• Tochter möchte zu Kita-Freundin - ich möchte das aber nicht

    Hallo liebe Forengemeinde, nachdem ich schon erfolglos mit der Erzieherin gesprochen habe, wende ich mich an euch. Meine Tochter ist 4 Jahre alt und hat in der Kita eine Freundin. Naja, die beste Freundin ist es eigentlich nicht, aber wenn die nicht da ist, hält das andere Kind gut hin. Außerdem hat dieses Kind "Höckerschuhe" (Schuhe mit nem kleinen…
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    Ich hatte als Kind auch eine Freundin, die meine Mutter für nicht geeignet hielt. So richtig verstanden warum, habe ich bis heute nicht, ich glaube, die Mutter des Kindes hat auch eine Rolle gespielt.. Ich habe deutlich gespürt, dass sie dieses Mädchen nicht mochte und ich habe es hingenommen, blieb mir nicht viel anderes übrig. Egal was sie gesagt hätte, ich wäre immer enttäuscht gewesen und ihre Abneigung war Gesetz, das habe ich nicht hinterfragt.

    Also, ein vierjähriges Kind würde ich nicht zu Eltern nach Hause lassen, die ich nicht kenne oder mag. Entweder ich geh mit oder beide Kinder dürfen gern hier spielen aber ein doch noch junges Kind in fremde Hände? Dazu bei der Vorgeschichte. Öööh... Nee. Ab Grundschulalter dann ja, aber mit 4 sicher noch nicht (Kindergeburtstage ausgenommen).

    Beim Lesen Deiner Beiträge brennt mir folgende Frage auf den Nägeln:


    Nennst Du Mausi immer nur Mausi oder hat das Mädchen auch einen Vornamen?

    %-| also ehrlich :-/ . Klar hat Mausi nen vormnamen und ihre Mama ist ne total vernuenftige, aber hier in so einem Forum schreibt man den Namen vielleicht nicht jedesmal hin. Aber ist ja auch bisschen schwer wenn man seinem Kind nicht die Freundin madig machen will aber selbst weder Mutter noch Kind mag. Ich wuesste da auch nicht was ich machen soll :-|

    Ich kann dich und deine Beweggründe verstehen, würde vermutlich aber auch eher davon abraten, den Kontakt zu verbieten. Treffen bei der anderen Familie kann man ja mehr oder weniger elegant vermeiden, ohne gleich zu sagen "nein ich möchte nicht dass du mit Agathe spielst". Deine Bedenken, das Mädchen zu euch einzuladen, mit oder ohne Mutter, kann ich auch nachvollziehen, hätte da vermutlich auch keinen Bock… Ist ja auch deine Freizeit… Daher finde ich den Vorschlag "neutraler Ort" ganz gut.


    Ein paar Sachen fallen mir noch ein, was so glaub noch nicht erwähnt wurde: Hab auch ein bisschen Vertrauen in deine Tochter, dass sie die richtigen Entscheidungen trifft und lernt, sich abzugrenzen. Sie mag vielleicht jetzt ein Mitläufer sein, aber das heisst nicht, dass sie das bleibt und dass sie sich von jetzt auf ewig die falschen Freunde suchen wird (mit allen Konsequenzen die man sich als Mama in solchen Situationen manchmal ausmalt ;-)). Vielleicht kannst du ja irgendwie geschickt mit ihr sprechen, z.B. über die Doktorspiele und wo die Grenzen sind, dass sie lernt, die Grenzen selbst zu stecken. Und bei den Schuhen – wenn solche Wünsche bei meinen Kindern kommen, dann sage ich klipp und klar "die Mama von der xy mag das machen, aber ich nicht." Offensichtlich bin ich da relativ überzeugend, jedenfalls kam da bisher nur wenig vehementer Widerspruch. (bei uns gings z.B. um die grässliche Capri-Sonne, die ein Kind immer mit bekommt und meine armen Kinder kriegen nur Wasser in die Flaschen – ich habe dann erklärt, dass andere Familien eben andere Dinge erlauben und dass ich entscheide, was ich für uns gut finde und was nicht). Vielleicht hilft ihr auch sowas beim Abgrenzen und dabei herauszufinden, wer sie ist, was sie gern mag usw. ohne jemandem nachzulaufen.

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    Ich glaube ihr habt recht. Ich sehe es halt auch von der Seite, dass ich mit muss und ich will mit der Mutter halt auch keinen Kontakt. Aber wenn ich Mausi allein hinschicke, wird das schon funktionieren. Und ne Stunde oder 1,5 (mehr ist eh nicht drin, da ich sie ja erst um 16.30 Uhr abhole) werde ich es auch mal mit Agathe probieren können.

