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    Ich frage mich eigentlich auch, was das bringen soll, wenn ein Kind ein Bild mit verschiedenen Sexstellungen sieht. Oral, Anal, Reiterstellung... ja warum? Wozu braucht es dieses Wissen? Mein Sohn ist sehr wissbegierig, was Naturwissenschaften betrifft und stellt viele Fragen. Aber ich denke nicht, dass ihn interessiert was Erwachsene da so tun. Das muss er auch nicht. Was hätte er denn davon?

    Ich frage mich auch, ob es für Jugendliche, die ihre Sexualität anfangen auszuprobieren, wirklich so toll ist, wenn man alles schon weiß. Jede Stellung, Fetisch, etc. Wie soll man da noch seine individuelle Sexualität entwickeln?

    Kinder sollten schon eine vernünftige Aufklärung bekommen.Vorallem sind hier die Eltern gefragt.Sie sind die wichtigsten Beziehungspersonen.Und wenn eure Kinder Fragen bzg.der Sexualität haben,nimmt euch Zeit und beantwortet die Fragen verständlich.

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    Es wäre ziemlich schade, wenn Kinder im Zuge der Aufklärung zum ersten Mal von Alleinerziehenden, Homosexuellen und Diversität der Körperteile hören und auf ein Buch angewiesen wären, dass Ihnen alles in geballter Form vor den Latz knallt.

    Und weil das "schade" wäre, lässt man es lieber gleich ganz sein? %:| Ansichten wie die von mausi1988 sind nun einmal auch die Realität und wenn man Umfragen und Studien zu diesen Themen glauben mag, keinesfalls eine aussterbende Minderheit. Ich finde nicht, dass man Kinder, die das Pech haben, in solche Familien geboren worden zu sein (joa, ich sag das jetzt mal so, denn z.B. für einen homosexuellen Menschen kann so ein Elternhaus eine echte Katastrophe sein), abzuschreiben, weil man da ja eh nix machen kann.


    Noch ein Gedanke: für viele Eltern scheint "Mein Kind stell mir diese Fragen nicht" gleichbedeutend mit "Mein Kind hat diese Fragen nicht" zu sein. Es scheint eine Art Kränkung zu sein, wenn angedeutet wird, dass sie in einem anderen Kontext mit anderen Menschen durchaus geäußert werden würden?

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    Ich frage mich auch, ob es für Jugendliche, die ihre Sexualität anfangen auszuprobieren, wirklich so toll ist, wenn man alles schon weiß. Jede Stellung, Fetisch, etc. Wie soll man da noch seine individuelle Sexualität entwickeln?

    Angesichts solcher Zahlen, halte ich die Idee, dass irgendwelche Jugendlich völlig unbefleckt in ihre sexuelle Entwicklung starten, reichlich naiv:

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    Nennenswert ist die repräsentative JIM-Studie 2004, die ermittelte, dass 45% der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland schon einmal auf pornografische Inhalte im Internet gestoßen sind (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2004, S. 40). In einer für Westdeutschland repräsentativen Erhebung unter 14- bis 15-jährigen Neuntklässlern gaben 2005 2% der Mädchen, aber 35% der Jungen an, mindestens mehrmals monatlich pornografische oder Softsex-Filme anzusehen (Mößle/Kleimann/Rehbein 2007, S. 85–86).

    Die Nutzung von Pornografie unter deutschen Jugendlichen

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    Und weil das "schade" wäre, lässt man es lieber gleich ganz sein?

    Nein, ich meinte absolut nicht, dass man es ganz sein lassen sollte.


    Ich meinte, dass "man" (Eltern, Erzieher, Bezugspersonen) nicht auf das Allheilmittel "Aufklärungsbuch" warten sollten, um zu zeigen, wie vielfältig das Leben ist.

    Nein fish. Ich meide das Thema auch nicht. Meine Große stellt momentan sehr viele Fragen und die beantworte ich ehrlich und ausführlich. Und mit 11 ist es nicht zu spät.


    Vorher ist das, meiner Meinung nach zu früh. Zumindest wenn das Kind nicht vorher fragt. Warum soll ich meinem Kind so ein Wissen aufdrängen, wenn sich das Gespräch von ihm aus im Alltag nicht ergibt. Ich kenne doch mein Kind. Mit meinem Sohn würde ich genau das Gegenteil erreichen. Er würde sich vor Homosexualität ekeln, weil für ihn das Loch zum kacken da ist. Also sag ich halt "schwul heißt es, wenn Männer sich in Männer verlieben". Was die da im Bett machen interessiert ihn doch NOCH gar nicht. Alles zu seiner Zeit.

