Ambulante OP - Betreuung danach

    Hallo,


    demnächst steht bei mir die allseits "beliebte" Weisheitszahn-Op an. Es sollen alle raus und ich wollte diese bei einem Termin mittels Vollnarkose in einer Arztpraxis entfernen lassen.


    Eine Freundin würde mich abholen und dann bis zum Abend bei mir bleiben. Jetzt steht aber in dem Aufklärungsbogen, dass man eine 24-stündige Betreuung sicherstellen sollte.


    Jetzt meine Fragen:


    1. Ich kann ja verstehen, dass man nicht alleine nach Hause fahren soll aber ist es so schlimm, wenn ich alleine schlafe (Nachblutungen könnte ich nach meinem Wissen auch bekommen, wenn ich das mit lokaler Betäubung machen lasse)? Ich hatte vor 2 Jahren mal eine Darmspiegelung, wo ich auch unter Narkose war. Hier war auch bis abend jemand für mich da und nachts habe ich alleine geschlafen. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese 24-Stunden-Regelung in dem Aufklärungsbogen stand.


    2. Ist es schon mal jemand passiert, dass kurzfristig die Begleitperson abgesagt hatte? Werden dann die OP´s abgesagt? Müsste man trotzdem die Kosten tragen?


    3. Ist es schonmal vorgekommen, dass man die OP hinter sich hatte und die Begleitperson nicht kommt? Was macht der Arzt dann mit dem Patienten?


    4. Frage an die Singles und andere Alleinstehenden: wie macht ihr das mit solchen ambulanten OP´s?


    Vielen Dank vorab und sorry für die vielen (vielleicht auch naiven) Fragen.

  • 14 Antworten

    Zu 4: ich würde wohl Familie/Freunde abklappern ob jemand Zeit hat. Oder, weil ich nahe bei meinem Eltern wohne, eine Nacht in meinem ehemaligen Kinderzimmer einlegen.

    Zu 3.

    Ist hier auf dem Land quasi gar nixht mgl - man brauch die Begleitpersonen schon, um zur Praxis hinzukommen > da alles erst in der nächsten Großstadt.


    Zu 1.

    Die Frage ist, ob sich die 24 h wegen der Narkose oder wegen der OP ergeben?

    Letztendlich kann keiner kontrollieren, ob du wirklich 24 h unter Kontrolle bist. Vermutlich treten Probleme/ Reaktionen verstärkt dieser Zeit auf - und die Ärzte sichern sich so einfach ab. Wenn du unterschreibst - das du das machst und es ist dann nicht so > dann sind die Ärze im Notfall raus aus der Haftung.



    Wobei, eine Vollnarkose ist doch noch mal ein anderes Kaliber als das, was meist bei einer Spiegelung gemacht wird - dass ist doch meist nur so ein Dämmerschlaf, oder?

    Und 4 Weisheitszähne auf einmal weg - dass sind dann ja 4 potentielle Blutungsquellen.

    Ich hab im Nov. auch diese OP - zum Glück aber nur ein WZ im Unterkiefer.

    Weiß aber von Bekannten, dass alle 4 auf einmal nicht ohne ist > und auch die stärksten Männer für ein paar Tage ausgeknockt waren.

    Vollnarkose = Intubationsnarkose = zwei tage Krankenhaus zur Überwachung, immer. Zumindest in der Charite.


    Ich denke du bekommst einfach Propofol oder Dormicum das ist keine Vollnarkose.

    Ich habe mir damals auch alle WZ + Zyste unter Vollnarkose ambulant entfernen lassen (ja, mit Intubation). Ne halbe Stunde nach dem Aufwachen wurde ich nach Hause geschickt (natürlich in Begleitung). Ich lag zwei Tage quasi nur im Bett, weil mich die Narkose so geschlaucht hat. So mal eben ist es also nicht und Überwachung zu Hause vermutlich nicht verkehrt.

    Wenn ein ambulanter Eingriff in einer richtigen Vollnarkose gemacht wird (und das ist bei diesen Zahn-OPs so), muss man von einer Begleitperson abgeholt werden und 24 Stunden betreut werden. Das hat früher meist meine Mutter gemacht, und beim letzten Mal hat sich eine Freundin extra zwei Tage Urlaub genommen, und mich mit zu sich genommen, weil sie wegen Kind nicht wegkonnte. Als sie mich in der Praxis abgeholt hat, musste sie unterschreiben, dass sie mich die nächsten 24 Stunden betreuen wird und mich eben nicht einfach in meiner Wohnung ablädt und wegfährt.


