• Strenge Erziehung wie früher

    Hallo zusammen, in der Schule diskutieren wir gerade das Schulsystem von früher. Unsere Lehrerin hat uns erzählt wie es wo vor 40/50 Jahren war. Sie hat auch davon berichtet, dass es "früher" wohl auch öfter mal einen hinter die Ohren gegeben hat und das die Lehrer auch Rohrstock benutzt haben. Meine Freundin meinte nach der Schule , dass wäre assozial…
  • 250 Antworten

    Wissensdurst83


    Zuerst waren die Prügel "nicht ohne", jetzt handelt es sich auf einmal um sanfte Klapse?

    Zitat

    Weidenfee, was ist wenn man nicht Zuhause ist und das Kind bei Bekannten die Tapete voll malen will?


    Da ist kein Zimmer in das man es stecken kann... und wenn es verbal absolut nicht hört und es nur drauf anlegt?

    Was machst du, wenn es nach einem "Klaps" nicht aufhört?

    Die Debatte mit der Tapete hatten wir bei unserem Patenkind..... sie enttapezierte mir das ganze frisch eintapezierte Kinderzimmer als sie Mittagsschlaf halten sollte....


    Ich schaute nur mal rum, ob alles okay ist, da zog sie eben die letzte Bahn von der Wand!


    Es kam wie es kommen musste...


    Ich hab sie in soeiner lauten Tonlage gefragt, ob sie sich im Klaren ist was sie da tut.... also die hatte auch ohne Klaps sofort gemerkt, das die Luft ziemlich dünn war! Ihre Unterlippe war der Klassiker.... ]:D


    Ihre Mutter hingegen sahs weiterhin vor meinem Fernseher und sagte NICHTS!!!


    Von da an hatten beide bei uns Hausverbot, bis der Papa kam und Tochters Werk ausbesserte ;-D


    Also was ich damit sagen will ist, ich bin eher laut und sage kurz und knapp, was folgt... entweder sie hören oder sie haben mit Konsequenzen zu rechnen... eben Nintendo weg& Co.

    Erdnuss, ich rede auch nicht von ner einzelnen Ohrfeige oder nem Klaps der dann so stehen gelassen wird.


    Wenn es zu so einer Extremsituation kommt, dann immer in Verbindung mit einem Gespräch!


    Aber es kann nunmal einfach Siatuationen geben, [...]


    Und n 10 jähriger lässt sich nicht zwangsläufig einfach hochheben und ins Zimmer setzen, der kann auch mal Widerstand leisten. [...]


    Wenn er dann wieder weiß wer am längeren Hebel sitzt folgt das Gespräch.


    Und wer meint ich wäre deswegen kein guter Vater... bitte... meine künftigen Kinder werden euch irgendwann was anderes erzählen! :)z

    Lancis, dann würde ich das Kind schnappen und raus gehen ggf. erstmal weg fahren usw...


    Aber in der Regel hat ein leichter Klaps der körperlich nicht spürbar ist [...]


    Warum ich das Kind nicht gleich schnappen und rausgehen würde?


    Weil ich es nicht einsehe, mir vom Nachwuchs ggf. den ganzen Besuch bei Bekannten versauen zu lassen nur weil er ne riesige Trotzphase hat.


    Einfache Kosten-/Nutzenrechnung.


    [...]


    Schnapp ich ihn und geh raus und rede gegen seinen Tobanfall an, kanns sein dass ich ne Stunde beschäftigt bin...


    Klar, es wäre mein Kind und was ist da schon ne Stunde Zeit... Natürlich hat mein Kind all meine Zeit verdient wenn es mich braucht, aber man muss auch mal realistisch bleiben. Wenn wir dann z.B. bei bekannten zum Essen eingeladen sind, hat er sich zu benehmen, und nicht ich das Opfer zu mimen, indem ich durch seine Laune n 3-Gang-Menü verpasse ;-D

    Zitat

    Lancis, dann würde ich das Kind schnappen und raus gehen ggf. erstmal weg fahren usw...

    Und das geht auch, wenn ein Kind auf eine Aufforderung nicht hört. Es liegt keineswegs daran, dass das nicht möglich ist, du willst schlicht nicht, wie du selbst zugibst. Von "großer Schadensverhinderung" und "Notwendigkeit" kann also keinesfalls die Rede sein.


    Was dich zu diesen widersprüchlichen Aussagen verleitet, beantwortest du übrigens nicht:

    Zitat

    Also wenn ich früher mal Mist gebaut habe, habe ich sie auch öfter mitm Latschen bekommen.


    [...]


    Es kommt immer auf das -wie- an! Sicher, die Prügel war nicht ohne, aber nachdem ich sie bekommen hatte und weinend in meinem Zimmer lag

    Zitat

    Wenn ich von "Prügel" oder von "ein paar mit dem Latschen" rede, dann meine ich nur, [...]

    Natürlich verhindere ich dadurch großen Schaden. Wir sind immer noch bei dem Beispiel mit der Tapete.


