Viel gelernt im Vorfeld habe ich von meiner Hebamme.


    Da gab es Geburtsvorbereitungskurse, in denen es nicht nur um die Geburt geht, sondern auch um Babies (Pflege, Ausstattung ... ). Es gab einen extra Säuglingspflegekurs, einen Beikostkurs ... Später kam noch der Rückbildungskurs und der DELFI-Kurs dazu. Da gab es jedesmal Gesprächsrunden, damit sich die Mütter austauschen können. Eine Hebamme ist ja jedesmal dabei, um Fragen zu benatworten. Wie man handlich mit Neugeborenen umgeht, wird dir auch im Krankenhaus von den Hebammen gezeigt.


    Gelesen habe ich nicht viel. "Born to be wild" und "Babyjahre" habe ich geschenkt bekommen. Fand ich gut, vor allem weil diese zwei Bücher nicht irgendwelche Ratschläge aufdrängen und so tun, als wenn die Babies bzw. Kinder in allen Dingen immer gegen die Eltern und die Umwelt arbeiten.

    Hallo :-)


    Ich denke es kann nie schaden, sich über etwas zu informieren, was einen interessiert.


    Seinen es nun Fossilien, Rennmäuse oder Babys.


    Ist man tatsächlich schwanger, kommt man an vielen Infos gar nicht mehr vorbei, Frauenarzt, Hebamme und Kinderarzt tun was sie können. Das ist auch wirklich gut so.


    Ich selbst habe "Babyjahre" gelesen, den Rest hat mein Umfeld ausgefüllt.


    Eine Spezialistin für Säuglingsernährung und eine für Frühpädagogik im allernächsten Umfeld :-)


    Da ging ganz viel einfach über reden, fragen, quatschen, verzweifelt anrufen ;-)


    Was ich aber auch lernen musste: So informiert ich auch war, an einem bestimmten Punkt meinem Instinkt zu vertrauen und einfach das zu tun, was ich für das beste für mein Kind halte. Auch manchmal entgegen dem Rat aus dem Umfeld.


    Wenn ich das mal getan habe, dann hatte ich am Ende Recht damit. Je älter das Kind wurde um so mehr.


    Informieren ist gut und wichtig, es gilt aber die Balance zu finden und seinen Weg aus den vielen Möglichkeiten herauszuarbeiten. Man sollte niemals ein Buch für komplett allgemeingültig halten.


    Ich glaube ich habe in keiner anderen Situation als der der Mutterschaft so oft vor der Situation gestanden, dass mir Menschen komplett gegensätzliche Dinge geraten haben. Ohne meinen Mutterinstinkt wäre ich da verloren gewesen.

    Zitat

    Ohne meinen Mutterinstinkt wäre ich da verloren gewesen.

    Doch woher kommt der Mutterinstinkt? Nachdem ich kürzlich mit einer Familienkinderkrankenschwester gesprochen habe, die in Familien geht, die mit der Situation mit einem Säugling überfordert sind, glaube ich, dass hier nicht wirklich von einem Instinkt gesprochen werden kann. Eine Frau weiß nicht automatisch, nur, weil sie ein Kind geboren hat, was sie mit diesem Kind anfangen soll, geschweige denn, was das beste für ihr Kind ist.


    Frauen (und Männer), die es in ihrer Kindheit nicht selber erlebt oder wenigstens gesehen haben, kommen nicht auf die Idee, mit ihrem Baby zu reden. Sie wissen nicht, wie wichtig Körperkontakt ist, dass es gut ist, den Säugling zum Füttern auf den Arm zu nehmen. Woher soll man wissen, wie man ein Baby hält, wenn man es noch nie ausprobiert hat. Dass man ein Kleinkind nicht schütteln darf, weil das schwerwiegende Konsequenzen hat, muss Vielen erst gesagt werden. Dass Energy-Drinks nichts für Kleinkinder sind scheint auch noch nicht bei allen angekommen zu sein.


    Und so weiter und so weiter.