    Bei einer Darmspiegelung, die mit Propofol gemacht wurde, brauchte ich keine Begleitperson und keine Betreuung, sondern da hat ein Taxifahrer gereicht, der mich nach Haus gebracht hat. Das Taxi wurde allerdings von der Praxis gerufen, und der Taxifahrer musste mich in der Praxis unter den Augen des Personals abholen. Die hätten mich nicht alleine die Praxis verlassen lassen.

    BeataM schrieb:

    Wenn ein ambulanter Eingriff in einer richtigen Vollnarkose gemacht wird (und das ist bei diesen Zahn-OPs so), muss man von einer Begleitperson abgeholt werden und 24 Stunden betreut werden. Das hat früher meist meine Mutter gemacht, und beim letzten Mal hat sich eine Freundin extra zwei Tage Urlaub genommen, und mich mit zu sich genommen, weil sie wegen Kind nicht wegkonnte. Als sie mich in der Praxis abgeholt hat, musste sie unterschreiben, dass sie mich die nächsten 24 Stunden betreuen wird und mich eben nicht einfach in meiner Wohnung ablädt und wegfährt.


    Bei einer Darmspiegelung, die mit Propofol gemacht wurde, brauchte ich keine Begleitperson und keine Betreuung, sondern da hat ein Taxifahrer gereicht, der mich nach Haus gebracht hat. Das Taxi wurde allerdings von der Praxis gerufen, und der Taxifahrer musste mich in der Praxis unter den Augen des Personals abholen. Die hätten mich nicht alleine die Praxis verlassen lassen.

    So kenne ich das auch wobei ich nach ner Magenspiegelung schon mit dem Rad nach Hause gefahren bin :P

    sie machen echt 4 auf einmal?

    hast du dir das selber ausgesucht?


    ich frage weil ich erst eine Weisheitszahn-OP hatte und ich wusste nicht dass das gemacht wird


    musst du die Narkose selber zahlen?


    zu 4 kann ich sagen: es findet sich immer jemand, und wenns eine Arbeitskollegin ist


    zu 3.: da wird ein Taxi bestellt bzw du bestellst selber eins

    SandyErgo schrieb:

    Und 4 Weisheitszähne auf einmal weg - dass sind dann ja 4 potentielle Blutungsquellen.

    Ich hab im Nov. auch diese OP - zum Glück aber nur ein WZ im Unterkiefer.

    Weiß aber von Bekannten, dass alle 4 auf einmal nicht ohne ist > und auch die stärksten Männer für ein paar Tage ausgeknockt waren.

    4 pot. Blutungsquelllen und 4 Stellen, an denen es weh tut (mit einigen Tagen muss man sicher rechnen). Für mich würde ich das klar ablehnen!

    (Einen zwingenden medizinischen Grund, 3 oder gar 4 Zähne innerhalb einer Sitzung zu ziehen, dürfte es nur ganz selten geben.)


    2 Weisheitszähne wurden mir schon vor sehr langer Zeit gezogen, ein dritter dann vor ein paar Jahren, da er stark kariös war, was der ZA auf einem Röntgenbild gesehen hatte. Das ging aber alles mit örtlicher Betäubung. Die eine oder andere Vollnarkose hatte ich auch schon, jedoch nicht wegen Zahnbehandlungen.

    musicus_65 schrieb:

    Einen zwingenden medizinischen Grund, 3 oder gar 4 Zähne innerhalb einer Sitzung zu ziehen, dürfte es nur ganz selten geben.

    Konnte ich auch nicht verstehen - hatte aber im Bekanntenkreis einige junge Männer, die das haben so machen lassen > ob die als Helden da stehen wollten, keine Ahnung. Mindestens einer hat das auch bereut.

    Aussage war jeweils - warum mehrmals den Sch... durchmachen, wenn man alles auf einmal abhaken kann. Und solange das die Ärzte mitmachen - aber die werden sich sagen - wenn der Patient dass so wünscht.


    Mein Mann hat als Jugendlicher sich die oberen entfernen lassen - und vor 10 Jahren dann die unteren. Er meinte, die oberen waren nicht so schlimm wie die unteren.

    Ich werde froh sein, wenn ich in 1,5 Mo den unteren los bin > und habe eine gute Freundin, die mich fahren wird. Wobei es bei mir nur unter Betäubung laufen wird und nicht mit einer Narkose.

