Sohn will nicht mehr mit Tochter meiner Freundin spielen

    Hallo miteinander,


    ich bin gerade unsicher, wie ich mich am besten verhalte, und wüsste gerne, was Ihr machen würdet:


    Ich habe einen Sohn, der im Herbst 4 wird, und eine gute Freundin, deren Tochter einen Monat jünger als mein Sohn ist. Wir kennen uns seit zweieinhalb Jahren und treffen uns nicht übermäßig oft, aber schon regelmäßig (ca. zweimal im Monat); entweder auf Spielplätzen, oder zuhause (überwiegend bei meiner Freundin).


    Mein Sohn ist bei Gleichaltrigen eher vorsichtig-zurückhaltend, beobachtet viel und läßt sich regelmäßig Spielsachen wegnehmen, ohne groß zu protestieren. Das andere Mädchen ist das Gegenteil: Dirigiert das Spiel, will nicht, dass mein Sohn mit ihren Sachen spielt, schiebt ihn durch die Gegend.


    Bislang haben unsere Treffen trotzdem gut geklappt; nach einer kurzen Beobachtungs- bzw. Spielsachen-an-sich-reiß-Phase haben die beiden irgendwann doch immer ganz gut zusammen gespielt bzw. sind kichernd durch die Wohnung gerannt.


    Seit kurzem (es gab da ein Treffen, bei dem das andere Mädchen sehr bestimmend war und meinem Sohn sofort jedes ausgesuchte Spielzeug weggenommen hat) will mein Sohn besagtes Mädchen aber nicht mehr treffen. Es gab ein paar Tage später schon ein tränenreiches Drama, weil ich angekündigt hatte, dass wir sie auf dem Spielplatz treffen, und es kam bei diesem Treffen auch zu keinem gemeinsamen Spiel. Hinterher meinte mein Sohn, dass es ihm überhaupt nicht gefallen habe, und seitdem sagt er immer wieder, dass er das andere Mädchen nicht mag und "nie mehr" mit ihr spielen will. Das gleiche sagt er übrigens auch über einen anderen gleichaltrigen Jungen, den wir aber nur sehr selten sehen. Ein anderes, gerade 3 gewordenes Mädchen mag er dagegen sehr gern und freut sich auf jedes Treffen – ist also nicht so, dass er generell keine anderen Kinder sehen will. Er geht vormittags in die französische Vorschule und spielt dort laut Lehrerin auch eher alleine, lehnt aber wohl den Kontakt nicht ab und ist halt eher zurückhaltend-ruhig, freundlich und "pflegeleicht" (bei einer Gruppe von 26 Kindern eine sehr geschätzte Eigenschaft...).


    Ich frage mich jetzt, was ich am besten machen soll? Seiner "Abneigung" nachgeben und Treffen erstmal absagen (bzw. die Freundin ohne Kinder treffen)? Gucken, wie sich das weiter entwickelt? Oder, wie mein Mann meint, Treffen weiterhin durchziehen, auch unter Protest? Vielleicht eher mal bei uns, wo er "Chef" der Spielzeugkiste ist?


    Ich bin eigentlich der Meinung, dass gerade der Umgang mit etwas rabiateren Kindern ihm ganz gut tut (oder zumindest nicht schadet, will ihn nicht in Watte packen) – bei der Gelegenheit erkläre ich ihm auch immer wieder, dass er "nein" sagen und sich wehren/sein Spielzeug festhalten darf usw., und ich komme auch mal mit, wenn er sich alleine nicht traut, das andere Kind um ein Spielzeug zu bitten. Ich versuche also, ihm zu helfen, Selbstvertrauen zu entwickeln, damit er sich in solchen Situationen auch alleine behaupten kann. Deshalb will ich "schwierige" Treffen gar nicht vermeiden, allerdings ist seine Ablehnung jetzt doch schon recht deutlich und ausgeprägt. Wie würdet Ihr Euch verhalten?

  • 22 Antworten

    würdest du dich 2 mal im monat privat mit wem treffen wollen, den du nicht magst?


    nö, ich würde meiner freundin ganz ehrlich sagen, dass dein sohn nicht mehr gemeinsam spielen mag momentan.


    freunde darf man sich in jedem alter selber aussuchen. konflikte kann er in der kita und auf dem spielplatz genug mit anderen kindern austragen.


    das heißt ja nicht, dass ihr die kids nicht zum gemeinsamen kaffeetrinken mitnehmen könnte, aber dann eben ganz klar: die großen treffen sich, die kleinen können mit, wenn sie mögen, nicht als spielverabredung.

