Schulempfehlung für weiterführende Schule

    Hallo !


    Weiss hier jemand eine Möglichkeit, wie man gegen die Schulempfehlung in der 4. Klasse vorgehen kann ?


    Die Lage ist jene : mein Sohn, Viertklässler, hatte im letzten Zeugnis (Versetzung von der 3. in die 4. Klasse) eine 1 in Sachkunde, eine 3 in Mathe, ansonsten alles 2. Die Beurteilung war recht gut, kritisiert wurde, dass er recht still sei und sich dementsprechend am Unterricht wenig beteilige.


    Wie es aussieht, werden sich seine Noten im Halbjahreszeugnis, mit dem er sich hier in NRW auf der weiterführenden Schule anmeldet, scheinbar nicht ändern. Wir hatten mit den alten Zeugnissen schon Vorgespräche an 3 Gymnasien, die mit ihm und seinen Zeugnissen auch recht zufrieden schienen. So.


    Jetzt will die Klassenlehrerin aber, wie ich heute erfahren habe, ihm nur eine Realschul-Empfehlung geben, mit der Begründung, seine Arbeitsweise würde nicht auf ein Gymnasium passen. Eine genauere Erklärung konnte man mir nicht geben.


    Mit sehr viel Glück, wenn er sich jetzt noch sehr anstrengen würde, könne er evtl. noch eine eingeschränkte Gymnasial-Empfehlung bekommen.


    Zu allerdem wurde mir in einem Nebensatz noch mitgeteilt, dass die Arbeitsweise meines Kindes von meiner Seite doch besser zu beaufsichtigen wäre, aber man könne meine häusliche Situation ja nur schwer einschätzen (bin seit 8 Monaten geschieden)!!!


    Ich bin einfach nur wütend....Zum einen weiss ich, dass es in der Klasse Schüler mit einem schlechteren Notendurchschnitt gibt, die die eingeschr. Gym-Empfehlung bekommen haben, zum anderen habe ich das Gefühl, dass sie meine Lebenssituation mißbilligt, und das nun an meinem Kind ausläßt, und ihm dadurch die Zukunft verbaut.


    Was kann ich tun ?


    LG


    Scarlotta

  • 52 Antworten

    Also im Normalfall wird eine Empfehlung für die weiterführende Schule ja aus der Entwicklung der vier Grundschuljahre erstellt, und ich denke, dass die LehrerInnen die Kinder realistisch, durch den direkten Vergleich mit den anderen Kindern beurteilen können, und wenn eine Realschulempfehlung ausgesprochen wird, geschieht das zum Wohle des Kindes, und nicht, um die Eltern zu strafen.

    Zitat

    ... und ihm dadurch die Zukunft verbaut.

    Den Kindern stehen so viele Möglichkeiten offen, ein guter Realschulabschluß ist immer noch besser als eine schlechte Abinote, die qualvoll durch Nachhilfestunden "erkauft" wurde. Mit einem guten Real-Abschluß kann man immer noch Abitur machen, wenn man das möchte.


    Was tut man den Kindern an, wenn sie gegen die Beurteilung auf eine Schulform gesteckt wird, die sie überfordert, ihnen das Selbstwertgefühl nimmt und unter Umständen der Schmach aussetzt, von der Schule zu gehen, weil man es nicht gepackt hat.


    Ich denke, das man das in seine Überlegungen mit einbeziehen muss, denn je mehr Kinder mit Realschulempfehlung auf das Gymnasium gehen, desto stärker sinkt das Leistungsniveau. Was machen dann noch die unterschiedlichen Schulformen für einen Sinn?

    also ich denke da braucht man nicht dagegen vorgehen....... viell würde es ihn wirklich überfordern viele eltern wollen ihr kinder heute auf dem gymn haben verständlich.....


    ich wurde obwohl ich ne empfehlung hatte nur auf die real gelassen von meinen eltern aus... habs abi dann halt danach wo ich es wirklich wollte nachgemacht...


    ich würde es so akzeptieren - viele meiner freunde hatten sogar nur hauptschulempfehlund und haben sich langsam hochgearbeitet viell kann deine sohnemann ja auch nach der 5 klasse wechseln oder sonstiges.......


    lg

    @kragenbär

    Die Lehrer können bei Empfehlungen manchmal so daneben liegen, darauf würde ich nicht allzu sehr bauen...


