• Undankbare Mutter - ich aergere mich so

    Meine kleine Stieftochter (9) ist durch einen Umzug in eine neue Klasse gekommen. In dieser Klasse ist ein Maedchen an Leukaemie erkrankt. Die Mutter des Maedchens hat eine Spendenseite eingerichtet, auf der mein Freund und ich (anonym) $500 gespendet haben. Hier in den USA uebernehmen Krankenkassen leider nur einen kleinen Teil der Behandlungskosten,…
  • 130 Antworten

    Ach... wundern würde mich sowas nicht.


    Ich hatte vor Jahren mal nen Fall im Bekanntenkreis. Junge Mutter mit Kind. Sie hatten nichts mehr zu essen. Also wurde eine große Kiste mit Lebensmittelspenden gepackt und an diese Dame versendet.


    Weniger Tage danach wurde in einem sozialen Netzwerk von eben dieser Mutter ein stolzes Selfie mit der gerade gekaufen Wacken-Eintrittskarte (>100 Euro) gepostet.


    Da fällt einen nix mehr zu ein :) Manche Leute sind absolut Schmerzbefreit.

    Zitat

    Kann aber auch dazu führen, dass die 20 Dollar als nicht mehr so wertvoll gelten, wie sie es sind.

    Mir würde es dabei darum gehen, der Mutter zu zeigen, dass manchmal mehr dahinter steckt als man denkt. Und ich halte es meistens so: Nur wenn man die Person auf sowas aufmerksam macht, kann man für die Zukunft lernen! Man muss den Gegenüber ja nicht völlig runterbuttern.


    Und bei den 20 Dollar geht es doch weniger um den Geldwert, als um die Geste des Mädchens. Es ist einfach schön, wenn man so selbstlos ist und sieht, wenn andere das Geld nötiger haben.

    Schon meine Eltern brachten mir bei:


    Wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert.


    Ob man nur 1€ spendet oder 100€... Man sollte dankbar dafür sein, was andre einem zukommen lassen...es ist eben NICHT selbstverständlich.


    Die meisten menschen arbeiten hart für ihr Geld. 500 Dollar zBsp können für jemanden 1 Tag Arbeit oder eben auch ein kompletter Wochenlohn sein.


    20€ vom Mund abgespart sind also nicht schlechter als 500€ aus den Ersparnissen...


    Es ist und bleibt dreist und einfach ungerechtfertigt so zu reagieren... Selbst wenn die Mutter dem Kind damit spezielle Nahrung kauft (was oftmals bei krebskranken Kindern notwendig ist, damit sie überhaupt irgendwas essen... weil einfach alles "zum Kotzen" ist...), ist das doch eine Hilfe...so würde ich es auch der Stieftochter erklären, dass sie damit helfen konnte.


    Meine Familie hat aus "nichtigeren" Gründen das Spenden an bestimmte Institutionen eingestellt. Eigentlich gingen jährlich jeweils 50€ an 2 Kinderkrebsstiftungen, die uns damals halfen...eine der beiden schickte nach jahrelangen Spenden weder Spendenquittung, noch einen kleinen Dankesbrief...somit geht ab sofort die komplette Spendensumme an die andere Stiftung.

    Wenn ich das so lese bin ich wieder heilfroh in Deutschland zu leben. Das es überhaupt notwendig ist um Geld zu bitten und man auf Spenden angewiesen ist, um sich behandeln zu lassen...


    Dann hätte man solche probleme gar nicht, bei geld hören ja wie es so schön heißt die Freundschaften auf.


    Und natürlich geht die Reaktion so gar nicht, vor allem find eich 20 Dollar jetzt gar nicht so wenig, selbst wenn es nicht von einem Kind kommt. Aber gut andere Länder andere Sitten was als angemessen gilt, siehe Trinkgeld in Amerika.

    Ich finde Chances Vorschlag für ein posting sehr gut, allerdings würde ich ggf. schon darauf hinweisen, dass von Euch eben schon anonym mehr kam, evt. auch unter Nennung der Summe. Ich denke, dass eine Spende anonym getätigt wird, ist doch meist im Sinne desjenigen, der die Spende erhält, oder? Damit er sih nicht mies fühlen muss, nicht das Gefühl hat, in der Schuld zu stehen. Diese Schutzfunktion muss man in diesem Fall ja nicht mehr unbedingt aufrechterhalten, hier würde ich im Vordergrund schon den Schutz des Mädchens, das gespendet hat, sehen zusammen mit ihrer Familie, die ja auch blöd dasteht, als hätten sie das Mädchen mit ihrem Taschengeld vorgeschickt.

