Schulunlust

    Ich brauche bitte einen Rat...oder mehrere.


    es geht um unseren 7-jährigen Sohn. Er geht jetzt in die 2. Klasse einer Grundschule. Schon im Kindergarten hatte er Probleme mit der Trennung. Er hat immer einen großen Aufstand gemacht, wenn ich wieder gehen wollte. War ich außer Sichtweite war es gut.
    Mit dem in die Schule gehen klappt auch nur bedingt. Er ist mir schon so oft hinterher gelaufen als ich mit dem Auto weggefahren bin.


    Er verweigert teilweise die Aufgaben. Also die Hausaufgaben. Weil ihm das zu viel ist. Aber seine Leistungen sind Top! Alle Leistungstests waren bisher eine 1 (Die Note dient nur der Orientierung, hat aber sonst „Bedeutung“). Er hat eine sehr gute Auffassungsgabe.

    Wenn er was will, und er soll erst seine Hausaufgaben fertig machen, hat er zum Beispiel Mathe in fünf Minuten fertig.


    Es macht also nicht den Eindruck als würde ihm was zu schwer fallen.

    Wegen der Probleme haben wir ihn in einem privaten Institut testen lassen. Wirklich brauchbar war das Ergebnis nicht, weil er zu schüchtern war.


    Die Schule die er besucht ist klein. Er hat 9 Mitschüler. Der Lehrer ist streng. Er bekommt viel mit, wenn der mit anderen schimpft bzw. strenger ist. Er achtet schon auf seine Sensibilität.


    Gründe für seine Schulunlust gibt er mehrere an. Mal ist es wegen dem Lehrer, dann weil niemand mit ihm spielen will (kann ich so nicht unterschreiben), dann weil er lieber bei mir sein will. Er täuscht sehr häufig Schmerzen vor.


    Sein älterer Bruder besucht die gleiche Schule. Er ist Autist und hat auch seine Päckchen zu tragen.

    Belohnungen für das in die Schule gehen sind ihm egal, Verbote interessieren ihn nicht. Er will einfach nicht in die Schule.
    Wir versuchen auch schon länger dass er in seinem Zimmer schläft. Aber es klappt einfach nicht. Er sucht permanent unsere Nähe.

    Wir geben ihm auch seine extra Zeit mit uns, weil wir wissen, dass sein Bruder auch was an Aufmerksamkeit braucht.


    Ich fühle mich ehrlich gesagt wie eine schlechte Mutter weil es gleich bei zwei Kindern nicht komplett rund läuft.


    Vielleicht hat ja jemand ähnliches durch?

  • 62 Antworten

    Ach so:


    Er verlegt mittlerweile extra Sachen. Heute hat er sein Mäppchen versteckt und macht so als finde er es nicht mehr. Ich habe alles abgesucht. Er findet aber auch generell Sachen schlecht-seine Augen wurden aber regelmäßig kontrolliert.

  • Anzeige

    Laut Lehrer Nein. Wenn ich ihn frage, sagt er mal es ist ihm alles zu schwer, mal ist ihm alles zu leicht.

    ach so, ja. Er kann super lesen und rechnen liegt ihm sowieso. Er rechnet teilweise seinem Bruder die Aufgaben vor.

    Ich habe schon Storys von Kindern gelesen die auf die Förderschule kamen,

    weil niemand erkannt hat dass sie hochbegabt sind.

    Die Kinder haben sich gelangweilt, nicht mitgearbeitet, und vom Unterrichtstoff nichts mitbekommen wurden dadurch immer schlechter und sind am Ende auf der Förderschule gelandet.

    Falls es bei dir ein Sozialpädagogisches Zentrum gibt, würde ich dort deine Probleme schildern und fragen, ob es möglich ist den Jungen testen zu lassen.

  • Anzeige

    Ja, ich denke ich werde später den Kinderarzt anrufen und das schildern. Ohne Überweisung komme ich da nicht hin. Ist auch ein KJP für sowas zuständig?

    Alias 976225 schrieb:

    Ja, ich denke ich werde später den Kinderarzt anrufen und das schildern. Ohne Überweisung komme ich da nicht hin. Ist auch ein KJP für sowas zuständig?

    Ja, einfach anrufen und das Problem schildern.

  • Anzeige
    Alias 976225 schrieb:

    Der Lehrer ist streng.

    Da hätte ich auch kein Bock auf Schule bei so einem strengen Lehrer:-/


    Hat er Freunde in der Schule?


