ich dürfte nicht mal streiken... aber stimmt gibt keine gute lobby, denn schwester sein heißt für viele immer noch, quasi freiwillig und ohne entgelt das zu tun was frau nun mal zu tun hat "menschen pflegen" das ist in so vielen köpfen noch drin, es würde schon zeit das man mal über seinen Schatten springt, aber organisiert ist da so gut wie nix durch 1000 tarife und gewerkschaften...

    Beetle,

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    Genau so was wie ein Schnupfen oder ne Bronchitis kommt aber ungeschönt mit in die statistik rein und so kommen 20% zustande, du glaubst doch nicht das jeder 5. Patient mit nem eitrigen Bein entlassen wird?

    Ok, wenn so was wie Schnupfen oder Bronchitis in die Statistik einfließt, schließt sich immer noch die Frage an "warum haben die in den Niederlanden ein Zehntel derer, die bei uns im Krankenhaus krank werden?"


    K. Putt,


    ich will auch nicht alle in einen Topf werfen, mach ich auch nicht, sonst müßte ich ja sagen, dass wir alle schon tot sind, denn wenn alle so arbeiten würden, gäbe es keine Lebenden mehr ;-) .


    Ja, wir wollen alle das Gleiche. Weg mit der Gesundheitsökonomie, die ist menschenverachtend!

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    Jeder hat Einfluß und sei es an der Wahlurne oder bei der nächsten Demo.

    Dachte ich auch immer. Allerdings bin ich bei der letzten Wahl mit sehr gemischten Gefühlen zur Wahlurne gegangen, weil die es Partei, die ich gerne gewählt hätte, gar nicht gibt. Es gibt auf jeder Seite immer nur eine Menge Versprechungen, aber seien wir doch ehrlich: die Politiker interessiert letztlich nur, wie sie die nächste Wahl gewinnen. Es spielt dafür weder eine Rolle, was man versprechen muss, noch in welches Ressort man wechselt... die Posten schiebt man sich da oben eh gegenseitig zu wie's grad beliebt. :-( Nenne mir eine Partei oder noch besser auch nur einen Politiker, der sich für die Belange der Pflegekräfte wirklich ernsthaft und nachhaltig interessiert. Ich kenne keinen. Ich hatte vor knapp zwei Jahren mit unserer Wahlkreis-Abgeordneten des Bundestages

    , die sich ganz speziell für die sozialen Bereiche stark macht, ein langes Gespräch. Da hat sie sich sehr für unsere Arbeit interessiert (großer Hilfsdienst) und versprochen, sie wird uns einen Besuch abstatten und sich für unsere Belange auf Bundesebene einsetzen. Ich warte noch heute auf sie... :-X

    tatua,

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    Das Blatt kann sich verdammt schnell wenden, im LEben

    Ja, ich weiß, ich habe es am eigenen Leib erleben müssen. Es tut mir leid, dass du unter deiner MS-Krankheit leidest, ich bin selbst mittlerweile chronisch Kranker geworden. Und gerade, weil alles so ist, wie es ist, und weil ich die Situation in den Krankenhäusern kenne und mir in den Heimen gut vorstellen kann, wird man mich nicht in so eine Einrichtung kriegen, das ist sicher!


    Irgendwann wird man hier nix mehr von mir lesen, dann gibt es mich eben nicht mehr, aber in einem Pflegeheim in meinen Exkrementen verkommen, nein never ever!


    Süntje,


    erst mal gute Besserung für dich!

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    Ich möchte schon gern wissen, wie das in anderen europäischen Ländern ist, ich weiß, in der Schweiz gibt es deutlich mehr Personal für ein deutlich besseres Gehalt.

    Nachdem alle Politclowns unser Gesundheitswesen in aller Regel der Bevölkerung für sehr gut verkaufen, und ich einen guten Blick über den Tellerrand habe, weiß ich, dass unser System allenfalls Mittelmaß ist.


    Ich bin sicher, dass das Gesundheitswesen in etlichen europäischen Ländern, aber auch auf anderen Kontinenten um etliches besser ist als das hiesige.

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    gib mir mal ne gescheite statistik zu dem zehntel, damit ich weiß über welche keime wir hier überhaupt reden... das klingt nämlich zur zeit für mich nach stammtischparolen

    Ich habe keine, außer der, von der ich gestern bei Report im TV sah.


    Die 2% in den Niederlanden bezogen sich m.E. nicht auf MRSA, genau so wenig, wie sich die 20% in D auf MRSA bezogen.


    Sondern:


    1: in D infizieren sich ca. 20% derer, die im KKH liegen, an EINEM Krankenhauskeim. Was weiß ich, was Krankenhauskeime sind :-o


    2. In den NL infizieren sich 2% der, die im KKH liegen, an EINEM Krankenhauskeim.


    3. In D sterben jährlich ca. 15.000 Menschen an MRSA. Für die NL gab es m.E. keine Nennungen.

    Zitat

    1: in D infizieren sich ca. 20% derer, die im KKH liegen, an EINEM Krankenhauskeim. Was weiß ich, was Krankenhauskeime sind


    2. In den NL infizieren sich 2% der, die im KKH liegen, an EINEM Krankenhauskeim.


    3. In D sterben jährlich ca. 15.000 Menschen an MRSA. Für die NL gab es m.E. keine Nennungen.

    grübel... dann fallen da wirklich alle Keime drunter, es gibt an sich keine Krankenhauskeime also ne Einordnung in die Klasse "kh keim", wenn die von im KH erworbenen Infektieonen reden (die heißen dann nosokomnial) dann ist da wirklich der Schnupfen und die Lungenentündung mit drin... das die z.b. aber bettlägrige Menschen mit 90+ auch daheim kriegen würden, sowas sagt ne Statistik dann nicht.


