@ Comran

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    "Du bist schwul? Cool!".

    Echt jetzt? Also ich erlebe es entweder so, dass es völlig unspektakulär ist, oder eben negativ besetzt. Und ich bin mit Anfang 20 auch noch nicht weit von der Zielgruppe der Schüler weg.

    Es gibt sogar eine Kampagne, die diesen Spruch in Schulen verankert. Ein typisches Beispiel wo pädagogisches Gegensteuern in meinen Augen unnatürlich wird, übertrieben und der Sache auch nicht gerecht.

    Gut, in dem Fall muss ich dir Recht geben. Das sollte nicht die Botschaft sein. Dabei rum kommen sollte ja: Alle sind cool. Mir ist das aber auch noch nicht begegnet. Vielleicht liegt das am Bundesland?

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    Verstehst du, was ich meine?

    ? ;-D


    Ansonsten: Ich denke, ich verstehe es schon. Du ziehst die Grenze der "Grundlagen" einfach nur wesentlich früher als ich sie ziehen würde. Ich denke, man könnt Kindern auch erstmal nahebringen, dass es unterschiedliche Paar- und Familienmodelle gibt, und das an Beispielen erläutern. Z.B. eine Hetero-Familie, (die beiden jeweiligigen) Homo-Familien und dann noch Patchwork und/oder alleinerziehend. Und ihnen erklären, dass es noch viel mehr gibt, und das Alles okay und normal ist. Und dann könnte man halt schauen, welche Fragen es gibt. Die meisten Kinder kommen eh mit anderen Familienmodellen in Berührung und haben Fragen. Als ich Kind war, hatten wir z.B. schwule Nachbarn. Und eine Freundin meiner Eltern ist alleinerziehend. Als meine Eltern getrennt waren, lebte ich kurzzeitig in einer Art Patchwork-Familie, auch wenn die Kinder dazu nur alle 2 Wochen am Wochenende da waren oder so. Mein Vater war zwischendurch alleinerziehend mit mir, wobei meine Eltern trotz Trennung viel daran setzten, sich beide einzubringen. Auch Sexualität und Gender waren früh Themen für mich und ich hätte es gut gefunden, wenn mir jemand von außen vermittelt hätte, dass das normal ist.

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    Außerdem habe ich nie gesagt, man müsse nie darüber unterrichten. Ich habe immer gesagt, die anderen sexuellen Formen haben noch paar Jahre Zeit und es ist nicht schlimm, wenn sich die Bücher für die Kleinsten in der Schule eben auf den 08/15-Fall konzentrieren. Für alles andere reichen spätere Wissenserweiterungen. Genauso wie man den Wankelmotor auch mal durchsprechen kann, wenn man den Otto-Motor verstanden hat. Das bedeutet nicht, dass der Wankelmotor Loser-Technik ist, sondern eben einfach seltener vorkommt.


    Hmpf ... manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in diesem Faden absichtlich nicht verstanden werde. Bitte lest nochmal alles genau, was ich dazu schreibe @:)

    Nee, lieber Comran. Ich kenne dieses Gefühl in med1 zwar sehr gut ;-D , aber es hapert dann vermutlich an den Grenzen der schriftlichen Kommunikation.


    Trotzdem glaube ich, dass ich dich schon verstehe. Ich sehe Homosexualität nur nicht als den Sonderfall. Das hat für mich halt so ein Geschmäckle, bei 20 % Schüleranteil einen Sonderfall zu sehen. Ich denke, wir unterscheiden uns in der Ansicht:


    Ich finde Homosexualität genauso grundlegend wie Heterosexualität und bin ebenso der Meinung, dass das schon sehr früh - eben zum gleichen Zeitpunkt wie die Heterosexualität - behandelt werden kann und sollte - kindgerecht.


    Du sieht das nicht so. Du bist der Meinung, dass man Homosexualität zwar schon behandeln (kann oder sollte?), aber eben nicht so früh, nicht zur selben Zeit wie Heterosexualität. Du hältst das für zu früh, weil du glaubst, dass es die Kinder überfordern würde.


    Stimmt das so?

    Regenmädchen, das von dir verlinkte Buch ist für die Altersklasse 8 - 12 Jahre gedacht. Da tauchen natürlich viel mehr detaillierte Fragen auf als bei 5 - 8-Jährigen. Das hast du wohl übersehen. Das deckt sich anscheindend auch mit der Erfahrung der Eltern hier, die von detaillierten Fragen mit 10/11 Jahren berichten.


