war noch mit 2 anderen Jungs dort, ich wollte friedlich vorbei radeln. Er kam auf mich zu und blödelte wie immer rum, ich wollte einfach nur weg, wusste ja vorher nicht, dass er da war, sonst hätte ich den Spielplatz gemieden! (Ja, ich war soweit, mich einzuschränken und jegliches Aufeinandertreffen zu vermeiden. Heute als Erwachsene denke ich mir immer noch, wie man Kindern so einen Blödsinn beibringen kann! Aber es wurde so von der Schule und von meinen Eltern gepredigt ...)


    Er steckte mir dann einen Stock in den Reifen, ich knallte vom Fahrrad und er setzte sich drauf und radelte davon. Seine Kumpels gröhlend und feixend hinterher. Leider war dort sonst niemand, ich war ganz alleine gegen die 3 größeren Jungs. Humpelnd und heulend bin ich dann hinterher, wurde irgendwann richtig wütend, nahm Anlauf und zog den ... von meinem Rad. Schwang mich drauf, kümmerte mich um nix mehr und bin schnell nachhause.


    Meine Eltern waren da, haben sich um mich gekümmert und mein Papa hat sich am nächsten Tag sogar extra frei genommen und ist zur Schule gekommen. Ohne dass ich es vorher wusste.


    Hat sich nach der Schule (ich war leider nicht dabei) den Typen vorgenommen und ihn zusammen geschissen. Nur mit Worten, er erzählte nachher, er habe sich echt zusammen reißen müssen, weil der natürlich auch ihm gegenüber frech wurde und meinen Vater treten wollte.


    Ende vom Lied: Der ließ mich danach in Ruhe!!!


    Und das war das Wichtigste und einzige, was uns in dem Fall interessierte. Gab zwar dann noch Stress in der Schule, das hatten welche mitbekommen und erzählt. Mein Dad musste zur Rektorin, ich wurde das 1. Mal vernünftig und aufmerksam zu den vorhergehenden Ereignissen befragt und mein Dad kam mit Hausverbot ( ]:D ) der Schule und einem Du, Du, Du davon.


    (Was übrigens krass ist: Der Junge hat als Erwachsener eine ganz üble Drogen"karriere" hingelegt mit allem Drum und Dran. Leider war zu der Zeit meine damalige beste Freundin mit ihm zusammen, die zog er mit runter und ich hatte durch sie halt nochmal kurz Kontakt zu ihm. Seine Mutter arbeitete in einem Laufhaus und meine Freundin bekam dort einen "Job", damit sie seine Sucht finanzieren konnte. Sie rutschte mit ab und wurde auch Heroin-süchtig, da hab ich irgendwann den Kontakt aus Selbstschutz abgebrochen. Was heute aus beiden geworden ist, weiß ich nicht ... ":/ )


    Mein Fazit:


    Weiterhin versuchen, den Konflikt offen zu lösen. Zusätzlich, falls sie das auch möchte, einen Selbstverteidigungskurs für sie! Dort würde sie lernen, solche Situationen einzuschätzen, sich körperlich angemessen zu wehren und der in meinen Augen wichtigste Punkt: Selbstvertrauen lernen! Selbst auf sich alleine vertrauen können oder eben wenn möglich auch Hilfe einzufordern! Oder sich verteidigen zu können!


    Hilft auch bei vielen jungen Mädchen bei der Entwicklung, gerade weil man nicht mehr das "hilflose, kleine Mädchen" ist.


    Hätte ich mir im Nachhinein wirklich gewünscht. @:)

    Ich hab das Gefühl, dass manche ihre privaten Erfahrungen miteinfließen lassen und das nicht objektiv betrachten können.


    Die Situation weiter eskalieren zu lassen, bringt keinem etwas. Mein Rat wäre hier (wie schon mehrmals von mir erwähnt), die Eltern zu informieren, die sind nunmal die Erziehungsberechtigten.

    Zitat

    in der Praxis aber ziemlich absurde Ansprüche.

    absurd ist es sogar in der Theorie...der Gedanke ist für mich so weit entfernt, dass ich nicht mal mit viel Fantasie auf sowas komme...

    @ Userin1982

    Zitat

    absurd ist es sogar in der Theorie...der Gedanke ist für mich so weit entfernt, dass ich nicht mal mit viel Fantasie auf sowas komme...

    Aha. Hast du dafür auch eine sachliche Begründung oder ist dein Vorstellungsvermögen die einzige Instanz, auf die du dich berufst?

