• Wenn ein einzelner die ganze Klasse aufmischt....

    Ich weiss nicht, ob es das passende Unterforum für mein "Anliegen" ist, falls nein möge der Admin bitte entsprechend verschieben. Danke. Meine Tochter (10) hat im Sommer auf die weiterführende Schule (Gymnasium in RLP falls das irgendwie wichtig ist) gewechselt. In der Klasse sind 28 Kinder. Mit dabei ist ein Junge, der von Anfang an die komplette Klasse…
  • 90 Antworten

    Klar, die Kinder können nix dafür, meist liegts an den Eltern. Ach ne, die sind ja auch nicht schuld, dass sich klein Tobias-Schatzi aufführt wie die Axt im Wald. Schuld sind entweder die Lehrer oder alternativ ADHS *Ironieoff*


    Es liegt ja wohl irgendeine Störung bei dem Kerl vor- das passende Adjektiv ist gestört. Laut Duden krankhaft wirr im Denken und Handeln. Von daher weiss ich jetzt nicht so genau, was du jetzt an dem Wort soooo verkehrt findest.Das Wort ist negativ behaftet-aber das ist das ganze Verhalten von dem Kerlchen auch. Er ist nunmal der Gestörte in der Klasse.Kannste drehen und wenden wie du willst, ist so. Ich hätte durchaus auch andere Wörter verwenden können.


    Ansonsten...du magst es nicht, wenn man gegen Kinder mit oder ohne anerzogener Symptomatik wettert. Auch das soll mir recht sein, auch dazu soll jeder seine eigene Meinung haben.


    Wenn ich über das Verhalten eines einzenen "schimpfe"/wettere/was auch immer, dann tu ich das, egal was andere- die ich noch nicht mal kenne- davon halten. Und nebenbei blieb mir hier im Forum gar nichts anderes übrig, als sein Verhalten zu beschreiben, sonst fallen die Antworten ja absolut unbrauchbar aus.

    Zitat

    natürlich freue ich mich. Sogar sehr. Ich freue mich für MEIN Kind, das endlich wieder normalen Unterricht geniessen darf und morgens mit guter Laune und ohne Bauchschmerzen in die Schule gehen darf, ich freue mich für die KLASSENKAMERADEN die auch wieder Freude an der Schule haben, ich freue mich für die LEHRER, weil deren Tag jetzt auch bestimmt stressfreier läuft. Ich freue mich für mich, weil ich mich dann viel weniger aufregen muss.

    Ja, ganz genau! Das ist in meinen Augen die einzig richtige Einstellung. Du kannst Dich für alle freuen, die sich guten und störungsfreien Unterricht wünschen.


    Ganz besonders kannst Du Dich natürlich für Dich und Deine Tochter freuen, und etwas anderes solltest Du in meinen Augen auch nicht tun. Denn Du trägst schon genug Verantwortung im Leben, wenn Du für Dich und Deine Tochter verantwortlich bist.


    Wenn Du Dich auch noch verantwortlich machen lässt für die Sorgen und Nöte anderer Personen für die Du nicht verantwortlich bist, gerätst Du nur in einen Abgrund, in den andere schon hineingerutscht sind.


    Also ich kann nur sagen, weiter so!


    Ich wünsche Dir viel Glück und viel Erfolg für Deine Tochter. :)*

    @ :)

    Herzlichen Glückwunsch, NK78!


    Da habt ihr (deine Tochter und du) ja nochmal Schwein gehabt!


    Du erwähntest die Möglichkeit einer Privatschule. Ja, ich vermute, da geht die Reise hin. Betuchte Eltern, die Wert auf Bildung legen, schicken dann in Zukunft ihre Kinder auf teure Privatschulen, und wer sich das nicht leisten kann, dessen Kind kommt auf die öffentliche Schule, wo es nichts lernt.


    Der Inklusionswahnsinn ist allerdings nicht der einzige Grund für eine solche Entwicklung.


    (Nicht missverstehen: Ich bezeichne nicht jede Inklusion als Wahnsinn. Es gibt behinderte Kinder, die durchaus sinnvoll in einer Regelschule beschult werden können. Und da macht die Inklusion dann ja auch Sinn. Wahnsinn wird es nur da, wo Behinderte, die sich nicht vernünftig steuern können, sinnvollen Unterricht für die Mitschüler verhindern, man aber aus ideologischen Gründen meint, diese trotzdem in einer Regelschule unterrichten zu müssen.)

    Für mich mit meinem beruflichen Background und etlichen Freunden, die Lehrer sind, ist das Fazit:


    Inklusion funktioniert v.a. für diejenigen mit körperlichem Handicap. Die ihr Verhalten steuern können, aber wegen körperlicher Einschränkungen (sie es bzgl. Beweglichkeit, Hören oder Sehen) sonst wirklich "abgeschoben" wurden.


