• Mein Sohn und die Schule

    Wir wissen derzeit nicht so recht, was wir mit unserem Sohn machen sollen. Vorab: Unsere beiden Jungs gehen auf's Gymnasium, der Große in die 7., der Kleine in die 6. Klasse. Es geht um den Kleinen, 11 Jahre alt. Bei ihm wussten wir nicht so recht auf welche Schule er gehen soll, hatten in Klasse 4 mehrfach Kontakt mit dem Beratungslehrer, und weil er…
  • 116 Antworten
    melb1985 schrieb:
    Zitat

    Wer fragt schon beim Bewerbungsgesprach nach einer 5 auf einem Sechstklasszeugnis in Religion, Kunst oder Sport...

    ;-D Wer bewirbt sich damit?

    Wobei vielleicht in einer kirchlichen Einrichtung die Religionsnote wichtig ist? 8-(


    Im Ernst: Das stelle ich mir unheimlich anstrengend für euch beide vor, wenn er sich dann so ärgert. Vor allem, wenn nicht immer per se eine 1 oder 2 drin ist.

    Vor kurzem kam er mit drei mal 2- in Arbeiten zuruck. Er war sauer, dass es keine 1en waren...


    Aber das muss er lernen. Es ist im Leben nicht so, das man immer perfekt sein kann.

    Tory80 schrieb:

    Weiß ich ja. Ich finde es bloß schrecklich schwierig, in quasi ins Verderben rennen zu lassen. Wenn ich weiß, dass er an Tag X was abgeben muss, und sehe, dass er praktisch nichts oder nur schludrig was macht, werde ich ganz kribbelig.

    nein würde ich auch nicht machen, dann gewöhnt er sich nur daran, dass er eben schlechte Noten hat und sich eben nicht vorbereitet.


    Ich kenne auch eine Familie, wo die Mutter immer hin geschaut hat, auch geholfen und erinnert und gefordert. Letztendlich hat das Kind Abi gemacht, 2 Studien angefangen , vergeigt und zum Schluss doch ein Studium in Sozialarbeit geschafft. heute arbeitet sie erolfgreich auf dem Gebiet mit schwierigen Jugendlichen - vielleicht weil sie eben auch einen schweren Weg genangen ist. Die Mutter hat das viel Nerven gekostet , aber es hat sich gelohnt.


    Allerdings wurde bei dem KInd als Erwachsene festgestellt, dass sie ADS hat ( also ohne Hyperaktivität); aber eben doch AUfmerksamkeitsdefizit.


    Nur im letzten Studium hat sie dann Medikamente genommen und selber festgestellt, wieviel sonst an ihr einfach vorbei gegangen ist. Jetzt kriegt sie ihr Leben und ihre Arbeit aber gut ohne Medikamente hin.

    Zitat

    Bezüglich Stress auf der Arbeit noch: Das ist bestimmt manchmal sehr unfair. Und bei uns strengen sich die Leute auch unterschiedlich an. Eine Kollegin allerdings würde gerne aufsteigen. Da unser Chef aber genau weiß, dass sie faul ist, und echt oft krankfeiert, wird sie zumindest unter ihm nicht weiterkommen. Das wiederum finde ich dann auch fair.

    Aber das wird dann doch sowieso nichts. Krankfeiern fällt ja nun tatsächlich auf.

    Tory80 schrieb:

    Und trotzdem finde ich es wirklich schwierig, ihn nicht zu drängen wenn ich merke, dass er zu wenig tut.

    wieso drängst du ihn nicht ... wenn er Aufgaben zu erfüllen hat und diese nicht von selbst erledigt, dann musst du meiner Meinung nach vom ihm verlangen, diese zu erldigen. Da gibt es nichts zu verhandeln.


    Schulaufgaben ; lernen ist seine Pflicht ...Punkt und keine Diskussion und du kontrollierst , bietest Hilfe an. Da ist auch nicht sverhandelbar , jeder muss seine Pflichten im Leben erfüllen, das würde ich ihm durch Strenge ( oder nenn es Drängen) beibringen.


