Tochter (2 1/2) im falschen Körper?

    Wir haben Zwillinge im Alter von 2 1/2 Jahren. Jetzt frage ich mich ob unsere Tochter eventuell im falschen Körper geboren wurde oder ob es nur eine Phase ist.


    Der Junge und das Mädchen entwickeln sich eigentlich prächtig, es geht ihnen gut und sie sind meistens auch sehr brav. Sie verweigert Kleider und Röcke. Sie trägt am liebsten Jogginghosen, Leggings oder Jeans, sie spielt nur selten mit Puppen, eher mit den Autos und Figuren des Bruders. Das ist an sich wohl noch nicht ungewöhnlich. Keine Ahnung ob das eine Phase ist oder ob da mehr dahintersteckt. Sie sagt öfter das sie ein Bub sei, heute sagte sie das sie mal wie Papa sein will. Sie hat aber eigentlich immer schon gerne das Gegenteil gesagt wenn wir etwas gesagt haben.

    Wie können wir herausfinden ob sie sich im eigenen Körper nicht richtig fühlt? Wir würden sie natürlich gerne unterstützen, und wollen nichts falsch machen.


    Freundliche Grüße


    Navegante

  • 41 Antworten
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    Ich würde abwarten und auf keinen Fall das Kind in die vermeintlich richtige Rolle drängen.

    Einfach das Kind Kleidungs und hobbytechnisch machen lassen was es möchte.

    Man könnte, wenn sich der Verdacht später erhärten sollte, einen dafür spezialisierten Psychologen aufsuchen.

    Ich finde es super, dass du dir darüber Gedanken machst wie du deine Tochter unterstützen könntest, wenn es denn so wäre, aber ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt kann man noch nicht darüber urteilen, ob sie sich wirklich im falschen Körper fühlt. Das wird sich zeigen, wenn sie älter ist, denke ich. Wartet einfach ab und unterstützt sie in dem was ihr gut tut, womit sie sich wohl fühlt, zwingt sie zu nichts und erzwingt keine Aussagen von ihr, ob sie sich nun als Junge oder Mädchen fühlt. Alles ist gut so wie es ist. Im Moment "leidet" sie ja noch nicht unter irgendwas. Jedenfalls hört es sich für mich nicht so an.


    Meine Schwester wollte als kleines Kind zum Beispiel auch immer lieber ein Junge sein, hatte sich sogar einen Jungsnamen für sich selbst ausgedacht, wollte ganz kurze Haare haben, keine Röcke oder Kleider tragen und auch lieber die typischen Jungsspiele spielen. Sie ist homosexuell, aber sie hat sich nie im falschen Körper gefühlt, sie fand es einfach interessanter und cooler was Jungs gemacht haben und hat lieber mit ihnen gespielt als mit den Mädchen. In ihrer Jugend hatte sie dann sogar auch mal eine Phase mit langen Haaren und Kleidern, da hat sie sich ausprobiert.


    Also in dem jungen Alter mach dir einfach noch gar nicht so viele Gedanken darüber. Ich glaube für jedes Kind ist es einfach das Wichtigste so geliebt und angenommen zu werden wie es gerade zu diesem Zeitpunkt IST, damit machst du dann auf jeden Fall nichts falsch.

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    Ich kenne jemanden der im falschen Körper geboren wurde.

    Als er noch eine "sie" und sich zum er angleichen lassen wollte wurde streng drauf geachtet das er ja möglichst maskulin rüberkommt.

    Die Gutachter zu denen man gehen musste um sich das Leben im falschen Körper bestätigen zu lassen, habe da auch großen Wert drauf gelegt dass man möglichst maskulin rüberkommt.

    Da sind schon FzM Transsexuelle beim Therapeuten nicht anerkannt worden, weil sie noch ein Damenrad hatten.

    Ist aber jetzt alles etwas anders, bin nicht mehr ganz auf dem Laufenden.

    Aber ich kenne mehrere Personen die im falschen Körper sind und sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht angleichen lassen.

    Bei der einen Person ist es die Freundin die das nicht möchte und die andere Person hält sich schlicht für zu alt.,

    Was ich damit sagen will, nicht jeder der sich NICHT angleichen lässt lebt auch im richtigen Körper.

    Manche meinen auch sie können diese Angleichung nicht machen lassen, weil sie damit anderen weh tun oder deren Liebe verlieren.

    Manche nehmen lieber ein Jahrelanges Leiden inklusive Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen auf, bevor sie andere verlieren oder enttäuschen.

    Mein Bekannter wurde von seinem Umfeld auch nicht Ernst genommen.