    Alles, was in den Bereich Verhaltensauffälligkeiten fällt und wo eine Mindestkontrolle nicht gegeben ist, ist einfach besser in Kleingruppen und Sonderschulen aufgehoben. Oder wenigstens Sonderklassen in normalen Schulen (das könnte ja auch Inklusion sein: Kompromiss zwischen kompletter Integration und kompletter Isolation in Sonderschule).


    So eine Sonderklasse muss ja nicht für immer sein, aber halt so lange, bis jemand in der Lage ist, ein Mindestmaß an Verhaltenskontrolle zu zeigen.

    Zitat

    Inklusion funktioniert v.a. für diejenigen mit körperlichem Handicap. Die ihr Verhalten steuern können, aber wegen körperlicher Einschränkungen (sie es bzgl. Beweglichkeit, Hören oder Sehen) sonst wirklich "abgeschoben" wurden.


    Alles, was in den Bereich Verhaltensauffälligkeiten fällt und wo eine Mindestkontrolle nicht gegeben ist, ist einfach besser in Kleingruppen und Sonderschulen aufgehoben.

    Genau so ist es, das unterschreibe ich sofort.


    Jetzt musst du mir nur noch erklären, wie man das unseren Politikern begreiflich machen könnte...

    Genau ! Meine Tochter zB gilt offiziell durch ihre angeborene, seltene Stoffwechselerkrankung als Mensch mit Behinderung. Sie ist im Kopf absolut fit, man merkt ihr das ganze nur bei sportlichen Aktivitäten an, weil sie dann schneller "abbaut" als ihre Klassenkameraden und dann kurz Pause machen muss, um wieder Energie "nachzutanken", weil sie sonst unterzuckern würde.


    In der Grundschule hatten wir einen Riesenkampf, bis der Rektor der Schule der Regulärbeschulung zugestimmt hat, es war erst Förderschule im Gespräch (die hätte sie mit einem IQ von 127 sicher gebraucht *Ironieoff*), weil alle "Behinderte" ausnahmslos eben seiner Ansicht nach auf spezielle Schulen gehören. Wir konnten uns aber durchsetzen und das war auch gut so. Die Grundschule hat sie mit einem reinen 1er-Zeugnis (bis auf Sport, da war es ne 3) verlassen.


    Auf dem Gymnasium fällt sie absolut nicht auf. Bei der Anmeldung wurde kurz darüber geredet, die Rektorin meinte sie haben ja nen Schulsanitätsdienst und ein Krankenhaus vor Ort falls was ist, Notfallausweis ist da, Kinderarzt ne Strasse weiter- wie man überhaupt auf diese Frage käme? Natürlich kann sie die Schule besuchen. Die Lehrer wissen von ihrem "Problem" und das einzige was ein wenig anders bei ihr ist, ist die Tatsache, dass sie hin und wieder während des Unterrichts ihren Zuckerwert messen muss, wenn sie merkt, dass er zu niedrig sein könnte und während des Unterrichts -falls es notwendig werden würde- auch mal schnell was essen darf. Die Sportlehrerin lässt sie öfter Pausen machen und schickt sie ne Kleinigkeit trinken/essen (das geht aber von der Lehrerin aus, da fühlt sie sich sicherer). Ansonsten wird sie behandelt wie alle anderen Kinder auch (und verhält sich auch genau SO), das ist auch genau das, was wir als Eltern für unsere Tochter wollen. Meine Tochter fällt nicht auf und braucht keine Sonderbetreuung durch irgendwen. Sie stört keinen Unterricht.


    Inklusion bei Kindern mit nicht körperlichen Störungen funktionieren in Regelschulen einfach nicht wirklich, da ausgebildetes Personal fehlt. Körperliche Probleme sind kein Problem, die Kinder haben auch m.M nach nix auf Förderschulen zu suchen-was sollen die da ?


    In der 7.Klasse ist auch ein Kind, das sitzt im Rollstuhl. Da wurde sogar ein Lift und eine Rampe installiert, damit sie überall gut hinkommt. Da funktioniert das auch super und das Mädchen ist überall beliebt und gut in die Klassengemeinschaft integriert.

    Das denke ich nämlich auch, bei Kindern mit körperlicher Beeinträchtigung können die sich ja auch untereinander mal helfen, das ist nicht schwierig, mal einen Rollstuhl zu schieben, das schafft jeder.


    Aber bei psychischen Symptomen brauchts einfach ausgebildete Fachkräfte, weil die Kinder mit entsprechenden Defiziten eben auch mal unberechenbar sein können und ganz andere Erziehung brauchen.


    Die Regelung, wie sie früher war, war nicht ideal, wie sie jetzt ist, ist genauso ideal.

