• Wenn Kinder die Eltern beim Sex hören – verstörend?

    Ich habe mich am Wochenende mit meiner jüngeren Schwester über ein Thema unterhalten, das wir beide im Erwachsenenalter bislang einvernehmlich totgeschwiegen haben. In unserer Kindheit war es aber ein mehr oder weniger großes Thema für uns. Wir haben unsere Eltern regelmäßig beim Sex gehört und fanden das anfangs unheimlich, irgendwie verstörend…
  • 106 Antworten

    Ich sehe das wie Twilight Garden. Und ich würde mir trotzdem die Frage stellen, warum die Eltern sich nicht "vorher" vergewissert haben, dass die Kinder wirklich schlafen. Und außerdem kann es immer mal sein, dass ein Kind aufwacht und es ist nur allzu logisch, dass ein Kind das nicht einordnen kann, wenn es darüber noch nichts gehört hat. Es bestand ja auch keine Rückzugsmöglichkeit für die Kinder, so dass sie ungestört ihren eigenen Gedanken hätten nachgehen können. Als Eltern, egal wie verliebt man ist und wie man den Sex ausleben will, kann man da durchaus planvoller vorgehen.


    Eine Bekannte von mir hat in einer Doppelhaushälfte einmal gewohnt. Ein Ehepaar mit einem Kind. War auch alles prima bis neben dran ein neues Paar eingezogen ist, dass die Wände hat wackeln lassen, mit enormem Nachholbedarf nach nicht so gut gelaufenen vorherigen Beziehungen, nach eigener Aussage. Da war nachts an Schlaf kaum zu denken, zumindest für eine längere Zeit und das Kind fragte, was die denn da machen, mit dem Gestöhne und Getobe. Das Kind war drei und fand das auch nicht berauschend. Nach über einem Jahr ist die Bekannte dann ausgezogen. Sie haben das Haus verkauft und ein neues freistehendes Haus gekauft. Man passt halt nicht immer zusammen, wenn es um solche Dinge geht. ;-D

    @ bolognese

    Zitat

    wir haben manchmal sogar sex gehabt als sie neben uns schliefen

    Haben sie wirklich geschlafen? Kriegt man das denn wirklich noch so genau mit – es stört einen ja auch selbst beim Sex, wenn man ständig ein Auge auf irgendwas anderes haben muss?


    Für mich klingt das etwas befremdlich ... und irgendwie "rücksichtslos" den Kindern gegenüber ":/


    Ich habe keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, würde ich da klare räumliche Grenzen ziehen, wenn es um Sex geht. Jeder Mensch hat ein Recht auf absolute Intimsphäre. Man schließt ja zB auch die Klotür und lässt nicht unbedingt den Rest der Familie an der Verdauung teilhaben.

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    Man schließt ja zB auch die Klotür und lässt nicht unbedingt den Rest der Familie an der Verdauung teilhaben.


    Cinderella68

    Naja, bei einer Familie mir nur einem Badezimmer und morgendlicher Hektik – da muss man schon "überlappt" arbeiten. Derjenige, der in der Dusche steht, kann doch deswegen nicht das Waschbecken und die Toilette blockieren ;-D


    Ist natürlich klar, dass man für das "große" stinkende Geschäft besser allein ist.

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    Man schließt ja zB auch die Klotür und lässt nicht unbedingt den Rest der Familie an der Verdauung teilhaben.

    Äh.. doch!


    Das handhaben viele Familien doch wohl individuell. Ich persönlich muss mich schon sehr zusammenreißen, die Tür zuzumachen, wenn ich Besuch habe, weil ich es anders gewohnt bin. ;-D

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    Ich persönlich muss mich schon sehr zusammenreißen, die Tür zuzumachen, wenn ich Besuch habe, weil ich es anders gewohnt bin.

    Ich auch |-o Der Hund juckt mich ja auch beim Sex nicht, aber der stellt keine Fragen und guckt auch nicht zu, er ist so diskret sich dann zurückzuziehen, findet der bestimmt auch nicht so toll |-o


    Unser Besuchshund wollte auf die Couch springen als wir anfingen, weil er das gar nicht kannte |-o Hehe... |-o

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    Das handhaben viele Familien doch wohl individuell. Ich persönlich muss mich schon sehr zusammenreißen, die Tür zuzumachen, wenn ich Besuch habe, weil ich es anders gewohnt bin.