    Ich hab selbst die Erfahrung gemacht, dass einige Schüler, denen man das Gymnasium zugetraut hat, nur noch mittelmäßige Noten hatten, teilweise auf die Realschule mussten und beruflich nichts besonderes aus sich gemacht haben. Während es manche Schüler gibt, die für die Hauptschule empfohlen wurden und später sogar Abi gemacht haben.


    Die Empfehlungen haben auch viel mit der subjektiven Einstellung der Lehrer zu den Schülern zu tun, mit der psychischen Reife des Schülers, ob der Schüler selbstständig arbeiten kann, ob er ein Träumerchen ist, usw. Dann kommt es auch darauf an, wie der Schüler mit den Themen in den einzelnen Fächern vor der Empfehlung zurecht kam. Es gibt auch Schüler, die nicht durchweg in einem Fach schlecht sind, aber denen manche Themen einfach weniger liegen. Und meistens werden gerade vor den Empfehlungen sehr trockene Themen behandelt, um die Schüler zu testen.


    Es kommt oft auf die Lehrer an, ob ein Schüler gut ist oder nicht. Und warum einem Schüler die Zukunft verbauen, wenn er z.B. in einem oder zwei Fächern schlecht ist und in anderen ausgezeichnet ? Nach meiner Erfahrung und das hab ich auch von anderen gehört, werden gerne Schüler bevorzugt, die gut in Mathe sind. Schüler die es nicht sind, dafür aber in Sprachen gut, werden eher für leichtere Schulformen empfohlen.


    Und ich glaube, dass man sich bzgl. der Realschule nichts vormachen sollte: Da muss man auch ran klotzen, das Arbeitstempo ist langsamer und es wird insgesamt etwas weniger Stoff in der Sek.I durch genommen, aber vom Schwierigkeitsgrad her, ist es das Gleiche. Ich hatte den direkten Vergleich mit einer Freundin, die von Kl. 7-10 auf dem Gym. war.


    Außerdem werden Realschüler auf Lehrstellen vorbereitet, wo meistens technische und mathematische Kenntnisse voraus gesetzt werden. D.h., wenn ein Schüler andere Fähigkeiten hat, ist es definitiv die falsche Schulform. Es müsste ganz einfach Schulen geben, die die Fähigkeiten der Schüler viel früher fördern.


    Denn es kann ja etwas nicht stimmen, wenn bei einem Schüler ein Abi-Schnitt besser als der Realschulabschluss ist...;-D

    ..ich stimme Kragenbär voll zu.


    Das Abi kann mit einem Realschulabschluß auch gemacht werden.


    Wenn Du Dein Kind gegen die Empfehlung der Lehrerin auf Grund des Elternrechts aufs Gym schickst und es dort scheitert und doch auf die Realschule muß, erleidet es seelisch große Schäden, an denen es lange zu knappern hat.


    Am Gym unserer Kinder wurden Mitschüler, die keine Empfehlung der Lehrerin hatten, im ersten Halbjahr besonders rangenommen.


    Natürlich mußt Du die Enscheidung selber fällen und keiner kann in die Zukunft sehen. Aber ein guter Realschüler hat bessere Chancen als ein gescheiterter Abiturient mit Note 3,5.


