Mehr Geduld fürs Kind in schwierigen Situationen - wie gelingts?

    Liebe Mamas und Papas!


    Nachdem ich meinem Dreijährigen gegenüber heute leider wiedermal ziemlich laut geworden bin verfolgen mich den ganzen Tag schon zwei Fragen:

    - was kann ich tun, um solche Situationen zu entschärfen oder es gar nicht erst so weit kommen zu lassen?

    - wo ist die Grenze zwischen "das Kind ernst nehmen, es sehen und auf Augenhöhe bleiben" und " sich auf der Nase herumtanzen lassen"?


    Die Situation heute war Folgende: nach dem Frühstück gehen wir immer ins Bad, Hände waschen, anziehen, Zähne putzen und dann los zum Kindergarten.

    Der Kleine trödelt wie üblich, und möchte dann nach dem Händewaschen in sein Zimmer, um sich dort anzuziehen. Ich sage ihm, dass wir ihn erst fertig richten. Er will nicht, fängt an zu weinen. Ich versuche zu beschwichtigen, er schreit und haut mich. Daraufhin verlasse ich mit Ankündigung das Badezimmer, denn schlagen lasse ich nich nicht.

    Nach einigen diplomatischen Versuchen ist mir dann der Kragen geplatzt und ich habe ihn ziemlich laut angefahren, er soll sich jetzt zusammenreissen, wir ziehen ihn nur an und das sei kein Grund für so ein Theater....

    Bis wir schließlich das Haus verlassen haben gabs noch 4x Situationen mit viel Tränen seinerseits. Wenn die Stimmung einmal gekippt ist fällt es ihm so schwer, wieder ins Lot zu kommen.


    Ich schäme mich jedesmal hinterher, weil ich a) meinen Schatz niemals anschreien wollte und b) es die Situation ja nur noch schlimmer macht. Damit ist ja keinem geholfen, ausser, dass wir uns beide schlecht fühlen.


    Meist passiert es mir, wenn wir so wie heute unter Zeitdruck stehen (Kindergartenausflug, da mussten wir pünktlich sein). Und wir sind schon extra früher aufgestanden.....


    Oder wenn er den xten Wutanfall des Tages hat und mir allmählich die Geduld ausgeht.....


    Das Spiel geht ja dann munter weiter; er möchte nicht alleine ins Auto einsteigen, hebe ich ihn dann hoch brüllt er, er möchte aber selbst in den Sitz klettern....etc. Es gibt viele solcher Situationen am Tag in denen er sich oft umentscheidet. Wenn ich Zeit und Nerven habe spiele ich das Spiel mit, aber eben nicht immer. Verwirrt ihn das?


    Mein Vater meint, wir würden viel zu viel tamtam machen, wenn er nicht gleich einsteigt wird er einfach ins Auto gehoben und angeschnallt, fertig. Er würde schon auch wieder aufhören zu brüllen.

    Meine Mutter hingegen sagt, wir sollen nicht körperlich werden, sondern ihm viel Mitspracherecht und Entscheidungsgewalt geben. Eben mehr Zeit einplanen und ihn nicht ohnmächtig in solch einer Situation zurück lassen. Er bräuchte das Gefühl, dass er gesehen wird und kein Machtkampf stattfindet.


    Was stimmt denn nun? Gibts hier nur schwarz oder weiss? Spielt ihr die "Spielchen" eurer Kinder mit? Wie gelingt es euch ruhig zu bleiben?

    Wo setzt ihr Grenzen?

    Wie kann ich besser "gewaltfrei"kommunizieren (also ich werde nicht handgreiflich nur eben ab und zu laut, was ich schlimm genug finde🙈).


    Ich bin über einen regen Austausch gespannt!!!

  • 165 Antworten

    Ich kann dich so gut verstehen... ich musste heute auch energischer werden und hab dann immer ein schlechtes Gefühl. Aber wir sind auch nur Menschen, unsere Geduld ist auch mal erschöpft.

    Wir fahren hier in der Regel ganz gut, wenn ich kurz innehalte und überlege, ob das jetzt wirklich so irrsinnig wichtig ist, dass wir gewisse Dinge so und so machen, nur weil ich es nun so mag. Uns hilft es oft Kompromisse zu schließen - zB: es gibt Theater beim Anziehen, eigentlich will gespielt werden. Wir haben aber gar keine Zeit. Manchmal setz ich mich dann einfach nur ne Minute mit Wecker zu ihm (kündige es an), wir spielen die Minute und danach wird angezogen. Klappt sehr gut! Vor allem, wenn ich auch noch seine Wünsche formuliere. Da merke ich direkt, dass er sich verstanden fühlt und das erleichtert die Situationen deutlich.

