• Unsicher bzgl. weiterführender Schule

    Für ein paar Denkanstöße wäre ich glücklich, am Besten vielleicht von den Niedersachslern... Heute gab es in Niedersachsen wohl die Zeugnisse für die Viertklässler und innerhalb der nächsten drei Tage finden die Anmeldungen statt der weiterführenden Schulen. Nun eröffnete mir heute meine Tochter, dass sie auf eine Integrative Gesamtschule möchte,…
  • 59 Antworten

    Mh, also mit Radwegen fände ich das nicht so dramatisch, hängt aber aicher auch davon ab wieviel Praxis so ein Kind auf dem Rad hat. :-)


    Johanna


    Sie sind doch gerade erst im März dahin gezogen, woher sollten sie das vorher wissen?

    Danke für eure Beiträge.


    Johanna, natürlich war mir klar, dass sie nach der vierten Klasse übertritt . Nur dass wir aus Bayern kommen und da klar unterteilt ist. Hier sind es doch mehr und andere Möglichkeiten. Gesamtschule stand für uns in Bayern nie zur Debatte, gab es einfach zu selten.

    irgendwo neu alleine in eine klasse zu kommen,


    das kann eine harte sache sein.


    die anderen kleben am anfang richtig beienander,


    bis das mal aufbricht, dauert es schon mal ein halbes jahr und mehr und bis man die gefunden hat, die auch alleine sind, das dauert,


    insofern kann ich deine tochter verstehen.


    wir erwachsenen sagen zwar immer,


    man soll es nich tvon den freunden abhängig machen, aber ehrlich:


    wenn wir in fremder umgebung jemanden kennen, freuen wir uns doch auch...


    auch meine studenten setzen sich immer neben die leute, die sie kennen und die sind schon viel älter...


    ich denke, wenn nach der 10. nicht definitiv schluss ist, würde ich sie dorthin gehen lassen, aber gleichzeitig gucken,


    ob sie für später bezüglich der sprachen einen bestimmten zweig wählen muß oder ähnliches.


    dass es verschiedene niveaus gibt,


    finde ich als mama von g-8 – kindern ehrlich gesagt richtig klasse.


    das g8 ist echt ein hartes brot.

    Danae, ja sicher, aber man weiß doch meistens vorher, ob man Realschule, Gymnasium oder Hauptschule anpeilt, das hab ich gemeint. ;-)


    Dass es nun in Niedersachsen ganz anders ist, wusste ich nicht. Ich kenns nur aus Thüringen und Bayern und da ist es recht ähnlich.


    Nichtsdestotrotz würde ich Gymnasium präferieren, nichts gegen Gesamtschulen aber ich habe den Eindruck, dass die Tochter (in ihrem Alter absolut verständlich) diese Schule aus den falschen Gründen präferiert.

    Johanna


    Jup, aber der Unterschied zwischen den einzelnen Bundesländern ist ja zum Teil schon unverantwortlich groß.


    Ich finde das mit den Freunden nicht so nebensächlich, sicher weil ich unter Mobbing gelitten habe. Gerade wenn man etwas empfindlich ist, eventuell schnell weint ist man leicht mal Ziel des Ärgerns weil der Erfolgh so schön sichtbar ist und die Gegenwehr so zaghaft ausfällt. Wenn ich mir nun vorstelle sie kommt im Gym schon unsicher an dann finde ich das einen blöden Start. Deswegen würde ich versuchen sie von der anderen Schule zu überzeugen, sie aber wohl nicht zwingen, gerade weil sie ja auch ins Gym lange fahren müsste.

    Zitat

    Aber ich würde immer sagen: lieber gleich Gymnasium und ggf. "nach unten wechseln" als umgekehrt.

    Das kann aber auch erheblich das Selbstbewusstsein eines Kindes anknacksen.


    Umgekehrt ist es ein Erfolgserlebnis, wenn ein Kind sich nach oben arbeiten kann: Selbst, wenn es den Sprung auf's Gymnasium nicht bis zum 10. Schuljahr schafft, kann es nach der 10. mit einem qualifizierten Realschulabschluss auf die gymnasiale Oberstufe gehen oder eben eine Berufsfachschule besuchen und danach das Fachabitur machen, mit dem man nicht alles, aber doch einiges an der Fachhochschule und danach sogar an der Uni studieren kann.