    %:|


    Aber bei den meisten Familien gibt es dafür doch einen extra Raum? Warum dann die Tür offen lassen? Ich kenne z.B. keinen, bei dem die Schüssel im Wohnzimmer steht ;-D

    Also der Kommentar ist legendär, von Dir Cinnamon4, da musste ich auflachen, als ich las, dass du auch Spuren fandest :D


    Alles in allem bin ich der Meinung, dass ganz kleine Kinder davon nicht viel verstehen werden schätzungsweise. Aber selbst wenn mal ein Kind im Teenie-Alter das mitbekommt, wird es nicht viel sagen denke ich mal. Später, wenn es aber erwachsen ist,wird es verstehen, dass das nur dafür spricht, dass die Eltern sich immer noch gut und gerne dem GV widmen und sich also immernoch anziehend finden auf eine Art und Weise.


    Dass es aber in einem kritischen Alter durchaus verstörend wirken kann, glaube ich jedoch schon. Lieber auf nummer sicher gehen und das "Risiko" gehört zu werden, nicht eingehen.

    Ich hab nie auch nur das geringste Anzeichen eines Sexlebens bei meinen Eltern mitbekommen. Ok, sie haben nach mir noch ein Kind gezeugt, aber da war ich selbst noch ziemlich klein und könnte mich nicht dran errinern, wenn das was gewesen ist. Seit ich denken kann, hab ich jedenfalls nichts mitbekommen.


    Obs am nicht vorhandenen Sexleben liegt oder daran, dass sie es gut verheimlichen können, weiß ich nicht. Wir haben allerdings schon im frühen Kindesalters (ich 5, meine Schwester 2) in einem anderen Stockwerk geschlafen und waren auch nicht so die Nachwanderer. Wenn wir geschlafen haben, dann haben wir geschlafen. Außerdem sind meine Eltern auch in allen anderen Lebensbereichen eher ruhige Leute, vielleicht haben sie sich einfach leise ausgelebt.


    Ich bin eigentlich ganz froh um diese Tatsache und hätte das nicht haben müssen. Ich bin eigentlich nicht wirklich verklemmt ??mich hat man auch sicher schonmal gehört...?? und kann vor Freunden auch ganz offen mit der Thematik umgehen aber ich höre allgemein nicht gerne Menschen beim Sex. Ich komme mir auch immer ein wenig blöd vor, wenn ich meine Mitbewohner oder Nachbarn höre. Deshalb hätte ichs sicher auch nicht besonders überzeugend gefunden, meine Eltern dabei zu hören.


    Und kann auch verstehen, dass man das als Kind nicht besonders toll findet. Vor allem wenn man selbst in sexuellen Dingen noch unerfahren/unaufgeklärt ist und absolut nicht einordenen kann, woher diese Geräusche kommen.

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    ich weiß aus dem eigenen Erleben heraus leider noch zu gut, wie ätzend ich das fand und ich dachte schon als Kind, dass mir lieber wäre, das nicht mitzukriegen

    Die Frage ist, warum und unter welchen Umständen Kinder und Jugendliche das als "ätzend" oder "eklig" empfinden.


    Es gibt offenbar Kinder und Jugendliche die das unterschiedlich verarbeiten- nicht alle sehen das als "ätzend" oder "eklig".


    Ich vermute, dass diesbezüglich sowohl die Aufklärungsarbeit insbesondere im Pubertätsalter gefehlt haben könnte (Elternhaus, Schule, Freunde) oder auch, dass das Umfeld im Freundes- und Bekanntenkreis sowie die mediale Wahrnehmung eher sexfeinlich oder sexentstellend war.

    Zitat

    Ich vermute, dass diesbezüglich sowohl die Aufklärungsarbeit insbesondere im Pubertätsalter gefehlt haben könnte

    Die Aufklärungsarbeit "insbesondere im Pubertätsalter" kann doch höchstens die rückblickende Bewertung verändern und hat nichts damit zu tun, wie man es als 3-6jähriges Kind erlebt/wahrnimmt. Als ich zwischen 6 und 10 aufgeklärt wurde, fand ich es auch weniger erschreckend, weil ich es dann besser einordnen konnte. Ich wusste dann, ok, sie haben Sex. Es war mir teilweise noch unangenehm, weil ich dann wiederum Sachen gehört habe (dirty talk), die meinen kindlich naiven Horizont überstiegen, aber wenn ich sie mit 16, 17 dann manches mal noch gehört habe, hab ich zwar auch geschaut, schnell wegzukommen und nicht mehr als nötig mitzukriegen, aber verstörend fand ich es vor allem zwischen meinem 4. und 7. Lebensjahr, weil ich es da absolut nicht einordnen konnte.


