• Wenn Kinder die Eltern beim Sex hören – verstörend?

    Ich habe mich am Wochenende mit meiner jüngeren Schwester über ein Thema unterhalten, das wir beide im Erwachsenenalter bislang einvernehmlich totgeschwiegen haben. In unserer Kindheit war es aber ein mehr oder weniger großes Thema für uns. Wir haben unsere Eltern regelmäßig beim Sex gehört und fanden das anfangs unheimlich, irgendwie verstörend…
  • 106 Antworten

    Meine Geschwister und ich haben unsere Eltern regelmäßig beim Sex mitbekommen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, aufgeklärt worden zu sein, weil ich mich schlicht nicht daran erinnere, mal nicht "aufgeklärt" gewesen zu sein. Weil es einfach was ganz normales, natürliches war.


    Nachts bin ich regelmäßig wach geworden, ich war ein schlechter Durchschläfer. Ich bin dann immer gerne zu meinen Eltern ins Bett gekrochen. Kurz vor der Tür lauschte ich aber immer einige Momente, um wirklich sicher zu gehen, dass sie nicht grad bei der Sache sind. Wenn ja (wobei ich das meist schon einige Meter vorher im Flur mit bekam, dann bin ich schulterzuckend nochmal zurück ins Bett und hab weitere 20-30 min gewartet (schätze ich) und bin dann wieder hin. Wenn Ruhe im Stall war, bin ich direkt zu ihnen ins Bett.


    Es war immer klar, dass es eine intime Sache ist, man da also nicht stört und Distanz hält. Aber es war niemals irgendwas, was ich verstörend oder gar traumatisierend empfunden habe. Und eklig schonmal gleich dreimal nicht. Das hat mich in meiner Jugend immer irritiert: andere, die behaupteten, dass ihre Eltern keinen Sex haben (dürfen) oder die allein den Gedanken völlig abstoßend oder absurd fanden. Das war für mich genauso, als würde ich behaupten, meine Eltern würden keine Nahrung zu sich nehmen.


    Liebe TE:


    kann es eventuell sein, dass neben dem Akt an sich (wo es anscheinend wüst, laut und mit Dirty Talking einher ging) es gerade der Umstand war, dass ihr vermeintlich schlaft? Ihr also wusstet, ihr dürft das nun nicht mitbekommen und ihr euch dann schuldig gefühlt habt, wenn ihr es nunmal doch mitbekommen habt? Also regelmäßig quasi dazu gezwungen wurdet passiv "etwas verbotenes" zu tun? Persönlich denke ich nämlich, dass das Mitbekommen von Sexualität nicht per se traumatisierend ist – dafür muss da erstmal ne Wertung rein.


    Ich kann mir aber vorstellen, wenn die Eltern plötzlich nachts "ganz anders" werden, in ihrer Sprache, ihren Geräuschen usw. und Kinder das explizit nicht wissen/erfahren dürfen (und es dann nunmal doch tun), dass es extrem verunsichernd sein kann. So, wie in nem Märchen, wo die Eltern plötzlich nachts zu Hexen und Hexern werden...

    Zitat

    Ich kann mir aber vorstellen, wenn die Eltern plötzlich nachts "ganz anders" werden, in ihrer Sprache, ihren Geräuschen usw. und Kinder das explizit nicht wissen/erfahren dürfen (und es dann nunmal doch tun), dass es extrem verunsichernd sein kann.

    Ja, selbstverständlich. Nicht nur verunsichernd, sondern auch massive Ängste weckend. Besonders in Familien, in denen es mit der ehelichen Harmonie nicht gerade zum besten steht. Was für ein Leichtsinn und Versagen der elterlichen Verantwortung, dann zu glauben, ach, die Kinder schlafen doch und kriegen eh nichts mit ... während das Kleinkind eventuell gerade zitternd vor Angst senkrecht im Bett sitzt, weil es glaubt, der Vater bringt gerade die Mutter um ...

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    War uns wohl einfach peinlich, weil wir ja verstanden haben, dass wir es eigentlich NICHT mitkriegen sollten.

    Ich würde auch in die Richtung von L.vanPelt vermuten. Die Heimlichkeit gab euch vielleicht das Gefühl das etwas verbotenes geschieht und damit etwas schlimmes, negatives.

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    und die Geräusche, die meine Mutter von sich gegeben hat, klangen eher nach Schmerz, denn nach "Liebe machen".