    Ich würde an Stelle der TE den link nicht hierhersetzen. Warum nicht?


    Nun, der Name der Stieftochter ist ja anscheinend klar zu lesen. Ich würde höchstens einen screenshot (mit Schwärzung des Namens) anbieten.

    Unabhängig vom Zustand des kranken Kindes.


    So verhält man sich nicht.


    Und wenn man im Ausnahmezustand ist, dann hat man wohl auch andere Dinge zu tun, als auf Facebook zu posten.


    Ich finde den hier geposteten Antwort-Beitrag solltest du tatsächlich posten, zusätzlich mit dem Hinweis / der Aufforderung, dass du nicht möchtest, dass der Name deiner (Stief)Tochter bei Facebook auftaucht.


    Ehrlich gesagt, würde ich wohl noch viel weiter gehen. Aber das muss man ja nicht.

    Zitat

    Ehrlich gesagt, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass die Mutter so etwas getan hat. Sorry... aber das würde ich mir gerne selbst bei FB anschauen, bevor ich die Frau verurteile. Setz doch mal den Link dazu hier rein...

    Auf gar keinen Fall, dann wäre ja ihre Anonymität gefährdet!

    Danke an euch alle. Den Link zu dem Post moechte ich aus Anonymitaetsgruenden nicht hier reinstellen, dafuer bitte ich um Verstaendnis. Hier uebrigens der Original Text der Mutter:


    Wait what? 20 bucks wow great. Must be a joke considering our last bill for Peyton's PET scan was over 600! You kidding me?


    Ich habe mich entschieden zu antworten und zwar mit den Worten von Chance. Vorerst habe ich den Post nicht gemeldet, werde das aber vielleicht noch tun, wenn das Ganze ausartet.


    Ich habe nicht erwaehnt, dass wir schon einen groesseren Betrag gespendet haben. Im ersten Moment wollte ich das natuerlich schon, aber je mehr ich darueber nachgedacht habe, umso kindischer kam es mir vor. Also habe ich es gelassen. Mir tut es auch nach wie vor nicht um den Betrag leid, denn das Geld ist ja fuer die Tochter.


    Was unsere angeht werden wir das ganze Drama von ihr fernhalten. Sie hat was Tolles gemacht und wir moechten, dass sie auch weiterhin hilfsbereit bleibt.

    Zitat

    Ich habe nicht erwaehnt, dass wir schon einen groesseren Betrag gespendet haben. Im ersten Moment wollte ich das natuerlich schon, aber je mehr ich darueber nachgedacht habe, umso kindischer kam es mir vor. Also habe ich es gelassen. Mir tut es auch nach wie vor nicht um den Betrag leid, denn das Geld ist ja fuer die Tochter.

    Ich finde, Du gehst den richtigen Weg.


    Ich wollte aber nur nochmal zu bedenken geben: ich würde mich nicht öffentlich an sie wenden. Gestern bin ich über das Konzept der "Liebe und Wahrheit" gestolpert und finde das hier ganz anwendbar, ungefähr so:


    Schau' Dir ihr Verhalten "in Liebe" an. Sie hat völlig daneben reagiert, keine Frage, aber bedenke eben die Situation, unter welchen sie diesen Fehlgriff getan hat. .. Man möchte wirklich nicht in ihrer Situation sein (in der der Tochter natürlich noch weniger): ein leukämiekrankes Kind in dem Gesundheitssystem. Ich denke, da ist der Alltag geprägt von Angst, Wut, Trauer, Verzweiflung.. und eben Rechnungen.


    Worum ginge es dann eigentlich, sie öffentlich zu rügen/bloßzustellen/anzugreifen (auch wenns auf sachliche Art und sachlich korrekt geschähe)?


    Aber auch die "Wahrheit" will zu ihrer .. äh, mir fehlt das Wort, kommen. Und entsprechend würde ich mich persönlich an sie wenden mit dem Fokus darauf, dass die Spende von einem Kind kam, völlig selbstlos und eben voller Mitgefühl war und dass es gegenüber dem Kind nicht fair ist, sie dafür bloßzustellen, sie doch sogar eher eine Inspiration und ein Vorbild für andere und Nächstenliebe sein sollte/könnte.