    Ich würde auf die Bedürfnisse des Sohnes hören und ihn nicht mehr mit diesem Mädchen spielen lassen, wenn er nicht will. Er hat schließlich gute Gründe. Warum soll er sich zwingen? Und das Durchsetzenlernen kann man ja immer noch üben, wenn sich schlechte Kontakte nicht vermeiden lassen, aber man muß ja nicht bewußt schlechte Kontakte aufsuchen, um das zu üben. Das ist irgendwie...ähmm...pervers. ;-D


    Es ist ja auch eine gesunde Eigenschaft, das abzulehnen, was einem schadet. Dein Sohn würde allerdings das Gegenteil lernen. Der denkt dann später: "Oh das ist schei**, da muß ich hin!"

    Hallo Alouette,


    stell dir vor, dein Mann würde von dir verlangen, dass ihr euch mit der größten Oberzicke trefft, die dich lächerlich macht und dir das Essen vom Teller stibitzt. Oder eine, die dir die Klamotten aus dem Kleiderschrank klaut ohne dich zu fragen. Was würdest du dann sagen ? Und vor allem dein Mann, wenn es IHM mit einem anderen Mann ähnlich erginge !?


    Sich durchsetzen, das lernt er in der Vorschule und später in der Schule - da muss man sich nicht in der Freizeit noch mit abplagen. da soll man Spaß haben !


    Abgesehen davon: die Mutter des Mädchens könnte ja auch ihrem Töchterchen beibringen dass man nicht immer alles bestimmen darf. Und dass man anderen Kindern nicht einfach das Spielzeug wegnimmt !!!

    Danke für Eure schnellen Antworten!


    Nee, ich würde mich natürlich auch nicht zweimal im Monat mit jemandem treffen wollen, den ich nicht mag. Ich bin mir nur unsicher, ob er sie wirklich nicht mag, ob das irgendeine komische Phase ist, oder was da gerade in seinem Kopf herumspukt. Z.B. erzählt er mir auch oft, dass er seine Tante nicht mag und niiie wieder mit ihr spielen will – und sobald wir sie sehen, stürzt er sich auf sie und will sie gar nicht mehr loslassen. (Mein Mann meint, dass es eine Art Machtspiel mit mir ist und er testen will, wie weit er damit kommt, bzw. was er für Reaktionen damit bei mir auslöst.)


    Ich würde auch nicht unbedingt sagen, dass das Mädchen ihm "schadet" (obwohl, vielleicht ist das ja aktuell in seinen Augen so); sie ist ja kein "schlechter Kontakt", sondern macht einfach das, was ein guter Teil aller Dreijährigen macht – das Spielzeug nicht teilen wollen.


    Aber ich tendiere ja auch eher dazu, ihn nicht zu Treffen mit dem Mädchen zu zwingen; ich glaube, die Vorschule streßt ihn schon genug, und Ihr habt recht, dass er sich da schon genug behaupten muß, das muß er nicht auch noch in seiner "Freizeit" tun müssen. Außerdem streßt es mich ja ebenfalls gewaltig, wenn ich mein Kind unter Schreien und Wehklagen zur Verabredung schleppen muß.


    (Und noch kurz am Rande: Der Mutter des Mädchens ist das Verhalten ihrer Tochter schon gebührend unangenehm und sie versucht ständig, mit Erklärungen, Bitten, Ermahnungen dagegenzuwirken, aber das ist eben in dem Alter nur zeitweise von Erfolg gekrönt.)

    Mit dem letzten abschnitt meinst du wohl mich...sei nicht böse wenn ich zu heftig war aber ich lese/höre so viel Marke "Kinder müssen sich wehren" aber die "Täter" werden nicht gemaßregelt. Habe ich auch schon im Bekanntenkreis erlebt. Da bin ich wohl etwas zu empfindlich...


    Und was "Machtspielchen" betrifft: wenn es deinem Sohn darum ginge, dass du auf deine Verabredungen verzichtest, klar, das wäre nicht ok.


    (Wobei natürlich noch die Frage wäre: kannst du ihn anderswo unterbringen wenn du die Freundin besuchst)


    Und vielleicht denkt er in ein paar Monaten ja auch wieder anders...

    Nein, Silbermondauge, bin nicht im geringsten böse. Mir tut nur meine Freundin schon fast leid, weil ihr das Verhalten ihrer Tochter selbst so unangenehm ist, sie es nur leider auch nicht einfach so abstellen kann. Dreijährige sind da vernünftigen Argumenten gegenüber ja noch nicht so zugänglich. Ich sehe deshalb auch nicht die Kategorien "Täter" und "Opfer" bei der ganzen Sache; noch hat das nichts mit Boshaftigkeit oder so zu tun. Teilen will halt (manchmal mühsam) gelernt sein...


    Heute haben wir die andere Freundin besucht, deren Tochter mein Sohn sehr mag und als seine Freundin bezeichnet – er hat sich sehr auf den Besuch gefreut und schien im Spiel ziemlich glücklich. Generelle Machtspielchen schliesse ich deshalb jetzt aus. Na, mal sehen, wie sich die "Abneigung" weiter entwickelt; danke jedenfalls nochmal für Eure Meinungen!