    Das bestätigt dann natürlich nur den Eindruck das etwas Schlimmes geschieht.


    In diesen Kulturen mit den dünnen Wänden oder Familienbetten sehen die Kinder von Anfang an worum es geht und erleben es (hoffentlich) als etwas das beiden Elternteilen Freude bereitet. Damit ist der Gruselfaktor weg und es ist einfach Teil des Lebens. So jedenfalls denke ich.

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    Ich habe keine Kinder, aber wenn ich welche hätte, würde ich da klare räumliche Grenzen ziehen, wenn es um Sex geht. Jeder Mensch hat ein Recht auf absolute Intimsphäre. Man schließt ja zB auch die Klotür und lässt nicht unbedingt den Rest der Familie an der Verdauung teilhaben.

    Alleine auf Klo gehen kannst du mit kleinen Kindern getrost ins reich der Träume verbannen. Nichts ist spannender als die Verdauung und ihr Endergebnis. Sie lernen es ja auch nur wenn sie es sehen dürfen.


    Ich hab meine Eltern auch mal gehört. Ich fands nicht schlimm, also im Teenageralter hätte ich es mir gerne geschenkt, aber in dem Alter ist ja einfach alles peinlich was mit den Eltern zusammen hängt. :=o

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    Ich bin dann immer gerne zu meinen Eltern ins Bett gekrochen. Kurz vor der Tür lauschte ich aber immer einige Momente, um wirklich sicher zu gehen, dass sie nicht grad bei der Sache sind. Wenn ja (wobei ich das meist schon einige Meter vorher im Flur mit bekam, dann bin ich schulterzuckend nochmal zurück ins Bett und hab weitere 20-30 min gewartet (schätze ich) und bin dann wieder hin. Wenn Ruhe im Stall war, bin ich direkt zu ihnen ins Bett.

    ne, in das bett, wo evtl noch nasse stellen auf dem laken auf einen warten?


    aber L.vanPelt schein hier eine ausnahme zu sein. der tenor ist eher, dass man es nicht unmittelbar mitbekommen möchte als kind, wenn die eltern sex haben.

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    ne, in das bett, wo evtl noch nasse stellen auf dem laken auf einen warten?

    ":/ ;-D In dem Alter hatte ich tatsächlich noch gar kein Bewusstsein dafür oder irgendeine Vorstellung von involvierten Körperflüssigkeiten. Und die Ecke, die ich mir zum schlafen ausgesucht habe, war davon wahrscheinlich eher weniger betroffen.

    Zitat

    aber L.vanPelt schein hier eine ausnahme zu sein. der tenor ist eher, dass man es nicht unmittelbar mitbekommen möchte als kind, wenn die eltern sex haben.

    Kann mir gut vorstellen, dass ich da eher die Ausnahme bin. Es ist ja auch hinlänglich bekannt, das Scham und auch Traumata über Generationen (gern auch unbewusst) weitergegeben werden. Kinder haben dann das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, können aber gar nicht genau einordnen, was nicht stimmt. Aber andererorts oder andererzeits war das möglicherweise auch schon anders.. Schon allein wegen der angesprochenen räumlichen Gegebenheiten. Oder z.B. Kulturen ohne sexfeindliche Religionen...


    Wie gesagt, Sexualität war nie schambehaftet – von Seiten meiner Eltern – insofern hat es mich in dem Alter schlicht nicht getresst.


    Bei meiner eigenen Sexualität war das dann im Teenager-Alter übrigens was völlig anderes: das ging erstmal niemanden etwas an. ;-)

    Ich bin heilfroh das ich nie was von meinen eltern in die Richtung abbekommen habe, das hätte ich mehr als unschön empfunden. Meine eltern waren so klug niemals im gleichen Hotelzimmer oder so zu schlafen und ihr Schlafzimmer war am Ende des Flurs, unsere Zimmer auf der anderen Seite und zwischen treppe und ihrer Tür war noch Flur und da ist man nur lang wenn man zu ihnen wollte. Da haben sich meine eltern schätze ich mal was bei gedacht und bin sehr froh drüber, bei der Wohnungssuche sollte man sowas auch im Hinterkopf haben.

    Also ich muss sagen ich fand es einfach nur eklig wenn ich meine Eltern beim Sex gehört habe....das war sogar noch im Teenager alter so.


