• Sohn will nicht mehr mit Tochter meiner Freundin spielen

    Hallo miteinander, ich bin gerade unsicher, wie ich mich am besten verhalte, und wüsste gerne, was Ihr machen würdet: Ich habe einen Sohn, der im Herbst 4 wird, und eine gute Freundin, deren Tochter einen Monat jünger als mein Sohn ist. Wir kennen uns seit zweieinhalb Jahren und treffen uns nicht übermäßig oft, aber schon regelmäßig (ca. zweimal im…
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    Nur weil die Mütter befreundet sind, müssen die Kinder nicht auch automatisch befreundet sein bzw. sich mögen. Zwingen würde ich mein Kind nicht, mit einem Kind zu spielen, das es nicht mag.


    Aber ich würde meinem Kind schon signalisieren, dass man eben auch mal Leute trifft, die man nicht mag – und mich weiterhin mit der Freundin treffen. Allerdings kann und darf ich dann nicht erwarten, dass mein Kind sich mit dem Kind der Freundin beschäftigt (auch wenn das ganz praktisch wäre :=o ). Ich würde den Ort des Treffens dann so wählen, dass mein Kind durchaus die Möglichkeit hat, sich allein zu amüsieren oder mit anderen Kindern zu spielen (z.B. Spielplatz).


    Wenn es also zum Treffen kommt, würde ich meinem Kind vorher sagen: Wir treffen uns mit "Freundin der Mutter" und "Kind der Freundin" wird wohl auch da sein. Aber Du musst ja nicht mit ihr spielen!


    So lernt das Kind, dass das andere Kind zwar dabei ist, aber nicht von ihm erwartet wird, dass es mit diesem spielen MUSS.

    Oh, hier ist ja noch etwas geschrieben worden.

    @ white magic

    Klar können auch Dreijährige schon teilen. Mein Sohn "kann" das sogar so gut, dass er sich grundsätzlich alles aus der Hand reissen lässt, was mir wiederum auch nicht gefällt bzw. mir manchmal schon Sorgen macht. Generell lassen sich die mir bekannten Kleinkinder in die Gruppen "mag gar nichts teilen oder abgeben" und "wehrt sich überhaupt nicht" einteilen, und jeweils finden die Mütter das veränderungswürdig. (Mag sein, dass einige Dreijährige schon so empathisch sind, dass sie freiwillig und gerne teilen, nur kenne ich die hier nicht.)


    Was ich damit sagen will: Wir versuchen doch alle, unsere Kinder zu rücksichtsvollen, empathischen, gleichzeitig aber auch starken und selbstbewußten Wesen zu "erziehen" (wieviel davon dann nochmal eine schlichte Charakterfrage ist, weiß ich nicht zu sagen), aber das ist doch ein eher langer Prozeß. Der mit 3 noch lange nicht abgeschlossen ist und manchmal auch noch keine großartig sichtbaren Früchte zeigt. Also, meine Freundin sieht, dass das Nichtteilenwollen nicht ok ist und versucht, ihrer Tochter zu zeigen, wie es anders gehen kann und sollte, aber bislang tut das dreijährige Mädchen halt in den meisten Fällen noch nicht das, was es da tun soll. Und soweit ich das verstanden habe, ist das auch ein Stück weit noch normal in dem Alter. Aber die Freundin läßt nicht locker. Genau wie ich, ich erkläre meinem Sohn immer wieder, dass (und wie) er "nein" sagen und seinen Besitz festhalten kann, dass er das Recht dazu hat usw., aber auch das braucht nunmal vielevieleviele Wiederholungen (und viel Übung), denke ich.

    @ Rio Grande

    Also, wie einen Hund konditioniert meine Freundin ihre Tochter nun nicht, und unfähig ist sie auch bei weitem nicht – s. o. Aber ja, dass mein Sohn seine Abneigung (wenn es denn wirklich eine ist) äußert, ist natürlich gut.

    @ despentes

    Zitat

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manches seine Zeit (und Wiederholung) braucht, bis es funktioniert. Das hängt mitnichten immer nur von den Eltern ab, sondern eben auch vom Naturell des Kindes.

    Ja, sehe ich auch so.