    Dass es unter Umständen auch anders möglich ist, will ich ja gar nicht bestreiten. Es ist einfach immer Situationsabhängig!


    Es gibt Situationen wie bei dem Beispiel mit der Tapete, dass es theoretisch auch anders möglich wäre, aber hier spricht einfach die Verhältnismässigkeit dagegen. Und es gibt Siatuationen wo es einfach auch gar keine Alternative gibt, z.B. Strom, Feuer etc.


    Und den Widerspruch in meinen Aussagen finde ich nicht, tut mir leid.


    Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.


    Das Wort Prügel war von mir absolut falsch gewählt. Dachte zu dem Zeitpunkt noch, dass hier eher locker über das Thema geschrieben wird.


    Um es genau zu beschreiben damit Du glücklich wirst: Ich bekam mit dem Latschen hier und da mal ganz leichte Klapse auf den Po, [...]


    ABER -ohne- war das trotzdem nicht! Denn in der Situation wusste ich genau dass ich was falsch gemacht habe und hab mich dafür geschämt und war extrem traurig es mir mit meinen Eltern verschissen zu haben. Deswegen hab ich trotz fehlender körperlicher Schmerzen geweint und hab das ganze auch als "nicht ohne" empfunden.


    Geb zu, so wie ich es eingangs geschildert habe hört es sich eher so an als ob ich richtig heftige Schläge bekommen hätte. Mein Fehler :-)

    Meine Frage ist wohl irgendwie untergegangen. Oder ist das der Fluch des blauen Namens? ;-)

    @ Wissensdurst83

    Nur aus Interesse: für was für Sachen, die Du gemacht hast wurdest Du denn geschlagen?

    Zitat

    Nach Umfragen zeigen Ohrfeigen bei 18% ein paar Tage, bei knapp 20% ein paar Stunden, bei 41% gar keine Wirkung!

    Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber ich hab trotz Ohrfeigen Mist gemacht... bzw. Dinge getan von denen ich wußte, daß sie meinen Eltern nicht passen würden.

    @ Ludi:

    Ich dachte deine Frage hätte ich damit beantwortet als ich schrieb unter welchen Voraussetzungen ich einen leichten Klaps für gerechtfertigt halte :-)


    Kannste 1:1 übernehmen ;-)

    Also für


    - Selbstgefährdung


    - mutwillige Zerstörung teurer Gegenstände bzw. aufwendiger Arbeit


    - Provokation (verbal & praktisch)


    Das klingt ja danach, daß Du eher noch klein gewesen bist. Wenn man einmal 10 ist, bringt man sich ja nicht mehr so schnell selbst in Gefahr oder malt die Tapete an :-p:-p

    OK, ist wahrscheinlich Dialekt: was ist der Unterschied zwischen Latschen und Ohrfeige?


    Ich kenn nur Watschen und das IST ne Ohrfeige ;-)


    Ich fand die Schläge gerade in der Pubertät schlimm. Man hält zwar körperlich mehr aus, aber irgendwo hatte das was von Kleinmachen obwohl man ja gerade am erwachsen werden war.

    Latschen = Hausschuh ;-D


    Also mitm Hausschuh aufn Hintern.. aber wie gesagt, so leicht dass es nicht weh tat.


    Naja, so hab ich das ehrlich gesagt nicht gesehen. War zwar tierisch sauer, aber ich wusste ja genau dass ich ziemlichen Mist gebaut habe! Und ich hab schon seit ich 13-14 bin ein sehr starkes Selbstbewusstsein, so dass ich mich da in keinster Weise erniedrigt gefühlt habe. Mein Denken war einfach so, dass ich Mist gemacht habe, und dafür meine Abreibung bekam.


    Wie wenn man sich in der 5. Klasse mit einem aus der 8. Klasse angelegt hat. Da bekam man genauso mal eine gescheuert, war aber meist doch selbst dran schuld^^

    @ Wissensdurst83

    Zitat

    Ich würde das nicht an meine Kinder weitergeben weil ich der Auffassung bin, dass es mir nicht geschadet hat, ich würde es ggf. weitergeben weil es mit GUT GETAN hat!


    Und davon kannst Du dich sicher auch nicht frei sprechen. Ein jeder gibt in der Erziehung größtenteils das weiter, was er selbst als positiv erfahren hat.


    [...]

    Ich finde das ziemlich traurig, was du schreibst, und ich muss dir entschieden widersprechen.


    Es ist nicht richtig, dass man nur das Positive weitergibt, es sei denn man hat ausschließlich Positives erfahren, was wünschenswert wäre.


