• "Oberteilpflicht" als Erziehungsfrage?

    Ich machte letztens mit meiner Tochter (11) einen Ausflug ins Hallenbad, wo wir eine Bekannte aus meiner Schulzeit trafen. Mir fiel ziemlich bald auf, dass ihr etwas nicht passte; auf meine Nachfrage meinte sie dann, meine Tochter hätte sich doch schon etwas "anständiger" anziehen können. Die Bemerkung bezog sich auf den Umstand, dass meine Tochter zwar…
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    Rotschopf2

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    Ich meine nur, da es mir total unnatürlich vorkommt, dass eine Mutter sich darüber aufregt.

    Mir würds auch aufn Sack gehen, wenn sich eine panische Anstands-SchutzWauWau Mama in die Bekleidung von meinem Kind einmischen würde.

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    Meine Güte, wenn ich da an meine Kindheit dachte. Zum Glück!!! wurde mir nicht permanent vermittelt, dass der Körper ja vor den Blicken irgendwelcher komischer Menschen geschützt werden sollte. Ich durfte mich tatsächlich am Strand (Freibad brauchten wir nicht) frei bewegen, bis eine Brust erkennbar war. Meine Eltern, Großeltern und ich selbst sowie mein Bruder waren – bis die NATÜRLICHE Scham von ganz allein einsetzte mit zunehmender körperlicher Entwicklung – oft am FKK. Es war das natürlichste der Welt.

    Meine Eltern waren auch so. Und es setzte irgendwann die Scham ein und ich durfte kein Oberteil anziehen, weil ich ja noch gar nix hatte. Was solle man dir denn abgucken ( %-| )? Da wurden Sprüche gemacht und ich wurde belächelt...Es war mir sooo extrem peinlich. Noch heute denke ich mit Grauen daran. Meine Eltern sind wirklich super toll, das ist eines der wenigen Dinge die ich ihnen ein wenig vorwerfe, auch wenn sie es gar nicht böse gemeint haben. Aber sie haben es eben aus Erwachsenensicht gesehen.


    Ich will damit sagen, dass man auch die Meinung des Kindes berücksichtigen sollte ;-)

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    Ich halte es für seltsam bis unwahrscheinlich, dass eine Elfjährige sich völlig ungezwungen oben ohne präsentiert

    Da hast Du absolut recht

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    Sollte es doch solche Freigeister geben: in Hallenbädern herrscht normalerweise Bekleidungspflicht. Pubertät hin oder her, die Tochter wird wohl nicht mehr wie ein Kleinkind aussehen.

    Stimmt....


    Was ich aber eigentlich sagen möchte.. dieses ewige Pädophilenargument, ich kanns nicht mehr hören. Knacks hats ganz gut gesagt:

    Als ich 12 war, wurden meine Eltern angerufen – von einem Mann, den man zum Glück später gefasst hat. Er hat behauptet er habe mich in seiner Gewalt und beschrieb mich bis auf die Unterwäsche... ich weiß bis heute nicht, woher er wusste was ich anhatte...


    Später hat er dann noch versucht wirklich ein Kind zu entführen – aber zum Glück ist dem anderen Mädchen auch nichts passiert.


    Ich bin daher aber ein bisschen hypersensibel was das betrifft und finde nicht, dass es übermäßig vorsichtig ist wenn man eine 11jährige nicht halbnackt rumlaufen lässt.


    Und nein, niemand behauptet, dass jeder Pädophile ein Gewalttäter ist. Ich würde so etwas auch nie behaupten.


    Es reicht aber, wenn unter den Pädophilen die mein Kind sehen, dann einer ist der auch zu Gewalttaten bereit ist.... dem es eben besonders auffällt weil es besonders leicht bekleidet ist. Und nein, das möchte ich *nicht* riskieren.


    Und ich glaube schon, dass das einen besonderen "Hingucker" für so einen Menschen darstellt – und wie gesagt, es reicht ja, wenn der eine der mein Kind sieht dann zu Gewalltaten bereit ist, egal wieviele nicht-gewallttätige Pädophile dann auch hingesehen haben...


    Dass das für jemanden mit derartigen Phantasien interessant ist, zeigt schon alleine dieser Pfad.

    Tja über Pädophilie wurde schon viel geschrieben, deshalb lasse ich es bleiben ;-D


    Meine Tochter ist über das 11. Lebensjahr schon ein paar Jahre hinweg und ihr selbst wäre es peinlich gewesen ohne Oberteil im Bad rumzulaufen. Hätten sie ja vielleicht ein paar Buben sehen können die sie über ihr "oben ohne", selbst wenn man noch nichts sieht, ausgelacht hätten. Und ich als Mutter kann nicht bestimmen wie frei und offen ihre Freunde sind oder wie andere Jungs das sehen.


    Ich würde also meine Tochter immer dazu anhalten ein Oberteil anzuziehen, eben weil schnell ein blöder Spruch kommen kann, und ich mein Kind nicht jeder Situation aussetzen muss, nur weil ich mich dagegen anders wehren könnte als sie.


    Kindsein lassen kann ich mein Kind überall und m.E. nichts mit dieser Situation zu tun.