    Sexfeindlich oder sexentstellend habe ich mein Umfeld nicht erlebt, meine Eltern waren unverkrampft (z.B. auch was den Toilettengang angeht), aber im Alltag sonst nicht sexuell aufdringlich und bei mir hat sich ja auch eine positive Einstellung zum Thema Sex entwickelt, nur in der Zeit, in der ich damit erstmals und massiv konfrontiert wurde, wusste ich noch gar nichts über Sex bzw. hab wenn, dann Sex mit "Liebe machen" oder "lieb haben" übersetzt und die Geräusche, die meine Mutter von sich gegeben hat, klangen eher nach Schmerz, denn nach "Liebe machen".

    Zitat

    fand ich es vor allem zwischen meinem 4. und 7. Lebensjahr,

    Ich vermute, dass da deine Eltern schon relativ laut gewesen sein müssen- insbesondere weil ihr ja offenbar auch die Gespräche eurer Eltern mitverfolgen konntet, ansonsten haben Kinder in dem Alter allgemein Angst vor lauteren Geräuschen in der Nacht, die sie nicht richtig einordnen können, insbesondere, wenn sie im halbwachen Zustand sind (mitunter werden die Geräusche in unangenehme Träume eingebaut). Besonders kritisch ist es, wenn die nicht einordbaren Geräusche von den Eltern kommen, weil das Ängste steigert.


    Eure Eltern hätten entweder leiser sein müssen und/oder mehr mit euch darüber sprechen sollen. Viele, insbesondere kleinere Kinder sprechen nicht gerne über ihre Ängste, auch nicht mit den Eltern, deswegen geht der Ball klar an die Eltern. Wer laute Geräusche fabriziert oder wo lautere Geräusche in der Nacht produziert werden (das können auch vorbeifahrende Laster oder hupende Schiffe sein), sollte mit den Kindern darüber sprechen, das verringert die Wahrscheinlichkeit von Ängsten.

    Wie das in anderen Kulturen ist wo man noch Bett an Bett schläft bzw. Wände so dünn wie Papier sind? Nun ich denke das liegt teilweise daran das diese Menschen anders sexualisiert sind wie wir Westler. Ist wohl einfach so. Denn schaut man die Statistiken so an, dann sind es grade diese Länder die doch recht wenig Sex haben, manche teilweise viel viel weniger. Ja sie mögen Kinderreicher sein, hat aber auch keine Bedeutung, liegt nicht daran das sie dauernd rumhühnern.


    Ich kenne es mit dem Elternsex aus eigener Erfahrung als Kind, ich fand das ehrlich gesagt auch verstörend und echt widerlich. Da sind echt unschöne Dinge passiert, auch teilweise wenn ich daneben lag und geschlafen habe, meine Eltern dachten dann ich schlafe halt, merke nichts, ich hab auch so getan als schliefe ich, wäre mir viel zu peinlich gewesen, wenn sie gemerkt hätten das ich doch wach bin und es mitkriege.


    Meine Entwicklung was Sex an geht wurde dadurch negativ geprägt, ich bin nun 30 und konnte es jetzt seit wenigen Jahren zum Glück ablegen. Aber daran gedacht was passiert ist habe ich oft. Insofern meine ich das es schon richtig ist wenn man damit vorsichtig umgeht. Gar keinen Sex mehr zu haben ist aber nicht die Lösung, auf keinen Fall.

    Wie "beengt" wohnt deine Schwester denn?


    Wir wohnen mit unserer Tochter auf einer Etage, das Kinderzimmer ist quasi schräg gegenüber. Wenn beide Türen verschlossen sind und man einigermaßen leise ist, geht das mit dem Sex problemlos ;-)...


    Ich habe nie mitbekommen, dass meine Eltern Sex hatten, aber ich habe diverse Male Kondompackungen gesehen. Also gewusst habe ich es, aber nicht mitbekommen.

    Meine Eltern hatten auch definitiv Sex, aber gehört habe ich sie trotz Nebenzimmer nicht.


    Ich hatte allerdings schon immer sehr tiefen Schlaf.