    Regenmädchen, ich denke du musst etwas bedachter sein, was du hier so an Aussagen loslässt.


    Ich bin tatsächlich von deiner Einstellung geschockt. Bzw. wundere ich mich doch sehr, wenn ich gewisse deiner Aussagen lese. Hast du studiert? Ja? Dann noch mal zurück an die Uni, denn einiges, was einen kompetenten Pädagogen ausmacht, ist bei dir leider noch nicht angekommen.


    Und ich muss immer schmunzeln, wenn jemand sagt, dass die pädagogischen Kompetenzen vor allem eines Lehrers höher sind, als die von Eltern. Ich stelle die Hypothese auf, dass sich Eltern deutlich mehr mit Pädagogik befassen als Lehrer. Guck dir mal den Aufbau eines Lehramtstudiums an. Viel Fachwissen, wenig Pädagogik. Mit viel Glück kommen die Grundzüge der Didaktik an. Aber mehr sicherlich nicht, wenn man sich zB auch die unfaire Bewertung zwischen Jungs und Mädels anschaut.

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    Nein, ich meinte absolut nicht, dass man es ganz sein lassen sollte.


    Ich meinte, dass "man" (Eltern, Erzieher, Bezugspersonen) nicht auf das Allheilmittel "Aufklärungsbuch" warten sollten, um zu zeigen, wie vielfältig das Leben ist.

    Joa, ist ja auch schwierig, wenn die Nachfrage nach solchen Bücher mit wehenden Bannern und Mistforken bekämpft wird. :-/ Ein Allheilmittel ist das sicher nicht, aber es ist ein Ansatzpunkt.

    Entschuldigung, falls das jetzt etwas böse rüberkommt, aber gerade gesehen, dass du ja "nur" den Bachelor in Pädagogik hast. Dann wurden dir ja gerade mal die Basics vermittelt. Wenn du ein tieferes Interesse hast, dann weiter vertiefen und noch den Master drauflegend. Es fehlt dir noch etwas an diversen Kompetenen- ist nur ein Rat (auch in Hinblick auf deinen anderen Faden bzgl Jobsuche. So überzeugst du wahrscheinlich eher weniger potentielle Arbeitgeber).

    Dann lies mal meine anderen Beiträge. Ich habe schon geschrieben, dass es zu wenig gute Literatur zu dem Thema gibt. Das meiste ist doch sehr altmodisch. Aber ich sage eben auch, dass man sich die Interessen und den Entwicklungsstand des Kindes dazu angucken muss.


    Ich finde es irgendwie authentischer, wenn das Kind ganz natürlich damit in Berührung kommt. Wir laufen alle nackt vor den Kindern herum, Mama, Papa, Oma, Opa. Sie kennen nackte Menschen und brauchen kein Buch mit Muschibildern. Wenn eir homosexuelle Paare sehen wird das unaufgeregt kommentiert. Ich bin einfach nicht dafür kleine Kinder so mit Sexualität zu bombadieren. Nur weil das für Erwachsene so ein wichtiges Thema ist, muss man das nicht auf Kinder übertragen.

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    Warum soll ich meinem Kind so ein Wissen aufdrängen, wenn sich das Gespräch von ihm aus im Alltag nicht ergibt.

    Warum wird immer gleich von "aufdrängen" gesprochen? Die Existenz solcher Bücher macht noch gar nichts. Die kommen nicht durch's Fenster geflogen und präsentieren armen, hilflosen Kindern beim Frühstück die ersten Pimmelbilder. Es geht doch darum, ein Angebot zu schaffen. Und wenn dieses Angebot da ist, ist damit immer noch nicht festgeschrieben, wie die tatsächliche Vermittlung am Kind, z.B. in Schulklassen aussehen wird/kann/soll. Ich denke, viele haben da ihren eigenen Aufklärungsunterricht vor Augen - ganze Klasse zusammen, Over-Head-Projektor an und dann wird die Nomenklatur abgeklappert und am Ende darf man Fragen stellen, haha, ja klar, als ob. Aber genau diese Art von Aufklärungsunterricht funktioniert ja offenbar nicht, wird jedenfalls von vielen als mangelhaft wahrgenommen, und die würde auch mit den besten Büchern nicht funktionieren. Aber das ist ja ein anderes Thema als die reine Existenz von diverseren Aufklärungsbüchern.