    Oder eben später auf dem 2. Bildungsweg (Kolleg, Abendgymnasium), wenn sie erst als Erwachsener richtig ehrgeizig werden.

    Ich schließe mich der Mehrheit der Schreiber an (hoffentlich habe ich richtig gezählt ":/) und empfehle das Gymnasium:


    - Meistens ist das Lernniveau höher, in der Gesamtschule sind auch SchülerInnen mit Hauptschulniveau


    - Oft ist auch das soziale Niveau der MitschülerInnen höher (Stichwort: bildungsnahe Schichten)


    - Schule liegt näher


    Nach dem Wechsel in die weiterführende Schule werden die Karten ohnehin völlig neu gemischt. Ein Gymnasium hat einen Einzugsbereich von mehreren Grundschulen, so dass die Schüler neue Freunde finden. Gerade in diesem Alter ist es wichtig und sinnvoll, neue Kontakte zu knüpfen. Und wenn die Schule tatsächlich so gut ist, wie im Eingangsposting beschrieben, wird es dort vermutlich auch Lehrer geben, die sich um soziale Belange der SchülerInnen kümmern.

    ...13km kann man im Frühling bis Herbst gut Radeln! Bei großer Kälte oder Starkregen ist es megascheiße,egal


    was für Klamotten angezogen werden.Nur wenn,das Mädchen bei diesem Wetter problemlos gefahren werden kann,


    rechne mal mit 30 Tagen im Jahr,würde ich sagen,schick Sie auf die gewünschte Schule.


    Eine Schule am Ort ist sonst immer vorzuziehen! Volle Busse,Wartezeiten bei Unterrichtsausfall,in NDS wohl nicht ganz


    so selten...Alle Aussagen hierzu können sich als richtig,oder auch als falsch herausstellen.Man kann an der Schule


    auch gemobbt werden,wenn man die "Oberschlaue" nicht gepackt hat...ich hatte da einige,die dann ewig litten


    an der Mittelschule(Realschule).Nach der 7.,ist ein Wechsel an ein Gymnasium durchaus möglich.Wenn man dies


    schon jetzt in Erwägung zieht und allein an der schulischen Leistung,bei Mädchen ist das dann schon Pubertät!,festmacht,


    dann wäre dies m.E.die beste Entscheidung.

    Zitat

    ...13km kann man im Frühling bis Herbst gut Radeln!

    Ja, so als Freizeitbeschäftigung. Aber nicht morgens, wenn das Kind müde ist plus schwere Schultasche. Zumindest ich hätte es als Kind gehasst, obwohl ich sonst weitaus längere Strecken gefahren bin.


    Es kommt ja auch auf den Weg drauf an. Hier bedeuten 13km sehr oft, dass man auf irgendeinen Berg rauf fahren muss. Das finde ich morgens um 7 doof.

    Noch eine Stimme fürs Gymnasium.


    Ich hatte in der 4ten auch eine Phase wo ich ganz umbedingt mit meinen Freundinnen auf die Gesamtschule wollte. Dann hab ich aber das Gymnasium im Park gesehen und das war vergessen. Aus meiner Grundschule kamen 4 Leute aus meinem Jahrgang auf das gleiche Gym und wir waren alle in getrennten Klassen. (ich war übrigens auch immer die jüngste. Blöder Geburtstag in der zweiten Jahreshälfte)


    Freundschaften kommen und gehen, das stimmt in dem Alter.


    Ansonsten würde ich auch den Tag der offenen Tür mal nutzen (bei uns sind die alle im November, ich glaub jetzt ist bisschen spät), oder einfach mal mit ihr dort vorbeischauen und ansehen. Manchmal hilft das auch bei der Entscheidungsfindung. (bei der kleinen)

    wir haben auch ein Kind das heuer übertritt, ok in Bayern.


    Überbewerte die Freundschaften und auch Feindschaften nicht. Die kommen und gehen, heute ein Feind, morgen sagt er, der wäre doch ganz nett. In dem Alter richtet man sich nach anderen und nicht nach dem eigenen Instinkt.


    Ich stimme für das Gymnasium, wenn die Noten und Dein Eindruck das zulassen, oder eben die Realschule. (oder was das bei euch ist)


    13km Radfahren am morgen ist nicht nur anstrengend sondern vergiss auch nie es ist gefährlich.