    Und nicht jeden Tag lernen ist vielleicht auch der falsche Weg , immer nur Hau Ruck vor ARbeiten, das reicht dann oft nicht.


    Als meine Tochter kleiner war, wollte sie zum Gymnasium , hatte aber Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung ( war unterirdisch) . Wir haben dann geübt, sie mich angenölt... da habe ich ihr erklärt, dass ich ihr als KInd helfe dran zu denken zu üben, ihr helfe ...aber das sie zum Gymnasium will und durchaus auch einen anderen Weg gehen kann.


    Ich habe aber darauf geachtet, dass dieses zusätzliche üben nicht von ihrer Spielzeit abging ...20 Mnuten vor dem Abendessen....wo eben die Zeit zum Spielen eh schon beendet war.


    Vielleicht vereinbarst du mit deinem Sohn eine feste Zeit, wo gelernt wird ...jeden Tag , 1h , wann darf er bestimmen, aber die Regelmäßigkeit macht es ihm vielleicht leichter sich daran zu gewöhnen, dass man eben etwas für die Schule machen muss. Dann tun es auch nicht mehr so weh und kostet nicht jjedes mal Überwindung. Wird einfach Normalität und ja du kannst dich ruhig daneben setzen, damit er merkt , dass es jetzt Ernst ist.

    Meine schulische Förderung/Forderung durch das Elternhaus bestand aus einer einzigen Regel:

    Eine 4 ist eine schlechte Note.

    Das reichte. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie in keinster Weise irgend eine Form von Betulichkeit und Kümmern müssen entwickelt haben. Dafür kann ich heute alles selbst. Das ist eigentlich ein gutes Gefühl.

    Evoluzzer schrieb:

    Meine schulische Förderung/Forderung durch das Elternhaus bestand aus einer einzigen Regel:

    Eine 4 ist eine schlechte Note.

    Das reichte. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie in keinster Weise irgend eine Form von Betulichkeit und Kümmern müssen entwickelt haben. Dafür kann ich heute alles selbst. Das ist eigentlich ein gutes Gefühl.

    Ich bin ehrlich froh, das für meine Eltern eine vier = ausreichend war...

    Zitat

    Also ich konnte nie nachvollziehen, warum so viele Probleme mit Mathe haben. Allerdings scheint man auch mit sehr mangelhaften Grundlagenkenntnissen irgendwie durchzukommen.

    Und was braucht man denn so normalerweise? +, -, *, / und einen Taschenrechner.

    ich kenne viele Mathelehrer, in Oberstufe und in der Uni.

    Und alle sagen über die Jahre das Gleiche:

    dass sie viele Schüler/Studenten an die von denen nicht erlernten Grundlagen verlieren.

    Wie löse ich einen Bruch?

    Wie erweitere ich?

    Wie löse ich eine binomische Formel, wie wird ein Lot gefällt?

    Also Noten bzw. eher Schnitte können schon wichtig sein,

    man muss halt unterscheiden zwischen einer 4 in Bio in der 6. Klasse und einem Abi-Schnitt, der mich nicht zum Wunschstudium zulässt, der ja auch durch Noten entstanden ist.

    Auch kann eine "4" oder gar "5" wie die TE hier ganz richtig sagt, ja auch bedeuten, dass die Grundlage nicht passt, da muss man nacharbeiten - entweder sofort oder halt später.

    Aber ein "später" gibt es eigentlich immer auch, wenn das im Nachhinein oft beschwerlicher ist.

    wintersonne 01 schrieb:

    Nur im letzten Studium hat sie dann Medikamente genommen und selber festgestellt, wieviel sonst an ihr einfach vorbei gegangen ist. Jetzt kriegt sie ihr Leben und ihre Arbeit aber gut ohne Medikamente hin.

    das kenne ich. bin auch als erwachsener diagnostiziert worden und es gab medis, seitdem ist das leben schön :) - naja, bezogen auf die ads-symptome.

    wintersonne 01 schrieb:

    wieso drängst du ihn nicht ... wenn er Aufgaben zu erfüllen hat und diese nicht von selbst erledigt, dann musst du meiner Meinung nach vom ihm verlangen, diese zu erldigen. Da gibt es nichts zu verhandeln.