    @walkingghost Offensichtlich sehe ich das nicht als Einzige überzogen.


    Einen Anwalt einzuschalten (Presse hab ich hier auch schon gelesen) ist absolut fehl am Platz. Konflikte bekämpft man für gewöhnlich im Ursprung, auch wenn viele Menschen dazu nicht mehr in der Lage sind. Der Anwalt ändert am Verhalten des Jungen mal gar nichts.


    Wenn ich bei jedem Konflikt zum Anwalt rennen würde, nimmt man die Person eigentlich noch ernst? Zeugt für mich von sozialer Inkompetenz, wenn man Dinge nicht eigenständig klären kann. Und es geht hier nicht um einen Straftatbestand.


    Meine Eltern haben immer gesagt, "das klären die Kinder untereinander". in den meisten Fällen ist das auch korrekt. Denn als Kind lernt man sich durchzusetzen, Grenzen auszutesten usw. Wieviele Rangeleien bekommen Eltern überhaupt mit? Die wenigsten...


    Im Alltag löse ich Probleme übrigens auch damit, dass ich Personen direkt anspreche und nicht über Dritte.

    @ Userin1982

    Zitat

    Offensichtlich sehe ich das nicht als Einzige überzogen.

    Vielleicht solltest du einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass ich für meine Aussagen Einiges an Einschränkungen getroffen habe.

    Zitat

    Einen Anwalt einzuschalten (Presse hab ich hier auch schon gelesen) ist absolut fehl am Platz. Konflikte bekämpft man für gewöhnlich im Ursprung, auch wenn viele Menschen dazu nicht mehr in der Lage sind. Der Anwalt ändert am Verhalten des Jungen mal gar nichts.


    Wenn ich bei jedem Konflikt zum Anwalt rennen würde, nimmt man die Person eigentlich noch ernst?

    Das ein Anwaltsschreiben nichts direkt am Verhalten eines 10jährigen ändert, sollte eigentlich klar sein. Letztlich ist es davon abhängig, ob man mit den Eltern auch auf anderem Wege reden kann, und dann muss jeder für sich selbst abwägen, inwieweit sich so eine Klinge mit der Zeit abnutzt, wenn Androhungen keine Konsequenzen folgen.


    Eine Möglichkeit gäbe es noch: Die Eltern kollektiv zum Elternabend bloßstellen.

    Zitat

    Zeugt für mich von sozialer Inkompetenz, wenn man Dinge nicht eigenständig klären kann. Und es geht hier nicht um einen Straftatbestand.


    Meine Eltern haben immer gesagt, "das klären die Kinder untereinander". in den meisten Fällen ist das auch korrekt. Denn als Kind lernt man sich durchzusetzen, Grenzen auszutesten usw. Wieviele Rangeleien bekommen Eltern überhaupt mit? Die wenigsten...

    Du glaubst nicht, was es teilweise für gestörte Kinder und Jugendliche gibt. Im Extremfall (den ich hier allerdings noch nicht sehe) kann man das nicht mehr untereinander klären. Da hilft nur noch die Meldung beim Jugendamt. In dem Fall ist es schon ein Problem, dass die Schule zwei vollkommen unterschiedliche Sachverhalte gleich gewichtet und beide Schüler auf gleiche Weise ermahnt?. Was hat das bitte für einen pädagogischen Effekt? Es gab hier übrigens kürzlich einen ähnlichen Thread, in dem es um handfeste Körperverletzung ging. Dort waren diese ganzen Schritte auch praktisch nicht mehr ganz so abwegig.

    Ganz ehrlich, wenn außer der Ohrfeige keiner was gesehen hat (kommt vor, wenn vielleicht noch 200 andere Kinder zu beaufsichtigen sind... unfassbar aber war...), dann kann man eben nicht viel machen. Weil auch nicht alles stimmt, was die Kinder erzählen. Ist denn das mit den Kussattacken generell schon bekannt? Wenn nicht, dann kann man jetzt wegen einer Sache kein so riesen Fass aufmachen, weil das logischerweise niemand versteht, der nicht weiß, dass das Problem schon länger besteht. Also ich würde erstmal das Gespräch suchen und die Schule erstmal darüber informieren, warum es zu dem Tritt in die Eier kam, wie lange das Problem schon besteht und wer noch so alles betroffen ist (also ggf. mehrere Eltern zusammen zur Schule gehen).


