• Unser schon erwachsener Sohn hat keinen Anstand

    Hallo Zusammen, ich bin verzweifelt. Und weiß nicht, bin ich irgendwo mal stehen geblieben oder sind meine Vorstellungen einfach nicht mehr Zeitgemäß? Es geht um unseren Sohn, wird im März 20. Er ist so ein toller Kerl, macht seinen Weg, macht seine Ausbildung mit guten Noten. Ist da, wenn man ihn braucht. Und dennoch Es gibt da ein paar Dinge, wenn ich…
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    Ich finde nicht, dass man als Eltern alles ertragen muss! Wenn ständig wechselnde Frauen in mein Haus kämen, aus dem Zimmer laut und eindeutige Geräusche kämen – ich hätte keine Lust dazu und würde es auch auf Dauer nicht mitmachen! Rücksichtnahme muss von beiden Parteien kommen, nicht nur von den Eltern!

    :)^ Sehe ich genauso. In der eigenen Wohnung kann jede(r) machen, was er will. Wohnt man mit mehreren Leuten unter einem Dach ist Rücksichtnahme angesagt. Ich möchte allerdings auch wissen, wer hier bei uns die Nacht verbringt und nicht morgens irgendwelchen fremden Typen gegenüberstehen ;-) . Allerdings wäre mir das Gerede der Nachbarschaft auch egal.


    Zum Thema feste Partnerschaft: Unsere Tochter ist 17 und hat seit einem Jahr einen festen Freund...; es ist also nicht immer so, dass junge Leute die Partner wie ihre Unterwäsche wechseln. Ich gehe ja nicht davon aus, dass die Beziehung bis ans Lebensende hält, aber es ist schön zu sehen, wie es sich entwickelt und in welche Richtung die Planungen gehen. Und wenn es doch hält, freue ich mich :-D

    Sein Sexleben geht dich, finde ich, überhaupt nichts an. Am aller Schlimmsten finde ich ja, dass du da deine Nachbarn vorschiebst – das hat was von dörflicher Spießigkeit. Wenn er das genauso empfindet, kann es schon sein, dass er die Frauen nur aus Trotz abschleppt.


    Was du allerdings aus meiner Sicht schon verlangen kannst ist verbale Mäßigung. Du kannst ihm deutlich machen, dass du solche Äußerungen nicht hören möchtest und dass er sowas in deiner Gegenwart bitte unterlassen soll, weil es dir unangenehm ist.


    Langfristig würde es wohl helfen, wenn er von zu Hause auszieht. Vor allem, wenn er schon eine Ausbildung hat, kann er doch auch arbeiten und eine Wohnung finanzieren...

    Das wäre mir auch zu blöd. Schließlich wohne ich auch da und hätte nicht die geringste Lust, ständig an seinem Sexuelleben teilhaben zu müssen oder dauernd fremde Leute im Haus zu haben. Würde er alleine wohnen und ich das nicht mitbekommen, wäre mir das nicht wichtig, aber so.. Und dieses Herumprahlen finde ich auch absolut daneben.


    Ich finde, du solltest wirklich dazu stehen, wie es dir damit geht. Deine Belange sind nicht weniger wichtig als seine und im Endeffekt wohnt er noch zu Hause. Man hat fast den Eindruck, du ziehst vor ihm den Kopf ein, warum? Hast du Angst, dass du dann ein schlechtes Verhältnis zu ihm bekommst?

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    In der eigenen Wohnung kann jede(r) machen, was er will

    Naja, was heisst denn da "eigene Wohnung" Die Eltern sind erwachsen. Der Sohn ist erwachsen. Wo bleibt da ein gegenseitiges Akzeptieren und eine Gleichberechtigung. Nur weil die Eltern die Miete bezahlen, leiten sie daraus das Recht ab, über die Leute zu bestimmen, mit denen der Sohn Kontakt hat – wie immer der Kontakt auch sein mag, solange er sich nicht in kriminellen Kreisen bewegt. ;-) Das ist der Vorrang des Geldes, der innerhalb einer Familien keine Rolle spielen sollte.


    Als Lösung fällt mir dann auch nur ein, dass sich der Sohn eine eigene Wohnung suchen muss. Wie das wiederum finanztechnisch möglich ist, geht aus dem bisher geschriebenen nicht hervor.

    Sein Sexleben geht dich nix an. Diese Prahlereien sind in dem Alter auch normal.


    Mich würde aber die Lärmbelästigung stören und die fremden Mädels, die wahrscheinlich morgens in meinem Bad stehen..

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    Ich finde, du solltest wirklich dazu stehen, wie es dir damit geht. Deine Belange sind nicht weniger wichtig als seine und im Endeffekt wohnt er noch zu Hause.

    Das sehe ich auch so. Da muss er sich ein bisschen anpassen. Wenn er dazu nicht bereit ist kann er ja ausziehen.

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    Nur weil die Eltern die Miete bezahlen, leiten sie daraus das Recht ab, über die Leute zu bestimmen, mit denen der Sohn Kontakt hat – wie immer der Kontakt auch sein mag, solange er sich nicht in kriminellen Kreisen bewegt.

    Das nun nicht. Sie können aus dem Grund aber durchaus bestimmen wer in ihrer Wohnung ein und aus geht und ob sie Lust haben sich dauernd irgendwelche Sexgeräusche anzuhören.

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    hätte nicht die geringste Lust, ständig an seinem Sexuelleben teilhaben zu müssen oder dauernd fremde Leute im Haus zu haben

    Das wäre aber doch genauso, wenn er eine einzige feste Freundin hätte, oder etwa nicht? ;-) Auch dann wäre eine "Fremde" im Haus und sein Sexualleben mit ihr würde man ebenfalls hören.