    Und das hört ja beim Baby nicht auf. So ein paar Basics zum Thema Erziehung sind schon sehr nützlich. Klarheit und Sicherheit, eine Beziehung zu den Eltern, die trägt, Kind sein dürfen (und nicht zu früh Entscheidungen treffen zu müssen) sind für jedes Kind wichtig.


    Ich selber (um zur Ausgangsfrage zurückzukommen) hatte und habe das Glück, eine wunderbare Mutter zu haben, die ich immer fragen konnte. Sie hat uns als Kindern klar und liebevoll geführt. Ohne körperliche oder seelische Gewalt. Von ihr habe ich ganz viel mitbekommen. Außerdem habe ich eine acht Jahre jüngere Schwester, bei der ich viel bewusst über Babies und Kleinkinder mitbekommen habe. Als ich selber schwanger war, habe ich gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. Das waren damals (vor über 20 Jahren) Regina Hilsberg und Barbara Sichtermann. Beide sehr unkompliziert, das mag ich.


    Eine unserer Töchter hat diesen Sommer geheiratet. Mal sehen, wann wir Großeltern werden. Und ich bin gespannt, ob unsere Tochter sich auch mit ihren Fragen und Nöten an mich wendet. Gerne werde ich meine Erfahrungen weitergeben. Jedoch nicht ungefragt. ;-)

    Du sagst es, Mae. Meine Ma sagt heute, sie wünschte sie hätte so sein können, als Mutter, wie ich und ich hoffe zutiefst da smeine Kinder, falls sie mal Kinder haben, noch anders mit dieser oder jener Situation umgehen können. Bis der Grundsatz:"ein Kind muss tun was man ihm sagt." im Sinne absoluten Gehorsams aus meinem Kopf raus war, hat es gedauert und gedauert. Ich bin so groß geworden un das obwohl meine Ma das gar nicht wollte, aber sie hat einfach viel so gemacht wie es bei ihr gemacht wurde, weil sie viele muster nicht erkannt hat. Tat ihr unfassbar leid, so im Nachgang. Muss nicht, denn sie hat ihr bestes gegeben und um Hilfe gefragt, wurde aber immer auf ihren "Mutterinstinkt" verwiesen.

    Ich handle sehr instinktiv. Schon beim ersten Kind mit 20, ohne jegliche Babyerfahrung oder Ansprechpartner. Körperkontakt, Zonlage, usw hab ich nach Gefühl gemacht, geguckt was mein Kind mag und was ihm hilft. Da hab ich noch nicht viel gelesen. Einiges an Wissen muss man sich aber tatsächlich aneignen, wenn Erfahrung fehlt. Ist vielleicht auch Typsache (Mutter UND Kind), wie instinktiv das läuft. Und gesunder Menschenverstand schadet auch nicht.

    Zitat

    Ich handle sehr instinktiv.

    Hab ich auch. Auch mit Anfang 20 beim ersten Kind.


    Ich frage mich halt, ob das tatsächlich Instinkt ist im Sinne von angeboren, oder ob das nicht doch erlernt war. Das meiste habe ich, rückblickend gesehen, "instinktiv" wie meine Mutter gemacht. ;-)

    Zitat

    Das meiste habe ich, rückblickend gesehen, "instinktiv" wie meine Mutter gemacht. ;-)

    Das habe ich ganz bewusst vermieden, zumindest in vielen Bereichen.


    Ich weiß nicht, ob das Gefühl für das Kind angeboten ist, sich entwickelt, von allem ein bisschen oder nicht bei jedem vorhanden. Wer kann das schon wissen?


    Ich bin eigentlich ein sehr verkopfter Mensch, Informationen sind wichtig für mich. Aber auch das gegeneinander abwägen verschiedenster Informationen.


    Trotzdem gab es diesen Punkt, an dem ich einfach gemerkt habe, dass ich eine Entscheidung für mein Kind treffen muss, da die Informationen eben gegensätzlich waren.


    Da ich nicht bereit war, mich komplett einer "Ideologie" zur Erziehung zu verschreiben, musste ich da öfter entscheiden.


    Und ich lag ganz oft richtig.