    Und „Spielchen“ mach ich 1x mit. Wenn ich merke, dass es ein hin und her wird bzgl in den Autositz sitzen, dann sag ich, dass er sich nun entscheiden muss, wie es gemacht wird. Meist helfen solche Ansagen auch.

    schwieriges Thema - allgemein beobachte ich auch und das klingt sehr altmodisch, dass Kinder nicht mehr einfach mal hören können. Klar soll das Kind ernstgenommen werden , klar soll man ihm erklären wieso, weshalb, warum , aber auch wenn man daas macht, es macht es nicht besser, es funktioniert oft nicht.


    Ich glaube die Kleinen sind bei soviel Mitspracherecht einfach überfodert. Sie kommen aus dem kämpfen manchmal gar nicht mehr raus, weil sie ja alles mitentscheiden dürfen.


    Klare Regeln, die auch eingehalten werden würde den Kindern manches erleichtern, denke ich oft.


    Im konkreten Fall: "nein wir ziehen uns wie immer hier im Bad an" - "wenn du dich nicht hinsetzt in den Sitz, dann setze ich dich rein". und eben schon beim 1. mal und nicht erst nach mehrmaligem hin und her , das nervt natürlich und klar fehlen dann manchmal die Nerven um ruhig zu bleiben.


    Oft sehe ich, wie die Mütter auch völlig entkräftet sin von der ganzen Kämpferei mit ihren Kleinen und in Gefahrenssituationen wird es dann gefährlich. Wenn ein Kind draußen auf die Straße zu laufen und halt gerufen wird und das Kind eben nicht stehen bleib . Das meine ich mit: einfach mal hören können, was ein Erwachsener sagt.

    Smilli2 schrieb:

    Ich kann dich so gut verstehen... ich musste heute auch energischer werden und hab dann immer ein schlechtes Gefühl. Aber wir sind auch nur Menschen, unsere Geduld ist auch mal erschöpft.

    schon das ist verkehrt, wenn du ein schlechtes Gefühl hast, weil du energischer werden musstest.


    Das ist deine Aufgabe, deinem KInd Halt zu geben und Grenze zu setzen. Das immer lieb, immer weich, immer alles ausverhandeln, das ist eine Illusion.


    Wenn du das aber fast immer so machst, dann denkt das KInd, das ist die Normaalität und wundert sich, warum deine geduld mal am Ende ist . Und ja - das ist völlig verständlich.


    Ich mache das ja auch manchmal und merke wie sich innerlich in mir eine Verärgerung aufbaut, weil es wieder einfach ncht ganz normal funktioniert, sondern einfachste Dinge wieder mal zu einem riesen Theater werden.

    Hallo,


    wie gut ich das verstehen kann! Fühl dich mal gedrückt :)_


    Anfangs, wenn ich streng werden musste mit meinem damaligen Zwerg, hatte ich richtig das Gefühl mir bleibt die Luft weg.


    Gleichzeitig war ich schockiert was für Wutgefuhle ich haben konnte gegenuber meinem Kind.


    Schwierig finde ich die Sache mit dem Mitspracherecht - denn zuviel davon kann ein Kind auch uberfordern. In manchen Dingen gibts das einfach nicht (anschnallen, Zähne putzen, pünktlich zur Kita gehen etc)


    Und auch so - wenn es um Kleidung geht habe ich - da war er allerdings etwas älter - gerne die Illusion der Alternativen benutzt: Soll heißen, es steht ausser Frage dass sich angezogen wird, aber "Möchtest du heute das gestreifte T-Shirt oder das mit dem Bagger anziehen?" Manchmal ist das Kind dann schon damit so beschäftigt dass es vergisst komplett gegen das Anziehen zu sein ;-)


    Lg


    Paritu

    Ich kann mit solchen Statements "Ich wollte mein Kind nie anschreien" nicht viel anfangen. Du bist ein Mensch mit Gefühlen, das ist völlig unrealistisch, niemals zu "schreien". Ich finde, damit macht man sich nur selber Druck.

    Abgesehen davon ist es auch kein gesundes Vorbild, alle unangenehmen Emotionen immer wegzudeckeln. Damit bringt man dem Kind letztlich nur bei, dass solche Gefühle unerwünscht sind und "weg müssen". Nicht gut.