    Na klar kannst du das. Das schaffst du schon. Und wenn es sich um so kurze Zeiträume handelt, kannst du dein Kind auch getrost mal zu ihr geben. Sieh es als Übung an: deine Tochter wird immer wieder mal "unpassende" und ganz andere Kinder toll finden. Da kommt noch einiges auf dich zu.


    Ich plauderte wegen dieses Fadens gestern mit meinen Töchtern über das Thema "Komisches Volk, was ihr so angeschleppt habt" ;-D – baah, haben wir gelacht. Die beiden (jetzt 19 und 17) schüttelten umgehend ein halbes Dutzend Beispiele aus dem Ärmel, einige davon hatte ich schon vergessen. Oder verdrängt. Wie ich schon sagte, es war teilweise abenteuerlich, was da so bei uns zu Gast war.


    Und ja, @Cao, ich habe sie da auch hingelassen, auch ohne mich. Ich habe sie dann hingebracht, bei Abgabe mal eben die Schultern breitgemacht und bedrohlich geknurrt... ;-D – und sie dann eben auch wieder abgeholt. Bei ZU krausen Gestalten habe ich umgehend gesagt, ich hab' dann und dann noch einen Termin, ich hole sie um Punkt X.


    Und unsympathische Mütter? Achgott. Wenn ich meine Kinder nie in Haushalte gelassen hätte, wo mir die Mütter ungut vorkamen, wären die Kinder ja überhaupt nicht rausgekommen. ;-D – Wobei ich, ganz grundsätzlich, die 150%igen Mütter immer viel zweifelhafter und problematischer fand als die echten Asis.


    Vertraut da auf eure Kinder. Sie finden es spannend und ungeheuer aufregend, wie anders es in anderen Familien zugeht. Sie saugen Atmosphäre und den 24/7 laufenden Fernseher auf, sie essen zuviel Süßes, trinken blaue Brause, spielen altersunangemessene Spiele – damit meine ich jetzt natürlich NICHT die von der TE angeführten Doktorspiele, das ist ja offensichtlich geklärt – und sie lernen was über das Leben außerhalb des eigenen Schutzraums Familie. Ganz viel.


    Und das Tolle ist, dass sie ganz schnell sagen, wenn sie irgendwo nicht mehr hin wollen...und dann, klar, dann darf man mit voller mütterlicher Härte sagen, nö, mußt du nicht, und wenn die anruft, soll sie halt hierher kommen. Fertig.


    Ich bin damit ganz gut gefahren. Ich habe meine drei nie daran gehindert, sich in Haushalten umzutun, wo sich mir die Fußnägel hochrollten. Ich habe von Justin und Charmaine, von Ömür und Yüsra bis hin zu Philipp-Christian und Leonie-Sophie alles durch. Und immer, immer hat sich das alles von ganz alleine hingeregelt.


    Wie gesagt, vertraut auf eure Kinder und auf den Einfluß, den ihr selbst habt. Laßt ihnen ihre Ausflüge in gesellschaftliche Untiefen. Sie können nur lernen.

    @ Gauloise

    genau :-). Vertrauen in die eigenen Kinder, super :)^ :)z :)= .


    Ich muss mir das auch immer wieder sagen. Aber je mehr ich sie lasse und je weniger ich reinpfusche, desto besser machen sie sich.

    lade agathe doch zu dir ein, da hat sie danmn ein paar schöne stunden ohne angebrüllt zu werden und du hast die kinder im blick oder du unternimmst was mit beiden. dann haben beide kinder was davon u du musst dir keine sorgen machen.

    Gauloise, ich stimme dir ja vollumfänglich zu. Aber nicht bei Kindergartenkindern..vielleicht habe ich aber auch ein falsches Bild von Vierjährigen?

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    Gauloise, ich stimme dir ja vollumfänglich zu. Aber nicht bei Kindergartenkindern..vielleicht habe ich aber auch ein falsches Bild von Vierjährigen?

    Bis Deine Große vier ist, tut sich noch sehr viel. ;-) Unser Kleiner ist ja jetzt dreieinhalb, und ich kann es mir durchaus vorstellen, dass er mal komische Leute besucht. Ich lasse ihn ja auch mit meinem Schwiegervater allein losziehen. %:| Und da habe ich gemerkt, wie klar und deutlich der abgebrochene Meter schon werden kann. Er sagte nämlich zu mir (und das war Anfang des Jahres, da war er also drei): "Heute will ich aber mit dir spazieren gehen, Opa ist manchmal ganz doof." Und zwei Tage später wollte er wieder, und ich hab ihn gelassen. Mein Schwiegervater mag es nicht, wenn Kinder "Geschichten erfinden", also wenn sie, äh, klein sind. Er begreift nicht, dass es keine pathologischen Lügen sind und auch kein Anzeichen für beginnenden Realitätsverlust, wenn Kinder erzählen, dass sie von einem Dinosaurier gebissen wurden. Ich finde das ziemlich psycho und übel, und mein Mann hat darunter als Kind sehr gelitten. Aber der Opa ist nicht der Vater, und die Eltern von Kindergarten- oder Schulfreunden sind keine Pflegefamilien. Wenn das Kind sagt, es will nicht, unterstütze ich das mit vollem Nachdruck, es muss auch nichts erklären, es will nicht, fertig. Aber wenn es will, dann darf es.


