Hallo! Für uns war es wichtig, dass die Paten in etwa in unserem Alter sind. Das wurden also Freunde von uns (auch als Trauzeugen). Vielleicht hat diese Patenschaft nur den einen Sinn und die eine Bedeutung, dass sie dem Bruder Deiner Frau hilft. Klingt seltsam, aber wenn er sich so drauf freut, dann lasst ihn doch!


    Übrigens wurden unsere 2 Kinder ökumenisch getauft, sodass sie sich bis zum 10 Lebensjahr selbst aussuchen konnten, ob katholisch oder evangelisch - oder für weder noch.

    Den Bruder deiner Frau als Paten zu nehmen wäre für mich keinen Gedanken wert und erst recht nicht so viel Zeit, wie es dauert den Eingangsbeitrag zu schreiben. ;-) Ihr schuldet ihm nichts. Ich würde mich auch nicht rechtfertigen für eure Entscheidung und wenn Muddi und die goldene Frucht ihrer Lenden am schmollen sind, dann genießt die damit einhergehende Ruhe.


    Ich kann zwar mit Paten nix anfangen (das war auch eine Entscheidung, die wir bei den Schwiegereltern sehr deutlich treffen mussten %-| ), aber wenn, dann gehört für mich ein Pate an die Seite des Kindes, der zuverlässig ist und im Falle meines Ablebens das Kind "übernimmt". So definiere ich das ganze zumindest und so ist es hier auch üblich. Und dafür würde ich sicher nicht den zurückgebliebenen und kranken Bruder nehmen, der nicht einmal auf sich selbst aufpassen kann.

    Ich persönlich würde auch nur einen Paten wählen. Wenn du deine Geschwister als gleich geeignet ansiehst, dann würde ich dem älteren Geschwisterteil das Amt übergeben. Das lässt sich relativ leicht erklären (das zweite Geschwister dann beim nächsten Kind).


    Aus deinem Text kommt leider nicht raus, warum es unbedingt von jeder Seite einer sein muss (ob deine Frau das unbedingt möchte, ob das "Familientradition" ist,...). Viel erklären und entschuldigen würde ich mich beim Bruder deiner Frau nicht. Da redet ihr euch nur um Kopf und Kragen. Wenn die Sprache auf die Taufe kommt, dann teilt ihr einfach mit wer Pate/n wird/werden und fertig. Ihr habt eine Entscheidung getroffen. Wenn er immer in Watte gepackt wird, wird er sein Leben nie in den Griff kriegen (sorry, wenn das zu hart klingt).

    Hallo,


    vielen Dank bis hier für Eure Antworten.


    Ihr habt recht, dass wir uns nicht rechtfertigen müssen. Weder bei ihm noch bei seiner Mutter. Wir steigern uns da zu sehr rein. Vermutlich wird es seine Mutter nicht so sehen, die eigentlich recht unkompliziert und immer sehr nett ist. Denn ihr Sohn ist, obwohl er nichts selbst schafft, ihr ein und alles. Sie ist zwar immer wieder genervt das er nichts selbst kann und war am Ende froh, dass er ausgezogen ist. Aber natürlich ist und bleibt es ihr Sohn, den sie selbst verschuldet, in die jetzige Situation getrieben hat. Sie meint immer alles zu gut!


    Dennoch habt ihr vollkommen recht: Wenn sie damit nicht klar kommt ist es halt so, da müssen wir uns nicht für rechtfertigen.


    verrückt-nach-sc, nein, deine Worte klingen nicht zu hart mit dem in Watte packen. Er wurde sein Leben lang in Watte gepackt.


    Wenn der Junge keine Lust auf Sauerkraut hatte, hat Mutter ihm eben noch Fischstäbchen in die Pfanne gehauen. Oder wenn er wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus lag (was 2x vorgekommen ist), ist sie am nächsten Morgen raus zum Taxifahrer und hat für ihren Sohn bezahlt. Immerhin hat sie ihrem Sohn am Telefon gesagt, dass sie ihn nicht aus dem KH abholt und er zusehen muss, wie er nach Hause kommt. Naja, er hat sich dann einfach ein Taxi gerufen und hat Mutter zahlen lassen. Er macht das nicht "böswillig", sondern kann die Konsequenzen für sein handeln nicht abschätzen. Er denkt sich nichts dabei. Es wurde auch mal eine Sozial Phobie beim ihm diagnostiziert und er kann eben, wie schon oft geschrieben, keine Folgen für sein Handeln einschätzen. D.h. wenn er zu schnell fährt, merkt er nicht, dass das nicht gut ist.