    Ich hatte mein Zimmer zwar etwas weiter weg aber wenn man dann doch mal in der Nacht aufs Klo wollte und man das Zimmer verließ ging es sofort wieder ins Zimmer rein wenn ich nur ansatzweise etwas gehört habe...dachte mir halt "irgendwann werden die ja wohl fertig sein" ]:D


    Aber meinen Kindern würde ich das auch nicht wirklich antun wollen. Schauen dass das Zimmer nicht gleich am Schlafzimmer angrenzt und halt die Lautstärke etwas eindämmen dann dürfte es doch eigentlich kein Problem geben :=o

    Zitat

    Es war immer klar, dass es eine intime Sache ist, man da also nicht stört und Distanz hält. Aber es war niemals irgendwas, was ich verstörend oder gar traumatisierend empfunden habe. Und eklig schonmal gleich dreimal nicht. Das hat mich in meiner Jugend immer irritiert: andere, die behaupteten, dass ihre Eltern keinen Sex haben (dürfen) oder die allein den Gedanken völlig abstoßend oder absurd fanden. Das war für mich genauso, als würde ich behaupten, meine Eltern würden keine Nahrung zu sich nehmen.

    Same here. Gut, meine Eltern haben nicht rumgeschrieen oder sich in merkwürdige Kostümierungen begeben ( ich denke, das hätte mich auch verstört!), aber die Geräusche waren immer eindeutig. Die gehörten nachts zu meinen Eltern dazu. Und da gab es nie was mißverständliches, sogar, als ich noch nicht wußte, dass es Sex ist, was sie da machen, war mir klar: dazwischen habe ich nichts zu suchen. Das gehört den beiden. Später, als ich wußte, was da abging, haben mich die Geräusche immer ganz doll beruhigt – die Ehe meiner Eltern war sehr schwierig, aber sie haben sich eben auch echt geliebt.

    Meine Eltern waren so schlau, mir ausgerechnet im Teeniealter nach einem Umzug das Zimmer neben ihrem Schlafzimmer zu geben. Ich habe sie einmal wirklich gehört (glaub ich zumindest), und von da an "ständig". Das Problem war wohl, dass ich ziemlich gute Ohren habe, und mich außerdem vor dem Einschlafen auf alle möglichen Geräusche fixiere – da hab ichs natürlich "gehört". Und dann bin ich noch einmal ins Schlafzimmer gerannt, als sie dabei waren (morgens, ich war meiner Mutter schon im Bad begegnet %-| *kann doch keiner ahnen!*)


    Und ich fands toteklig. Trotz/Obwohl/Weil aufgeklärt und meine Eltern zum Nackigsein einen entspannten Umgang hatten. Vielleicht lags daran, dass ich meinen Vater seit Pubertät und bewusstem Denken irgendwie eklig fand und sein Rollenverständnis im Haushalt äußerst antiquiert war. Da dann die Vorstellung, dass sie sich tagsüber streiten und nachts noch Sex haben – iiiiiih, das klang nach (eigen) Unterdrückung meiner progressiven Mami. ??vielleicht wär alles anders gekommen, wenn ich nicht in die ausgerechnet Missionarstellung reingeplatzt wär ^^??


    Heute stelle ich mein Bett wenn möglich an eine Außenwand, weil mir selber schon rhythmisches Wackeln den Schlaf rauben kann. Wenn ich demnächst wieder ins Wohnheim zieh, muss ich mir noch was überlegen. Oder immer beim Freund übernachten.

    Ich hab's als Kind auch leider oft mitbekommen. Wir hatten zwar Flur und Wohnzimmer zwischen Schlaf- und Kinderzimmer, aber oft hatten sie nach Feten alle Türen offen und ... öähhh!


    Schlimmer war es im Wohnwagen. Wir hatten jahrelang einen Wohnwagen auf 2 verschiedenen Campingplätzen fest stehen. Wochenende? Saufen. Immer. Und dann danach das Liebesspiel. Stellt euch mal so nen schaukelnden Wohnwagen vor, dazu die Grunz- und Stöhn-Geräusche der Eltern ... Herrlich! ;-D

    Die einzigen Leute, die ich beim Sex hören will, sind Pornoakteure im Filmchen....


    Eltern, die so laut sind, dass sie es nicht schaffen, ihre Kinder zu verschonen, sollten sich gelegentlich ein Hotel gönnen oder poppen,wenn die Kinder unterwegs sind.