    Ich finde das auch insofern wichtig, als Kinder anfangs noch ganz im "Bannkreis" der Eltern sind – später sind dann die Freunde der bezugsrahmen, die Eltern zählen nicht mehr so arg viel. Er soll ruhig früh üben, sich Leute zu suchen, die ihm guttun. Merke ich , dass er häufig zu einem anderen Kind möchte und dann aufgestrubbelt zurückkommt, so dass ich annehme, es tut ihm wirklich nicht gut, dann kann ich immer noch intervenieren. So ein Kind geht ja nicht kaputt, nur weil es einmal einen blöden Nachmittag hatte.

    Der abgebrochene Meter kam eben zu mir spaziert und wollte gemessen werden. Er ist kein abgebrochener Meter mehr, sondern ein voller Meter. Da sieht man mal, wie man die immer unterschätzt und wie schnell das mit dem Größerwerden geht. ;-D

    Zitat

    Ich habe von Justin und Charmaine, von Ömür und Yüsra bis hin zu Philipp-Christian und Leonie-Sophie alles durch. Und immer, immer hat sich das alles von ganz alleine hingeregelt.

    ;-D ;-D ;-D :)=


    so isses. vertrauen... loslassen... ggf. auffangen.


    und meine tochter war mit 4 jahren auch schon alleine bei einem kind aus dem kiga.

    Zitat

    und meine tochter war mit 4 jahren auch schon alleine bei einem kind aus dem kiga.

    meine Tochter auch, aber ich würde sie niemals irgendwo hinschicken wo ich genau weiß, dass ihr dort irgendwas passieren könnte – dafür sind sie meiner Meinung nach mit 4 Jahren noch absolut zu klein.


    Jeder sollte so verfahren wie er meint, aber ich befürworte es nicht. Das Kind würde ich gern zu mir nach Hause einladen, aber Mausi würde ich dorthin in dem Alter nicht lassen.


    Meine Tochter hatte auch viele Freundinnen zwischendurch, die ich nicht richtig einschätzen konnte, wo ich wußte, dass vieles vollkommen anders läuft als bei uns – absolut in Ordnung.


    Aber wenn ich weiß, dass dort ihr irgendwas eingeführt wird und ich vertraue der Mutter nicht einmal – niemals !!

    Ich habe ne 7 jährige und ne 4 jährige und beide haben mitunter "komische" Freundinnen. Ich händele auch so, dass die, die ich nicht mag oder wo ich ein ungutes Gefühl hab, zu uns kommen können, weil ich da ein Auge auf alle habe.


    Ich würde niemals eins meiner Kinder zu jemanden geben, wo ich kein gutes Gefühl dabei habe.


    Aber stimmt- man darf/ sollte die Freundschaften nicht unterbinden und gewisse Erfahrungen können sie ruhig sammeln...

    @ star:

    ich würde es auch so machen, dass Agathe zu euch kommt und du erstmal schaust, wie es läuft. Vielleicht lernst du Agathe so besser kennen und auch ihre Mutter. Und wenn du merkst, es geht echt nicht, dann beschränkst du halt die Besuche außerhalb der Kita auf ein Minimum, so wie Mausi es eben hinnimmt. So ganz verbieten, würd ich es auch nicht.

    Zitat

    ich würde sie niemals irgendwo hinschicken wo ich genau weiß, dass ihr dort irgendwas passieren könnte

    Ähm, ihr kann überall was passieren. Das nur am Rande.


    Ich habe es gehalten wie gauloise. Meine durften überall hin, auch schon mit vier. Manchmal war es nur ein Besuch, manchmal ging es länger. Schlimme Erlebnisse gab es nie, höchstens was Spannendes zu erzählen ("Bei XY stehen immer Süßigkeiten auf dem Tisch und man darf sich einfach nehmen!!!" "Wir haben Pommes gegessen. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt Abendessen war..." Später dann auch: "Wie die YZ mit ihrer Mutter redet! Unmöglich!" 8-) ).