    Er hatte in seinem Leben schon 4 Autounfälle, weil er zu schnell fährt. Einsicht = Null! Schuld sind wenn, dann immer die anderen.

    Ich verstehe nicht, warum die Paten aus der Familie sein sollen...


    Aber ich bin mit dem Patenkonzept auch nicht aufgewachsen.


    Für mich wäre ein Pate jemand, von dem ich glaube, er wird auch in 18 Jahren noch in unser allem Leben sein, ist vernünftig und kann Kinder leiden. Jemandem, dem ich ohne zu zögern mein Kind für 12 oder auch mal 24 Stunden anvertrauen würde.


    Das kann auch die beste Freundin sein, oder der beste Freund.


    Das trifft meiner Meinung nach auf den Bruder nicht zu. Und das nicht wegen seiner sozialen Phobie oder Depressionen... sondern aufgrund seiner Unentschlossenheit, was er im Leben will.


    Man könnte ihn, wenn man höflich sein will, auch damit abschmettern, dass ihr wollt dass falls etwas passiert, das Kind ja in eine FAMILIE kommen soll. Vater Mutter Kind. Und das bei ihm halt grad zu dem Zeitpunkt nicht so ist.


    Er ist und bleibt der Onkel und darf doch jederzeit mit dem Kind spielen oder auch auf Ausflüge mitkommen, sofern er sich benimmt.


    ":/

    Zitat

    Ich verstehe nicht, warum die Paten aus der Familie sein sollen... [...]


    Für mich wäre ein Pate jemand, von dem ich glaube, er wird auch in 18 Jahren noch in unser allem Leben sein, ist vernünftig und kann Kinder leiden. Jemandem, dem ich ohne zu zögern mein Kind für 12 oder auch mal 24 Stunden anvertrauen würde.


    Das kann auch die beste Freundin sein, oder der beste Freund.

    Genau diese Naivität hat dazu geführt das viele mit den Paten später nichts zu tun haben. Immer dann, wenn die Eltern und deren (zu dem Zeitpunkt) besten Freunde sich mit den Jahren verkracht haben etc. Und ganz ehrlich: Das passiert leider viel öfter als einem lieb ist.


    Wenn es einem wichtig ist, dass der Pate noch in 10, 20 Jahren für einen da ist, würde ich definitiv lieber jmd aus der Familie nehmen.


    Aber bestimmt niemanden, wie den hier beschrieben Bruder der Frau! ]:D

    @ Xirain

    Das glaube ich nicht. Die Familie ist ein Leben lang da. Freunde kommen und gehen. Wieviele Freunde sind auch noch da, wenn man Hilfe brauch etc?


    Den einzigen kritischen Punkt, wieso sich imho Familien später verkrachen (sprich die Beziehung ging über Jahre bzw Jahrzehnte gut und aufeinmal gibts großen Zoff), ist wenn angeheirate Menschen sich in Erbschaftsfragen einmischen wollen und geldgierig werden und den Parner damit reinziehen.

    Zitat

    Die chancen sich mit Schwiegermon...mama oder dem bruder zu verkrachen sehe ich aber auch als deutlich erhöht an...

    Ja, das ist leider auch so. Der Familiensegen hing noch nie schief. Aber bei dieser Sache könnte es in die Richtung gehen, was es durch die räumliche Nähe des wohnens nicht besser macht. Die Ratschläge hier sind zwar gut und nett und wir werden uns da auch nichts aufbinden lassen, aber ganz so einfach wird es eben nicht!

    Zitat

    Die chancen sich mit Schwiegermon...mama oder dem bruder zu verkrachen sehe ich aber auch als deutlich erhöht an...


    Ja, das ist leider auch so. Der Familiensegen hing noch nie schief. Aber bei dieser Sache könnte es in die Richtung gehen, was es durch die räumliche Nähe des wohnens nicht besser macht. Die Ratschläge hier sind zwar gut und nett und wir werden uns da auch nichts aufbinden lassen, aber ganz so einfach wird es eben nicht!

