Wie Kind (2) zum Malen "animieren" und die richtige Stifthaltung beibringen?

    Hallo!


    Meine Tochter ist nun 2 Jahre alt geworden und wir waren vergangenen Freitag bei der U7. Im Grunde ist alles vollkommen in Ordnung und sie macht bzw. kann alles, was sie in dem Alter können sollte. Sie weigert sich zwar Türme aus Bauklötzen o.ä. zu bauen, aber da sie das vor Monaten mal ganz kurz gemacht hat (hat da 3-4 mal 6 Bausteine aufeinander gestapelt) konnte ich versichern, dass sie es wohl kann, aber nur nicht machen möchte.

    Was der Ärztin aber auffiel war, dass meine Tochter nicht malt bzw. den Stift falsch hält. Der Faustgriff wäre ja in dem Alter noch völlig in Ordnung, aber meine Tochter hält den Stift ganz oben zwischen Daumen und Zeigefinger und kann deshalb auch keine Striche, Linien, Punkte o.ä. malen. Der Stift wird also sehr „instabil“ gehalten, wenn man das so sagen kann. Sie malt auch nicht mal ansatzweise flache Spiralen und anscheinend sollte sie das aber mittlerweile können. Die Ärztin meinte dann, dass ich öfter mit ihr malen sollte und dies ganz wichtig für die weitere Entwicklung und das Ausdrucksvermögen ist – deshalb sollte man auch versuchen das Kind zum Malen zu „animieren“ und es nicht einfach bei „das Kind hat wohl einfach keine Lust zu sowas“ belassen.


    Das Wochenende über habe ich öfter versucht mit ihr zu malen, aber das Ergebnis war alles andere als zufriedenstellend. Sie hält dauernd den Stift so komisch (siehe oben), dass sie damit dann nichts malen kann. Selbst wenn sie wollte wollte, denn sie versucht ja dann so zu malen. Außerdem will sie ihn permanent in den Mund nehmen und daran nuckeln/saugen, dabei nimmt sie sonst eigentlich kein Spielzeug mehr in den Mund! Habt ihr eine Idee wie ich sie 1. animieren kann zu malen und vorallem 2. wie ich ihr das Stifte halten (zumindest den Faustgriff) „beibringen“ könnte?


    Ich habe auch schon vor der U7 viel probiert – z.B. habe ich zusammen mit ihr gemalt, habe ihr ein Malbuch für Kinder ab 2 gekauft wo sie sich verewigen kann wie sie möchte usw. Ich bin nun einfach ratlos was ich noch „tun“ kann – habt ihr Tipps?

  • 35 Antworten

    Da merkt man wieder, dass wir keine Kinder haben - was man heute alles prüft und misst :-o. Ich glaube, das gab es zu meiner Zeit (Baujahr 1968) nicht, dass ich mit 2 Jahren demonstrieren musste, wie ich Linien zeichne. Im Kindergarten wurde gemalt und gebastelt, aber da war ich 4. Andere Zeiten. Dafür gibt es Fotos, wie ich mit 6 Jahren an der Schreibmaschine sitze - war klar, dass aus einer Picasso-Karriere nichts wird, sondern ich heute Computer nutze ;-D

    Vllt. sind die Stifte z.Zt zu dünn für deine Tochter. Versuche es doch mal mit einem dicken Kugelschreiber oder einem richtig dicken Bleistift, evtl. gedrechselt. Leider kann ich hier von meinem kein Bild einstellen. Vllt. kennst Du ja die gedrechselten Stäbe bei Treppengeländer, dann hast Du eine Vorstellung von dem was ich meine.

    Eine andere Möglichkeit wäre, eine Verdickung um den Stift zu legen oder Stifte mit Noppen.

    Mir fällt dazu rausgehen und Straßenmalkreide ein, könnte einfacher für so ein kleines Kind als Stift und Papier sein. Vielleicht kommt sie da leichter auf den Geschmack.

    Schwierigkeit natürlich, wenn ihr in der Stadt wohnt.


    Das Kind einer Freundin wollte auch nie malen und basteln - bis kurz vor der Einschulung herauskam, dass es dringendst eine Brille braucht.

    Was mir gerade eingefallen ist, starte doch mal einen Versuch mit Kreide.

    Wenn deine Tochter dann immer noch nicht will, keine Lust hat, würde ich es lassen bevor durch Zwang, Druck, den deine Tochter empfinden könnte, sie für alle Zeiten keinen Zugang mehr findet. Es soll doch schließlich Spass machen.