    Was du beschreibst, finde ich auch keine schwierigen Situationen, sondern Alltag mit Kindergartenkind. Und der ist nunmal fordernd, und zwar für alle Beteiligten.

    Was mir auffällt: du scheinst für deinen Sohn nicht berechenbar zu sein. Manchmal darf er selber in den Sitz klettern, egal wie lang es dauert, ein andermal hat er nur einen Versuch und wird dann gehoben.... wie soll er denn unterscheiden können, was jetzt heute für ein Tag ist, ob er "trödeln" darf oder nicht?
    Das würde ich so lösen: überleg dir, was dir in der Situation wichtig ist. Möchtest du, dass das Einsteigen unproblematisch klappt, dann mach es jeden Tag gleich. Willst du ihn in dieser Situation seine Autonomie trainieren lassen, lass ihn jeden Morgen selbst einsteigen, aber dann stell dich darauf ein dass es dauern kann und gib ihm dann auch täglich verlässlich genug Zeit dafür. Mal so - mal so ist für Kinder in dem Alter meistens kontraproduktiv. Und führt letztlich dazu, dass der Kurze dir auf dem Kopf rumtanzt, ob er will oder nicht. Nicht weil er verzogen ist, sondern darauf angewiesen, auszuprobieren, wie weit er heute gehen darf. Gib ihm andere Anhaltspunkte, dann muss er das nicht mehr.

    Die Großeltern schießen da ja auch genau in diese Kerbe, indem einer so erzählt und der andere so. Aber du darfst dein Kind ganz einfach so erziehen, wie du es für richtig hältst. Es gibt in vielen Situationen nicht "richtig" oder "falsch" und man macht auch so schnell nichts "kaputt". Jedenfalls nicht, wenn man zu der vernünftigen Sorte Mensch gehört, die sich an und zu 2 oder 3 Gedanken zu dem Thema machen, und das tust du ja.

    Aber: zerbricht dir nicht zu viel den Kopf. Überleg nicht, wie du deinem Kind das Gefühl geben kannst, gesehen zu werden, sondern sieh ihn einfach. Aber sie auch deine Bedürfnisse und Ziele, gleiche seine damit ab und entscheide als die Erwachsene von euch beiden, die du zufällig bist (in irgendeinem Paralleluniversum ist er dein Vater und alles dreht sich um, wenn man an sowas glauben möchte), wie das jetzt gelöst wird. Das Kind "sehen" bedeutet mitnichten, dass es automatisch alle Bedürfnisse erfüllt bekommt, sondern erstmal nur wahrzunehmen, dass es Bedürfnisse hat. Wenn die aber mit deinen stark kollidieren, muss abgeglichen und entschieden werden, und das ist nunmal dein Job als Mutter.

    Ich habe für meine Tochter, die etwas älter ist, in dem Alter versucht, genau diesen Prozess transparent zu machen. Zum Beispiel indem ich "laut gedacht" habe, wie wir das jetzt am besten unter einen Hut kriegen, dass sie geduscht werden muss, aber gerade so überhaupt keine Lust dazu hat. Die Tatsache, dass geduscht wird, war nicht verhandelbar, das wusste sie, aber über den Zeitpunkt konnten wir verhandeln. So wusste sie die meiste Zeit, woran sie ist. Dazu musste ich aber bereit sein: wenn mir Theater ums Duschen zu viel gewesen wäre, hätte ich den Zeitpunkt nicht verhandelbar gemacht und einfach als Mutter entschieden, mittwochs und sonntags wird geduscht, Punkt. Dann aber ohne Ausnahme.

    Ein anderes Beispiel für "das Kind sehen, ohne auf sich rumtanzen zu lassen": eine Zeitlang gab es Geschrei, wenn ich abends zum Sport wollte, Kind wollte mich nicht gehen lassen und hat zeitweise richtig aufgedreht. Ich hab sie dann getröstet (= das Gefühl ernst genommen = sie "gesehen") und bin dann zu meinem Sport gegangen (= mein eigenes Bedürfnis ebenso ernst genommen und eine vernünftige Entscheidung getroffen).

    Am wichtigsten finde ich, die Gefühle ernst zu nehmen, und zwar die des Kindes und die eigenen. Und dazu gehört auch, notwendigerweise, dass man manchmal kurz austickt, weil man ein Mensch ist und kein Roboter. Wahre Größe ist es dann, wenn man imstande ist, sich bei seinem Kind zu entschuldigen, wenn man nachher merkt, dass man übers Ziel hinausgeschossen ist. Damit vermittelt man dem Kind letztlich so viel mehr als wenn man es alleine in den Autositz klettern lässt.

