• Mein Sohn und die Schule

    Wir wissen derzeit nicht so recht, was wir mit unserem Sohn machen sollen. Vorab: Unsere beiden Jungs gehen auf's Gymnasium, der Große in die 7., der Kleine in die 6. Klasse. Es geht um den Kleinen, 11 Jahre alt. Bei ihm wussten wir nicht so recht auf welche Schule er gehen soll, hatten in Klasse 4 mehrfach Kontakt mit dem Beratungslehrer, und weil er…
  • 116 Antworten
    Zitat

    Und Du wirst es auch nicht anders machen. Ist so.
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    Vielleicht doch?

    ich habe gehofft, dass du anbeisst - um Deinet- und Euretwillen.

    Zitat

    Vielleicht könnt ihr ja die Familie des Freundes mal fragen, der auf die Realschule gewechselt hat. Wie ist es für ihn gelaufen? Fühlt er sich nun besser?

    Er fühlt sich dort wohler, dass schon. Aber problemlos läuft es auch nicht gerade. Er musste schon wieder nachsitzen, weil er dieses Schuljahr schon 10x seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.


    Zitat

    Ich kann von einem Jungen aus der Verwandtschaft berichten. Seine Mutter hat immer viel mit ihm gelernt, ihn motiviert, ihn organisiert.

    So kam er mit Gymnasialempfehlung aufs Gymnasium.

    Das war bei uns nicht so, seine Gymnasialempfehlung hat mein Sohn sich alleine erarbeitet. Bzw. nicht gearbeitet. ;-) In der Grundschule hatte er immer echt gute Noten, ohne groß was dafür zu tun.

    criecharlie schrieb:

    ich habe gehofft, dass du anbeisst - um Deinet- und Euretwillen.

    Ich merke ja, dass sich was ändern muss. So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen, damit geht es mir nicht gut, und ihm vermutlich auch nicht.


    Heute hat er eine 4 in Geschichte nach Hause gebracht. Er hatte sein Zeug bloß hingeschludert, und nicht ausgeführt. Gewusst hätte er es. Selber schuld.

    Ich habe jetzt einige Antworten nur überflogen, aber vielleicht sollte mit ihm mal besprochen werden, was Realschule bedeuten würde. Im Positiven wie im Negativen: Auch Klassenarbeiten, Hausaufgaben, lernen. Schulwechsel, neue fremde Leute. Etwas einfacherer Stoff. Also mal alle Aspekte beleuchten.

    Und im Detail erfragen, was ER sich so vorstellt. Klassische Pro-/Contra-Liste und daraus auch klare Anforderungen ableiten: Für Arbeiten lernen, Hausaufgaben machen,...

    Sunflower_73 schrieb:

    Ich habe jetzt einige Antworten nur überflogen, aber vielleicht sollte mit ihm mal besprochen werden, was Realschule bedeuten würde. Im Positiven wie im Negativen: Auch Klassenarbeiten, Hausaufgaben, lernen. Schulwechsel, neue fremde Leute. Etwas einfacherer Stoff. Also mal alle Aspekte beleuchten.

    Und im Detail erfragen, was ER sich so vorstellt. Klassische Pro-/Contra-Liste und daraus auch klare Anforderungen ableiten: Für Arbeiten lernen, Hausaufgaben machen,...

    Das ist eine gute Idee!

    Zitat

    das meinte ich so nicht;

    ich meinte, dass man halt begabt ist, dann muss es einen nicht interessieren, sondern dann bekommt man es halt auch so hin.

    oder dass man halt "normal" ist und eigentlich lernen müsste, sonst bekommt man schlechte noten. wenn man aber keine lust hat, kann man sich einreden, dass man ja besser sein könnte, aber man will nicht...

    Theoretisch reicht das doch. Wenn ich für etwas eine Begabung habe, dann kann ich es auch so - ohne viel dafür zu tun. Daraus lässt sich was machen.

    Insofern finde ich es auch irgendwie normal, dass man für manches nicht viel tut, weil man eventuell gemerkt hat, dass da die Begabung für fehlt oder das da etwas ist, für das man wirklich eine Begabung besitzt.

    Ganz schlecht ist es meines Erachtens bei Dingen, die man nicht wirklich lernen kann. Es nützt mir nichts, wenn ich den Liedtext kann, aber nicht singen. Da kann ich schon nachvollziehen, wenn die Motivation fehlt.


    Da fällt mir ein: Ich hatte vom Elternhaus keinen Leistungsdruck. Ok, ich war von Haus aus kein schlechter Schüler. Bei einer 4 wurde auch gemosert. Ich habe mich da auch wenig drüber geärgert. Ich wusste für mich selber, dass ich entweder schlecht vorbereitet war oder es war einfach nicht mein Fach/Thema - gerne auch beides. Da konnte ich persönlich mit einer 4 leben. 4 ist bestanden, bestanden ist gut und gut ist 2. Die 4 ist auch die 2 des kleinen Mannes. Und das die 4 nicht auf dem Zeugnis landete, war machbar.

