• Strenge Erziehung wie früher

    Hallo zusammen, in der Schule diskutieren wir gerade das Schulsystem von früher. Unsere Lehrerin hat uns erzählt wie es wo vor 40/50 Jahren war. Sie hat auch davon berichtet, dass es "früher" wohl auch öfter mal einen hinter die Ohren gegeben hat und das die Lehrer auch Rohrstock benutzt haben. Meine Freundin meinte nach der Schule , dass wäre assozial…
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    Okay... nehmen wir an wir fahren beide auf einer schönen Autostraße. Da gibt es einen Unfall. Du steigst aus und bist dir sicher, dass ich schuld bin. Ich steig aus meinem Auto und bin mir sicher, dass du schuld bist. Das Gespräch schaukelt sich etwas auf - ein Streit entsteht. Und aus dem Affekt heraus geb ich dir eine Ohrfeige.


    Hm. Solltest du mich deshalb wegen Körperverletzung anzeigen dürfen? Oder eher nicht?

    gefährliche situation, weil da könnte es dann passieren, daß mir rein aus anerzogenem reflex die hand ausrutscht. und ich schlag garantiert fester zu, weil ich, wenn ich hinschlage von kindheit an darauf konditioniert bin, den anderen so schnell wie möglich (mit einem schlag) auszuschalten. traurig, und ich schäm mich nachher oft selber, aber das kommt alles von der tollen erziehung {:(

    VienneseSausage, von dem was ich bisher von dir gelesen habe denke ich, dass du ein wirklich liebevoller, toller Papa bist! Und das trotz dem, was du als Kind erleben musstest. Ehrlich Respekt dafür :)^

    weidefee:)^ hast ne verantwortungsbewusste mama


    erdnüsschen:°_


    ich kann euch geschichten erzählen ..über die will man garnicht mehr nach denken!! wurden mit dem teppichklopfer geschlagen bis der stiel abriss,oder mit dem gürtel..... wenn man frech zur mutter war sagte sie es wäre besser gewessen ich hätte dich abgetrieben,oder ich geb dich ins heim,ich hasse dich und du bist an allem schuld und wenn ich wegen dir(da war ich 6jahre alt) deinen bruder verliere(mutter war schwanger und hat mir eine geknallt hab ich aus reflex mit meinem fuss in ihre hüfte getretten) dann bring ich dich um!!!


    ich wurde geschlagen ,eingesperrt,usw. es ist echt eine frechheit was eltern alles mit ihren kindern machen dürfen ohne das sie zur rechenschaft gezogen werden!!

    Bei uns ist es so, das ich mittlerweile andere Wege gefunden habe nicht so überzureagieren.


    Einen Klaps auf den Po gab es auch schonmal, ich war hinterher aber so sehr von mir erschrocken, das ich mir Gedanken gemacht habe wie ich das ändern kann....


    Mittlerweile gibt es (für die Kinder "heftige") Strafen, fängt beim Fernsehverbot an und hört beim "draußen spielen" auf....


    Also ich kann mich zZ nicht beklagen.... aber manchmal bin ich doch recht erstaunt das ich besser Chinesisch als Deutsch sprechen kann.... ]:D

    Ich kann mich an eine einzige Situation erinnern, bei der ich eine auf die Finger bekommen habe. Und das würde ich eindeutig unter Affekt verbuchen. Ich war drauf und dran auf die heiße Herdplatte zu tatschen und meine Mama hat vor Schreck meine Finger zur Seite 'gehauen'. Sie hat mich daraufhin aber sofort in den Arm genommen, hat sich entschuldigt und ihr Verhalten erklärt. Dass sie zu erschreckt war und in dem Moment kein Wort rausgekriegt hat - mich aber irgendwie davon abhalten musste auf die heiße Platte zu langen.


    Das war das einzige Mal, dass meine Eltern irgendwie Hand an mich gelegt haben.


    Und das (und zwar nur sowas!) ist für mich Affekt.


