Spielplatz verlassen

    Hallo! Wir haben ein Problemchen, das ich seit 1 Jahr einfach nicht in den Griff kriege. Und zwar: Sohn, 2,5 hat ein riesen Problem damit, wenn wir den Spielplatz verlassen. Er wirft sich dann auf den Boden, kreischt, schlägt um sich, tritt (überwiegend mich :-/ ), ist vor Wut gar nicht mehr ansprechbar...sprich: Er bekommt einen enormen Wutanfall. Oft rennt er auch weg, bis ich ihn fange. Es bleibt mir dann nichts anderes übrig, als ihn mir unter den Arm zu klemmen und wegzutragen, während er kreischt und nach mir tritt. Die anderen Eltern gucken mich an, als wären wir Aussätzige (ja ich weiß, man gibt nichts auf die Meinung anderer, trotzdem ist es echt peinlich). Er legt eine wirklich beeindruckende Show hin und beruhigt sich oft selbst während des Nachhauseweges nicht, so dass ständig Passanten sich einmischen (,,Will er vielleicht raus aus dem Buggy?" usw).


    Am Ende sind wir beide zu Hause völlig entkräftet...


    Nun habe ich schon so viel probiert!


    Anfangs hab ich versucht, ihn zu locken mit Süßigkeiten oder seinem Lieblingsfilm, was keine Wirkung zeigte.


    Dass ich alleine gehe, habe ich auch schon einige Male simuliert. Interessiert ihn überhaupt nicht.


    Hab auch schon vorher mit ihm drüber geredet, dass kein Theater gemacht wird, wenn wir nach Hause gehen.


    Auch auf Ankündigungen wie "Wir gehen gleich" und rumlaufen und "Tschüss Rutsche" usw sagen pfeift er.


    Wir sind auch weder zu kurz noch zu lange da. Mal 20 Minuten, mal 45, mal 2 Stunden.


    Er kann einfach nicht akzeptieren, wann Schluss ist.


    Ich hatte gehofft, dass es eine Phase ist, aber das zieht sich schon seit wir überhaupt auf den Spielplatz gehen so hin. Auch im Kindergarten macht er das, wenn er draußen auf dem Spielplatz ist und ich ihn abhole.


    Gehts vielleich noch jemanden so?


    Kann mir jemand sagen, was da hilft?


    Andere Kinder scheinen immer brav mitzugehen.

  • 15 Antworten

    Ich hab mal irgendwo gelesen, dass man Kinder klare Ansagen machen soll.


    Also nicht "Gleich gehen wir", sondern "In 10 Minuten gehen wir"...ob das jetzt praktisch was ändert...vielleicht in der Argumentation...aber dafür ist er glaub ich zu klein ":/


    Einen Versuch wäre es trotzdem wert, oder? geht ja nichts kaputt dran.

    Hallo geoM,


    mein Sohn ist im August 2 geworden und wir hatten solche Probleme ehrlich gesagt noch nie. Oft will er nach Hause (setzt sich dann in Buggy und symbolisiert, dass wir jetzt gehen können oder sagt Tschüss) oder er kommt halt einfach so mit. Manchmal muss ich ihn mir natürlich auch schnappen, aber dann ist auch schnell wieder Ruhe mit ein bisschen Ablenkung ("Zuhause wartet schon Papa und dann essen wir alle zusammen... "). Ich sage dann auch vorher, dass wir bald gehen ("Noch einmal Rutschen"), aber oft ist selbst das nicht nötig.


    Was ich für Ratschläge an dich habe:


    Bist du denn überhaupt schon mal geblieben, bis er nicht mehr wollte? Vielleicht einfach mal viel Zeit (und Licht) mitnehmen.


    Stört es ihn, wenn alle anderen Kinder gehen und er allein ist?


    Wie funktioniert es in der KiTa, wenn die Kinder zum Mittag o.ä. rein gehen?


    Ansonsten hätte ich es auch mit Locken probiert. Meiner isst z.B. gern diese Fruchtriegel, den halt dann nur auf dem Heimweg geben. Aber du hast ja gesagt, dass das nicht gezogen hat.