    Bei meinem Sohn, derzeit 3,5 Jahre, habe ich mir vorgenommen, auf seine Fragen einzugehen, aber nicht unnötig vorzugreifen. Gerade, um ihn nicht zu sehr zu verwirren und damit er in seinem Tempo verstehen kann. Bisher interessiert ihn nur, dass Männer einen Penis haben, Frauen eine Scheide und wozu die Brüste bei der Frau da sind. Wird alles locker erklärt. Und ja, einfühlsame Eltern werden ihr Kind natürlich besser kennen als Pädagogen und wissen, was ihnen zuzumuten ist.

    @ bellagia

    Naja... aber dieses "Glück" hat halt nicht jedes Kind. Manche Eltern kommentieren vielleicht, dass Homosexuelle krank oder doof sind und einem das Kind leid tun kann. Oder sie machen auch einfach nur Witze, die das Kind verunsichern.


    Ich sehe es nicht als "vorauseilend besprechen" an, wenn man unterschiedliche Lebens- und Familienmodelle vorstellt. Wenn man sagt: "Mann und Frau leben zusammen, weil sie sich lieben. Manchmal verlieben sich aber auch Frauen in Frauen und Männer in Männer. Das ist auch ganz normal."


    Und nur, weil die Kinder nicht fragen, heißt es nicht, dass sie keine Fragen haben. Man sollte sie natürlich auch nicht nerven und überfordern und man kann auch erstmal den Umgang beobachten, ob der unbefangen ist. Aber wenn es da Zweifel geben sollte, tut oben genannter Satz niemandem weh.

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    Sie wird heute immer noch nicht offen gelebt. Das ist ein Irrglaube Heterosexueller.

    Kannst du das näher erklären?

    Ich springe mal ein, wenn ich darf.


    Ein offenes Leben von Homosexualität würde bedeuten, dass es zu jeder Zeit und immer normal ist, wenn ich eine Frau anbaggere. Umgekehrt wäre es damit auch normal, wenn ein Kerl immer und in jedem Kontext einen Kerl anbaggert. Versteht mich nicht falsch: "Jeder Kontext" meint hier Kontexte, in denen das auch zwischen Männern und Frauen als normal empfunden wird.


    Wie ist das aber in der Realität? Ist es nicht viel mehr so, dass man (oder zumindest ich) noch tierische Angst davor hat, sich zu outen?


    Die Reaktion auf einen Flirtversuch sollte ja in der Regel dann nicht "Urgh." sein, sondern eher: "Ah, du bist schwul/lesbisch, ich nicht." Und das sollte ganz normal sein.


    Auch wäre es ein Zeichen von Gleichberechtigung, wenn Männer auf Sachen, die sie nicht machen wollen, nicht mehr mit "Das ist ja voll schwul!" reagieren. Nur als Beispiel.


    Und, wie schon geschrieben, sollte das Thema auch in der Schule und in Büchern ankommen. Gerne als allgemeine Aufklärung, aber auch immer wieder zwischen den Zeilen. "Wie teuer wird es, wenn Tina ihrer Freundin Maike 20 rote Rosen schenken will, wenn eine Rose 1,20 Euro kostet?" Wäre doch mal eine schöne Matheaufgabe.


    Vielleicht lebe ich ja in einem rückständigen Umfeld, welches nicht repräsentativ ist. Aber solange es solche Umfelder wie meine gibt, gibt es eben noch keine Gleichberechtigung.

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    Die TE möchte bei fünfjährigen beginnen, ohne die persönliche Reife von Kindern dabei zu berücksichtigen.


    Das finde ich komplett falsch.

    Das sehe ich auch so. Nur frage ich mich halt, was man macht, wenn die Fragen nicht kommen. Wie soll ein Kind nach etwas fragen, was es entweder nicht kennt oder nicht wissen will? In einem gewissen Rahmen sollte man da natürlich Rücksicht nehmen. Ich erinnere mich auch noch, wie wir in der 8. Klasse die Beschreibung einer Vagina/Vulva mit jedem Detail hatten und es hat mich so geschüttelt, dass ich mich danach eine Weile selbst eklig fand. Ich finde also, dass man nicht zu sehr ins Detail gehen sollte. Wenn die Kinder Details wissen wollen, können sie fragen oder sich mit den entsprechende Stichwörtern und Quellenangaben selbst informieren. Die Grundzüge zu besprechen halte ich aber für wichtig, genauso wie Mathe oder Lesen und Schreiben, auch wenn das Kind nicht selbst fragt. Nur was die Grundzüge sind, da scheiden sich eben die Geister.