    Und wenn ich falsch lag, dann habe ich entgegen meinem Bauchgefühl und eher entsprechend meiner Kopfentscheidung gehandelt.


    Ein Beispiel dafür war bei uns die Krippe ab 12 Monaten. Ich bin selbstständig und hatte nicht wirklich eine Wahl. Ein 12monatiger sehr aktiver Krabbler kommt in einem Büro nicht zu seinem Recht.


    Die Eingewöhnung verlief sehr langwierig und schwer. Mir wurde dann gesagt, es liege an mir... die Sprüche kennt ihr alle.


    Es lag aber nicht an mir, ich war zu Anfang von der Richtigkeit der Entscheidung komplett überzeugt.


    Erst als mein Sohn sich so schwer eingewöhnte bekam ich Zweifel.


    Und auf diese Zweifel hätte ich hören sollen. Mein Kleiner ist überempfindlich gegen Lärm und Gerüche und auch gegen zu viel Nähe von Fremden, was ich damals aber nicht wusste. Die Krippe muss für ihn die Hölle gewesen sein und er konnte das nur mit weinen äußern. Später hat er sich die anderen dann auch eine Zeit lang durch körperliches Wehren vom Leib gehalten. :-(


    Mit dem Wissen von heute hätte ich eine deutlich ruhigere Betreuungsmöglichkeit gesucht. Das wäre sicher auch möglich gewesen und hätte uns eine schwierige Phase ersparen können.


    Wie gesagt, nur ein Beispiel, dass zumindest bei mir der "Instinkt" oder wie immer man es nennen möchte sehr gut funktioniert. Man muss dann nur noch darauf hören und genau abschätzen, wann es dazu an der Zeit ist.

    Zitat

    Das meiste habe ich, rückblickend gesehen, "instinktiv" wie meine Mutter gemacht.

    An meine Babyzeit kann ich mich nicht erinnern, deshalb weiß ich ja nicht wie sie es gemacht hat.


    Danach hab ich vieles anders gemacht als sie. Viel gekuschelt, gespielt, vorgelesen, erklärt.

    Zitat

    Trotzdem gab es diesen Punkt, an dem ich einfach gemerkt habe, dass ich eine Entscheidung für mein Kind treffen muss, da die Informationen eben gegensätzlich waren.


    Da ich nicht bereit war, mich komplett einer "Ideologie" zur Erziehung zu verschreiben, musste ich da öfter entscheiden.

    Nichts dagegen, nur ohne die Suche nach Information hättest du dich gar nicht entscheiden können sondern wärest auf das angewiesen gewesen, was an Optionen durch Erfahrung zur Verfügung steht. Das man dann sein Kind beobachtet und guckt wie es reagiert und da entsprechend reagiert, auch wenn es gerade total in ist, dass alle Kinder nur in der Krippe richtig gedeihen, fällt für mich unter "gesunden Menschenverstand".


    hatschipu


    Hat das jemand anders in deinem kindlichen Umfeld so gemacht? Hattest du deine Ausbildung schon? Ich find das voll spannend wenn jemand so einen ganz anderen Weg geht. Das muss ja gehen, sonst hätten wir Menschen uns ja nie entwickelt und als Gesellschaft verändert. Meist passiert das ja immer so graduell (war bei meiner Ma auch so, die war schon viel viel lieber als ihre Eltern!) und nur ganz selten so abrupt. Das bewundere ich immer sehr.

    Zitat

    Nichts dagegen, nur ohne die Suche nach Information hättest du dich gar nicht entscheiden können sondern wärest auf das angewiesen gewesen, was an Optionen durch Erfahrung zur Verfügung steht.

    Ich schrieb ja bereits, dass ich ausgesprochen gut informiert war und das auch für richtig halte. ":/

    Zitat

    Das man dann sein Kind beobachtet und guckt wie es reagiert und da entsprechend reagiert, auch wenn es gerade total in ist, dass alle Kinder nur in der Krippe richtig gedeihen, fällt für mich unter "gesunden Menschenverstand".

    Verstehe ich das jetzt richtig und du möchtest mir sagen, dass ich diesen gesunden Menschenverstand nicht habe?