    Ich will damit sagen, dass ich durchaus nachvollziehen kann, dass man sich über bestimmte Dinge nicht ärgert, weil sie ins eigene Wertesystem passen.

    tatsächlich hätte ich mich nie über eine 4 bei den kindern geärgert.

    bis einschließlich 4 ist alles okay, ab und zu eine 5, muss aber dann kompensiert werden. ich hatte nie den Ehrgeiz - und sie dann logisch auch nicht, was vielleiht ein Fehler war- dass in einer Arbeit was Besseres geschrieben werden muss als "bestanden". Wen interessiert das,dass man in der 6. oder 7. Klasse eine 4 in Bio hatte?

    aber wenn man über die Orff´sche Harmonielehre nur eine 4 produziert - so what?

    aber soweit ich mich erinnere,

    ist die "3" die "1" des kleinen Mannes, "4" ist dann schon bissl viel über "sehr gut"

    Zitat

    Und im Detail erfragen, was ER sich so vorstellt. Klassische Pro-/Contra-Liste und daraus auch klare Anforderungen ableiten: Für Arbeiten lernen, Hausaufgaben machen,...


    Das ist eine gute Idee!D

    Die Idee ist gut,

    hat bei meinem aber nie was genutzt, iim Gegenteil gab es dan noch mehr Stress, weil Ausgemachtes nicht eingehalten wurde etc..

    ohne intrinsische Motivation geht gar nichts,

    wobei ich mich schon frage, warum das so essentiell ist, wenn das Kind doch durchkommt? Klar werden die Grundlage irgendwann mal fehlen, vor allem wohl auch in Mathe (Umformen der Terme, Rechnen mit Potenzen etc..),

    aber dann muss er halt dann nachlegen. Man kann auch nachlernen.

    Tory80 schrieb:

    Dass er total überfordert ist, glaube ich eigentlich nicht. Seine Coolness ist seine Art. Und er ist halt einfach wirklich sehr selbstbewusst. Er benimmt sich schon recht pubertär, manchmal könnte man meinen, oder er meint, er sei mindestens 15.

    Da frage ich mich, von wem er das hat bzw. worauf dieses Selbstbewußtsein basiert. Ganz offensichtlich nicht auf schulischen Leistungen. Woher kommt es dann? Wird er vielleicht ansonsten einfach nur überbewertet?

    Es klingt, so wie es da steht, ja durchaus so, dass der junge Mann sehr gut weiß was er will und was er nicht will. Ergo sollte man ihn auch dafür allein verantwortlich sein lassen. Er wird sicher noch viel lernen müssen, welches Verhalten welche Ergebnisse zeitigt, aber wer soll hier bitte die Lernkurve kriegen? Die Eltern sich nicht. Er ist es, also muss man ihm die Gelegenheit dazu geben, selbst wenn man es als Elternteil besser weiß, was gerade nötig(er) wäre.

    Ihn zu drangsalieren bringt aber nichts, außer Nerven- und Energieverlust, Motivation funktioniert anders.

    Aus der Ferne betrachtet würde ich sagen, er hat einfach noch nicht das Gesamtpaket zusammen, was es fürs Gym braucht. Vielleicht nächstes Jahr, vielleicht in zwei Jahren, vielleicht gar nie. Womit will man sich, bis es eventuell so weit ist quälen?

    Für Spätzünder gibt es später immer noch genug Möglichkeiten. Ich würde mir mehr Gedanken über mehr Lebensqualität im Hier und Jetzt machen.

    Zitat

    tatsächlich hätte ich mich nie über eine 4 bei den kindern geärgert.

    bis einschließlich 4 ist alles okay, ab und zu eine 5, muss aber dann kompensiert werden. ich hatte nie den Ehrgeiz - und sie dann logisch auch nicht, was vielleiht ein Fehler war- dass in einer Arbeit was Besseres geschrieben werden muss als "bestanden". Wen interessiert das,dass man in der 6. oder 7. Klasse eine 4 in Bio hatte?

    aber wenn man über die Orff´sche Harmonielehre nur eine 4 produziert - so what?

    Sehe ich auch so. Und die eine 5 kompensiert sich bei ansonsten guten Noten schon irgendwie.

    Ich sehe das grundsätzlich auch nicht als Fehler. Wir hatten hier immer mal Fäden, in denen die TEs auf der Arbeit total unter Stress stehen, weil sie meinen besonders gute Leistungen abliefern zu müssen. Und die Kollegen liefern Durchschnitt. Die werden aber offenbar auch nicht entlassen. "Bestanden" scheint grundsätzlich durchaus auszureichen.

    Und es verdienen auch alle das gleiche Geld, unabhängig davon, ob sie eher eine ruhige Kugel schieben oder ackern wie ein Gaul. Und ob das beim nächsten Arbeitgeber auffällt und interessiert, ist auch fraglich.


