Mein Sohn (wird 5) hat Todesangst

    und ich möchte eure meinung dazu hören.


    mein sohn ist klug und man kann gut mit ihm reden und ihm auch so ziemlich alles erklären. leider kriegt er natürlich auch sachen mit die ihn noch nichts angehen sollten und er macht sich gedanken darüber.


    er hat irgendwann mal vor einigen wochen seine taufpatin gefragt was passiert wenn man tot ist. sie sagt ihm dass der geist in den himmel kommt und der körper in einer kiste begraben wird :-o :|N


    könnte man ja evtl. auch anders sagen ohne ihn anzulügen %-|


    auf alle fälle hatte er eine nacht darauf einen alptraum in dem er lebendig begraben wurde. ein kind mit vier jahren :-(


    seither fragt er immer wieder nach was denn passiert wenn man klebstoff, schmelzperlen, waschpulver, spülmittel, weisderherrgottwas schluckt, was denn passiert wenn man sich eine hand, einen arm abschneidet, in den bauch schneidet,......


    er fragt direkt nach wieviel man zB von irgendwas essen muß bis man zum normalen doktor, ins krankenhaus muß oder man stirbt :-| :-/


    erst vor 2 tagen hat er nochmal ängstlich (ist er ansonsten nicht :|N ) aus dem bett nach mir gerufen. er sagte dass es in seinem bauch geklopft hat, so wie das herz klopft und (weinerlich) ob er jetzt sterben muß :°(


    tja.....


    so sieht es aus. ich sage ihm immer wieder (ruhig) das er völlig gesund ist und überhaupt noch nicht daran denken muß das er sterben könnte weil das nicht sein wird. ich versuche ihm zu sagen das man selbst bei schweren (von ihm hinterfragten) verletzungen nicht sterben muß und die ärzte sehr gut sind.


    zugleich muß ich ihm aber sagen dass er absolut kein spülmittel oder sonstwas trinken oder auch nur kosten darf weil sonst evtl. auch ein doktor nicht mehr helfen kann. auch sage ich ihm dass jeder mensch irgendwann sterben muß. er fragt deshalb natürlich auch nach wann ich denn sterben werden.


    hmmmm......


    ich weiß einfach bald nicht mehr was ich sagen soll ":/


    natürlich wird es nur eine phase sein die vorübergeht. aber ich will ich doch irgendwie beruhigen.


    kennt das problem jemand und/oder kann mir einen guten rat geben ???


    entschuldigt das endslange geschreibe *:)

  • 31 Antworten

    einserseits ist es normal, dass er bzw 4-5 jährige in dieser zeit viele fragen, nur würde ich mir sorgen machen wenn er nur solche fragen stellt! außerdem gibt es sehr schöne bilderbücher die den tod verständlicher machen, bzw die angst nimmt!

    Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, hatte ich dauernd das Gefühl, als ob ich Badeperlen verschluckt hätte (obwohl ich sie nur in der Hand hatte).. Hatte auch dauernd Alpträume, z.B. dass ich nen Geburtstagskuchen vergessen hätte oder sowas.. Klingt zwar alles nicht so schlimm, war aber für mich schrecklich, weil ich dachte, dass das schlimme Konsequenzen hat. Kam aber öfter vor, wenn ich krank war und Fieber hatte oder wenn ich krank wurde.


    Irgendwann hat das aber aufgehört..


    Wahrscheinlich ist es wirklich nur ne Phase, die wieder vorbei geht.


    Mich konnte man meistens nur beruhigen, indem sich jemand zu mir legte.. oder umarmt hat.. oder mich einfach an schöne Sachen erinnert hat.


    Viel Glück! :)*

    Zitat

    Vielleicht könnte euch ja ein Kinderpsychologe helfen.

    sowas möchte ich ehrlich gesagt eher vermeiden. ein/e psychologe/in ist ein arzt und wer weiß was er sich wieder denkt wenn wir wegen ihm dorthin gehen. er denkt zuviel :-|

    Zitat

    Erkläre ihm weiterhin alles was er wissen möchte, das hört von allein auf...

    das hoffe ich stark. allerdings hat er eben angst und es sollte schnell aufhören ;-)


    ich erklär ihm aber sowieso alles. weil ich ihn nicht anlügen will muß ich aber oft dinge sagen die eine kindgerechte "umschreibung" schwierig machen %:|

    Hmm... für mich klingt das auch erstmal nach so einer Phase. Kinder wollen ja die Welt begreifen und sie wollen dann auch ganz genau wissen, was gefährlich ist und was nicht usw... also einfach nur so.


    Und naja, wollte schon fast sagen, wie man es ohne lügen erklären kann: indem man den Mist mit dem Geist und dem Himmel weglässt? ;-) Weiß nicht... das mit der Kiste find ich auch zu hart. Vielleicht wenn man es mit einschlafen vergleicht? Das ist auch nicht bedrohlich, aber auch nicht so abgehoben und unvorstellbar...