    Es hat nichts mit "Freigeistigkeit" zu tun,wenn man Menschen verunsichert und Grenzen nicht respektiert.

    Nein meine Eltern hatten keinen Sex. Nie! Also ich kann mich nicht besinnen, auch nur eine Berührung, einen Blick oder was auch immer gesehen zu haben. Das ist auch nicht so toll. Meine Mutter muss zu uns wie die Jungfrau zum Kind gekommen sein.


    In unserer ersten Wohnung (die meines Mannes und mir meine ich) schliefen wir über mehrere Jahre zu dritt/ viert in einem Raum. Egal ob dort oder im Wohnzimmer (Durchgangszimmer), unsere Kinder können die Aktionen nicht zugeordnet haben. Dazu waren sie zu jung, zumal wir uns auch sonst umarmt usw. haben.


    Das hier:

    Zitat

    sollten sich gelegentlich ein Hotel gönnen oder poppen, wenn die Kinder unterwegs sind.

    wäre ja wohl das Letzte gewesen. Kinder müssen nicht ALLES mitbekommen und wir haben uns auch zurückgehalten. Aber jedes der Kinder ist im Laufe der Jahre mal -aus was für Gründen auch immer - mitten rein geplatzt. Das sagt man was, das dem jeweiligen Alter entspricht und gut ist‘s.


    Davon abgesehen Teenager jeder Generation sind wohl der Meinung, dass Eltern zu alt für "so was" sind. Da müssen sie durch.


    Wenn ich das hier so lese, kein Wunder, dass die Gesellschaft immer prüder wird.

    Mir geht's ähnlich wie gauloise.


    Na klar hatten meine Eltern auch Sex. Samtag/Sonntag vormittag typisch, dann bin ich ins Wohnzimmer getippelt und habe dort das Kinderprogramm angeschaut, da kommt das ja auf quasi allen Kanälen. Oder habe was gelesen.


    Mich hat der Sex meiner Eltern nicht verunsichert. Mich hätte verunsichert, wenn sie über Wochen keinen gehabt Sex hätten. Hab ich als Scheidungskind vorher erlebt: wochenlang kein Sex, dann getrennte Schlafzimmer. Und der neue Partner meiner Mutter (der dann mein Stiefvater wurde) kommt in unsere Wohnung und schläft im Schlafzimmer bei/mit meiner Mutter, während der Vater ins Kinderzimmer gezogen ist und wir 2 Kinder (3 und 5) mit im Schlafzimmer schlafen. Das ging zwar nur kurz (paar Wochen vielleicht, ist ja 30 Jahre her), aber war doch mit seiner Aggressivität zw. Vater und Mutter bzw. Vater und Stiefvater einprägsam für mich. Nach ein paar Jahren habe ich gedanklich dann auch den neuen Stiefvater so integriert, dass er quasi als neues Elternteil dazugehörte.


    Bei mir hat sich so abgespeichert: Eltern (Mutter/Vater, dann Mutter/Stiefvater) haben Sex = sie sind froh, dass sie zusammen sind, sind glücklich in ihrer Beziehung, auch wenn sie mal gestritten haben, lieben sie sich – auch auf dieser Ebene. Und dann kann ich auch glücklich sein, denn es ist wahrscheinlich, dass sie zusammenbleiben. ;-D Wenn sie mal lauter waren, liebten sie sich offenbar intensiver. Und ich drehte halt den Fernseher ein Stück lauter, denn nun jedes Detail musste ich da auch nicht mitbekommen.


    Was mich in meiner sexuellen Entwicklung hingegen verunsichert hat: der Sex Shop, der nach der Wende in unserem Hausblock (da war unten so eine Ladenstraße-Zeile) aufgemacht hat. Das habe ich sehr stark abgelehnt und fand ich sehr unmoralisch.

    Wie soll man denn eine normale gesunde Ehe führen wenn man keinen Sex haben darf der einen glücklich macht? Ich mein, logisch, die ausgiebige SM Session bei der das Blut in Strömen fließt geht nicht wenn der Nachwuchs reinplatzen könnte, aber sich jedes Stöhnens zu enthalten, immer mit einem Ohr bei den Kindern? Und das bis die aus dem Haus sind, also so etwa 20 Jahre? Oder nur noch Sex am Wochenende wenn die Kinder einmal im Moant weg sind? Da könnte ich meine Beziehung gleich einäschern. Ob so eine Trennung nicht dann vielleicht doch noch etwas belastender wäre? Ganz abgesehen von der schlechten Laune wenn ich Lust hätte aber nicht darf... Am liebsten während ich meinem Teenie-Nachwuchs dabei zuhören darf... also ne, sicher nicht.