    Dorfnixe

    Danke!!!du hast es wunderbar in Worte gefasst. Natürlich möchte niemand sein Kind anschreien. Und ständig lese ich"wie du es schaffst, dein Kind nie wieder anzuschreien"...als tolle Erziehungstipps.

    Aber irgendwie hat das bei uns auch nie funktioniert. Wir sind vier sehr starke Charaktere, da kracht es natürlich mal. Hinterher wird sich geknuddelt und auch entschuldigt wenn man merkt, dass ging dann doch zu weit. Das find ich auch viel wichtiger. Mama und Papa sind Menschen, mit Grenzen. Und wenn man die überschreitet, dann werden die auhx mal komisch. Aber lieb haben sie mich immer... Und wenn sie mal Blödsinn bauen, dann können sie das auch zugeben.

    Ich würde gar nicht versuchen,
    solche Situationen zu vermeiden, hab ich auch mal eine Weile versucht, aber oft suchen sie Kids in so einer Phase auch Reibung und Grenzen und das verlagert sich dann bloss.

    Ich wünsch dir einfach gute Nerven ;-D@:)

    filou1 schrieb:

    Die Situation heute war Folgende: nach dem Frühstück gehen wir immer ins Bad, Hände waschen, anziehen, Zähne putzen und dann los zum Kindergarten.

    Der Kleine trödelt wie üblich, und möchte dann nach dem Händewaschen in sein Zimmer, um sich dort anzuziehen. Ich sage ihm, dass wir ihn erst fertig richten. Er will nicht, fängt an zu weinen. Ich versuche zu beschwichtigen, er schreit und haut mich. Daraufhin verlasse ich mit Ankündigung das Badezimmer, denn schlagen lasse ich nich nicht.

    Nach einigen diplomatischen Versuchen ist mir dann der Kragen geplatzt und ich habe ihn ziemlich laut angefahren, er soll sich jetzt zusammenreissen, wir ziehen ihn nur an und das sei kein Grund für so ein Theater....

    Noch kurz hierzu: wie ist denn in dem Moment die Alternative? Er schlägt, du gehst raus, und dann? Muss er dann nicht mehr angezogen werden? Dann kann er also steuern, ob er in den Kindergarten geht oder nicht, indem er schlägt?

    Klar, schlagen geht nicht, aber das Kind muss doch trotzdem angezogen werden. Warum ausgerechnet dann "diplomatisch", nachdem er gerade geschlagen hat, und wenn dir gerade gar nicht der Sinn nach Diplomatie steht?

    Den ganzen Ablauf finde ich ziemlich verdreht: du verlässt das Zimmer weil er schlägt, bist (zurecht) geladen, schluckst dein aber Gefühl runter und versuchst es diplomatisch (= nicht authentisch in dem Moment), was er natürlich dankend annimmt (ist ja praktisch, trotz Schlagen noch freundlich-diplomatisch behandelt zu werden) und sich genau nicht zusammen reißt, bis du deine Diplomatie dann nicht mehr durchhältst und am Ende ein größeres Donnerwetter abfeuerst als wenn du dir sofort Luft gemacht hättest.

    Ich denke, die ganze Situation wäre rückblickend für alle entspannter gewesen, wenn er gleich nach dem Schlagen eine Ansage bekommen hätte, den Rest des Morgens bis zum Abschied im Kindergarten keinerlei Tüdelü mehr, und damit dann gut...

    Ich hab selber keine Tipps, aber ich klinke mich hier gerne ein, da ich ähnliche Probleme mit meinem 1 1/2 Jährigen habe.

    Juhu, schon so viele Antworten, danke an euch. Ich versuch mal, die ersten zu beantworten:


    Smili und Wintersonne: ja, ich mache die klare Ansage "Wir ziehen uns wie immer im Bad an. Punkt!" Dann habe ich aber ein wütendes, um sich schlagendes Kleinkind vor mir. Also stelle ich klar, dass ich mich nicht schlagen lasse und jetzt das Zimmer verlasse. Das tue ich dann auch, lasse ihn kurz toben und komme dann zurück. Manchmal hilft das schon, weil er nicht möchte, dass ich gehe😉

    Und selbstverständlich wird sich dann im Bad angezogen, aber schafft ihr es ein wütendes Kleinkind anzuziehen? Da muss ich ihn festhalten, gegen seinen Willen seine Arme irgendwo reinzwängen, er zieht sie dann schnell wieder raus etc. Das tut ihm weh und mir ebenso- keine Lösung für MICH.