    Oooh ich kenne es, meiner ist auch so, etwa im gleichen Alter! *:)


    Er ist eigentlich recht folgsam, aber auf dem Spielplatz gibts kein Halten mehr und er mach dann großes Theater, wenn wir wieder gehen. Ich sage ihm auch schon immer, dass wir nur ein bißchen Spielen. Ich kündige das Gleich-Gehen auch immer an. Aber egal wie ich es anstelle es gibt jedes Mal wieder Ärger! :-( :(v So Spielchen wie Noch-so-und-so-lange funktionieren nicht, er ignoriert mich und läuft weg. So dass es jedes Mal ein Machtkampf draus wird und ich stinksauer bin, weil ich ihn nur wegtragen kann. Und ja, andere Eltern glotzen in solchen Situationen, als würde man das Kind misshandeln, ist wirklich so! Aber das stört mich weniger als dass ich auch gerne einfach entspannt vom Spielplatz gehen würde. :=o


    Er beruhigt sich dann oft wieder auf dem Nachhauseweg. Er ist halt in der Beziehung ein Sturkopf und ich glaube, in dem Alter ist eh noch mal super schwer.


    Würde mich aber auch über Tipps freuen! :)=

    Zitat

    Darf ich fragen, warum ihr dann überhaupt noch auf den Spielplatz geht?

    Das frag ich mich grad auch....du bestätigst ihn ja noch darin dass er machen kann was er will, Spielplatz gibt's trotzdem wieder! Warum sollte er was ändern? ":/

    Zitat

    Spielplatz macht ihm viel Spaß

    Genau! Er kriegt Spaß (also Belohnung) fürs Theater....finde den Fehler! ]:D


    Ich würde eine klare Ansage machen - "wenn's heute wieder Ärger gibt ist der Spielplatz gestrichen!"


    Das verstehen sie auch mit 2,5....

    Und dann aber auch erst mal durchziehen!


    Klar haben sie mit 2,5 keine Vorstellung was "nie wieder" heisst....aber "heute gehen wir NICHT weil mich das Theater nicht interessiert!" verstehen sie schon....


    Trotzen lassen kann man als Mama lernen - du musst dir ein dickeres Fell zulegen! Es schadet ihnen nicht gleich wenn mal zwei Wochen nicht geklettert wird - genausowenig wie es schadet wenn (so wie es Meiner eine Weile gemacht hat) auf allen Vieren der Kopf auf den Boden gehauen wird....


    Tut halt weh, ja mei....sobald er kapiert hatte dass ich nicht angerannt komme um ihn davon abzuhalten war das schnell vorbei!

    @ geoM

    Ist dein Sohn denn nur bei dir so oder auch beim Papa und/oder Oma/Opa?


    Wie sprichst du mit ihm? Hast du schon einmal bewusst auf deine Stimme geachtet? Gerade wir Frauen spielen unsere Anweisungen gerne mit einer fragenden oder "flötenden" Stimme runter.


    Ein "Wir gehen in 10 Minuten" wird dann schnell zum "Wir gehen in 10 Minuten?" und suggeriert alles andere als Entschlossenheit. Auch ein 2jähriges Kind nimmt dies wahr und reagiert entsprechend darauf "Ach, die Mama meint das eh nicht ernst." Umso erstaunter ist der Kleine dann, wenn die Mama aus heiterem Himmel "ernst" macht und einen einfach nimmt und vom Spielplatz geht. Natürlich ist er dann sauer und tobt erstmal, weil er einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Er ist sich auch keiner Schuld bewusst.


    Eine entschlossene Stimmlage kann man gut vor dem Spiegel üben. Am Anfang kommt man sich doof dabei vor, aber es zeigt Wirkung (nicht nur beim eigenen Kind, auch die Kommunikation mit dem Partner profitiert davon ;-) ).

    Ich würde auch erstmal nicht mehr auf den Spielplatz gehen. Ich finde, gerade in dem Alter muss man echt anfangen, konsequent zu werden. Und logische Konsequenzen einführen. Also Theater auf dem Spielplatz - logische Konsequenz (mit vorheriger Ankündigung): Wir gehen nicht mehr auf den Spielplatz. Statt dessen kannst du mit ihm in einen Park, nimm einen Ball und ein Laufrad mit, da kann er werfen, rennen, fangen, kicken, rasen. Danach ist er auch ausgetobt.