    Ansonsten (geht auch an hatschipu, bellagia und Akasha) denke ich auch, dass weitere Kindertreffen wenn dann erstmal "auf neutralem Boden" mit Ausweichmöglichkeiten stattfinden. Unsere kinderfreien Treffen werden wir außerdem beibehalten, denn natürlich habe ich weiterhin das Bedürfnis, meine Freundin zu sehen (und sie hoffentlich auch umgekehrt).

    Zitat

    Puh...wenn ich jetzt mal die Sache umdrehe, wäre ich als Freundin schon ziemlich traurig, wenn kein Treffen mehr zu standen kommt, nur weil mein Kind ab und zu mal rumzickt.

    Ja, ich auch, und auch erschrocken, wenn ein Kind meines wegen seines "unangenehmen" Verhaltens meiden würde. Wie gesagt, ich versuche, meinen Sohn da zu stärken, und ich sage auch schonmal was zu dem Mädchen. Was dann in dem Moment wirkt, aber nicht grundsätzlich und in weiteren Situationen.

    Zitat

    Wenn sich die beiden vorher gut verstanden haben, könnte man dann nach einiger Zeit einen neuen Versuch starten – auf dem Spielplatz mit Ausweichmöglichkeiten. :-) Natürlich ist das schön, wenn diese praktischen "Kombitreffen" funktionieren, erzwingen sollte man sie aber nicht

    Genauso werden wir das machen. Ich bin, wie gesagt, nicht ganz sicher, wie ich die "Abneigung" meines Sohnes dem anderen Mädchen gegenüber einordnen soll. Ich habe ja schon beschrieben, dass er auch oft sagt, er würde seine Tante nicht mögen, obwohl er sie, sobald er sie sieht, am liebsten gar nicht mehr loslassen will. Seit neuestem erklärt er mir, er würde sie schon mögen, nur ihre Stimme nicht. Auch meinen Bruder wollte er niiiiie wieder besuchen – seit gestern erzählt er immer wieder, sein Onkel sei wirklich der Lustigste der Welt. Hm. Also, nicht dass ich seine Äußerungen gar nicht ernstnehme, aber ich glaube, da ist auch eine Menge Austesten mit dabei: Mal sehen, wie Mama reagiert, wenn ich sage, ich mag XY nicht. Bzw. mal sehen, ob sie wieder so überrascht/erstaunt/entrüstet/... reagiert wie beim letzten Mal. Und im Fall des besagten Mädchens sind ihm die Treffen wohl tatsächlich eher unangenehm, weil eben unentspannt. Mit den auch schon erwähnten anderen Mädchen einer anderen Freundin ist er entspannter, das läuft da einfach reibungsloser, weniger anstrengend/fordernd für ihn. Also "mag" er die einen und die andere nicht.


    Also nochmal danke für Eure Einschätzungen: es war gut, für mich selbst klarzukriegen, dass es sich wohl eher nicht um irgendwelche Machtspiele handelt (wie sein Papa meinte). Ansonsten werde ich schon Rücksicht auf seine geäußerte Abneigung nehmen, sehe die aber auch nicht als in Stein gemeißelt an und probiere es in einiger Zeit einfach mal wieder mit einem "offenen" Treffen auf dem Spielplatz. Danke Euch!

    Zitat

    Oder, wie mein Mann meint, Treffen weiterhin durchziehen, auch unter Protest?

    Oh Gott, was will dein Mann seinem Sohn antun?

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    Puh...wenn ich jetzt mal die Sache umdrehe, wäre ich als Freundin schon ziemlich traurig, wenn kein Treffen mehr zu standen kommt, nur weil mein Kind ab und zu mal rumzickt.

    Ja. Dann wärst Du eben traurig. Bist ja schon groß und kannst das aushalten. ;-) Es klingt auch nicht nach "ab und zu rumzicken", sondern nach sehr dominantem Verhalten, und solches Verhalten braucht eine Rückmeldung. Wenn diese Rückmeldung lautet, dass ein anderes Kind keine Lust mehr hat, mit einem zu spielen, weil man sich so doof benimmt, dann ist das ganz sicher nicht verkehrt.