    Wobei ich ja zugebe, dass es mich auch nervt, wenn man das Gestöhne von anderen mitbekommt, die gerade Sex haben ;-) ich kann noch nicht mal genau sagen, warum eigentlich. :-D Allerdings würde ich nichts dazu sagen.

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    bestimmen, wer in ihrer Wohnung ein und aus geht

    Nein, das können auch die Eltern eines erwachsenen Sohnes nicht. Mit dem Erwachsenwerden haben sie das Erziehungsrecht verloren.


    Ein Mieter kann in seiner Miezwohnung Besuche empfangen, wann, wen und wie oft er will. Der Vermieter hat da keinerlei Mitspracherecht!


    Entsprechend sehe ich es in diesem Fall: Gewiss sollte man innerhalb einer Familie mehr Gemeinschaft, Absprache und Rücksichtnahme erwarten als in einer Mietskaserne mit 50 Mietparteien. Dennoch: Was soll der Sohn denn machen? Muss (muss!) er jede seiner Bekanntschaften den Eltern vorstellen? Entscheiden diese dann jedesmal, ob der Besuch willkommen ist, oder ob die neue (vielleicht auch kurzfristige ) Freundin wieder das Haus verlassen muss? Das Haus ist hellhörig? Ja und? Dafür kann doch der Sohn nix? Ausserdem kann man vielleicht auch hier einiges verbessern und manchmal wirkt schon ein Streifen Tesamoll im Türspalt wahre Wunder der Gersäuschdämmung.


    Ganz obendrein geht es in der Fragestellung von BirStu darum, was die Nachbarn denken können und die haben nun garantiert kein Mitspracherecht, wer Gast im Zimmer des Sohnes ist. Wo kämen wir denn da hin?

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    ob sie Lust haben sich dauernd irgendwelche Sexgeräusche anzuhören.

    Daraus folgt in einer hellhörigen Wohnung ein mönisches Leben der Kinder. Vielleicht könnte man aber auch in der allgemeingültigen Hausordung festlegen:


    "Die mittäglichen Ruhezeiten von 13 – 15 Uhr und die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sind zu achten. Auch Ficken mit mehr als 70 dB ist dann untersagt." ":/

    @ Wolfgang

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    Die Eltern sind erwachsen. Der Sohn ist erwachsen. Wo bleibt da ein gegenseitiges Akzeptieren und eine Gleichberechtigung.

    Solange es mein Haus ist, habe ich, so ist meine naive Vorstellung, das Recht zu bestimmen, wer in mein Haus kommt. Unsere Tochter kann jederzeit Freunde und Freundinnen mitbringen, ist ja wohl selbstverständlich. An ihrem Sexleben und den damit verbundenen Geräuschen möchte ich nicht teilnehmen. Ich glaube auch nicht, dass sie es toll finden würden, an unserem akustisch teilnehmen zu müssen. In meinen Augen ist Sex immer noch etwas sehr Intimes und das möchte ich mit niemanden "teilen" und ich möchte auch nicht am Sexleben anderer Menschen teilnehmen. Es geht mir hier um Rücksichtnahme, und bei der fehlt es dem Sohn der TE. Ein Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn beide Seiten Rücksicht nehmen. Das machen mein Mann und ich und unsere Tochter. Und wir leben trotzdem friedlich zusammen (meistens jedenfalls ;-) ).

    Ich finde, dass so eine Prahlerei in dem Alter nicht mehr normal ist. Bei seinen Kumpels kann er solche Sprüche raushauen, aber doch nicht, wenn die Eltern bzw. die Verwandten zuhören!? Das wäre mir als Elternteil auch sehr peinlich!

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    meine naive Vorstellung, das Recht zu bestimmen, wer in mein Haus kommt.

    Das halte ich nun wirklich für etwas naiv. Das Recht dazu hast du meiner Ansicht nach nicht – gleichwohl sollte man das innerhalb einer Familien gütlich bereden können. Was aber, wenn sich differierende Interessen nicht in Übereinstimmung bringen lassen? Wie gesagt, geht es hier nicht mehr um Kleinkindererziehung! Das Zimmer des Sohnes ist überlassener Wohnraum. Klar, dass der ohne Mietzahlung überlassen wird – doch daraus Rechte auf die Mitbestimmung der Besucher abzuleiten geht zu weit!


    Ob und wie weit und ungeniert man wechselseitig am 6-Leben der anderen teilnimmt. darüber mag es unterschiedliche Ansichten geben. Meine Nachbarn frage ich da aber wirklich nicht und gerade diese Nachbarn spielen bei der TE eine wichtige Argumentationsrolle.

    Ich finde es nicht naiv. Bei einer Mietwohnung ist es klar, dass der Vermieter nicht über Besuche zu bestimmen hat. Gleichwohl gelten auch hier die allgemeinen Ruhezeiten.


    Wir haben hier aber kein Mietverhältnis, sondern der Sohn wohnt in der komplett oder sicherlich zumindest überwiegend von den Eltern finanzierten Wohnung oder Haus, scheint sich jedoch zu verhalten wie in einer abgeschlossenen, gemieteten Wohnung, und es klingt sogar so, als ob er nicht mal Absprachen trifft, so dann ständig jemand anders im Bad auftaucht oder vielleicht auch mit am Frühstückstisch sitzt.


    Ich wäre mir nicht mal sicher, ob das in einer WG, wo jeder zu gleichen Teilen zu Miete und Arbeit (Kochen, Putzen etc.) beiträgt (was er ja nicht tut), einfach so gehandhabt werden könnte? Weiß da jemand Bescheid?


    Warum sollten die Eltern mehr Pflichten und weniger Rechte haben als der Sohn?