    Fizzlypuzzly schrieb:
    Comran schrieb:

    was man heute alles prüft und misst :-o .

    Ja, so manches ist echt zum Erbarmen.


    Meine Kinder haben viel, früh und gerne gemalt. Bin aber auch gerade am überlegen, ob ich mit ihnen mit zwei Jahren schon angefangen habe zu malen???


    Ich glaube, eher nicht.

    Bei unserem Kind wurde lange bemäkelt, dass es noch immer mit dem Faustgriff Stifte und Besteck hält, und später war auch kurz Großalarm, weil er ja noch gar nicht figürlich zeichnet wiedieanderenkinderogottwassolldaswerden. Hab mir das Theater verbeten und gesagt, sie sollen ihn in Ruhe lassen. Kam dann irgendwann quasi über Nacht, inzwischen zeichnet er so gut, dass andere Kinder ihn um Zeichnungen bitten. Kenne keinen Erwachsenen mit gesunden Händen, der keinen Stift halten kann, anscheinend lernen das alle, die einen früher, die anderen später.

    In dem Alter lernen Kinder so irre viel, dass sie nicht alles gleichzeitig machen können, also konzentrieren sie sich meist eine "Phase" lang auf das, was sie in dem Moment am meisten interessiert. Wenn Deine Tochter ansonsten einfach ein fröhliches kleines Ungeheuer ist, kein Problem mit der Motorik hat und neugierig ist, so wie es sein soll, würde ich mir da keinen Kopf machen. Dicke Stifte sind generell eine gute Idee, sind für kleine Kinder leichter zu greifen, aber ansonsten würde ich halt die Stifte rumliegen lassen, ab und zu mal in ihrer Gegenwart selbst malen/zeichnen und mir und vor allem ihr keinen Druck machen. Sei lieber neugierig darauf (und dabei), wie sie die Welt entdeckt, statt ängstlich zu beobachten, ob sie das auch alles "richtig" macht. ;-)

    Wassermalfarbe stattdessen? Fand meine Tochter faszinierend in dem Alter und hat früh alleine damit gemalt (steht hier zur freien Verfügung).


    Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Was macht sie denn momentan gerne?

    Also ich verdiene mit Zeichnungen nebenbei Geld, pro Din A4 Bild knapp 100 Euro und ich habe mit zwei auch nicht gezeichnet, damit fing ich, OhmeinGott, erst mit sechs an. Ich an deiner stelle würde das nicht so ernst sehen, das kommt noch.

    Keine Ahnung, ob ich mit 2 Jahren schon "flache Spiralen" malen konnte. Aber das hat zum Glück auch niemand von mir verlangt. Ich habe lieber das Klavier behämmert.;-D


    Jetzt mit bald 18 könnte ich es vermutlich.


    Mich erstaunt dass eine Ärztin derart schematische Tests macht! Sonst sind das eher selbsternannte Berater-Personen die durch einschlägige Literatur verunsicherte Eltern "bedienen".


    Ich kann mich den andern hier anschliessen. Nach meiner Beobachtung (ich habe oft kleine Kinder um mich) suchen sich die Kinder die Stifte selber aus, und haben lieber dicke, schon weil die auf dem Papier mehr her geben. Und wollen malen wann es IHNEN passt.


    Auf Befehl vor einer Ärztin malen müssen, finde ich makaber.

    Wahrscheinlich steht in den Leitlinien der U-Untersuchung dass das Kind das können muss.

    Aber mit 2 das wundert mich jetzt auch etwas. Nunja.


    Was mir gerade einfällt: wenn jemand Geburtstag hat "magst du xxx ein Bild malen ?"

    Oder etwas tolles (Bagger, Katze...???) abmalen ?

    Ups, sorry...da war ICH jetzt zu weit...also ich meinte jetzt keine Bilder auf denen man was erkennen kann ;-)

    Zweijährige haben doch noch gar nicht die Feinmotorik, um einen Stift „richtig“ zu halten!

    Die allermeisten Kinder unter vier oder fünf halten den Stift noch sozusagen in der Faust, das ist doch ganz normal!

    Die Vorschläge mit Wasserfarben oder Kreide finde ich gut, oder auch Wachsmalstifte.

    Und laß mal den Druck raus, so kannst du deinem Kind ganz sicher keine Freude am Malen vermitteln...