    Wieso soll es unanständig sein, wenn überhaupt noch keine Brust zu sehen ist? Wo ist der Unterschied zwischen einer nicht-vorhandenen 11jährigen Brust und einer 5jährigen? Wenn das Mädchen kein Oberteil möchte und braucht, dann eben nicht. Spätestens in 1-2 Jahren wird sich das eh ändern und das Thema ist erledigt.


    Diese Pädophilen-Paranoia nimmt ja echt Formen an. :(v

    Da ich mit 9 oder 10 schon Brustansätze hatte, habe ich freiwillig ein Oberteil angezogen, nachdem ich einmal, ganz unbeschwert und naiv, ohne Oberteil im Schwimmbad war und die anderen Kinder sich darüber lustig gemacht haben.


    Wenn sich deine Tochter damit wohl fühlt, find ichs in Ordnung. Die Zeit, in der sie selbst lieber ein Oberteil anziehen wird, kommt sicher bald.

    a.fish

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    Ich halte es für seltsam bis unwahrscheinlich, dass eine Elfjährige sich völlig ungezwungen oben ohne präsentiert – in dem Alter ist doch schon alles peinlich.

    Wenn ich mir die Kinder in dem Alter durch den Kopf gehen lasse, dann ist die Bandbreite sehr groß was physische und psychische Entwicklung angeht.

    Ich hab nie einen blöden Spruch deswegen kassiert, es war mir nicht peinlich, wieso auch? Ich war ein KIND und die Abwesenheit eines Oberteils hat niemanden interessiert. Schon gar nicht andere Kinder, völlig wurscht ob Jungs oder Mädels.


    Ich war mit 11 auch fern jeglicher Pubertät. Wenn ich mit 8 in die Pubertät gekommen wäre und mit 9 schon Brüste gehabt hätte, wie eine Schulfreundin von mir, dann hätte ich die Badehosensache wahrscheinlich auch anders gesehen.

    Tolles Thema, immer wenn ich ein Mädchen mit Oberteil sehe, was noch so klein ist, denk ich mir immer, was soll das? Auf der anderen Seite, würde ich mir denken wenn es schon "so" groß ist, naja, irgendwann fängt man halt an.


    Aber hier so ein Drama draus zu machen und dazu

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    Diese Pädophilen-Paranoia nimmt ja echt Formen an. :(v

    würde ja schon alles gesagt.

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    Tolles Thema, immer wenn ich ein Mädchen mit Oberteil sehe, was noch so klein ist, denk ich mir immer, was soll das?

    Ich finde 11 gar nicht klein. Ich kenne kaum ein Mädchen, das da noch nicht in oder kurz vor der Pubertät ist. Da geht man auf die weiterführende Schule ":/

    Zitat

    Tolles Thema, immer wenn ich ein Mädchen mit Oberteil sehe, was noch so klein ist, denk ich mir immer, was soll das?

    Also das finde ich genauso wenig schlimm wie kein Oberteil tragen. ":/

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    Ich hab nie einen blöden Spruch deswegen kassiert, es war mir nicht peinlich, wieso auch? Ich war ein KIND und die Abwesenheit eines Oberteils hat niemanden interessiert. Schon gar nicht andere Kinder, völlig wurscht ob Jungs oder Mädels.

    Das war bei uns anders.


    Ich weiss gar nicht, ob ich Bekleidungsauflagen hatte in dem Alter, meine Eltern waren nicht mit im Schwimmbad und hätte das nicht kontrollieren können. Aber dass ich ausgelacht wurde, weil ich kein Oberteil anhatte, das blieb mir in Erinnerung.

    Sierva Angelina,


    nichts gegen Deine Erfahrungen und Ängste – natürlich macht so etwas vorsichtig. Jemand, der man von einem Auto angefahren wurde, wird die Gefahren des Straßenverkehrs auch bewusster erleben. Das macht die Straße aber nicht gefährlicher oder ungefährlicher.. Ich hab den Eindruck, dass die Angst vorm großen bösen Pädophilen eine "Mode-Angst" ist. Ein bisschen haltbarer als die Panik vor der Vogelgrippe usw., aber ganz ähnlich.


    Real existierende, aber extrem geringe und unwahrscheinliche Risiken werden unverhältnismäßig aufgeblasen und mit viel Phantasie bestückt zum chronischen worst-case-Szenario.


    Während es mir ziemlich wurscht ist, ob sich jemand nur noch mit Handschuhen und Atemmaske aus dem Haus bewegt, sehe ich es bei dieser Angst kritischer: da werden zunehmend die Freiheiten eines anderen Menschen eingerschänkt, nämlich die der Kinder.


    Es wird ihnen eine Welt vermittelt, in der Bedrohung und Angst die Atmosphäre dominieren. Eltern sollen Angst um ihre Kinder haben, aber die müssen sie meiner Meinung nach aushalten, während sie dem Kind trotzdem eine offene Welt vermitteln, die sich mit Mut und und bisschen Leichtsinn zu erforschen lohnt.


    Das ist auch die Pflicht der Eltern, meiner Meinung nach ebenso wie es der Schutz der Kinder ist. Das ist mit Sicherheit keine leichter Balanceakt, aber ich halte es für unabdingbar, dass Eltern diese beiden Aspekte als gleichwertig verinnerlichen.