    Summersun,


    mir ist aufgefallen, daß du mehrfach die Frage stellst, ob eure verstörte Reaktion als Kinder "normal" war; und daß du dir Gedanken machst, ob eure Wahrnehmung (es war sehr laut) der objektiven Realität entspricht.


    Ich denke, die objektive Lautstärke (in Dezibel) spielt keine Rolle: Es war jedenfalls laut genug, um verstörend auf euch zu wirken. Eure Mutter hat jedenfalls laut genug geschrieen, um euch Angst zu machen.


    Wie dieser Thread ja auch zeigt, wird das Hören der Eltern beim Sex sehr unterschiedlich empfunden: Also JA, es IST normal, verstört zu sein! Aber es ist genauso normal, es nicht zu sein. Kinder sind halt unterschiedlich.


    Aber die Umstände sind ja auch unterschiedlich. Ob ich die Eltern nur schnaufen und seufzen höre oder ob sie schreien "wie am Spieß" (!), das ist ja einfach nicht dasselbe. Und als Kind dirty talk mit anhören stelle ich mir auch nicht besonders prickelnd vor. Daß man trotz dünner Wände und Kindern Sex haben will, ist schon klar. Aber einfach nur sagen "pah, die schlafen eh", da haben es sich eure Eltern m.E. ein bißchen ZU einfach gemacht. Zumindest muß einem doch klar sein, daß laute Geräusche die Kinder wecken könnten und daß sie lautes Schreien beängstigend finden könnten.


    Du wunderst dich, daß ihr nichts gesagt habt. Ich wundere mich, daß eure Eltern nicht wenigstens mal gefragt haben! Wenn man nun schon so wahnsinnig ungehemmt ist, dann kann man ja seine Kinder auch mal drauf ansprechen, ob sie eigentlich manchmal nachts was hören und wie es ihnen damit geht.


    Ich habe den Eindruck, daß du nach möglichen "Entlastungen" für deine Eltern suchst: Vielleicht war es gar nicht so laut, vielleicht wart ihr Kinder besonders verklemmt, ihr Kinder hättet etwas sagen sollen...


    Ihr Kinder wart aber NICHT für die Situation verantwortlich. Eure Eltern haben sich schlicht rücksichts- und gedankenlos verhalten.


    Ich finde den Vorschlag gut, der hier gemacht wurde: Daß deine Schwester und ihr Mann mal testen, wie hellhörig die Wohnung denn wirklich ist. Und sich klarzumachen, daß Sex nicht zwangsläufig laut sein muß. Und falls die Kinder (weiß ja nicht, wie alt sie sind) noch nicht aufgeklärt sein sollten, dies so schnell wie möglich zu tun.


    Meine Nichte kam irgendwann so mit 9 zu ihren Eltern und sagte: "Ihr dürft keinen Sex mehr machen, ich kann dann nicht schlafen". Extrem cooles Kind! Sie hat aber auch extrem einsichtsvolle Eltern, die daraufhin sofort ihr Schlafzimmer verlegt haben. Meine Nichte hatte schon vorher unzählige Male die Erfahrung gemacht, daß man sie genauso ernst nimmt wie Erwachsene (was nicht heißt, daß sie immer ihren Willen bekam!, aber den bekommen Erwachsene ja auch nicht immer), daß man sie nicht auslacht, herunterspielt oder abwertet. Und das hat ihr wohl den Mut gegeben, die Sache direkt anzusprechen. Vielleicht wäre es eine Überlegung, wie deine Schwester und ihr Mann denn ansonsten mit den Kindern umgehen. Auch wohlmeinende Eltern nehmen sehr oft ihre Kinder nicht wirklich ernst ("die schlafen sowieso"!)

    und dann trauen sich Kinder wohl tendentiell nicht, "Peinliches" anzusprechen. Wäre ja vielleicht eine Entlastung, wenn deine Schwester sich sicher wäre, daß ihre Kinder ggf. was sagen würden.