    Muss er alleine zur Schule morgens und nachmittags nach Hause?

    Alias 976225 schrieb:

    Mal ist es wegen dem Lehrer,

    Kann ich gut verstehen :-/



    Alias 976225 schrieb:

    ann weil niemand mit ihm spielen will (kann ich so nicht unterschreiben)

    Aber das weisst du ja nicht, du bist ja nicht bei ihm in der Schule;-)

    Plüschbiest schrieb:

    Ich habe schon Storys von Kindern gelesen die auf die Förderschule kamen,

    weil niemand erkannt hat dass sie hochbegabt sind.

    Die Kinder haben sich gelangweilt, nicht mitgearbeitet, und vom Unterrichtstoff nichts mitbekommen wurden dadurch immer schlechter und sind am Ende auf der Förderschule gelandet.

    Falls es bei dir ein Sozialpädagogisches Zentrum gibt, würde ich dort deine Probleme schildern und fragen, ob es möglich ist den Jungen testen zu lassen.

    Das kann ich als Schulbegleiterin absolut bestätigen. Ich habe mal eine Klientin begleitet die mit einem IQ von 140 auf der Förderschule war und das nicht mit Schwerpunkt Sozial-Emotional sondern Lernen:=o


    Sie hat erst in der 3. Klasse Lesen gelernt und in der 5. war sie nach Wechsel auf die Regelschule auf einmal Klassenbeste, hat innerhalb eines halben Jahres wirklich alles nachgelernt was fehlte. .. Da konnte man sagen : die "Förderschule" hat sie blockiert.


    Seitdem gebe ich weniger auf Miniklassen. Es kommt nicht auf die Klassengröße sondern auf die Atmosphäre in den Klassen an.


    Ist dein Kleiner auch mal auf eine grenzwertige ASS oder ADS getestet werden? Was du beschreibst erinnert mich sehr an mein Kind. Der hat in der Grundschule erst mitgemacht sobald es anspruchsvoller wurde. Entweder keine, oder Superleistungen, war lange seine Devise. Und das erste Schuljahr hätte er sich schenken können, es war nur Krampf und er hat nur zuhause gelernt.

  • Anzeige

    Ja, der Lehrer ist streng. Hat in der ersten Klasse alles was nicht schön ar sofort ausradiert, und hat wirklich Feuer. Aber ich versuche meinen Sohn dahingehend zu stärken.

    Freunde...er ist definitiv beliebt. Aber wo die anderen (leider) schon Fortnite und andere Spiele mit Gewalt nachspielen, will er nicht mitspielen.
    Aber ich sehe ihn oft mit anderen spielen. Ich fahre miene Kinder zur Schule und hole sie auch wieder ab, weil die Schule im Nachbarstadtteil ist. Bei uns fährt kein Bus hin.
    Manchmal bin ich früher da und kann eben beobachten wie toll er mit den anderen spielt.

    Das ist krass. Wir als Eltern schätzen ihn auch anders ein, als die Testung im Kompetenzzentrum ergeben hat. Als er 4 war, hat er die Matheaufgaben aus dem ersten Schuljahr seines Bruders gerechnet. Wobei ich das als gutes logisches Denken einordnen würde. (Es war eine Bildaufgabe, mit der Frage, wenn x Hunde da sind und x Hunde weggehen, wie viele bleiben übrig)

    Nein, er wurde dahingehend nicht getestet. Ich weiß, Autismus ist ein riesengroßes Spektrum und jeder ist anders, aber da würde ich ihn auf keinen Fall einordnen. ADS...joa, verträumt ist er schon etwas, aber er kann sich stundenlang konzentrieren. Aber es ist defintiv eine Überlegung wert. Ich weiß nämlich auch von meinem großen Sohn, dass er sich durchaus bei Sachen für die er sich begeistert, sehr lange konzentrieren kann.

    manchmal ist es die Umgebung, manchmal ist es was im Inneren;

    das musst Du anfangen abzuklappern.

    1. Schildere das Problem mal bei einer KJP, die haben Leute für "Schulprobleme" und machen die passenden Tests.

    "Einfach" eines nach dem anderen abhaken.

    2. Frag in der Schule nach der zuständigen Schulpsychologen, Sozialarbeiter, die setzen sich dann mal mit in den Unterricht.


    Aus der Erfahrung heraus kann ich Dir raten, nicht beides gleichzeitig anzugehen, sonst reibt man sich auf. Ich würde mit der Schule anfangen, Lehrer mit in´s Boot etc

  • Anzeige