    @ Thalina

    Zustimmung :)z .

    @ bellagia

    Ich weiß ja nicht, ob du mich mit deinem Beitrag ansprichst?


    Sexualität ist zumindest für mein Kind (6) bisher gar kein Thema, wie bereits erwähnt.


    Es gibt ein paar seltene Fragen zur Herkunft von Babys. Ansonsten kein Interesse. Selbst wenn ich die Fragen zu Babys beantworte kann es passieren, dass seine Aufmerksamkeit schon wieder beim Solarstrom ist, bevor ich den Satz beendet habe.


    Wie also sollte man da den Bogen zur Homosexualität schlagen ":/

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    Soll ich mich nun hinsetzen und ihm erklären, was die beiden netten Männer von gegenüber so zu Hause machen, wenn er das nicht mal über seine Eltern weiß?

    Nein, natürlich nicht. Und wenn er noch gar nichts zu dem Thema "Sexualität, Babys und co." wissen will, ist das doch voll okay. Aber man kann Homosexualität eben völlig kindgerecht erklären, wie Heterosexualität auch. Man geht ja auch nicht zum Kind und sagt: "Du, Heterosexualität ist, wenn dein Vater mich so heftig in die Scheide bumst, dass ich meinen Namen vergesse." Nee, da kommt ja (Denke ich doch?! ;-D ) eher sowas bei rum wie: "Wenn ein Mann und eine Frau

    sich sehr mögen, wollen sie dieses Gefühl teilen. Und wenn sie dafür alt genug sind, also jugendlich oder erwachsen, können sie dieses Gefühl neben Kuscheln und Küssen auch mit Sex oder eine Beziehung teilen." Und dann halt schauen, ob noch Fragen kommen.

    @ doomhide

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    Nachtrag: Grandios. Der Threadersteller ist, laut eigener Aussage, selbst in therapeutischer Behandlung. Da wird einem doch richtig warm um das Herz. Da stellt sich mir immer mehr die Frage nach der persönlichen Eignung.

    Ich kann deine Entrüstung ja verstehen, aber eine Therapie zu machen ist ja der Versuch der Genesung. Den meisten Menschen würde eine Psychotherapie nicht schaden und manche brauchen sogar eine, machen aber keine. Das ist dann wirklich schlimm.

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    Du bist der Meinung, dass man Homosexualität zwar schon behandeln (kann oder sollte?), aber eben nicht so früh, nicht zur selben Zeit wie Heterosexualität. Du hältst das für zu früh, weil du glaubst, dass es die Kinder überfordern würde.


    Stimmt das so?

    Korrekt, wobei ich immer die von Regenmädchen gewünschte aufgezwungene Explizität im Hinterkopf habe. Diese hat nichts mit dem üblichen Lebensumfeld eines 6-Jährigen zu tun. Es ist kein Problem, zu erwähnen, dass sich auch Paare lieben, die keine Kinder zeugen können. Aber was sollen sie jetzt schon Klitorisexperten werden und anale Stimulationsfähigkeit verstehen, wenn sie damit die nächsten 5 Jahre keine Berührungspunkte haben?

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    Die Reaktion auf einen Flirtversuch sollte ja in der Regel dann nicht "Urgh." sein, sondern eher: "Ah, du bist schwul/lesbisch, ich nicht." Und das sollte ganz normal sein.


    Auch wäre es ein Zeichen von Gleichberechtigung, wenn Männer auf Sachen, die sie nicht machen wollen, nicht mehr mit "Das ist ja voll schwul!" reagieren. Nur als Beispiel.

    Einwand:


    Das halte ich für illusorisch und es hat mit Gleichberechtigung absolut nichts zu tun. Wenn du beispielsweise von einem dreckigen Obdachlosen angegraben wirst dann wirst du vermutlich auch zuerst Ekel verspüren ohne genau zu wissen warum. Genauso geht es mir wenn ich auf einer Party von einem Mann angegraben werde und ich glaube dieses Gefühl ist geschlechterübergreifend.