    SandyErgo schrieb:

    Ich werde froh sein, wenn ich in 1,5 Mo den unteren los bin > und habe eine gute Freundin, die mich fahren wird. Wobei es bei mir nur unter Betäubung laufen wird und nicht mit einer Narkose.

    Bei mir war's vor ein paar Jahren der WZ unten rechts. Das war insgesamt ganz gut auszuhalten, der Schmerz (nach Abklingen der örtl. Betäubung) unangenehm, aber längst nicht so stark und quälend, wie er z.B. bei einem schwer entzündeten Zahn (Pulpitis) sein kann.


    Zum Stoppen einer Nachblutung habe ich ein sauberes Papiertaschentuch (mehrfach gefaltet) einige Minuten lang mit dem Finger auf die Wunde gedrückt und dabei möglichst still gesessen. Man kann natürlich auch sterile Kompressen oder ähnliches verwenden.

    Die Schmerzen hat man doch so oder, ob man jetzt 2 oder 4 WZ auf einmal entfernen lässt. Bei mir war auch der Hauptgrund, dass es dann mit einem Mal erledigt ist und so schlimm sind die Schmerzen nicht, dass man es nicht aushalten könnte. Hängt dann wohl auch stark davon ab, wo die Zähne liegen oder ob sie draußen sind. Meine waren alle nicht draußen und lagen schräg unter den anderen. Das Ausbuddeln wollte ich nicht mitbekommen, daher die Vollnarkose (und wegen der Zyste war es oben auch ne ziemlich große Wunde).

    Ja, die Vollnarkose muss man bezahlen, der Preis hält sich aber in Grenzen.

    Ich habe mir freiwillig auch alle vier WZ auf einmal ziehen lassen, im Oberkiefer wurde zusätzlich noch eine Zyste entfernt und der eine WZ im Unterkiefer lag quer, war riesig und musste zertrümmert werden. Ich hatte eine Kurznarkose mit Propofol und das war perfekt. Würde das immer wieder so machen lassen. Die Kurznarkose musste ich, da Angstpatientin, nicht selbst zahlen. Das war auch der Grund, alle vier auf einmal ziehen zu lassen. Wäre es schlimm geworden, hätte ich die anderen beiden nie im Leben ziehen lassen. Also gleich alles auf einmal.


    Bereut habe ich rein gar nichts! OP war abends um 17h, um 21h habe ich schon vorsichtig Pudding (aus Milchersatz) gegessen. Es wurde nichts dick oder blau und Schmerzen hatte ich auch keine trotz der großen Wunden. Essen ging von Tag zwei an nahezu problemlos, habe halt mit den Schneidezähnen gekaut. Das war anstrengend, aber nicht schmerzhaft.


    Nach der OP musste ich noch eine Stunde in der Praxis bleiben, dann durfte ich in Begleitung nach Hause. Von einer nötigen Betreuung zu Hause war nicht die Rede, da ich damals noch bei meinen Eltern wohnte, war das aber eh gegeben.

    Ich hatte mehrere ambulante OP's (Knie, Gyn, Schulter) in Vollnarkose und habe auch immer diese 24-Stunden-Regelung unterschreiben müssen. Und habe auch dafür gesorgt, dass jemand da ist.

    In zwei Fällen war ich auch sehr dankbar; 1x echte Kreislaufprobleme (Knie, Krücken, Drainage, Schmerzen, und schwupps lag ich auf dem Flurfußboden). Im anderen Fall (Schulter) gab es Nachblutungen trotz Drainage und ich war froh, dass meine Ma da war und den Arzt auf seinem Handy anrufen konnte.

    Und mich jeweils am nächsten Morgen zur Kontrolle bringen konnte.


    Bei mir steht in wenigen Wochen erneut eine ambulante OP an (Grauer Start, unter Vollnarkose). Auch da habe ich mir Begleitung besorgt, was schwierig war (Eltern selber pflegebedürftig, relativ frisch getrennt, keine engen Freunde vor Ort). Ich ich, das Abholen und die ersten Stunden dürften der wichtigste Zeitraum sein; ich würde da aber einfach kein Risiko eingehen.


    Ansonsten: Kann es sein, dass Du arg weit denkst? Notfalls fährt man mit dem Taxi heim und beschwindelt die Ärzte - oder unterschreibt, dass man über die Risiken aufgeklärt wurde und sie halt eingeht.


    Und JA, bei mir waren es "echte" Vollnarkosen bei den ambulanten OP's. Da bleibt man keinesfalls automatisch im Krankenhaus.