    Dreijährige können schon teilen. Man muss das nur beibringen.


    Bei uns half auch manchmal wenn die gegnerische Mutte rmal was gesagt hat. Also nicht nur die eigenen Mutter. Die kInder waren dann häufig einsichtiger, da sie ja mit der "fremden" Mutte rkeine Machtspielchen austragen.


    Wenn er aber partout nicht will, zwing ihn nicht.


    Bzw. auf dem Spielplatz sind ja auch andere Kinder, Dort kann er ausweichen, was er in einer fremden Wohnung nicht kann.


    Also wenn dann Spielplatz.

    Schlechtes Verhalten macht einsam – dein Sohn unterstützt solches schon mal nicht und äußert klar seine Abneigung. Eine sehr gesunde Einstellung.


    Unfähige Hundehalter haben auch ein einsames Leben – sollte nicht dein Problem sein.

    Ich finde das schwierig.


    Eigentlich bin ich auf der Seite derer, die sagen, dass dein Sohn sich in seinem Alter schon seine Freunde aussuchen sollte. ABER: es geht ja auch um deine Bedürfnisse und das Treffen mit deiner Freundin.


    Also würde ich vorschlagen, dass ihr Mütter euch weiterhin trefft, wenn es euch wichtig ist. Dann allerdings so, dass er dem Mädchen ausweichen kann bzw. noch andere Kinder dabei sind. Wie White Magic schon schrieb: Auf dem Spielplatz oder so.

    Zitat

    Unfähige Hundehalter haben auch ein einsames Leben – sollte nicht dein Problem sein.

    Es ist aber sehr einfach, die andere Mutter als unfähig abzustempeln (den Vergleich Hund / Kind will ich mal nicht kommentieren).


    Der anderen Mutter ist es ja schon unangenehm und sie versucht entgegenzuwirken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manches seine Zeit (und Wiederholung) braucht, bis es funktioniert. Das hängt mitnichten immer nur von den Eltern ab, sondern eben auch vom Naturell des Kindes.

    Puh...wenn ich jetzt mal die Sache umdrehe, wäre ich als Freundin schon ziemlich traurig, wenn kein Treffen mehr zu standen kommt, nur weil mein Kind ab und zu mal rumzickt.


    Allerdings hat mein Sohn auch mal solche Anwandlungen mit dem Nachbarkind, eigentlich verstehen die sich sehr gut, aber sie hatte auch schon "schwierige Phasen" Ich habe ihm Möglichkeiten aufgezeigt was er machen kann, wenn sie ihn nervt und mittlerweile kommt er gut damit klar (sie weniger ]:D )


    Das andere Nachbarkind ist aber ein ganz anderer Schlag, da greife ich dann als Mutter ein, weil er nicht gegen sie ankommt. Einmal klare Ansage und sie hält sich etwas zurück. Wir haben einen Gemeinschaftsgarten, da kann man sich nicht immer aus dem Weg gehen.


    Ich denke auch, wenn das eigene Kind völlig überfordert ist mit dem anderen kann man als Mutter schon mal eingreifen und dem eigenen Kind den Rücken stärken. Sonst ist es ja völlig klar, dass sie das andere Kind nicht mehr sehen wollen, wenn sie jedes mal allein dastehen.

    Ich kann hatschipu soweit zustimmen.


    Es handelt sich hier nicht um eine "gegnerische" und "unfähige" Mutter.


    Sie ist eine gute Freundin von Alouette.


    Somit würde ich die Treffen auch weiterhin stattfinden lassen, aber nicht als "Spieltreffen" für die Kinder deklarieren, sondern als Treffen der Mütter. Außerdem einen offenen Ort wählen, wie auch schon vorgeschlagen wurde.

    Leider läuft nicht immer alles so, wie man sich das wünscht. Ich kenne diese Situationen auch, dass ich eine Mutter sehr nett finde, mein Kind aber nicht mir deren Kind klar kommt.


    Ich denke, dass man den Willen des Kindes ernst nehmen sollte. Mein Kind hat auch Freunde, mit deren Eltern ich nicht unbedingt einen Kaffee trinken wollte.


    Ich sehe darin auch kein Problem – dann treffe ich mich eben alleine mit der befreundeten Mutter und mein Kind verabredet sich mit seinen Freunden (mit 4 hat das bei uns schon ganz gut geklappt).


    Wenn sich die beiden vorher gut verstanden haben, könnte man dann nach einiger Zeit einen neuen Versuch starten – auf dem Spielplatz mit Ausweichmöglichkeiten. :-) Natürlich ist das schön, wenn diese praktischen "Kombitreffen" funktionieren, erzwingen sollte man sie aber nicht.