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    Ich kann deine Entrüstung ja verstehen, aber eine Therapie zu machen ist ja der Versuch der Genesung. Den meisten Menschen würde eine Psychotherapie nicht schaden und manche brauchen sogar eine, machen aber keine. Das ist dann wirklich schlimm.

    Richtig, ich finde eine Therapie, für sich gesehen, nicht schlimm. Allerdings finde ich das wir auf Kinder nur die Besten loslassen sollten und niemanden der bei sich selbst die größte Baustelle hat - auch wenn das vielleicht diskriminierend zu sein scheint (Bei der TE ist das übrigens keine kleine Verstimmung sondern z.b. Suizidgedanken und mehr).

    Ich habe das mal kurz zusammengefasst:


    Essstörung


    Zwangs- und Angststörungen


    Sozialphobie


    dysmorph


    selbstverletztend


    suizidal


    nicht mehr in der Lage, Grenzen zu setzen


    bindungsphobisch


    zu Extremen neigend


    andere besser sind als ich. - Minderwertigkeitskomplexe


    Auch wenn da, laut eigener Aussage, mittlerweile Besserung in Sicht ist so frage ich mich welcher Mensch den TE eingestellt und als qualifiziert für Kinder gesehen hat. Vielleicht sollte ich das auch den TE selbst fragen.

    @ Regenmädchen

    Was befähigt dich, abgesehen von deinem Studium, dazu Kinder zu erziehen?

    @ Comran

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    Du bist der Meinung, dass man Homosexualität zwar schon behandeln (kann oder sollte?), aber eben nicht so früh, nicht zur selben Zeit wie Heterosexualität. Du hältst das für zu früh, weil du glaubst, dass es die Kinder überfordern würde.


    Stimmt das so?

    Korrekt, wobei ich immer die von Regenmädchen gewünschte aufgezwungene Explizität im Hinterkopf habe. Diese hat nichts mit dem üblichen Lebensumfeld eines 6-Jährigen zu tun. Es ist kein Problem, zu erwähnen, dass sich auch Paare lieben, die keine Kinder zeugen können. Aber was sollen sie jetzt schon Klitorisexperten werden und anale Stimulationsfähigkeit verstehen, wenn sie damit die nächsten 5 Jahre keine Berührungspunkte haben?

    Da sind wir doch total einer Meinung, Comran!


    Ich meine, wenn es die Kinder interessiert - klar. Aber wenn nicht, dann nicht. Und bei einer größeren Gruppe kann man das so individuell eben nicht halten, wodurch man bei den Grundlagen bleiben sollte.


    Und da hast du es - das schriftliche Missverständnis ;-) ! Natürlich sollte man einer breiten Masse an Kleinkindern nicht im Detail erzählen, was Analaverkehr (oder auch Vaginalverkehr) ist, weil sie das verstören könnte. Wenn ein Kind individuell und alleine fragt, ist das aber natürlich etwas anderes, dann kann man das kindgerecht diesem einen Kind erklären.


    Worum es mir geht, ist das Übliche: "Wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben." Es können sich aber eben auch Papa und Papa oder Mama und Mama ganz doll lieb haben, auch wenn da nicht ohne Weiteres ein Kind entsteht.

    @ doomhide

    Doch. Hat es. Oder warum sonst hat eine Frau von einem Hetero-Mann eine respektvolle Abfuhr verdient, ein anderer Mann aber nicht?

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    Wenn du beispielsweise von einem dreckigen Obdachlosen angegraben wirst dann wirst du vermutlich auch zuerst Ekel verspüren ohne genau zu wissen warum. Genauso geht es mir wenn ich auf einer Party von einem Mann angegraben werde und ich glaube dieses Gefühl ist geschlechterübergreifend.

    Naja... bei einem dreckigen Obdachlosen verspüre ich Ekel, weil er dreckig ist. Ist doch total klar?


    Warum verspürst du Ekel bei einem Homosexuellen?


    Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es an mangelnder Aufklärung liegt, die schon in jungen Jahren ein Gefühl dafür etabliert hätte, dass Homosexualität völlig normal ist. Und diese Art der Aufklärung genießt man hierzulande auch heute noch nicht (ausreichend).

