• Probleme in der Schule

    Hallo, meine Tochter geht derzeit in die 1 Klasse. Anfangs lief es auch gut, seit aber 4 Wochen eskaliert es mehr und mehr. Sie ist vom Charakter her eine dominante Persönlichkeit, sie ordnet sich ungerne unter und will immer die erste Geige spielen. Das ist nichts neues an sich. Nun ist es aber so, dass sie im Unterricht dadurch negativ auffällt,…
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    Nur um nochmal etwas mehr auf das Thema einzugehen.

    Zitat

    Zumal ich zuhause keine Probleme mit meinem Kind habe.

    Das kann ja gut möglich sein, aber scheinbar weisst du auch um die Probleme, die dein Kind hat, wenn sie nicht zuhause ist. Du schilderst sie ja selbst. Ich habe das mal zusammengefasst:

    Was genau erwartest du denn von der Lehrerin deiner Tochter?

    Hallo!


    Ich hatte Deinen Beitrag schon vor ein paar Stunden gelesen, wollte aber absichtlich noch nicht schreiben, weil ich erst wissen wollte, was all die anderen hier denken (ich hatte das Gefühl, dass ich vielleicht durch eigene Erfahrungen etwas voreingenommen bin). Nun aber, wo ich lese, was die anderen denken, wage ich mich doch an einen eigenen Beitrag:


    Ich denke, du solltest über den Tellerrand hinausblicken und aufhören, dich und deine Meinung als gesetzt und einzig richtig anzusehen. Dein Kind HAT Probleme. Und es braucht Hilfe. Auf stur und beleidigt zu stellen bringt ihr überhaupt nichts, ganz im Gegenteil, es wird ihr auf Dauer schaden:


    Mein Sohn hatte einen richtig guten Freund. Sie waren zusammen unzertrennlich. Seit dem Kindergarten, bis in die Grundschule. Für uns war es schwer. Der Junge war schwer auffällig in vielen Dingen. Mein Sohn ließ sich leicht mitziehen, wenn es um Dinge ging, die einfach nicht okay waren. Wir haben zu Hause drauf eingewirkt. Die anderen Eltern nicht.


    Unser Sohn hat Ergotherapie bekommen und KG nach Bobath (schwacher Muskeltonus und dementsprechende Problematik, sich lange zu konzentrieren, Sport (er spielt gerne Fußball) war schwierig für ihn, weil er sich alles hart erarbeiten musste). Wir standen nun drei lange Jahre in ständigem Kontakt mit den Lehrern, was wir positiv beeinflussen können, was er alleine leisten muss. Auch mit dem Sozialpädagogen habe ich oft geredt, weil ich am liebsten gesehen hätte, dass diese Freundschaft nun endlich ein Ende findet.


    Die anderen Eltern haben immer schon angeraten bekommen, etwas zu tun: Ergo, Logo, andere Maßnahmen. Schon im Kindergarten, bis fort in die Grundschule. Es wurde mit dem Jungen immer schlimmer. Und die Eltern haben genau das gemacht, was du nun tust: nichts.


    Das bringt es aber leider nicht. Wenn du deiner Tochter helfen möchtest, dann musst du auch andere Meinungen zulassen, zumal die Lehrerin ja nicht die einzige ist, die in diese Richtung denkt.


    Es schadet einem Kind übrigens nicht, wenn es einmal aus seinem gewohnten Umfeld heraus in eine andere Gruppe integriert wird. Ich wollte damals meinen Sohn aus der Klasse nehmen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich alleine ohne diesen Freund weiter entwickeln zu können. Die Lehrer waren dageben, weil er ein sehr beliebtes Kind war, und sie ihn gleichzeitig nicht als "Problem" ansahen. Ich wünschte es hätte geklappt, dann hätten wir das, was wir nun haben, eher erreicht:


    Im Sommer hatten wir ein Erlebnis beim Fußball mit diesem Jungen, das dazu geführt hat, dass mein Mann und ich beschlossen haben, unseren Sohn aus seinem Verein zu nehmen. Er spielt nun in einem anderen Verein.


    Seitdem spielt er besser, konzentrierter und mit mehr Spaß Fussball. UND: er ist in der Schule endlich seinen eigenen Weg gegangen. Er hat mit diesem Kind nichts mehr zu tun, als dass sie nun in der vierten Klasse noch in einem Raum sind. Er ist konzentrierter und ehrgeiziger, seine Ziele zu erreichen. Er entwickelt eine tolle Persönlichkeit und ich bin sehr stolz auf ihn.


    Der andere Junge hat leider immer noch dieselben Probleme, die allerdings noch viel schlimmer geworden sind. Ich erlebe es regelmäßig, weil ich sehr aktiv in der Schule helfe. Ich selbst habe mit ihm keine Probleme und seit wir den nötigen Abstand haben, bin ich auch nicht mehr gestresst deshalb. Er tut mir leid. Es tut mir leid, dass die Eltern so blöde sind, und ihm nicht helfen, indem sie darauf achten, was das Kind braucht. Jahrelang haben sie alles schön geredet und ignoriert, was an Hilfe angeboten wurde. ...