    Die Familie hat ihn auch Null unterstützt.

    Im Falle meiner Bekannten deren Freundin es nicht möchte finde ich das sehr schade.

    Zumal ja offensichtlich ist dass die Freundin lesbisch ist und sich an die Illusion klammert dass ihre Freundin doch eine Frau ist.

    Die machen sich beide was vor,

    Ich bin mir sicher würde meine Bekannte die Angleichung tatsächlich machen wäre die Freundin weg.

    Mein Bekannter hatte in seiner Jugend auch eine Kleiderphase.

    Das ist einfach der Versuch sich den Erwartungen anderer anzupassen.

    Das ist bei ziemlich jedem der im falschen Körper steckt so,und leider kein Indiz dass die Person nicht im falschen Körper steckt

    Würde mich bei der Schwester jetzt in keiner Weise wundern, wenn da doch noch eine Angleichung stattfindet.

    Bei vielen dauert es 10 Jahre von der ersten richtigen Erkenntnis im falschen Körper zu sein bis zur Angleichung,

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    Sorry für die vielen Post, hätte lieber einen langen Text geschrieben, aber man weiß ja nicht, wann hier das Licht ausgeht. ;-D

    Plüschbiest schrieb:

    Würde mich bei der Schwester jetzt in keiner Weise wundern, wenn da doch noch eine Angleichung stattfindet.

    Meinst du jetzt meine Schwester und hast die Beispiele deiner Bekannten wegen mir aufgezählt? Ich glaube das verunsichert Navegante jetzt bloß noch mehr, wo sie sich doch Sorgen macht, dass sie evtl. etwas falsch machen könnte.


    Mir tut es voll leid für Menschen, die sich aufgrund von anderen davon abhalten lassen so zu leben wie sie es gerne würden.


    Meine Schwester ist jetzt 44 Jahre alt und mir ist das erst vor einigen Jahren so in den Kopf gekommen, dass sie als Kind immer wie ein Junge war und dass man da auf die Idee hätte kommen können, dass sie sich vielleicht im falschen Körper befindet. Ich habe sie dann darauf angesprochen und wir haben ausführlich darüber gesprochen. Wir haben ein sehr gutes und offenes Verhältnis und ich glaube ihr, wenn sie sagt, dass sie das nie so empfunden hat als wäre sie wirklich ein Junge bzw. im falschen Körper. Ich glaube das ist tatsächlich auch des öfteren so, dass homosexuelle Frauen als Kinder eher jungenhaft und homosexuelle Männer mädchenhaft sind. Genauso wie es aber auch burschikose heterosexuelle Frauen gibt, die als Kind lieber mit Jungs und Autos gespielt haben oder Homosexuelle, die als Kinder der heterosexuellen Norm entsprochen haben.

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    Der TE hat einen blauen Nick, dürfte also der Vater sein.

    Ich möchte den Vater nicht verunsichern.

    Die Kleine ist ja erst zweieinhalb, da kann man noch nichts feststellen.

    Hier bleibt nur aufmerksam zu sein und das Kind machen zu lassen.

    Sorry, bin bei dem Thema immer etwas über eifrig.

    Mir tun die Menschen die betroffen sind einfach leid.

    Manche haben einfach keine Unterstützung, fallen in Depressionen können nicht arbeiten gehen, die Kohle fehlt und dann wird es schwer.

    Aber freut mich, dass es bei deiner Schwester nicht so ist.

    Oh sorry, das hatte ich nicht wahrgenommen, dass du der Vater bist. Entschuldige bitte.


    Kann ich total verstehen, dass das ein sehr emotionales Thema ist, besonders, wenn man persönlich betroffene Menschen kennt, da ist man dann ja auch sensibilisiert.

    Abwarten, offen bleiben, nicht zu groß machen von dir aus das Thema.

    Navegante schrieb:

    Sie sagt öfter das sie ein Bub sei

    Da kann entweder mehr dahinterstecken oder auch einfach, dass sie das denkt, weil ihr Umfeld ihr irgendwie sagt, dass ihre Hobbys und Kleidung für ein Mädchen ungewöhnlich wären. Du zählst es ja auch direkt auf, auch wenn du dazu sagst, dass es nicht ungewöhnlich sei, fällt es dir ja doch als "mädchenuntypisch" auf und sowas merkt auch das Kind. Was soll ein so junges Kind da denken, wenn nicht "Ich bin dann wohl eher ein Junge"? Deshalb solche Wertungen am besten komplett weglassen, auch wenn es nicht böse gemeint ist. Das verwässert sonst ihr eigenes Empfinden enorm.

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