    Ein widerspenstiges, vielleicht trotziges Kind zu hauen (und wenn es nur 'ein ganz kleiner, sanfter Klaps' ist) ist für mich kein Affekt mehr.

    Also ich muss schon sagen, im Affekt bin ich eher wortgewandt.... dann sag ich einfach was ich denke, ohne darüber nachzudenken.... :-/ kann natürlich auch sehr unangenehm werden, wie ich des öfteren feststellen durfte....aber im Affekt schlagen würd ich nicht.


    Das hat ganz einfach was mit Selbstkontrolle zutun.


    Wenn meine Jungs zB. unverschämt werden, wandern sie eher in die Ecke (so habe ich die Gelegenheit für mich wieder "runterzufahren".... ich lass sie sich beruhigen und kläre das dann unter 4 Augen....

    Nana, genau! :)^


    Das hat bei uns auch immer super geklappt. So konnte ich mich beruhigen (war ja schon ein kleiner Trotzkopf) und meine Mama konnte auch etwas runterkommen. Danach haben wir beide drüber gesprochen was falsch gelaufen ist und wie man es das nächste Mal besser machen kann und gut wars. Es war nie nötig Klapse zu verteilen oder gar schlimmeres.

    Ich muss mich nur noch unter Kontrolle bringen, wenn jemand mir gegenüber unverhofft unverschämt wird... :-/ dann ist niemand mehr sicher vor meiner ehrlichen Meinung... und das das nicht jedem passt is ja schon klar, aber ich kann einfach nicht anders...

    Nur mal um eines klarzustellen: auch ich hab des öfteren mal einen Klaps abbekommen, manchesmal ziemlich heftig, genau das liegt jetzt aber mir es bei meinen eigenen Kindern besser zu machen.


    Die können doch nix für, das ich verprügelt wurde!


    Zudem weiss ich doch, wie es sich angefühlt hat... reicht das denn nicht um zu verstehen, was man da anrichtet??

    Da hast Du sicher teilweise Recht Weidenfee.


    Ich bin ein Freund gewaltfreier Erziehung, jedoch bin ich halt auch der Auffassung, dass [...]


    Ne Ex von mir hatte ne Tochter, haben zusammen gewohnt usw. Ich habe das Kind über 2 Jahre miterzogen. In diesen 2 Jahren hab ich dem Kind nicht einmal n Klaps gegeben! Im Gegensatz zu meiner Ex :|N


    Ich schüttle dabei den Kopf weil dabei einfach nicht die Verhältnismäßigkeit gewahrt war. Aus nichtigen Gründen einen Klaps zu verteilen finde ich nicht Ok.


    ABER es gibt meiner Auffassung nach auch Grenzen.


    Zum einen solche Situationen wie von dir genannt, wo ein Kind sich selbst gefährdet, aber auch zum Beispiel, wenn es mutwillig irgendwas teures kaputt machen will und trotz verbaler Ermahnung nicht davon ablässt. Z.B. die Tapeten im Wohnzimmer voll malen oder so. Wenn man da 2-3x was sagt und das Kind nicht hört weil es seine Grenzen austesten will und dann provokativ den Stift ansetzt, [...]


    Genauso wie wenn ein Kind anfängt einen zu betiteln. Dies sind einfach Grenzen die ein Kind nicht zu überschreiten hat. Wichtig ist natürlich, dass man danach immer auch das Gespräch sucht!


    Ich möchte noch hinzufügen, dass ich der Auffassung bin, dass es mit der richtigen Erziehung von Anfang an, zu solchen Extremsituationen wie dem provakativen Tapete anmalen eigentlich gar nicht kommen kann. Aber ich habe bewusst das Wort "eigentlich" eingefügt. Denn Ausnahmen, wo sich Kinder trotz Bilderbucherziehung nicht wie gewünscht verhalten, gibt es immer.