    Alles Gute für Deine Entscheidung

    Klar, nicht alle Empfehlungen sind 100% richtig, aber im Großen und Ganzen denke ich schon, dass LehrerInnen objektiver, und im Vergleich zu den MitschülerInnen urtleilen können. Kinder entwickeln sich im Laufe eines Schullebens enorm, und es gibt Möglichkeiten, wie tab88 so gut sagt, sich "hochzuarbeiten", und solange es dieses dreigliedrige Schulsystem gibt müssen wir dafür sorgen, dass unsere Kinder möglichst lange gern und gut durch die Schule kommen. Ob dieses Schulsystem ein geeignetes ist, ist eine ganz andere Frage, aber es ist nicht gut, Schulversager "heranzuzüchten", weil man sie durch die falsche Schule überfordert.


    Ein ganz konkreter Fall ist mir mit einem Schüler aus der Schule meiner Tochter bekannt geworden, der "degradiert" worden ist, weil er, aus Ehrgeiz der Eltern, auf dem Gymnasium restlos überfordert war und nun "zurückgestuft" wurde auf die Realschule. Warum muss dieses Kind über Wochen leiden, wenn der Weg auch hätte einfacher für ihn sein können?

    Ich sehe das auch so wie Kiara0476....


    Die Grundproblematik ist einfach, dass auf der Realschule auf das Berufsleben und nicht auf die Oberstufe an einem Gymnasium vorbereitet wird...


    Die Noten deines Kindes, Scarlotta, sind doch weit mehr als stabil, die sind im guten und für das Gymnasium absolut angemessenem Bereich (Obwohl man sich in gewisser Weise allgemein hüten sollte, Noten als eine Art Indikator zu betrachten...).


    Seine Arbeitsweise passt also nicht auf ein Gymnasium? Mit Arbeitsweise meint die Lehrkraft vermutlich das zurückhaltene Verhalten im Unterrichtsgespräch deines Sohnes....naja, dein Sohn kommt ja auch noch in die Pubertät, und da kann sich seine "Arbeitsweise" auch noch um 360° drehen (da sprech ich aus Erfahrung :-D ).


    Du kennst deinen Sohn natürlich am allerbesten (im Bezug auf "Interessen", eventuelle Probleme bei den Hausaufgaben, Motivation, Kreativität (!) etc.), und wenn du meinst, er schafft das, warum dann nicht auf einem Gymnasium anmelden?


    Achso, und:

    Zitat

    Am Gym unserer Kinder wurden Mitschüler, die keine Empfehlung der Lehrerin hatten, im ersten Halbjahr besonders rangenommen.

    Diese "Selektion", die du da ansprichst, ist meiner Erfahrung nach wesentlich drastischer bei Leuten, die nach der 10. Klasse auf's Gymnasium gewechselt sind....

    Also, ich denke, dass sich der Schaden in Grenzen hält, wenn man den Schüler noch nach einigen Wochen WÄHREND des Schuljahres zurück stuft. Was wirklich das Selbstwertgefühl des Schülers ankratzt, ist wenn er/sie am Ende des Schuljahres nicht versetzt wird. Aber man merkt doch schon spätestens am Halbjahreszeugnis, ob der Schüler es schafft oder nicht.


    Klar sollten die Eltern nicht übertrieben ehrgeizig sein, aber wenn das Kind schon auf der Realschule ist, kann man auch erwarten, dass es dort etwas tut. Ich finde aber, dass Eltern darauf achten sollten, dass sich das Familienleben nicht nur noch um Schule dreht und auch für Ausgleich sorgen ...!


    Ich habe selbst keinen Abi - Schnitt von 3,5 (etwas besser) :-D, aber warum ist jmd. dann gescheitert ? Es gibt zig Studiengänge, wo kein NC vorausgesetzt wird und Leute ihr Studium geschafft - und beruflich was aus sich gemacht haben. Nicht jeder kann und muss eine Koryphäe sein ! Für Koryphäen mit 1,0 Durchschnitten gibt es Elite-Gymnasien und Elite-Unis.


    Und nein - ich denke, wenn Eltern die Schullaufbahn ihrer Kinder begleiten und ein Auge darauf haben, dann können sie die Fähigkeiten um einiges besser einschätzen, als die Lehrer. Oft werden viele positive Eigenschaften des Kindes von den Lehrern gar nicht wahr genommen, weil ein Schüler unter 25 anderen natürlich untergeht und sie sich in der Regel ja auch anders verhalten als zu Hause.