    Ohne einen Angriff auf sie wäre es für sie leichter, ihren Fehler selbst einzusehen und entsprechend zu handeln.


    Gerade bei gegenseitiger Hilfe geht es doch um ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander. Sie also nicht zu erziehen oder moralisch zwingen, sondern Verständnis haben und um ihr Verständnis "werben".

    Zitat

    Worum ginge es dann eigentlich, sie öffentlich zu rügen/bloßzustellen/anzugreifen (auch wenns auf sachliche Art und sachlich korrekt geschähe)?

    Wenn ich in der Situation wäre, dann ginge es mir darum, mein Kind vor dieser unsäglichen öffentlichen Bloßstellung zu schützen.

    Zitat

    und dass es gegenüber dem Kind nicht fair ist, sie dafür bloßzustellen, sie doch sogar eher eine Inspiration und ein Vorbild für andere und Nächstenliebe sein sollte/könnte.

    Äh, ja. Genau das, nur ohne diesen "in Liebe und völlig Selbstlos"- Kram. Kann ja jeder mit umgehen, wie er möchte, aber wenn mich so ein schäbiges Verhalten ärgert oder mich verletzt oder mir einfach aufstößt, dann empfinde ich erstmal reichlich wenig Liebe für die Person, die das in mir ausgelöst hat. Man muss sich dem nun jetzt nicht hingeben und zurückschlagen und aus verletzer Eitelkeit oder Rache heraus zurück verletzen. Man kann schon die Umstände in die Situation miteinebziehen, aber Verständnis muss man für die Reaktion dieser Mutter nun wirklich nicht aufbringen. Das kann keiner verlangen.


    Dieses "alles positiv sehen wollen auf Biegen und (Er-)Brechen" kann übrigens psychisch ganz schön krank machen. Möchte ich hier nur mal kurz einwerfen. Ich glaube ein gesundes Mittelmaß im Umgang mit negativen Gefühlen ist der richtige Weg, aber das heißt eben auch, dass man negative Gefühle negative Gefühle sein lässt.

    Zitat

    Wenn ich das so lese bin ich wieder heilfroh in Deutschland zu leben. Das es überhaupt notwendig ist um Geld zu bitten und man auf Spenden angewiesen ist, um sich behandeln zu lassen...

    Bei uns wurde vor kurzem für einen ukrainischen kleinen Jungen gesammelt, der eine Krebsbehandlung in einer deutschen Klinik erhielt. Nach einem Jahr schrecklicher Behandlungen konnte der kleine Junge nun Weihnachten feiern und vorerst hat er den Krebs besiegt.


    Wenn man unterm Jahr die Bilder ansah, zerbrach einem das Herz, so viel Leid musste der Kleine durchmachen, wie klein und dünn lag er mit all den Schläuchen in seinem Bettchen. Als dann unsere Bekannte an Weihnachten Bilder postete, wie er sich über die Geschenke freute, die er zahlreich bekam, musste ich weinen. Er sieht inzwischen wieder aus, wie ein kleiner Junge seines Alters aussehen muss, auch die Haare wachsen schon wieder.


    Ich schreibe dir das, liebe TE, weil ich euch wünsche, dass ihr das auch so erleben dürft. Ihr habt Geld gespendet für diese Behandlungen und das Geld ist für das Kind, egal, was die Mutter macht und sagt, wichtig ist, dass der kleine Fratz wieder gesund wird. Nur das zählt. Schaut, dass der fb Post gelöscht wird, dass deine Stieftochter nicht weiter bloßgestellt wird, das fände ich wichtig.

    Zitat

    Was unsere angeht werden wir das ganze Drama von ihr fernhalten. Sie hat was Tolles gemacht und wir moechten, dass sie auch weiterhin hilfsbereit bleibt.

    Das kann man natürlich so machen.


    Ich persönlich neige eher dazu, Kinder mit den Realitäten dieser Welt zu konfrontieren.


    Sie hat etwas gemacht, was sie ursprünglich toll fand. Wenn man sich die Reaktion der Mutter ansieht, war es wohl rückblickend betrachtet ein Fehler.


    Also, sie könnte daraus lernen, dass man sich ruhig etwas mehr Gedanken machen kann, wem man etwas spendet.


    Aber sie könnte auch zu dem Ergebnis kommen, dass sie es trotz der Reaktion der Mutter richtig findet.


    Warum sollte man ihr die Chance nehmen, aus diesem Ärgernis zu lernen?