    Ich würde es mit der offenen Variante ausprobieren – die Erwachsenen treffen sich so, dass die Kinder viel Raum haben und andere mögliche Spielkollegen. Klappt das: prima. Vielleicht nähern sich die beiden wieder an oder auch nicht. Klappt es nicht, würde ich es erst mal ganz auseinandersortieren, mich mit der Freundin ohne Kinder treffen und es in zwei, drei Monaten noch mal probieren. Falls die Kinder nacheinander fragen, was auch passieren kann, auch früher. Regelmäßige Treffen, wenn eins der Kinder nicht will: nein.

    Ach so, ich zitiere mich nochmal selbst aus dem Eingangspost:

    Zitat

    Bislang haben unsere Treffen trotzdem gut geklappt; nach einer kurzen Beobachtungs- bzw. Spielsachen-an-sich-reiß-Phase haben die beiden irgendwann doch immer ganz gut zusammen gespielt bzw. sind kichernd durch die Wohnung gerannt.

    Das ist ja nun noch nicht so lange her, und es kann keine Rede davon sein, dass wir zwei Kinder, die einander spinnefeind sind, einfach kaltherzig und ohne Rücksicht auf Protest zusammengepfercht haben, nur damit wir Freundinnen in Ruhe quatschen können. Bis vor einiger Zeit hat er sich darauf gefreut, das andere Mädchen zu sehen.


    (vanweiden, Deinen Beitrag sehe ich jetzt mal als Ironie an...?)

    @ Alouette:

    Ich finde du gehst mit der Situation gut um und hast eine gute Einstellung.


    Du wirst das richtig lösen und mit deiner Freundin einen Weg finden.


    Wer weiß, vielleicht verstehen sie sich in ein paar Wochen auch wieder.


    Mein Sohn hat sich mal eine Weile von einem etwas älteren Freund lauter Unsinn auftragen lassen und diesen getreulich ausgeführt, um dann die Schimpfe zu kassieren.


    Ich fand das gar nicht gut.


    Nach einigen Ansagen (hat ein paar Wochen gedauert) hat er gelernt, sich zu behaupten und macht nur noch den Unsinn, denn er sich selbst ausdenkt. Hoffe das bleibt so ;-D

    Die haben in dem Alter immer mal wieder solche Phasen. ;-) Unser Kleiner wollte wochenlang nicht in den Kindergarten, weil einer, der eigentlich zu seiner Clique gehörte, ihn immer so arg geärgert hat (die Nachfrage bei den Erzieherinnen ergab dann eher das Bild, das sie einander sehr piesacken ;-D ). Dann war das auf einmal vorbei, und jetzt wollen sie einander ständig besuchen und begrüßen sich morgens mit lautem Jubel, und wenn der Kleine mal trödelt und nicht so recht loswill, hilft es, ihn damit zu locken, dass das vormalige Schreckgespenst bestimmt schon auf ihn wartet. Ich würde es also als Momentaufnahme durchaus ernst nehmen und auch als Ausdruck tiefempfundener Gefühle, die ihn umtreiben, aber davon ausgehen, dass es sich ganz schnell auch wieder ändern kann.

    Ich würde den Wunsch deines Kindes akzeptieren. Wenn es sich in Gegenwart des anderen Kindes nicht wohlfühlt, dann wird das auch seinen Grund haben. Du wirst später noch oft mit ähnlichen "Problemen" konfrontiert werden. Beispielsweise, wenn dein Kind mit anderen Kindern spielen mag, die du oder deren Eltern du nicht magst. Würdest du ihm die Treffen dann auch untersagen? Außerdem würde ich mich nicht so viel in die Angelegenheiten der Kinder einmischen, die müssen lernen das alles selber zu regeln. Führer, als noch ohne Aufsicht der Großen gespielt wurde, hat das auch und mintunter sogar viel besser geklappt. Kinder sozialisieren sich untereinander. Es gibt ein ganz tolles Buch von Herbert Renz Polster zu dieser Thematik: "Menschenkinder: Plädoyer für eine artgerechte Erziehung" –> sollten sich alle "modernen Eltern" mal vornehmen zu lesen. Heutzutage werden die Kids viel zu sehr kontrolliert, damit rauben wir ihnen ihre eigentliche Kindheit. Dazu gehört eben auch, dass wir akzeptieren müssen, wenn ein Kind eher dominant und eines eher schüchtern ist.