    Das mit dem Sprechen finde ich auch wichtig. Achte mal darauf: Statt "lässt du das bitte?" "ich möchte, dass du das lässt!" oder "hör auf damit oder wir gehen". Statt "noch einmal Rutschen und dann gehen wir? Ja?" "Du kannst noch einmal rutschen. Wir gehen dann!"


    Für mich hört sich das so an, als hätte er noch nie erfahren, dass sein Verhalten Konsequenzen nach sich zieht.

    Hi,


    ich finde, das hat nichts mit mangelnden Konsequenzen zu tun. Die sind in dem Alter zwar möglich und auch nötig, aber lange nicht so effektiv wie bei älteren Kindern. Das ist nämlich das feinste Trotzphasen-Alter. Ich denke, bis er 3 ist und sich nicht irgendwie genügend verbal ausdrücken kann, wird er vermutlich immer halt mit solchen körperlichen Aktionen versuchen, sich durchzusetzen. Unser Sohn ist auch so und selbst die Erzieherin sagt, dass das völlig normal ist.


    Ruhige Kinder sind da auch was anderes als von Anfang an temperamentvolle Kinder.


    Aber ich denke, man muss es auch anders sehen. Vielleicht ist der Spielplatz der einzige Ort, wo er mal was mit anderen Kindern machen kann? Hast du vielleicht auch keinen Kitaplatz für ihn? Wenn, dann ist das wahrscheinlich sehr normal, dass er aus dem Spiel nicht rausgehen will. Zuhause wartet ja (relativ gesehen) dann wieder nur das Alleinspiel oder Spiel mit Mama, das ist ihm vielleicht zu langweilig. Auch wenn man daran natürlich leider nichts ändern kann.


    Ich glaube, du musst das leider aussitzen.


    Zur Strafe nicht mehr auf den Spielplatz würde ich nicht machen, vor allem wenn es sein einziger Kontakt zu Spielkameraden ist. Ich würde es ihm also jetzt noch nachsehen, immer wieder sagen, wir gehen jetzt usw und irgendwann sitzt das! *:) Sieh es als seine Verzweiflung, von den anderen Kindern wegzumüssen.

    Echt schwierig. Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du ja schon alles probiert, was möglich ist, zumal es im Kindergarten dasgleiche ist. Auf den Spielplatz gehen, muss genau so viel Spaß machen, wie heim zu gehen. Das ist das einzige, was mir einfällt. Meine Kinder wussten, daheim geht das Spielen weiter und der nächste Spielplatzbesuch kommt bestimmt.

    Ich weiß nicht ob am nächsten Tag nicht wieder auf den Spielplatz gehen in dem Alter schon zieht. Irgendwie fürchte ich, fehlt da der Zusammenhang.


    Allerdings würde ich aus einem anderen Grund eine Weile nicht mehr gehen, nämlich um den Teufelskreis zu durchbrechen. Nach einem Jahr sitzt dies Verhalten ja schon wie ein beinhartes Ritual. Also geht man einfach eine Weile woanders hin zum Toben und lässt den Kampfplatz ruhen. An dem anderen Ort zieht man konsequent die "Ich zähle noch bis zehn, dann gehen wir" Nummer durch und dann, wenn das irgendwie sitzt, dann versucht man sich nochmal am Spielplatz. Wenn sie was eingekämpft hat, hat man da verloren. Zeitangaben wie "in zehn minuten" oder "gleich" sind viel zu schwammig. Einmal noch rutschen, dann gehen wir oder zählen sind viel greifbarere Einheiten.

    Oh doch, er bekommt schon Konsequenzen!


    Muss auch sagen, dass das schon überall gut zieht: Zu Hause, im Schwimmbad, im Kinderturnen! Da hört er. Es ist immer nur dieser Spielplatz.


    An meiner Stimme denk ich liegts nicht, bin ein eher männlicher Typ, auch groß und laut, das ist kein Problem.


    Kitaplatz hat er! Da zieht er die gleiche Nummer ab.


    Aber um es mysteriöser zu machen:


    Wenn er mit seinem Opa auf dem Spielplatz ist, dann geht er auch mit ihm.


    Opa sieht er nur alle 4 Wochen mal. Opa ist überhaupt kein durchsetzungsfähiger Typ, er lässt ihm alles durchgehen und sagt nie Nein. Da klappts dann aber problemlos! :-|