    Das was hier passiert ist, sieht nach einer Reaktion auf die KONKRETE Situation aus: eine Ohrfeige wurde beobachtet, davor kam es (vermutlich wird das der Junge gesagt haben) zum Tritt in die Eier und beide wurden entsprechend aufgefordert sich zu entschuldigen, was eine völlig angemesse Reaktion ist, da sich jeden Tag und jede Pause irgendwelche Kinder schlagen, es ist also für sich betrachtet erstmal wirklich kein großes Ding.

    Zitat

    Eine Möglichkeit gäbe es noch: Die Eltern kollektiv zum Elternabend bloßstellen.

    Um Himmels Willen. %:|


    Deine persönliche moralische und ethische Entwicklung steckt anscheinend noch tief in den Kinderschuhen.


    Bei dem Gedanken, dass Du auf dieser Basis selbst Kinder prägst und erziehst, Ihnen als Vorbild dienst, wird mir ganz traurig zu Mute.


    :°(

    @ Sheilagh

    Zitat

    Um Himmels Willen. %:|


    Deine persönliche moralische und ethische Entwicklung steckt anscheinend noch tief in den Kinderschuhen.

    Au ja, deswegen wirst du jetzt gleich beleidigend. Das verträgt sich inwiefern miteinander?


    Wie ich weiter oben geschrieben habe: Es hängt von der Einsicht der Eltern ab. Wenn die vorhanden ist, kann man alles auf direktem Wege klären. Wenn es sich aber um Assi-Eltern handelt, deren Kind an nichts schuld und sowieso ein verkanntes Genie ist (neuerdings sind alle hochbegabt, wie du weißt), dann bietet es sich vielleicht schon an, wenn ein betroffener Elternteil nach dem anderen die gleiche Erfahrung zum Elternabend schildert.

    Zitat

    Bei dem Gedanken, dass Du auf dieser Basis selbst Kinder prägst und erziehst, Ihnen als Vorbild dienst, wird mir ganz traurig zu Mute.


    :°(

    Dahingehend kann ich dich beruhigen. Es besteht weder die Absicht noch die Möglichkeit dazu. Davon abgesehen komme ich mit Kindern (auf eine etwas unbeholfene Art und Weise) gut klar.

    Zitat

    Eine Möglichkeit gäbe es noch: Die Eltern kollektiv zum Elternabend bloßstellen.

    Du bist wahrlich Meister der Deeskalation. %:|

    Zitat

    Im Extremfall (den ich hier allerdings noch nicht sehe)

    Mein Vorschlag: Bleib doch einfach mal bei dem, was hier ursprünglich gegeben wurde. Hier hat jemand eine Frage zu einem bestimmten Sachverhalt gestellt, um ein bisschen klarer zu sehen und sich Meinungen einzuholen. Merkst du eigentlich gar nicht, wie sehr du fast jeden Faden, in dem du dich beteiligst, zum Zweck der eigenen Selbstdarstellung kaperst und dabei immer wieder aneckst und die Themen zum Explodieren bringst? :(v

    WalkingGhost, ich würde dich einfach nur bitten an dieser Stelle das eigentliche Anliegen der TE im Auge zu behalten und nicht von Extremfällen auszugehen, die du hier selbst gar nicht gegeben siehst.

    @ katiafox

    Zitat

    WalkingGhost, ich würde dich einfach nur bitten an dieser Stelle das eigentliche Anliegen der TE im Auge zu behalten und nicht von Extremfällen auszugehen, die du hier selbst gar nicht gegeben siehst.

    Falls es dir entgangen ist, bin ich relativ schnell auf einen Minimalkonsens (hoffentlich) zurückgerudert, und zwar bis zu dem Punkt, dass solche Schritte nur in der Theorie in Betracht kommen, solange es sich nicht um einen solchen Extremfall handelt. Auch bei allem anderen darf man wohl als selbstverständlich voraussetzen, dass zunächst alle milderen Mittel ausgeschöpft werden, also direkte Gespräche statt Vorschlaghammer. Es geht hier nicht darum, irgendwelche Threads zu schreddern, aber dann muss auch von beiden Seiten irgendwann mal Ruhe sein.


    Noch was: Die Idee, als Elternteil den fremden Schüler selbst zur Rede zu stellen, ist übrigens auch nicht weniger problematisch. Kann voll nach hinten losgehen, insbesondere, wenn man keine Zeugen kann.

    Mehrere OT und beleidingende Beiträge gelöscht.


    Ich bitte die Diskussionsteilnehmer beim Thema zu bleiben.


    Persönliche Animositäten können auch per PN ausgetragen werden.