    Also überlege ich, wie ich es schaffe, solche Situationen auf ein Minimum zu reduzieren.


    Paritu, ja, ich bin auch schon über mich selbst erschrocken, wie wütend ich auf den Zwerg werden kann🙈 vermutlich schockt mich dieses Gefühl noch mehr, als die Tatsache eben auch mal die Stimme zu erheben.

    Vermeintliche Wahlmöglichkeiten gibts hier auch sehr oft😜 wenn der Kleine aber eh schon müde ist oder so, dann will er eben keine der Alternativen, dann entscheide ich, das ist dann immer falsch und er wird wieder zum Wutzwerg....


    Dorfnixe, danke für deine klaren Worte. In meinem Umfeld höre ich von den Eltern immer nur von Dir Wiedergegebenes: Man darf sein Kind nicht anschreien etc. Und SCHEINBAR gelingt dies allen anderen auch. Ich weiss zwar, dass man all diese Behauptungen nicht auf die Goldwaage legen darf, aber zum Nachdenken bringt es mich doch🤔

    Im tiefsten Inneren denke ich nämlich auch, dass in einer Familie alle Bedürfnisse haben und niemand zu kurz kommen sollte. Und das es für Kinder wichtig ist das zu lernen. Und das eben auch wütend sein dazu gehört.

    Wir reden selbstverständlich jedes mal über die Situation, ich sage, was mich geärgert hat, entschuldige mich wenn ich es für angebracht halte (er übrigens auch) und wir sichen Alternativen fürs nächste mal bzw gebe ich welche vor. Das hat für mich aber nichts mit Größe zu tun sondern gehört einfach nach einem Streit dazu, egal mit wem😉


    Bei uns wird auch Mi und so geduscht. Meist völlig unproblematisch, manchmal aber unter großem Protest und das finde ich wahnsinnig anstrengend. Ab einem gewissen Punkt oder an manchen Tagen hilft auch kein Erklärwn oder Ähnliches mehr. Da müssen wir dann wohl alle durch....


    Und die Situation mit dem Schlagen habe ich ja oben schon beschrieben. Wir verlassen grundsätzlich den Raum wenn er schlägt, beisst oder ähnliches. Ich werde dann schon deutlich und schimpfe, das hat aber in diesem Moment wenig Sinn, weil er sich ja gar nicht unter Kontrolle hat. Also gehe ich raus. Lasse ihn ein bisschen toben und komme dann wieder rein. Wir haben das geklärt und ihn weiter angezogen. Aber dann passte die Reihenfolge der Socken nicht etc. Und dann wurde ich laut.


    Eine klare Ansage bringt leider nur ganz selten was🤷‍♀️Androhung und Umsetzen von Konsequenzen auch nicht, keine Ahnung, was da falsch läuft🤔 er wacht meist erst auf wenns zu spät ist.

    Achja, vll haben noch Eltern mit ähnlich alten Kindern Lust zu schreiben, welche Regeln und Rituale es bei ihnen so im Alltag gibt und wo auch mal drei gerade dein dürfen.

    Ich möchte auch mal sagen, dass ich glaube, dass Kinder damit normalerweise gut umgehen können das auch ihre Mama nicht immer gleichbleibend ruhig und gut gelaunt ist. Ja mehr noch - Wut kennen sie auch von sich und wenn Eltern auch mal "explodieren" und sich für Uberreaktionen auch entschuldigen lernen die Kinder daraus eine Menge. Unter anderem, das auch Eltern Grenzen haben. Nicht künstlich gesetzt, sondern ganz natürliche.


    Mein Sohn kam mit ca 8 mal zu mir "Du, Mama, erziehen muss echt ganz schön anstrengend sein!"

    Warum gibt es denn fixe Duschtage? Wir sind immer gut mit “duschen wenn riecht” gefahren, und dann war es auch für Kind nachvollziehbar und nicht willkürlich. Und ich glaube wir haben viel geblödelt und gelacht bei so Alltagssachen, es war selten der Fokus sondern wir haben uns unterhalten oder gesungen oder oder oder ... eine Zeit lang war es unglaublich mühsam einen Waschlappen ans Kind zu kriegen, aber dann haben wir zufällig eine Waschgeschichte gelesen in der sich der Waschlappen weigert zu waschen bis das Kind ihn einfach schnappt, und das nachgespielt... im Spiel geht fast alles viel leichter. Man glaubt man hat dafür keine Energie, aber insgesamt spart es ganz viel Energie.