    Zitat

    Z.B. die Tapeten im Wohnzimmer voll malen oder so. Wenn man da 2-3x was sagt und das Kind nicht hört weil es seine Grenzen austesten will und dann provokativ den Stift ansetzt, [...]

    Eine solche Situation ist bei uns jetzt nie vorgekommen... ich erinner mich aber an eine Situation, inder ich mich total aufgeführt habe. Ich weiß allerdings nicht warum. Wenn ich nicht zugehört habe bzw. 'provoziert' habe, dann haben mich meine Eltern immer geschnappt (= mich hochgenommen) und haben mich in mein Zimmer gebracht, um mich zu beruhigen. Einen Klaps gab es da trotzdem nie. Genauso in der zweiten Situation:

    Zitat

    Genauso wie wenn ein Kind anfängt einen zu betiteln. Dies sind einfach Grenzen die ein Kind nicht zu überschreiten hat. Wichtig ist natürlich, dass man danach immer auch das Gespräch sucht!

    Wirklich betitelt hab ich meine Eltern nie - allerdings hab ich als Kind, wenn mir mal wirklich was nicht gepasst hat, auch mal gesagt, dass ich meine Eltern äußerst doof finde :=o Daraufhin ging das Spiel quasi von vorne los. Meine Eltern haben sich zu mir gekniet, haben mir gesagt, dass man soetwas nicht sagt - haben mich ins Zimmer geschickt und mich da ausspinnen lassen. Danach haben wir nochmal in Ruhe darüber gesprochen. Ich käme nie auf die Idee deshalb zuzuhauen.


    Nehmen wir doch mal die andere Situation. Das Kind quält sich grade durch die Hausaufgaben. Aber es versteht eine super einfache Aufgabe einfach nicht. Da sagt die Mutter: 'Ach komm, jetzt stell dich doch nicht blöder an, als du eigentlich bist' oder irgendwas in der Art. Da wäre es ja quasi genauso gerechtfertigt, wenn das Kind der Mutter einen Klaps geben würde. Schließlich wurde es - genau genommen - für blöd erklärt.:-/

    Jemand hatte vorhin das Familienhandbuch verlinkt.


    Da hab ich das gefunden:


    Geringe Wirksamkeit von Ohrfeigen, Klapsen usw. Nach Umfragen zeigen Ohrfeigen bei 18% ein paar Tage, bei knapp 20% ein paar Stunden, bei 41% gar keine Wirkung! Es sei erwähnt, dass nicht eine einzelne Ohrfeige o.ä. das ganze Vertrauen zerstört: Wir sind ja alle nur Menschen, und es kann mal vorkommen - nur, es muss auch bei einem Mal bleiben!

    In diesem Zusammenhang ´mit Kindesmisshandlung empfehle ich das Buch: Dave Pelzer- Sie nannten mich Es


    Als ich das las, hab ich geheult...

    Weidenfee, was ist wenn man nicht Zuhause ist und das Kind bei Bekannten die Tapete voll malen will?


    Da ist kein Zimmer in das man es stecken kann... und wenn es verbal absolut nicht hört und es nur drauf anlegt?


    So Kinder gibt es....


    Und zu dem Beispiel mit dem "stell dich nicht doofer an...": Der Ton macht die Musik!


    Wenn mein Kind zu mir mit eher spaßiger Stimme sagt ich sei n Depp, dann ist das zwar auch nicht ok, aber meiner Auffassung nach noch lange kein Grund für einen Klaps.


    Würde es aber mit ernster böse Stimme sagen ich wäre ein Arschloch oder Wixer o.ä., dann ist die Grenze überschritten.


    Ich würde zu meinem Kind niemals im ernsten Ton sagen dass es doof ist...


    Ich denke da sehr differenziert und mache das alles sehr situationsabhängig. Ein Forum ist wahrscheinlich der falsche Ort um meine Ansicht genau darzustellen. Würde das wohl noch nicht mal in nem direkten Gespräch schaffen.. denke einfachs sehr vielschichtig :)z