    Aber gerade, was ein Kind so sehr verletzt, kann es gar nicht aushalten. Es könnte gar nicht bewusst aushalten, bei solchen Menschen leben zu müssen, die es schlagen. Also muss es zu seinem Selbstschutz verdrängen. Denn jedes Schlagen bedeutet für das Kind eine Traumatisierung. Manche Kinder erinnern sich, dass sie geschlagen wurden, aber nicht, was es ihnen wirklich ausgemacht hat, weil es so schlimm war, so uneträglich, von den Menschen, die es eigentlich schützen sollten, so behandelt zu werden. Und gerade dann, wenn es so grausam war, dass man es verdrängen musste, gibt man es unbewusst an seine Kinder weiter, wenn man nicht bereit ist, sich zu stellen und die traumatischen Erfahrungen mit Hilfe einer Therapie aufzuarbeiten.


    Ich möchte dazu noch eine kleine Geschichte erzählen, die sich genauso abgespielt hat. Die Mutter meines Ex-Mannes sagte wörtlich: "Schläge haben mir nicht geschadet." Dann ging sie zum Schrank und holte ihre Antidepessiva raus, um gleich 2 zusammen mit Alkohol hinunter zu schlucken.


    Aber sie hat es ebenso wenig bemerkt, was sie da eigentlich gesagt und gleichzeitig getan hat, wie es hier einige offenbar immer noch nicht begriffen haben, dass Schläge, egal welcher Art eine Körperverletzung darstellen, die langfristige Folgen hat.


    Wer sein Kind liebt, schlägt es nicht.


    Zudem ist und bleibt Schlagen eine Straftat.

    Und zum Tapete abreissen oder dergleichen:


    Na und, wenn man Kinder hat, muss man auch in Kauf nehmen, das etwas kaputt geht - dann redet man mit dem Kind darüber und repariert den Schaden. Und wenn man sich wirklich um das Kind richtig kümmert, kann gar nicht viel kaputt gehen, denn dann ist man zur Stelle und nimmt es einfah auf den Arm und macht was Schönes mit ihm. Und wer dazu nicht bereit ist, der sollte keine Kinder in die Welt setzen.

    @ rat08

    Zitat

    aber was helfen die gesetze,wenn sich das kind nicht traut jemanden etwas zu erzählen ? oder wenn ein kind offensichtlich immer und immer wieder misshandelt wird und keiner hilft?(nachbar)


    was bringt es dem kind wenn alle die augen davor zumachen?und es aber offensichtlich ist das dieses kind schwer misshandelt wird!!! warum hilft dann keiner ?warum schaun alle zu? sogar das jugendamt macht bei echten fällen von kindsmisshandlung oder verwarlosung die augen zu und meinen dann wenn es zu spät ist sie haben nichts gewusst oder gesehen!!??

    Du sprichst hier etwas sehr wichtiges an. Deshalb kann ich auch nur appellieren, dass man die Augen aufmacht und etwas unternimmt. Und wenn das Jugendamt nicht reagiert, muss man trotzdem dran bleiben. Strafanzeige bei der Polizei und Einschalten des Kinderschutzbundes hilft da auch.


    Ich denke, dass sich da schon etwas getan hat. Als ich Kind war, hat noch kein Mensch sich dafür interessiert, was passiert. Ich denke heute wird schon mehr aufgedeckt, leider noch nicht genug.


    Ich habe da mal eine Geschichte erlebt, die ich als Beispiel schildern möchte: Mein Sohn hatte einen Spielkameraden. Mein Sohn wollte ins Planschbecken, der andere Junge zierte sich, sich auszuziehen. Da ich schon merkte, wie verstört er war im Gegensatz zu sonst und auch an seinen Armen blaue Flecken sah, drängte ich ihn ein wenig, doch auch ins Planschbecken zu gehen, das mache Spaß und so. Als er sich dann schließlich auszog war sein Körper übersät mit blauen Flecken. Ich fragte ihn, woher die sind. Da sagte er, er sei hingefallen. Ich sagte, das könne nicht vom Hinfallen sein, da sagte er schließlich, dass seine Mutter ihn mit dem Schuh verprügelt hat. Ich rief daraufhin das Jugendamt an. Der Junge wurde zum Arzt geschickt. Ich nahm wieder Kontakt zu dem Jugendamt auf, die sagten dann, der Arzt habe keine Misshandlungen feststellen können, die Flecken seien von den Masern. daraufhin rief ich den Arzt an. Der druckste erst rum, sagte dann, es würde nichts bringen, wenn er das feststellen würde, dann würden die Leute den Arzt wechseln und trotzdem weiter machen. Er fände es gut, dass ich mich engagieren würde und ich solle dran bleiben. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich habe dann noch Druck gemacht beim Jugendamt, die schauten dann ab und zu mal vorbei, die Leute sind dann aber weggezogen.


    Wenn heute das gleiche passieren würde, dann würde ich sofort die Polizei anrufen und Strafanzeige stellen und den Kinderschutzbund einschalten, nie wieder das Jugendamt anrufen und mich darauf verlassen. Aber es kommt eben auch immer auf die Sachbearbeiter an, will da nicht alle über einen Kamm scheren. Und vermutlich würde ich auch den Arzt anzeigen, wenn das überhaupt einen Straftatbestand darstellt. Ich finde man darf nicht einfach zuschauen. So etwas darf nicht passieren.