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    Ich finde es irgendwie authentischer, wenn das Kind ganz natürlich damit in Berührung kommt.

    Wünschenswert, aber eben auch nur das.



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    Ich stelle die Hypothese auf, dass sich Eltern deutlich mehr mit Pädagogik befassen als Lehrer.

    Kannst Du das irgendwie näher erläutern? Den Eindruck habe ich definitiv überhaupt gar nicht. Außer, man nennt "machen" sich mit etwas befassen. Aber nur, weil man etwas tagtäglich tut und es irgendwie funktioniert, bedeutet das nicht, dass man es gut macht. Das gilt für alle Themen, mMn auch für Kindererziehung.


    Wessen Kinder solche Angebote nicht bekommen haben, der kann schlicht nicht wissen, wie sie darauf reagiert hätten. Alle Eltern (nicht "alle", aber ihr wisst schon) meinen, im Sinne ihrer Kinder zu handeln. Es stellen sich wohl kaum Eltern hin und sagen: "Also, unser primäres Erziehungsziel ist, unserem Kind zu schaden und ihm das Leben schwer zu machen. :)z " Nee, es geht immer darum, die Kinder gut groß zu bekommen. Das wollen wohl alle Eltern, von denen, die auf eine individuelle, empathische Erziehung Wert legen bis zu denen, die ihre Kinder schlagen und übrigens, wenn Du schwul wirst, enterben wir Dich.

    Ich denke, dass sich die eigentliche Debatte hier daran entzündet, welche Inhalte für welche Altersgruppe gewünscht wurden. Nur weil ich es bevorzuge, das ohne extra Buch ins Leben meines Kindes zu integrieren, wollte ich damit nicht automatisch aussagen, dass niemand solche Bücher nutzen sollte oder dass sie gar nicht erst entstehen sollen.

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    Ja aber ich frag mich immer noch was Kinder von 5-8 mit diesem Wissen aus besagten Büchern anfangen soll. Danch, ok. Aber gerade in dem Alter bringt doch dieses Wissen gar nichts.

    Eben genau das ist doch das Problem. Es mag sein, dass manche Kinder solche Fragen stellen. Aber sicher nicht die Mehrzahl. Also wenn ich mit meinem 5jährigen über sowas reden will, wechselt er das Thema oder läuft weg. Einfach weil es ihn null interessiert.

    Offensichtlich stellen sich Kinder auch in diesem Alter Fragen über ihren eigenen Körper, den von anderen und über Sexualität. Ich finde, es "bringt" eigentlich immer etwas, Fragen zu beantworten. Darüber hinaus finde ich auch, dass es jedem Menschen etwas bringt, mit Diversität in Kontakt zu kommen. In jedem Alter.

    Mir als Kind war Peter, Ida & Minimum schon fast zu viel. Ich glaube, ich hab das Buch so mit 6 bekommen und das war absolut ausreichend. Ich hatte dazu keine Fragen und erst recht wollte ich keine vielfältigen Bilder von diversen Genitalien sehen. Ich konnte mir vorstellen, was da unten passiert und dachte auch nicht dass das Kind aus dem Bauchnabel kommt oder der Vater in die Mutter pinkelt. Mir war es in dem Alter einfach fast zu viel, das Thema war auch zwischen uns Kindern damals nicht präsent und man blamierte sich nicht, wenn man noch genau aufgeklärt war.


    Als ich 11 wurde, hat mir eine Freundin bzw. deren Mutter ein Buch geschenkt, wo die Hauptfigur ihr erstes Mal erlebt hat. War mir ebenfalls zu viel. Hat mich damals null interessiert und ich habe mich gefragt, wieso ich sowas von einer quasi fremden Frau bekomme, während wir alle noch mit Plüschtiere gespielt haben.


    Ich persönlich würde einer "Pädagogin" an den Hals springen, die meiner 5 - jährigen Sexstellungen nahebringt, falls das hier überhaupt ernst gemeint sein sollte.