    Deshalb: Wenn du deine Ohren in Bezug auf anderer Leute Meinung (und die Lehrer und Erzieher haben das nötige Fachwissen) auf Durchzug stellst, dann wirst du es nicht besser machen für deine Tochter. Lass dir helfen, denn ich habe schon im ersten Beitrag vorhin gelesen, dass ihr die Hilfe dringend brauchen könnt.


    Versuch nicht immer nur Argumente dagegen zu finden, was die Lehrer raten, sondern auch einmal welche dafür...


    Und, was ich vorhin auch gedacht habe: ich kann mir schwer vorstellen, dass nur alle anderen Probleme sehen und du zu Hause keine haben sollst. Ich denke (und das ist nur meine persönliche Meinung), dass es diese Probleme zu Hause sehr wohl gibt, es aber leichter ist, sie schön zu reden.

    Hallo Wick,


    ja, du kommst mit deiner Meinung sehr festgefahren rüber.


    Da schon andere gut argumentiert haben, möchte ich dir einfach nur folgende Fragen ans Herz legen.


    Wer sitzt bei dem Thema am längeren Hebel? Die Lehrerin, die Schule.


    Wessen Interessen stehen für Lehrerin und Schule im Vordergrund? Die Interessen der ganzen Klasse.


    Wie also kannst du erreichen, dass man deinem Kind möglichst viel Hilfe zukommen lässt und ihm positiv entgegen tritt?


    Indem du dich offen und gesprächsbereit zeigst.


    Versuch dir einfach mal vorzustellen, du stündest vor dieser Klasse. Deine Tochter wird nicht das einzige Kind mit Problemen sein, und hinter jedem Kind stehen wieder Eltern, die ihre Interessen gewahrt sehen möchten.


    Du hast schon das Schwert gezogen, ohne dass der Krieg ausgebrochen ist. Natürlich sollst du hinter deinem Kind stehen.


    Aber die Lehrerin hat schon früh gewarnt, wohin es gehen könnte... das ist doch besser, als wenn sie erst kurz vor Schuljahreseden damit rausrücken würde.


    So hast du noch Gelegenheit zu reagieren und deinem Kind zu helfen.


    Hör die die Kritikpunkte an, versuche eine Ergotherapie zu bekommen. Hast du schon einen Termin? Oft gibt es lange Wartezeiten, an deiner Stelle würde ich HEUTE anrufen und sie auf die Liste setzen lassen, falls das noch nicht der Fall ist.


    Wirke auf dein Kind ein, damit es aufhört andere zu unterdrücken. Lade ihr andere Kinder einzeln ein und versuch darauf einzuwirken. Das ist mühsam, aber es wird sich auf Dauer auszahlen.


    Übe mit ihr die Konzentration. Gesellschaftsspiele sind gut geeignet dafür.


    Vielleicht würden Kopfhörer bei Stillarbeiten in der Schule helfen, damit sie nicht so abgelenkt wird?


    Am Ende möchtest du doch von der Lehrerin, dass sie dir und deinem Kind hilft.


    Entsprechend bringt freundliche Kooperation sicher mehr Erfolg als eine Kampfansage ;-)


    Du kannst mir ja bei Gelegenheit ein wenig von deinem überschüssigen Kampfgeist schicken, ich hab davon wahrscheinlich zu wenig ;-D @:) :-D

    Zitat

    Schule ist immer ungerecht

    Du überträgst deine eigenen schlechten Erfahrungen auf dein Kind, statt ihm zu helfen. Ganz klar: Du hättest längst eingreifen müssen. Erziehungsfehler müssen und können Lehrer nicht ausbügeln. Es ist nicht alles eine Frage des Charakters! Aber es ist sicher auch noch nicht zu spät, das Ruder herumzureißen. Was sagt eigentlich dein Kind zu all dem?

    Mein Kind hat keinen Sonderschul Förderbedarf. Es ist nicht Geisteskrank und gehört sicher nicht auf eine Schule für bekloppte die nicht lernen können. Das stand auch gar nicht zur Debatte beim Elterngespreach, alleine daher ist die Einschätzung der Pädagogin hier und einiger anderer falsch. Das wurde zu keiner Zeit erwähnt. Und alle hier stellen es dramatischer dar als es ist. In der Nebenklasse sitzen Kinder die Tabletten kriegen, damit sie ueberhaupt eine Schulstunde ueberstehen. Dann gibt es pruegelnde, beleidigende Kinder usw. Dazu zählt meine nicht. So wird das hier ruebergebracht, total der Terror Zwerg. Naja lassen wir das.


    *:)

    Nur ganz kurz dazu:

    Zitat

    Zumal ich zuhause keine Probleme mit meinem Kind habe.

    Bei unserem allerersten Elternabend begrüßte uns die Lehrerin mit folgenden Worten:


    Sie alle kennen Ihr Kind als Ihr Kind, ich aber werde Ihnen jetzt etwas über Ihr Kind als Schüler erzählen.


