Abrechnungsbetrug

    Hallo,


    ich habe eine sehr heikle Frage und ich hoffe mir kann jemand helfen.


    Ich arbeite in einer Arztpraxis in der ich nicht sehr glücklich bin. (Bewerbe mich auch schon woanders)


    Meine Chefin (Ärztin) und ihr Mann (Praxismanager) rechnen Leistungen ab obwohl wir sie nicht erbracht haben. Oder sie rechnen Leistungen über die Kasse ab obwohl die Patientin dafür privat gezahlt hat.


    Letztendlich kann ich so nicht mehr weiter machen und möchte gerne wissen wo ich das melden kann.


    Weiß jemand wo ich mich hinwenden kann?


    Vielen Dank

  • 49 Antworten

    @ Robbee

    Vorsicht,vorsicht......


    Hole dir – bevor du die KV ansprichst – anwaltlichen Rat ein – auch wenn das Geld kostet.


    Bei der KV gibts es möglicherweise undichte Stellen, da ruft dann ein Kollege deine Chefin an, die läßt dann schnell Beweismaterial verschwinden oder "korrigiert" ihre EDV-Dokumentation etc. und du hast eine Klage deinerseits am Hals.


    Wenn du glaubwürdige Zeugen und Beweise hast, kannst du dich auch direkt an die Staatsanwaltschaft wenden und Anzeige wegen betrügerischer Abrechnung erstatten.


    3. Möglichkeit: suche das Gespräch mit einer betroffenen Krankenkasse – die haben Möglichkeiten, dieser Sache nachzugehen.

    Naja korrigieren kann sie eh nichts mehr, weil das schon seit letztem Jahr so geht und die Abrechnungen eh schon bei der KV sind.


    Z.b. verlangt sie von Patienten für einen Test 50Euro. Schickt das dann aber mit Überweisungsschein und einer Pseudodiagnose ins Labor.


    Das geht so nicht..

    Das ist die Frage ob ich beweise liefern muss. ich denke ich muss da einfach mal anrufen.


    Wenn die Beweise haben wollen dann muss ich leider ablehnen.


    Ich kann das so nicht weitermachen. Seit heute rechnet sie auch noch Leistungen bei Patienten ab die garnicht da waren an bestimmten Tagen :-o

    Die Quittungen haben die Patienten, Durchschlag ist bei uns.. Kassenbuch wird auch geführt, geht sogar zum Steuerberater :-/ Die Patienten müssen sogar auf einem IGEL Formular unterschreiben, das aber in der Praxis bleibt.

    Bei Betrug ist die Polizei (neben den bereits von den anderen Schreibern genannten Institutionen) der richtige Ansprechpartner. "Beweise" mitzubringen kann aus Datenschutzgründen verfänglich sein.


    Du kannst Dich aber bei der Polizei vorab "unverbindlich", also quasi anonym informieren, bevor Du Dich entscheidest, das (bei der Polizei oder woanders) anzuzeigen.


    Es wird aber ein harter Weg werden.

    Hallo Robbee,


    meinen Respekt, dass Du das unredliche Verhalten Deines Arbeitgebers zur Anzeige bringen willst.


    Das finde ich sehr couragiert u mutig von Dir. :)z


    Ich drück dir die Daumen :)_ , dass das für dich keine negativen Folgen hat.


    Bereite Dich gut vor.

    Zitat

    "Beweise" mitzubringen kann aus Datenschutzgründen verfänglich sein.

    Ich würde trotzdem – quasi für meine Akten – ein paar sicherstellen, um dem Fall vorzubeugen, dass die Herrschaften sich rausnehmen, gegen mich zu schießen.

    Zitat

    Hallo Robbee,


    meinen Respekt, dass Du das unredliche Verhalten Deines Arbeitgebers zur Anzeige bringen willst.


    Das finde ich sehr couragiert u mutig von Dir. :)z

    Dem schließe ich mich an. Auch von mir ehrlichen Respekt. Ich hoffe, dass es bei dir gut ausgeht. Du gehst ja nun ein in die Liga der Whistleblower, von denen wir gar nicht genug haben können und irgendwann müssen die sich vielleicht auch nicht mehr in Moskau verstecken. :)^

    Die "Liga der Whistleblower" ist eine Beschönigung für eine zwangsläufig sich ergebende soziale Isolation. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. In aller Regel wenden sich sogar die eigenen Kollegen ab, die das hinter vorgehaltener Hand kritisiert haben, dann aber Angst haben. Vor ihrem Chef, um ihre Existenz, wie auch immer. Wer aus diesem Strudel an Verlogenheit ausbrechen will, erntet Unverständnis. Die Bequemen, und das ist die Mehrzahl, haben kein Rückgrat und halten am alten Zustand fest, weil sie ja doch irgendwie profitieren. Courage – darüber redet jeder und findet das toll, aber nur so lange, bis sich einer auch mal traut, etwas zu sagen.

    Naja, man könnte ja auch anonym bei der KV anrufen und fragen, ob/welche Beweise die ggf. wollen. Tendenziell können die halt inhaltlich klarere Auskünfte geben als die Polizei...


    Aber es stimmt schon: Ich würde erstmal vorsichtig anonym vorfühlen, um mich selber zu schützen.