    Muss ich wissen, was die Orff'sche Harmonielehre ist? Kann man vielleicht mal fürs Kreuzworträtsel gebrauchen. ;-)

    Zitat

    aber soweit ich mich erinnere,

    ist die "3" die "1" des kleinen Mannes, "4" ist dann schon bissl viel über "sehr gut"

    Ich habe die 4 mit der 2 verglichen. Dann passt es. :-D

    Eine 1 ist schon wieder viel Leistungsdruck.

    Zitat

    ohne intrinsische Motivation geht gar nichts,

    wobei ich mich schon frage, warum das so essentiell ist, wenn das Kind doch durchkommt? Klar werden die Grundlage irgendwann mal fehlen, vor allem wohl auch in Mathe (Umformen der Terme, Rechnen mit Potenzen etc..),

    aber dann muss er halt dann nachlegen. Man kann auch nachlernen.

    Also ich konnte nie nachvollziehen, warum so viele Probleme mit Mathe haben. Allerdings scheint man auch mit sehr mangelhaften Grundlagenkenntnissen irgendwie durchzukommen.

    Und was braucht man denn so normalerweise? +, -, *, / und einen Taschenrechner.

    Und wer keine Begabung für Mathe hat, der merkt sich das was er gelernt hat wahrscheinlich auch langfristig nicht unbedingt und erkennt dementsprechend manche Zusammenhänge nicht. Da nützt der Anreiz gar nichts mit dem ich mich auf jede Arbeit mit jeweils unterschiedlichen Themen vorbereitet habe.

    Und später ist der Anreiz vielleicht das Gehalt, das man bekommt. Da zeigt man unter Umständen auch mehr oder weniger Einsatz, je nachdem, ob man damit zufrieden ist. Wenn man seine Arbeit aber total doof findet, dann reicht vielleicht auch das als Anreiz nicht. Trotzdem muss man seinen Lebensunterhalt finanzieren. In dem Fall muss es auch ohne Motivation gehen. Da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man gelernt hat, dass es ausreicht, dass man durchkommt.

    Dabei muss ich grinsen: mein Sohn ist sehr sauer, wenn er sich anstrengt und dabei kommt keine 1 raus, oder wenigstens eine 2, aber er ist kein Überflieger und schreibt auch ganz andere Noten


    Seit Jahren versuche ich ihm beizubringen, dass für mich die Noten so heißen, weil sie es sind: sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft und ungenügend...


    Und dass für mich eine 4 eben ausreichend ist und wenn es eine wackelige Vier ist, muss er mehr tun, damit es nicht zum Mangelhaft wird...


    Aber ehrlich, auch eine 5 auf dem Zeugnis ist für mich je nach Fach und Klassenstufe kein Drama wert.


    Wer fragt schon beim Bewerbungsgesprach nach einer 5 auf einem Sechstklasszeugnis in Religion, Kunst oder Sport...

    Zitat

    Wer fragt schon beim Bewerbungsgesprach nach einer 5 auf einem Sechstklasszeugnis in Religion, Kunst oder Sport...

    ;-D Wer bewirbt sich damit?

    Wobei vielleicht in einer kirchlichen Einrichtung die Religionsnote wichtig ist? 8-(


    Im Ernst: Das stelle ich mir unheimlich anstrengend für euch beide vor, wenn er sich dann so ärgert. Vor allem, wenn nicht immer per se eine 1 oder 2 drin ist.

    Evoluzzer schrieb:

    Da frage ich mich, von wem er das hat bzw. worauf dieses Selbstbewußtsein basiert. Ganz offensichtlich nicht auf schulischen Leistungen. Woher kommt es dann? Wird er vielleicht ansonsten einfach nur überbewertet?

    Das wüsste ich wirklich auch gerne. Keine Ahnung, ehrlich. Überbewertet wird er nicht, ich wüsste nicht so. Vielleicht aus seiner Sprachbegabung? Er konnte schon sehr früh sprechen, hatte schon früh einen unheimlich großen Wortschatz, und kann besser diskutieren als manch Erwachsener. Bei mir stößt er an seine Grenzen, bei manch anderem wahrscheinlich eher nicht. ;-)

    Evoluzzer schrieb:

    Er ist es, also muss man ihm die Gelegenheit dazu geben, selbst wenn man es als Elternteil besser weiß, was gerade nötig(er) wäre.

    Ihn zu drangsalieren bringt aber nichts, außer Nerven- und Energieverlust, Motivation funktioniert anders.

    Ja, stimmt, das merke ich ja auch derzeit.

    melb1985 schrieb:

    Also ich konnte nie nachvollziehen, warum so viele Probleme mit Mathe haben.

    Ich auch nicht, ganz ehrlich. Offensichtlich haben meine Söhne nicht die Mathebegabung aus meiner Linie der Familie geerbt.



    Bezüglich Stress auf der Arbeit noch: Das ist bestimmt manchmal sehr unfair. Und bei uns strengen sich die Leute auch unterschiedlich an. Eine Kollegin allerdings würde gerne aufsteigen. Da unser Chef aber genau weiß, dass sie faul ist, und echt oft krankfeiert, wird sie zumindest unter ihm nicht weiterkommen. Das wiederum finde ich dann auch fair.