    Weil er, je mehr ich dränge, desto mehr blockt. Und irgendwann die Stimmung echt schlecht wird. Und damit werde ich mir nicht mehr meine und womöglich auch seine Nerven kaputtmachen. Er weiß ja grundsätzlich, was er zu tun hat. Bzw. sollte es wissen, die Lehrer sagen es ja.

    wintersonne 01 schrieb:

    Wird einfach Normalität und ja du kannst dich ruhig daneben setzen, damit er merkt , dass es jetzt Ernst ist.

    Und auch nein, daneben setzen werde ich mich bei einem 11jährigen ganz sicher nicht. Bei einem Grundschüler könnte man das machen, ok, aber irgendwann ist es auch mal gut. Wobei ich auch in der Grundschule darauf geachtet habe, dass meine Jungs ihre Aufgaben selbständig erledigen. Ich bin nie daneben gesessen.

    tja ... aber dann wird sich vielleicht nichts ändern.


    Klar wird er das daneben sitzen als blöd empfinden ...das kann man doch auch " ausnutzen" ... Motivation ... kriege es alleine hin , dann kannst du auch wieder wie ein großer Junge in deinem ALter selbstständig ohne mich das erledigen.


    Du musst ja gar nicht eingreifen, setzt dich daneben , lies ein Buch ...aber es wird durchgesetzt, dass er sich hinsetzt und lernt....regelmäßig...


    merh Freiheit , freie Zeiteinteilung wenn es klappt ....momentan setzt er doch seine Dinge durch ... nicht lernen , sich nicht anstrengend , es einfach laufen lassen..auf diese HAltung mus man meiner Meinung eine Reaktion folgen ...vielleicht auch eine andere???

    :)z:)^

    Tory80 schrieb:

    Weil er, je mehr ich dränge, desto mehr blockt.

    Ja, dass bringt nix und dann blockt und bockt das Kind erst recht. Also keine gute Idee. Und das ist dann auch keine schöne Atmosphäre.


    Ich würde ab und an mal gucken und schauen was er gerade macht, welche Aufgabe, also nicht beständig da sitzen.

    Hyperion schrieb:
    Tory80 schrieb:

    Weil er, je mehr ich dränge, desto mehr blockt.

    Ja, dass bringt nix und dann blockt und bockt das Kind erst recht. Also keine gute Idee. Und das ist dann auch keine schöne Atmosphäre.


    Ich würde ab und an mal gucken und schauen was er gerade macht, welche Aufgabe, also nicht beständig da sitzen.

    Bei meinem Sohn hilft es manchmal wenn ich ihn nachdem er aus der Schule frage, wann er mit den Aufgaben/ dem Lernen anfangen will. Er muss also nicht wann ich will, sondern legt selbst fest, aber es steht fest, das er muss. Und durch meine Frage wird er daran erinnert sich eine Zeit zu überlegen.


    Das klappt oft besser als wenn ich irgendwelche Zeiten vorgebe - er hat im Übrigen schon früh oft erst abends gelernt, tagsüber war er oft zu unruhig oder gestresst. Teilweise hat er sogar morgens um 6 ausgesucht.


    Ich finde, man muss ein Kind zwar zur Selbstständigkeit erziehen, aber durchaus auch da abholen wo es eben steht. Auch wenn man findet, es müsste schon selbstständiger sein.

    Paritu schrieb:

    Bei meinem Sohn hilft es manchmal wenn ich ihn nachdem er aus der Schule frage, wann er mit den Aufgaben/ dem Lernen anfangen will. Er muss also nicht wann ich will, sondern legt selbst fest, aber es steht fest, das er muss. Und durch meine Frage wird er daran erinnert sich eine Zeit zu überlegen.

    Das ist auch eine sehr gute Idee :)z:)z