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    Ich kann deine Entrüstung ja verstehen, aber eine Therapie zu machen ist ja der Versuch der Genesung. Den meisten Menschen würde eine Psychotherapie nicht schaden und manche brauchen sogar eine, machen aber keine. Das ist dann wirklich schlimm.

    Richtig, ich finde eine Therapie, für sich gesehen, nicht schlimm. Allerdings finde ich das wir auf Kinder nur die Besten loslassen sollten und niemanden der bei sich selbst die größte Baustelle hat - auch wenn das vielleicht diskriminierend zu sein scheint (Bei der TE ist das übrigens keine kleine Verstimmung sondern z.b. Suizidgedanken und mehr).

    Nee, das ist nicht diskriminierend. Die Frage ist halt nur, was das Beste fürs Kind ist. Zu 100 % psychisch gesund ist eigentlich niemand. Körperlich hat ja auch jeder irgendetwas. Und sei es die schiefe Nasenscheidewand. Ich würde daher lieber jemanden auf meine Kinder loslassen, der weiß, dass er ein Problem hat, und Hilfe bekommt, als jemanden, der sich keine Hilfe sucht. Wobei man die Frage nach der Eignung natürlich stellen darf, aber ich halte nicht alle Menschen per se für ungeeignet, die psychische Probleme haben. Das sollte man halt im Einzelfall prüfen.

    Ich glaube nicht das man sich als nicht schwuler Mann gleich "naturgemäß" angeekelt fühlt wenn man angebaggert fühlt. Das hat wohl wieder eher was mit den eigenen Phantasien zu tun.

    @ bellagia

    cinnamon hat mir die Antwort abgenommen, genauso sehe ich es auch. Und ja, Details müssen nicht sein, durchaus aber einfach ein selbstverständlich Einbauen in Matheaufgaben usw. Nicht jede Erwähnung davon dass sich Julia und Marie Lieben muss gleich mit der detaillierten Beschreibung ihrer Sexualität zu tun haben. Es reicht einfach sie nicht so an den Rnd zu schieben als "zu früh um zu wissen das eine Frau auch eine Frau Lieben kann". Das wusste mein Sohn schon früher als erst mit fünf. Mit Sexpraktiken hatte das aber nix zu tun.

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    Naja... bei einem dreckigen Obdachlosen verspüre ich Ekel, weil er dreckig ist. Ist doch total klar?

    Und bei einem Mann der z.b. 75 + ist? Da kommt keine (unbegründete) Abneigung auf wenn er dich angräbt?

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    Doch. Hat es. Oder warum sonst hat eine Frau von einem Hetero-Mann eine respektvolle Abfuhr verdient, ein anderer Mann aber nicht?

    Das sind wieder zwei verschiedene Baustellen. Ich kann jemandem respektvoll absagen auch wenn ich eine Abneigung gegen ihn habe. Abneigung bedeutet nicht dass ich denjenigen nicht mehr respektvoll entgegentreten kann.

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    Warum verspürst du Ekel bei einem Homosexuellen?

    Ich verspüre dabei keinen Ekel aber Abneigung weil mich Männer einfach nicht anmachen bzw. sogar abturnen und ich unweigerlich detailliert daran erinnert werde wenn ich angegraben werde. Das ist sicherlich nicht ungewöhnlich.

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    Das halte ich für illusorisch und es hat mit Gleichberechtigung absolut nichts zu tun. Wenn du beispielsweise von einem dreckigen Obdachlosen angegraben wirst dann wirst du vermutlich auch zuerst Ekel verspüren ohne genau zu wissen warum. Genauso geht es mir wenn ich auf einer Party von einem Mann angegraben werde und ich glaube dieses Gefühl ist geschlechterübergreifend.

    Bei einer sehr ungepflegten Person kann ich Ekel aus hygenischen Gründen ja noch verstehen, aber wenn das alleine auf die Sexualität einer Person bezogen ist dann bist du ganz schön homophob mein Lieber :) Außer natürlich der Typ der geil auf dich ist tanzt dich zum Angraben erst mal richtig schön ekelig von hinten an, fasst dir an den Sack und versucht dann sofort dich rumzudrehen und dich zu küssen - Wobei warte, die Welt wäre definitiv ein besserer Ort wenn auch Männer mal aus erster Erfahrung lernen was für ein Assiverhalten das ist. Bisher kam mit die Schwulenszene aber immer sehr respektvoll vor.

