• Wutanfälle einer 11jährigen

    Hallo! Ich bin echt schon am Verzweifeln. Meine fast 11jährige Tochter hat seit 3 Monaten fast täglich Wutanfälle. Wir waren schon bei der Kinderärztin, Chinesiologin, Ostheopatin und sind sogar bei einer Psychologin. Es wird aber nicht besser :-( Ich habe das Gefühl, dass die Behandlung für meine Tochter ein "Freifahrtschein" für ihre Wutausbrüche ist. …
  • 35 Antworten

    corneliamichaela

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    Sie hatte immer wieder mal Wutanfälle, aber nicht in dem Ausmaß.

    Das sie immer mal Wutanfälle hatte ist klar. Menschen werden wütend. Die Frage ist ja, wie gehen sie damit um und hier eben wie und was hat sie gelernt damit umzugehen?

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    Die Psychologin sagt, dass Maja wohl wegen dem Freundschaftsthema in der Schule so unter Druck steht.

    Ok. Ihr habt das als Ursache ausgemacht – und weiter?

    Zitat

    Sie ist nun in Therapie bei der Psychologin und ich auch. Damit ich eben weiß, was ich machen soll.

    Das ist gut und wird eben auch Zeit brauchen. Was ist mit dem Vater?

    Du kannst dich nicht 1,5 Stunden von deiner 11-Jährigen Tochter anschreien lassen und dabei versuchen, ruhig zu bleiben! Sie ist kein Baby mehr und sie weiß, das anbrüllen ein Zeichen der Respektlosigkeit ist. Ich finde, du verschiebst die Rollen total und das muss einen Teenager auch komplett evrunsichern. Zu spüren, dass die Eltern/die Mutter komplett machtlos sind, wenn sie ausrastet. Du gibst die Kontrolle über die Situation ann deine Tochter ab, sie bestimmt, wann es los geht und wann und wie es endet.

    Haben ihre Wutanfälle irgendwelche Konsequenzen für sie oder freut ihr euch alle einfach nur, wenn es vorbei ist und atmet auf?

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    Ich bin nicht zum Volleyballfest gegangen, weil es der Verein meiner Tochter ist. Was tu ich da ohne sie?

    Dann fahr woanders hin, von mir aus in ein Cafe oder geh im Wald spazieren.


    In den Garten gehen bringt nichts und die Nachbarn interessieren eine 11-Jährige einen feuchten Kehricht. Verlaß das Haus, setz dich ins Auto und fahr um den Block oder wohin auch immer. Aber weg, so daß sie dir nicht folgen kann.


    Andererseits finde ich es schon bedenklich, daß sie die Autorität gar nicht mehr anerkennt, also daß du nicht sagen kannst "Geh auf dein Zimmer".

    @ DieKruemi

    über Ein Kind das dermaßen ausrastet hast du keinerlei Kontrolle. Für Außenstehende sieht das halt oft so aus als müssten die Eltern dich nur mal radikal durchgreifen. Aber wenn man dann selbst in dieser Situation ist merkt man schnell das durchgreifen ist solchen Momenten absolut unmöglich ist. Ich wurde selbst jahrelang von meiner jüngeren Schwester geschlagen und terrorisiert. Sie ist wenn sie ausgerastet ist völlig durchgedreht und konnte sich nicht beruhigen. Da war man einfach machtlos und hilflos. Sowohl ich wie auch meine Geschwister und Eltern.

    Zitat

    über Ein Kind das dermaßen ausrastet hast du keinerlei Kontrolle. Für Außenstehende sieht das halt oft so aus als müssten die Eltern dich nur mal radikal durchgreifen.

    wir hatten einen sehr wütenden Jungen in der Familie, der seit er 2 jahre alt war, anfing, regelmäßig auszurasten, dazu 2 weitere mit Asperger-Autismus, einer davon noch mit ADHS, ich rede nicht nur aus der Theorie heraus.

    Die Konsequenz ist immer, dass sie das was sie gerade haben oder tun wollte mit dem Toben nicht bekommt. Wenn wir wo hin wollte, dann fahren wir nicht. Wenn es als ganze Familie geplant war, dann bleibt ein Erwachsener mit ihr zu Hause und die anderen fahren trotzdem. Außer es ist nur kurz, dann lassen wir sie schon auch alleine.


    Mit Verboten tu ich mir manchmal ein bisschen schwer. Wir sehen generell wenig fern, sodass ein Fernsehverbot wenig Sinn hätte, weil sie ohnehin nicht schaut. Sie liest viel, aber das zu verbieten??? Und Hausarest, davon halte ich nix. Die Bewegung ist gerade bei solchen Wutanfällen sehr wichtig. Da ist mir lieber sie läuft 20 Runden um den Häuserblock.

    Kümi: was würdest du machen, wenn deine Tochter 1 1/2 Stunden tobt wie ein Kleinkind.


    Zurechtweisungen nichts nützen. Ins Zimmer schicken nichts nützt, weil sie stehen bleibt.


    Ich hab ihr immer wieder gesagt, dass sie ins Zimmer gehen soll, dass sie sich beruhigen muss, dass ich mich nicht von ihr anschreien lasse, dass ihr Verhalten nicht ihrem Alter entsprechend ist, dass sie mit schreien nichts erreicht....


    aber wie schon zu lesen war, in der Wutanfall-Situation ist sie absolut nicht sie selbst.

    Über ihre Anfälle sagt sie, dass es ist, als wenn man einen Schalter umlegt. Sie kann dann nicht anders. Sie fühlt sich über sich selbst machtlos. Es ist ihr hinterher auch peinlich, wie sie mit uns allen umgeht.

    Wie wär's, wenn du ihre Anfälle mal mit versteckter Kamera aufzeichnest und ihr vorspielst, wenn sie sich später beruhigt hat? Das kann recht heilsame Wirkung haben!

    versteckte Kamera funkioniert nicht. Ich weiss ja nicht im vorhinein, wann sie wieder toben anfängt.


    Und filmen, dass sie es weiss, lässt sie nicht zu.

    corneliamichaela

    Zitat

    Mit Verboten tu ich mir manchmal ein bisschen schwer.

    Wie sanktioniert ihr denn generell? Also die ganze Palette von Lob, Anerkennung bis zu dem anderen Ende der Skala, die gerne Strafe genannt wird?

    Zitat

    aber wie schon zu lesen war, in der Wutanfall-Situation ist sie absolut nicht sie selbst.

    Als Beschreibung, zur Verdeutlichung, mag das sinnvoll sein es so zu sagen; ich würde davon absehen es aber tatsächlich so zu sehen. Diese Wutanfälle und der Kontrollverlust ist sie – es ist ein Teil von ihr.