    Und wenn Schüler zwei Jahre vor den Empfehlungen dann noch ein paar wirklich schlechte Pädagogen haben und Lehrer und Schüler sich unsympathisch sind, dann läuft es auch auf eine schlechtere Empfehlung hinaus. Außerdem spielt auch die Gesundheit und das Elternhaus des Kindes eine Rolle. Kinder mit gesundheitlichen und familiären Problemen werden immer wieder maßlos unterschätzt, anstatt von vorn herein zu sehen, was wirklich los ist !


    Na ja, aber da kann man sich fusselig reden...

    Ich denke, es müsste eine viel stärkere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus geben, um das Kind richtig einzuschätzen; ich gebe Kiara0476 insofern Recht, dass es zu Fehlurteilen seitens der LehrerInnen kommen kann, weil Kinder falsch eingeschätzt werden. Trotzdem bleibe ich dabei, dass durchaus auch Eltern die Lage des Kindes falsch einschätzen;-), würden die Lernpläne, die jetzt zunehmend in den Schulen eingesetzt werden sollten, tatsächlich mal in die Tat umgesetzt, hätte man bessere Möglichkeiten, rechtzeitig das Beste für das Kind zu erreichen. Aber alle Neuerungen nehmen nur äußerst langsam Einzug in die Schulen, und Lernpläne bedeuten mehr Arbeit, Komunikation mit Eltern und Schülern und das macht man nicht so gerne von Heute auf Morgen.;-)


    *:)

    Zitat

    Und was wäre das Beste für das Kind, wenn die Lehrpläne in die Tat umgesetzt werden würden?? Das Kind auf die Sonderschule schicken ?

    ???


    Lernpläne sind für alle Kinder gedacht, nicht nur die mehr Hilfe beim Lernen brauchen sondern auch für die Kinder, die unterfordert sind. Es geht um besage Kommunikation zwischen Elternhaus, Schule und Kind, um eine individuelle und damit optimale Förderung zu ermöglichen.

    nunja was sagen noten schon aus @pummelchen.... ich dachte die einschätzungen gehen mehr von der psyche - verhalten ect. aus...


    und zur aussortierung ( weis nicht mehr wers gesagt hat) auf den gyms nach der real ..... wie viele beruflichen gymnasien gibts auf dem planeten für realschüler?? das man auf nem normalen nichts verloren hat is klar.... die haben nen ganz anderen hintergrund....


    LG

    Mathematik hat für mich was mit logischem Denken zu tun und wer schon in der 4ten Schwierigkeiten damit hat, wirds auf der weiterführenden Schule nicht besser haben damit.


    Die Logik erschließt sich einem leider nicht, entweder man hat sie, oder man hat sie nicht.


    Seh ich halt so.


    Ich hatte Ende der 4ten Klasse auch eine 3 in Mathe und trotz Nachhilfe immer Schwierigkeiten damit.


    Ich würde ihn auf jeden Fall nicht auf ein normales Gym. gehen lassen.


    Noten haben bei einem gut bis sehr gut mitarbeitenden und normal begabten Schüler genau die Aussagekraft, die sie haben sollen.


    Was denn auch sonst?


    Und dann ist eine Drei halt auch eine Drei und nicht mehr und nicht weniger.


    Es gibt schon Fälle, Schüler, bei denen mag das nicht so zutreffen, aber im normalen Rahmen triffts das schon.


    Wenn es sinnvolle Alternativen für Deinen Sohn gibt, dann find ich das super.


    Viele Grüße

    Meinem kleinen Bruder wurde dieses Jahr auch nur die Realschule empfohlen, weil er sein Wissen, das laut Lehrer über dem Durchschnitt der Restklasse liegt, nicht öffentlich preisgeben will.


    Ist es denn ein Manko, wenn man nicht hausieren geht mit seinem Wissen?