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    Bei einer sehr ungepflegten Person kann ich Ekel aus hygenischen Gründen ja noch verstehen, aber wenn das alleine auf die Sexualität einer Person bezogen ist dann bist du ganz schön homophob mein Lieber

    Na kommt. Jetzt tut mal nicht so als wenn ich von völlig neuen Dingen rede. Ich mache das jetzt auch nicht unbedingt an der Sexualität fest aber das man sich durch einen Anbahnungsversuch teilweise belästigt fühlt das ist sicherlich nichts ungewöhnliches.

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    :) Außer natürlich der Typ der geil auf dich ist tanzt dich zum Angraben erst mal richtig schön ekelig von hinten an, fasst dir an den Sack und versucht dann sofort dich rumzudrehen und dich zu küssen - Wobei warte, die Welt wäre definitiv ein besserer Ort wenn auch Männer mal aus erster Erfahrung lernen was für ein Assiverhalten das ist. Bisher kam mit die Schwulenszene aber immer sehr respektvoll vor.

    Das wäre sexuelle Belästigung und wieder etwas anderes. Ich werde trotzdem daran erinnert was er mit mir gerne machen möchte und das "liegt mir nicht".

    Vielleicht spielt bei dem Ekel vor Homosexualität auch ein bisschen mit, dass Homosexuelle es wirklich nur treiben, weil sie es eben wollen und es geil finden? Heterosexuelle könnten ja zumindest theoretisch ein Kind dabei zeugen. Vielleicht ist das noch irgendso ein altes Kirchengedöns, das noch in den Köpfen wiederhallt, auch ganz unbewusst und ungewollt? Manche Menschen scheinen "Homosexualität" mit "Sex" gleichzusetzen. Vielleicht, weil man Kindern hier nicht sagen kann: "Wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben, kuscheln sie ganz fest und machen ein Baby." "Ein Baby machen" als Erklärungsansatz fällt einfach weg. Aber das muss ja nicht schlimm sein. Eigentlich ist es sogar gut, weil ja auch Mann und Frau das nicht immer beabsichtigen.


    Übrigens habe ich eine interessante Idee zu dem, was Comran gesagt hat. Er hat ja irgendwo Recht, dass man ein Grundschulkind nicht mit allem überfluten kann, was menschliches Zusammleben bedeuten kann. Wie wäre es denn, wenn man das ein wenig trennt? In biologische Vorgänge bzw. handfeste Dinge und dann noch in soziokulturelle Vorgänge, die in der Grundschule noch nicht beleuchtet werden, aber wo man sich in der Unterstufe schon mal rantastet.


    Ich stelle mir das so vor:


    Biologisches und/oder Handfestes:


    - Heterosexualität


    -Homosexualität


    -Patchwork-Familien


    -Alleinerziehende


    Damit kann man in der Grundschule anfangen und später eben immer detaillierter drauf aufbauen.


    Soziokulturelles:


    - Die Rollen von Mann und Frau. Gibt es soetwas überhaupt? Sollte es das geben? Die Rolle der Erziehung bei der Findung der Geschlechtsidentität etc.


    - Andere Modelle als Mann und Frau, sprich


    . Intersexualität


    . Transgender


    . Crossdresser


    . Queer allgemein


    An dieser Stelle kann man auch nochmal auf den biologischen Aspekt des Zwitters eingehen.


    Sowas kann man dann das erste Mal behutsam ansprechen, wenn die Kinder in der Unterstufe sind, und dann darauf aufbauend später noch mehr ins Detail gehen.

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    Ich werde trotzdem daran erinnert was er mit mir gerne machen möchte und das "liegt mir nicht".

    Was will "er" denn da machen? Dich in den Popo bumsen? Vielleicht auch erstmal nur nett unterhalten? Ne Abfuhr kann man auch höflich erteilen und nicht auf vorsteinzeitliches Verhalten zurückfallen weil man von der Sexualität des anderen angewidert ist - sprich homophob.


    Aber so wie du das gerade beschreibst musst du ja schon ein ziemlich cuter Gayboy sein wenn diese ganzen Anmachen dich so sehr stören ;-D