    Sorry, hab dich völlig falsch verstanden. Dachte Du meinst das verkrachen in Bezug auf die Tatsache, dass wir ihren Bruder nicht als P-Onkel nehmen wollen.


    Grundsätzlich sehe ich es so, dass sich die Wege eher zu guten Freunden mit der Zeit trennen. So wars bei meiner Frau und ihrem P-Onkel.


    Das man sich mit den Geschwistern verkracht, ist zumindest bei uns in der Familie nicht so.

    Zitat

    Wenn es einem wichtig ist, dass der Pate noch in 10, 20 Jahren für einen da ist, würde ich definitiv lieber jmd aus der Familie nehmen.

    Mein Mann hat mit seiner Familie komplett den Kontakt eingestellt. Obwohl er Patenonkel seines Neffen ist ... das ist auch keine Garantie wenn Leute aneinander geraten.

    Vermutlich habe ich darauf eine andere Sichtweise. Meine Mutter hat 2 Schwestern und jeder war mal ne Zeit lang die "Geächtete"...weil...weil.


    Meine Tante habe ich seit gut 9 Jahren nicht mehr gesehen...ich glaube ihr ist das auch egal.


    Deswegen habe ich die Worte halt im Zusammenhang mit meiner Familie gesehen.


    Wenn es auf euch nicht passt, dann entschuldigt dies.


    Aber nur des Friedens willen jemanden zum paten zu machen, von dem man nicht überzeugt ist, finde ich irgendwie...unfair dem Kind gegenüber...

    Unsere Kinder haben nur jeweils einen Paten. Und diese sind Freunde, nicht Familienmitglieder. Meine Patin (habe auch nur eine) ist ebenfalls eine Freundin meiner Eltern, und es besteht noch sehr guter Kontakt.


    Wie es in 10 oder 20 Jahren aussieht, weiss man sowieso noch nicht. Bei uns war es so, dass der Pate meines Sohnes schwer erkrankte, als mein Sohn 2 Jahre alt war. Er konnte die Rolle als Pate nicht mehr ausfüllen, wir haben dann einen "Ersatzpaten" suchen müssen. Das konnte man 2 Jahre früher eben nicht wissen. Aber der "Patenwechsel" ist gut gelaufen, und der neue Pate ist eine Bezugsperson für meinen Sohn geworden.

    Die Frage ist auch, ob man jemand neues in die Familie als Paten integrieren möchte oder nicht. Meine Paten sind näher und weniger nah mit mir verwandt bzw angeheiratet und wären somit ohnehin Bezugspersonen gewesen. Wenn man gute Freunde gerne familienmäßig näher binden möchte, würde sich eine Patenschaft anbieten.


    Der Bruder deiner Frau hat ja sowieso "Onkelrechte" (spielen, verwöhnen, verziehen etc), falls ihr ihn damit trösten möchtet. Oder ihr nehmt einen Vernunftspaten und einen coolen Paten, das gleicht sich dann aus. Im Zweifelsfall sucht sich dein Sohn ohnehin seine passende Bezugsperson, da könnt ihr ggf gar nicht so viel Einfluss nehmen.

    Mein Sohn hat insgesamt vier Paten. Diese sind sehr unterschiedlich alt und haben einen sehr unterschiedlichen Bezug zu ihm - einer davon ist sein Cousin, der gerade erst konfirmiert war, und jetzt eher der tolle große Bruder ist der gerade in Asien arbeitet und tolle Abenteuer erlebt, sich regelmäßig meldet und eine andere ist gleich alt wie ich, mit ihr haben wir schriftlich vereinbart dass sie mein Kind nimmt wenn uns was passiert - eine andere ist zwanzig Jahre älter und eher eine Ergänzungsoma.


    Ich würde nie wirklich glauben vorhersagen zu können wie sich die Beziehung entwickelt. Und wollte genau deshalb gerne sehr unterschiedliche Paten, nicht nur "den einen".


    Ich finde aber auch, dass ihr diesem Amt an sich zu viel Bedeutung beimesst. Nur weil jemand Patenonkel/-tante ist bekommt er nicht automatisch das Kind wenn Euch was passiert. Genauso kann man nie vorhersagen wie sich eine Beziehung entwickelt. Ich bin echt froh über die Paten die mein Sohn hat, und dass darin jeder eine ganz ganz unterschiedliche Rolle hat. Pate ist nicht gleich Pate.