    @ Wetterau

    Aus meiner Grundschule sind auch ein paar Mädchen auf die Realschule gegangen. Sie hatten zwar die Gymnasialempfehlung aber waren eher ruhig im Unterricht. Die Eltern dachten wohl, so gehen sie auf Nummer sicher und tun dem Kind keine Enttäuschungen an. Keine von denen hat Abi gemacht. Wer weiß, wie das hätte laufen können, wären sie direkt aufs Gymnasium gegangen.

    Unabhängig von der Freundschaftsfrage:


    Ich komme aus Niedersachsen und würde immer eine Integrierte Gesamtschule empfehlen.


    Integriert hat übrigens nichts mit Integrativ zu tun (es geht also nicht um Mitschüler mit Behinderungen).


    Eine kooperative Gesamtschule ist eigentlich nur so eine Art Schulzentrum, alle drei weiterführenden Schularten sind unter einem Dach, aber die Klassen sind voneinander getrennt.


    An einer integrierten Gesamtschule lernen Schüler aller Leistungsniveaus in einer Klasse, und es wird "innere Differenzierung" praktiziert. Das heißt, jeder kriegt die Aufgaben, sie seinem Leistungsniveau entsprechen.


    Der Vorteil ist, daß z.B. Startschwierigkeiten oder vorübergehende Durchhänger nicht gleich zum Sitzenbleiben und Schulwechsel führen und man sich auch wieder nach "oben" arbeiten kann.


    Aber selbstverständlich kann man auch an einer integrierten Gesamtschule sitzenbleiben. Es wird nicht jeder irgendwie mit durchgezogen.


    Ein weiterer Vorteil ist, daß die Lehrer das einzelne Kind besser im Blick haben als z.B. auf einem reinen Gymnasium, denn sie müssen es ja individuell einstufen. Während bei getrennten Schularten ein Durchschnittsniveau angenommen wird, und wer davon (egal ob nach oben oder nach unten!) stark abweicht, hat eben Pech gehabt und bleibt sitzen oder wird nicht angemessen gefördert.


    Erfolgreiche Übergänge in die Oberstufe sind keineswegs eine Seltenheit. Von einer reinen Realschule aus wäre das schwieriger, aber auch das ist etwas ganz Alltägliches (der typische Leistungsabfall findet zwischen der 7. und 9. Klasse statt, der Wechsel zur Oberstufe erst nach der 10.!). Wenn deine Tochter aber auf der integrierten Gesamtschule bereits auf Gymnasialniveau gearbeitet und dort den qualifizierten Realschulabschluß gemacht hat, dann ist sie bestens gerüstet für den Übergang aufs Gymnasium – sowohl das "Supergymnasium" als auch die Oberstufe der Schule vor Ort als auch ggf. ein Oberstufenzentrum. Oder sie entscheidet sich dann für eine Ausbildung inkl. Abi. (Oder auch nicht, vielleicht braucht sie es gar nicht für die Pläne, die sie dann hat.)


    Es ist jetzt natürlich recht spät, aber vielleicht hast du die Möglichkeit, dich noch über das pädagogische Konzept und die Besonderheiten dieser integrierten Gesamtschule zu informieren. Diese Schulen haben häufig Besonderheiten wie z.B. Anwendung innovativer Lernformen (zusätzlich zum Gewohnten, nicht stattdessen), mehr Berufspraktika und -informationen. Auch dort könnte es Schüleraustauschprogramme geben. Und ganz ehrlich – wem Auslandsaufenthalte wichtig sind, der kriegt sie auch selbst organisiert, da gibt es eine Menge Förderprogramme.


    Vor dem Gymnasium möchte ich warnen:


    - Es ist weit weg


    - Gymnasium heute=null Freizeit (das sehe ich an den Jugendlichen, mit denen ich arbeite, die sind nur noch erschöpft)


    - sie ist zurückhaltend und empfindsam


    - sie will dort nicht hin


    - wenn sie dort scheitert, wird sie es voraussichtlich nicht als Lappalie empfinden, auf eine andere Schulart "zurückgestuft" zu werden


    - diese "ganz, ganz tollen Gymnasien" sind i. d. R. einfach nur ganz, ganz exklusiv und überkandidelt, was die soziale Auswahl der Schüler angeht. Ihr Ruf profitiert von den Elternhäusern, pädagogisch sind solche Schulen häufig nicht gerade an der Spitze.