Sprachentwicklungsstörung bei Sechsjährigem: Wer kennt das?

    Guten Tag allesamt,


    ich schildere mal eben, worum es geht: ein nun in kürze Sechsjähriger (nicht mein Kind), kann kaum ein Wort richtig aussprechen. Mama kann er, bei Papa wird das "P" schnell zum "B". Die meisten Wörter bastelt er um "H" als Anfangsbuchstaben herum. Zusätzlich zum Beginnen vieler Wörter mit "H", verkürzt er auch manche Worte. Manche Worte muss man förmlich erraten, weil er einem kaum sprachliche Anhaltspunkte liefert. Keiner, auch kein Psychologe, KITA-Betreuer und Fachleute, können es wirklich erklären, geschweige denn haben sie eine Lösung. Sprachförderung/Logopädie-Stunden hat er, zudem geht er zur Spieltherapie. Anmerkung: Man lässt ihn mit den Worten (seiner Sprache) auch nicht hilflos allein herumrudern, man wiederholt sie nochmal und fragt, ob er das so gemeint habe. Manche Worte verstehe ich persönlich ehrlich gesagt gar nicht, die muss ich mir dann erklären lassen, oder er zeigt mir, was er meint oder ich biete ihm an, es aufzumalen. Wenn man ihn das erste mal hört und nicht mehr weiß, wird man denke ich gar nichts verstehen. Dazu mischt sich ab und an dann noch Babysprache. Es weiß keiner wirklich, ob er nicht wie die anderen sprechen kann oder will. Wenn ich dann andere Kinder in dem Alter sprechen höre (natürlich sind alle Kinder anders und beim Einen dauert es länger als beim Anderen), fällt mir umso stärker auf, wie speziell er spricht. Wenn man ihn nicht versteht, wird er ab und an aggressiv.


    Ich habe schon einige Sprachbesonderheiten bei Kindern mitbekommen, aber so stark, habe ich es noch nicht erlebt.


    Frage ist ja, welcher Fachmann wird gebraucht, wie ist die Sozialprognose (natürlich verstehen ihn auch nicht alle Kinder in der KITA), usw.? Wichtigste Frage: Was/wer kann dem Kind wirklich helfen?


    Ich kann das überhaupt nicht einschätzen, inwiefern sich die Sprache weiterentwickeln wird in den nächsten Monaten/Jahren und ob überhaupt (die Hoffnung stirbt aber natürlich zuletzt). Es handelt sich um ein intelligentes, aber sehr unkonzentriertes und außerordentlich unruhiges Kind mit minimalster Frustrationstoleranz. Es wird sich auch viel mit ihm unterhalten. Es ist jetzt nicht so, dass jeder in seinem Umfeld schweigt. Er redet übrigens unaufhörlich, ob man ihn versteht oder nicht. ^^


    Wer das auch kennt oder Ideen hat - ich freue mich über jegliche Impulse, Anregungen und eigene Erlebnisberichte.


    Danke.

  • 10 Antworten

    Hallo. An den Ohren liegt es wohl nicht, kann da auch nur wiedergeben, was die Ärzte sagen. Zudem wird bei der Kommuniaktion mit ihm auf Nachfrage alles nochmal wiederholt - nochmal langsamer und lauter gesagt. Er müsste dann auffällig schlecht hören. Gruß

    Ohren sind naheliegend, auch eine Schädigung der Zunge möglich.


    Wenn das ausgeschlossen wurde, sind neurologische Schädigungen das nächste wahrscheinliche Feld.


    Fand in der frühkindlichen Entwicklung normaler Sprachbezug statt?


    Also hat das Kind genug gehört / selbst Sprechversuche unternommen, damit das Sprachzentrum sich überhaupt entwickeln konnte?


    Sozialprognose hängt letztlich auch von der Art des Problems ab, normalerweise haben Kinder mit starken Sprachstörungen im unteren Bildungsbereich aber keine Perspektive.

    Zitat

    Er müsste dann auffällig schlecht hören.

    Nö. Je nach Schädigung könnte er auch viele Phoneme nicht unterscheidend hören o.ä.


    Welche Spezialisten wurden denn konkret befragt und haben untersucht?

    Moin.


    "Fand in der frühkindlichen Entwicklung normaler Sprachbezug statt?


    Also hat das Kind genug gehört / selbst Sprechversuche unternommen, damit das Sprachzentrum sich überhaupt entwickeln konnte?"


    Es hat lange Zeit (Bezug auf "frühkindlichen Entwicklung") sehr wenig gesprochen. Seit Anfang/Mitte 2015 spricht er wiederum sehr viel.

    Guten Tag. SPZ hat Gutachten erstellt, weshalb er ja auch auf die Sprachheilschule soll (man ist sich aber noch nicht sicher, ob man ihn nicht besser ein Jahr zurückstellt - er kann ja nicht ruhig, geschweige denn überhaupt auf dem Stuhl sitzen bleiben). Pädaudiologe musste ich gerade selbst erstmal googlen. ^^ Viele Verhaltensweisen des Jungen erinnern übrigens (auch außerhalb der Sprache), sehr an das Verhalten eines Kleinkindes.


    Gruß

    Ich würde mich mit Deiner Frage ans Rehakids-Forum wenden. Da sind viele Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, teilweise auch Profis, und da könntest Du gute Tipps bekommen. Ich habe spontan auch an einen Pädaudiologen gedacht.

    Ich empfehle dringend einen medizinischen Rundumcheck.


    Also HNO/Pädauloge, Neurologe/Psychater und ggf. Anschlussärzte.


    So ist erstmal vieles denkbar, von Mutismus über Innenohrschädigungen bis zu neurologischen Wechselstörungen.


    Und eine Rückstellung sollte eigentlich obligatorisch sein.

    Hallo.

    Zitat

    Ich würde mich mit Deiner Frage ans Rehakids-Forum wenden. Da sind viele Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, teilweise auch Profis, und da könntest Du gute Tipps bekommen. Ich habe spontan auch an einen Pädaudiologen gedacht.

    Werde ich tun. Vielen Dank.