    Da ich selbst traurig darüber bin, an diesem Punkt und für mein Kind falsch entschieden zu haben trifft mich das durchaus.

    Was macht man denn dann, wenn man kein tolles Muttervorbild hatte? ???


    Instinkt ist ein großes Wort. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich plötzlich weiß, wie ich ein Kind halten muss, nur weil ich eines bekommen habe ":/

    Zitat

    Hat das jemand anders in deinem kindlichen Umfeld so gemacht? Hattest du deine Ausbildung schon?

    Naja meine Uroma hat sich schon mehr mit mir beschäftigt, aber00nicht so wie ich mit meinen Kindern.


    Die Ausbildung hab ich erst angefangen, als die Große 2 Jahre alt war. Allerdings hat sich für mich dort bestätigt, dass nicht viel falsch gemacht habe. ;-D


    Sie war auch das erste Baby, dass ich gehalten und gewickelt habe. Nur Stillwissen hätte ich gern mehr gehabt. Da hab ich mir leider sehr vom Umfeld reinreden lassen. Obwohl ich am Anfang tatsächlich richtig und instinktiv gehandelt habe.

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    Verstehe ich das jetzt richtig und du möchtest mir sagen, dass ich diesen gesunden Menschenverstand nicht habe?

    bellagia, ganz sicher nicht. Ich will damit sagen, dass man diesen ominösen "Mutterinstinkt" nicht bemühen muss. Ich kann den Ausdruck nicht ausstehen, weil er suggeriert, dass auf magische Weise irgendwie in einen einrieselt, was gut für das Kind ist. Aber dieser seltsame Instinkt wurde ja hier verschiedentlich als Gegenentwurf zu den sachlichen Informationen genannt.


    ich wollte also nur sagen: Das was du da richtig gesehen hast, war ja kein Instinkt sondern einfach eine genaue Beobachtung deines Kindes. Du hast dich, verständlicherweise, von dem Fachpersonal verunsichern lassen, aber du hast es richtig beobachtet. Das war aber kein magischer Instink der bei der Geburt anging, sondern gesunder Menschenverstand in Kombination mit genauer Kenntnis der Umstände. :)_ :)_


    Mir geht es allein um diesen "Instinkt" Begriff. Instinkt ist ja etwas das automatisch, ohne Beobachtung, Reflektion und ohne Infos funktioniert. Man sieht einen Tiger, der rennt los und man tut dann irgendwas, rein instinktiv. Das finde ich bei der Kindererziehung eher ungünstig, wenn man auf einen Bockanfall rein instinktiv handelt, ohne zu reflektieren, gegebenenfalls auch hinterher, ob das eigentlich so mega sinnvoll war, ob man nicht vom Kind zuviel erwartet oder so.


    fussel


    Man informiert sich, man definiert Erziehungsziele in absteigender Priorität und reflektiert ständig ob das was man da tut dafür sinnvoll ist und welchen Anteil eigene Dellen gerade haben. Man erarbeitet sind das hart. Und ich glaube das es auch nicht schaden kann zu reflektieren, wenn man eine tolle Kindheit hatte. Denn was man selbst gut fand, muss für das eigene Kind nicht passend sein. Einfach alles automatisch zu machen finde ich ungünstig.

    Zitat

    Naja meine Uroma hat sich schon mehr mit mir beschäftigt, aber00nicht so wie ich mit meinen Kindern.

    Na, genauso macht es ja kaum jemand, aber da war schon ein positives Beispiel von dem man lernen kann und Ideen abgucken kann, in welche Richtung es gehen soll.


    Ja, Stillen. Schwieriges Feld, finde ich. %:|

    Ich finde, "gesunder Menschenverstand" ist genauso eine Worthülse wie "Mutterinstinkt". Es gibt keinen Konsens, was gesunder Menschenverstand ist und was nicht. Außer natürlich, was ich tue, denke und für richtig halte, das deckt natürlich der gesunde Menschenverstand, schließlich verfüge ich über einen - sagt jeder einzelne Mensch.