    @ NK 78

    Ich hatte nicht gewusst, dass deine Tochter eine Krankheit hat, daher war mein Kommentar

    Zitat

    Sei einfach froh, dass dein Kind diese Symptomatik nicht hat.

    natürlich total unglücklich und hat dich auf persönlicher Ebene sicher mehr getroffen, als ich bezwecken wollte.


    Das tut mir leid und ich wünsche ihr euch natürlich, dass sie gut damit zurechtkommt und ihren Weg macht! @:)

    @ Fe.

    Zitat

    Jetzt musst du mir nur noch erklären, wie man das unseren Politikern begreiflich machen könnte...

    Ich habe nicht den blassesten Schimmer. Ich habe in so vielen Bereichen das Gefühl, dass die Politker gar nicht wissen, wie das reale Leben aussieht. Sei es Inklusion, Rente mit 70 oder anderer Mist. Gruß aus der Parallelwelt?!

    @ NK 78:

    Eben diese kleinen individuellen Anpassungen stören ja niemanden. Im Gegenteil, da fängt für mich das Rücksichtnehmen auf's "Andersein" an. Deine Tocher kann zudem lernen, ihre Einschränkungen und die kleinen Anpassungen selbstbewusst zu fordern. Aber sie hat dann bspw. sicher das Bewusstsein, im Unterricht leise zu essen, Rücksicht zu nehmen.


    Und an dem Punkt, diesem Hineinversetzen, wie andere es erleben, hört Inklusion auf. Wenn jemand das nicht in Ansätzen hinbekommt, dann braucht er so lange ein Spezialumfeld, wo er es mit liebevoller Unterstützung lernen kann. Bis diese Fähigkeit beherrscht wird.


    Dieses "alles oder nichts"-Prinzip bei der Inklusion ist Mist. Für die einen ein Segen; für die anderen eine Katastrophe. Und absurderweise selektieren wir bei den Erwachsenen dann wieder. Ich sage nur 2. Arbeitsmarkt. Da gehört der eine oder andere auch nicht hin.

    Regenpfeifer: Entschuldigung angenommen.

    @ Sunflower:

    eben. Sie findet es schon furchtbar, wenn sie von der Sportlehrerin vor den Augen ihrer Klassenkameradinnen zum Essen verdonnert wird. Sie WILL gar nicht auffallen. Und sie beschwert sich täglich zu Hause, weil ihr das anders sein so auf den Keks geht und sich jeder um sie kümmern will. Sie hatten einen Waldtag, da waren die Tutoren (3 Stück) der 10.Klasse dabei, die sollten unterstützen. Meine Tochter hatte dann eine Oberstufenschülerin, die beim Schulsanitätsdienst und beim DRK ist mitsamt Notfallplan an der Seite falls was passiert. Als sie heimkam meinte sie: "Es ist ja nett gemeint, aber ich bin fast im Boden versunken, weil alle komisch geschaut haben"


    Ihr Brot muss ich ihr in kleine mundgerechte Häppchen schneiden, damit sie sich im Notfall ein komplettes in den Mund stecken kann und die anderen schon allein durchs Rumwerkeln nicht zu sehr vom Unterricht ablenkt. Das passiert aber sehr, sehr selten, es gibt ja die Pausen (Ausnahme ist halt, wenn sie Hofdienst hat- da erfüllt sie mit den anderen lieber erst ihre Pflicht und steckt sich gleich nach der Pause ein Häppchen in den Mund).


    Sie nimmt Rücksicht auf die anderen, die anderen nehmen Rücksicht auf sie. So erwarte ich das eigentlich auch.

    Zitat

    Als sie heimkam meinte sie: "Es ist ja nett gemeint, aber ich bin fast im Boden versunken, weil alle komisch geschaut haben"

    naja, das ist schon ein bisschen mehr als nur nett gemeint. Die Schule kann richtig Ärger bekommen, wenn da etwas schiefgeht. Das überblickt Deine Tochter vermutlich noch nicht so ganz.


    Muss sie natürlich auch nicht. ;-)

    Nun ja...es waren ja auch zwei Lehrer dabei, die hätten den Notfallplan auch einstecken und notfalls den Rettungswagen rufen können.


    Einer 17-jährigen soviel Verantwortung aufzubürden....weiss halt auch nicht.

    Zitat

    Sie nimmt Rücksicht auf die anderen, die anderen nehmen Rücksicht auf sie. So erwarte ich das eigentlich auch.

    Das eigentliche Lernziel der Inklusion halt... ;-)

    Zitat

    Einer 17-jährigen soviel Verantwortung aufzubürden....weiss halt auch nicht.

    Im Notfall wären ja die Lehrer dagewesen. Klingt nacht 1:1-Überwachung, was 2 Lehrer mit einer ganzen Klasse eben nicht leisten können. Klingt auch nach ziemlich viel Angst/Unsicherheit, trotz allem.