    Der Kinderpsychologe ist vielleicht auch eine gute Idee... vielleicht hat er ja noch mehr "erlebt", als diese Story mit der Kiste... wenn er so genau nachfragt... vielleicht irgendeinen Film gesehen oder was weiß ich...


    Es gibt auch sehr tolle Kinderbücher zum Thema Sterben, nehm ich mal an. Da kann man das dann kindgerecht erklären.... vielleicht guckst du dich danach mal um. Und wenns religiös ist... ja naja... das mit dem Weihnachtsmann haben wir ja auch alle erzählt bekommen und es hat nicht geschadet... wenns die Angst nimmt, dann ist das erstmal ok. Und wenn du selber religiös bist natürlich sowieso.


    Irgendwie müssen wohl alle Kinder da durch, die kommen eben nicht auf die Welt und verstehen, dass man mal stirbt... da haben die natürlich Fragen, wenn sie anfangen, dahinterzukommen. ;-)

    Zitat

    natürlich wird es nur eine phase sein die vorübergeht. aber ich will ich doch irgendwie beruhigen.

    Ich würde ihm offen und altersgerecht erklären, dass Menschen in der Regel alt werden und sterben. So, wie vielleicht Deine Eltern oder Großeltern gestorben sind, aber ein erfülltes Leben hatten. Und dass es einem irgendwann, nach einem erfüllten Leben, nichts mehr ausmacht, zu sterben. Und dass, wenn alle ewig leben würden, es den Leuten sehr langweilig werden würde und zudem die Erde sehr voll wäre. Vielleicht versteht er das?


    Habt Ihr "die Brüder Löwenherz" schon gelesen? Diese (durchaus kontroverse) Game-over/next-level-Mentalität der Gebrüder wäre vielleicht was zur Beruhigung. Wenn Dein Sohn klug ist, wird er Deinen Kommentar dazu, dass es sich weniger um Verharmlosung des Todes als um ruhigen, vernünftigen Umgang damit handelt, verstehen.

    tjoa waterli ...


    du sprichst das religiöse an und das er mehr erlebt haben könnte ....


    diverse lieder und religiöse erziehung im kindergarten sind mir ohnehin ein dorn im auge. die jetzige kindergärtnerin bringt das einfach nicht gut rüber.


    mehrere eltern haben sich darüber auch schon aufgeregt, aber da ist es ja eigentlich schon zu spät.


    ich erinnere mich da speziell an ein lied aus der sicht von maria wo so in etwa gesungen wird: was haben die mit meinem sohn gemacht, sie haben meinen sohn umgebracht.....


    k.a. ob das überhaupt was damit zu tun hat. wahrscheinlich aber schon >:(

    Ich hätte jetzt auch eher zu einem Kinderpsychologen geraten. Psychologen sind ja keine Ärzte. Tragen auch keine weißen Kittel.

    Hab ich auch vorgeschlagen, aber ihm ist ein Psychologe auch schon zu medizinisch. Finde ich allerdings nicht. Die haben wirklich bunte Sachen an und Spielzeug, das ist ganz anders als eine Arztpraxis.

    erst mal vielen dank für die vielen antworten. hab heute gar nicht mehr damit gerechnet @:)

    Zitat

    Ich würde ihm offen und altersgerecht erklären, dass Menschen in der Regel alt werden und sterben. So, wie vielleicht Deine Eltern oder Großeltern gestorben sind, aber ein erfülltes Leben hatten. Und dass es einem irgendwann, nach einem erfüllten Leben, nichts mehr ausmacht, zu sterben. Und dass, wenn alle ewig leben würden, es den Leuten sehr langweilig werden würde und zudem die Erde sehr voll wäre. Vielleicht versteht er das?

    so habe ich es versucht und versuche es immer noch. leider stellt ihn das nicht so wirklich zufrieden. er kennt die zahlen und kann ein wenig rechnen, aber 90 jahre sagen ihm nicht wirlich viel. auch wenn ich es überschlagsmäßig in wochen oder tage umrechne; er sagt dann so in etwa "sind das mehr aln hunderttausendmillionen?" ;-D


    aber das mit den büchern werd ich mal direkt versuchen. tatsächlich ist mir das bislang nicht selbst eingefallen und hier schreiben es gleich mehrere @:)

    Stimmt, das is ja so gesehen nicht mal ne richtige Praxis. Also da is nix, was man mit Arzt in Verbindung setzen könnte

    Zitat

    Die haben wirklich bunte Sachen an und Spielzeug, das ist ganz anders als eine Arztpraxis.

    leider hat er aufgrund von zahnärzten und dern pfusch schon diverse schmerzen, krankenhausaufenthalte und eine operation hinter sich. das alles hat er gut weggesteckt und die operation lief ruhig und perfekt, die ärzte und schwestern waren superfreundlich ....


    mir wär nicht wohl dabei und ich glaube ihm wahrscheinlich auch nicht :-|