    Diese Worte möchte ich nun auch Dir, liebe Wick, ans Herz legen und Dich vor allem bitten, wenigstens ein ganz klein wenig darüber nachzudenken. @:)

    OT


    Da ich weder "wick" einen Tipp geben kann, und auch selbst erst in 5 Jahren mit dem Thema "schulpflichtiges Kind" konfrontiert werde.


    Allerdings möchte ich einfach mal anmerken, dass es wunderbar ist, wenn jemand Hilfe annehmen möchte, welche Tipps und Impulse hier gegeben werden. Wie aufmerksam und ausführlich aus Sicht von Pädagogen und auch anderen Betroffenen Eltern hier geschrieben, erklärt und versucht wurde, zu helfen. :)^ :)=


    Schade, dass jeder von euch Helfenden sich jetzt vermutlich fragt, warum habe ich die Zeit und Mühe in einen Beitrag investiert.

    @ wick

    Ich glaub, von "geisteskrank" hat hier niemand im Bezug auf deine Tochter gesprochen, ebenso wenig bezeichnet sie jemand als "Terror Zwerg".


    Das was geschrieben wurde und das was du heraus liest, sind 2 paar Schuhe.


    Wenn du doch schon deine feste Meinung hast, warum hast du dich dann an das Forum gewandt?


    Ich wünsche dir und vor allem deiner Tochter dennoch viel Glück, einen Weg zu finden.

    Ein Riesenkompliment an Sheilagh!


    (die hier die erste Reaktion in diesem Faden geschrieben hat)


    Der Alltag als Lehrer ist gemeinhin, hierzulande, hart.


    Und dann noch in der spärlichen Freizeit einen derart ausführlichen, sowie fundierten Beitrag zu schreiben ist ganz gewiß nicht selbstverständlich...


    Da war eine Vollblut-Pädagogin am Werk.


    - Wäre ein Jeder in seinem Beruf derart engagiert, würde es hier (und auf der ganzen Welt) wesentlich besser aussehen -


    An die Fadenerstellerin:


    Gehen Sie mit sich selbst hart in's Gericht.


    Spiegeln Sie, reflektieren Sie, denken Sie gut, kühl über sich selbst nach.


    Zum Wohle ihres Kindes!


    Sonst sehe ich schwarz bzgl. der Zukunft Ihres Kindes.

    P.S.


    Der von Yvette79 geschriebene Beitrag zeigt sehr deutlich, in welche Richtung es beim Unterlassen an Hilfe führen kann.


    Seien Sie froh um diesen geschilderten Fall (im Grunde: Fälle), seien Sie froh dass es (überhaupt noch?) engagierte Lehrer gibt.


    Seien Sie froh dass es - grundsätzlich überall - eben auch außerschulische Hilfen wie hier genannt (und andere Hilfen) gibt.


    In vielen anderen Ländern sieht das ganz, ganz anders aus.

    Zitat

    Insbesondere deine Beschreibung einer Förderschule spricht - imho - Bände.

    Ja wirklich. :|N Das ist extrem unverschämt.

    Irgendwie drängt sich mir der Gedanke auf, die Mutter hat ein Problem damit den Tatsachen ins Auge zu sehen.


    Oder warum sonst wird dem Kind die notwendige Hilfe verwehrt?


    Pass auf, dass deine Tochter dir das in 15 Jahren nicht zum Vorwurf macht.


    Ganz ehrlich, wick DU lässt dein Kind im Stich.


    Schon mal auf einer Schule für "Bekloppte" gewesen?


    Ganz sicher nicht, sonst würdest du anders drüber reden.


    Du klingst wie eine Mutter, der es nicht um das Kind geht, sondern nur darum was die Nachbarn und Verwandten denken. :|N


    Sheilagh :)^

    Ich finde, Kinder, die Hilfe brauchen und einen Förderbedarf in Sachen Schule haben, als "Bekloppte" und "Geisteskranke" zu titulieren einfach nur total daneben. Das geht gar nicht.


    Jedes Kind ist auf seine Weise "anders". Jedes Kind ist "besonders". Egal wie. Das was du schreibst ist abwertend und gemein.


    In meiner Kindheit war ich auf einer Grundschule, die eine "Behindertenschule" (so nannte man es damals) angeschlossen hatte. Jeden morgen bin ich von einem ganz lieben Jungen am Tor abgeholt worden, der auf diese Schule ging.


    Ich selbst bin in eine Klasse gegangen, die zu 85 % aus Kindern bestand, die noch nicht einmal Deutsch konnten, weil sie aus anderen Ländern kamen.


    Ich habe wertschätzen gelernt, was mir all diese Kinder gegeben haben: nämlich, dass es egal ist, wo jemand her kommt, oder wie es ihm gesundheitlich gestellt ist - wichtig ist, wie die Menschen mir begegnen.


    Und so, wie du dich äußerst, hast du im Bezug auf Menschlichkeit ein starkes Defizit an Toleranz.


    Ich würde diese Hilfe annehmen, die dir geboten wird, denn wie Plüschbiest schon schreibt: alles andere wäre unterlassene Hilfe. Man sollte nicht sich und seine eigenen Erfahrungen an erster Stelle sehen, sondern das eigene Kind.