    Ich stolper über die 15.000 Tote durch MRSA... denn das sind echt viele, hätte ich nicht gedacht, daran sterben tut man wirklich nur extrem immunsuppressiv oder verschleppt (weils halt keiner mitgekriegt hat und du mit der siffenden Wunde entlassen wirst und dann auch nicht zum anderen arzt gehst) das ist dann auch etwas das ich selbst anpranger... und das ist auch Arztfehler dann eindeutig.


    Man mag nicht jede ansteckung verhindenr können aber dann muss man es wenigstens richtig behandeln! und nicht totschweigen.

    Zitat

    Ich stolper über die 15.000 Tote durch MRSA... denn das sind echt viele, hätte ich nicht gedacht, daran sterben tut man wirklich nur extrem immunsuppressiv oder verschleppt (weils halt keiner mitgekriegt hat und du mit der siffenden Wunde entlassen wirst und dann auch nicht zum anderen arzt gehst) das ist dann auch etwas das ich selbst anpranger... und das ist auch Arztfehler dann eindeutig.

    Naja, wie sagt man so schön: Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.


    Mir kommt das auch sehr viel vor, da würd ich gerne mal gesicherte Zahlen sehen.


    Ich hab allerdings die Erfahrung gemacht, dass MRSA mittlerweile eher ein Problem von Pflegeheimen ist. Den im Gegensatz zu Krankenhäusern (dort werden MRSA Patienten nach positivem MRSA Abstrich isoliert und nur in Schutzkleidung kontaktiert) wird dort relativ sorglos damit umgegangen. Da hab ich wirklich schon üble Dinge erlebt...


    Ich kenne sogar ein deutsches (!) Krankenhaus in dem Patienten erst nach negativem MRSA-Schnelltest auf Station dürfen...

    also ich abeite zur zeit in der häuslichen kinderintensivpflege, das heißt kinder sind beatmet und echt schwer krank, irgendeinen keim hat da jeder.. mrsa, pseudomonas etc... alle auch resistent entweder aus dem kh mitgebracht oder sonstwoher... meistens im tracheostoma... aber wir tun da auch nix mehr gegen, ist halt so... nen gesunden erwachsenen hauts nicht um, ich hab die keime also sicher auch, ich bin halt nur täglich nur bei einem kind, kann also nix von a nach b bringen... da siehts eben im heim heikler aus.

    tatua

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    Es kann doch nur darum gehen, dass wir alle an einem Strang ziehen, um wieder mehr Geld in die Pflege zu bekommen – sonst gibt es ein ganz böses Erwachen...

    Wieder mehr Geld in die Pflege? Wir haben eine Vielzahl von Einrichtungen, die alle das gleiche machen: Kassen, die unser Geld verwalten. Damit sind ungefähr genau so viele Menschen beschäftigt wie im medizinischen Bereich arbeiten. Die müssen auch alle bezahlt werden. Dazu kommen die Kosten für Medikamente, Untersuchungen und Geräte. Warum liegen die in Deutschland höher als in den meisten anderen Ländern? Warum gibt es das gleiche Medikament hinter der offenen(!) Grenze für weniger Geld?


    In Deutschland hat sich eine industrielle Lobby um das Gesundheitsthema geschart. Aber nicht, um uns gesund zu machen, sondern um an unseren Krankheiten zu verdienen. Das Gesundheitswesen ist weitgehend privatisiert und damit der staatlichen Regelung entzogen. Seit Jahren werden immer mehr staatliche und kommunale Einrichtungen privatisiert. Die Folgen sind Lohndumping, weiter ausufernde Bürokratie (denn nur so kann der Staat wenigstens noch Papier kontrollieren) und natürlich Qualitätsverluste. Wenn es schon staatliche Regelungen für die Arbeitszeiten gibt, warum werden die durch Sonderregelungen im medizinischen Bereich wieder außer Kraft gesetzt?


    Das System läuft dem Abgrund entgegen. Ich hätte den Kollaps lieber heute als morgen. Ihm werden viele Menschen zum Opfer fallen. Aber erst wenn alles zusammengebrochen ist, wird aus den Trümmern Neues entstehen.

    Monika65

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    Das Grundwissen der Patienten über Hygiene reicht doch aus, das Personal schlechtzureden.

    Nein, tut es nicht, die Kenntnis über Krankenhauskeime geht wirklich weit über Grundwissen hinaus. Hier gehts nicht um ein paar Alltagsbakterien, wer nicht speziell in diesem Bereich ausgebildet ist, hat in der Regel so gut wie kein Wissen darüber, außer vielleicht dass sie existieren.

    Wir reden da wohl mit den gleichen Worten von verschiedenen Dingen. Ohne Frage geht das Wissen über diese Keime über die Allgemeinbildung hinaus. Aber bei der Einschätzung der Gefahren durch OneOnly zu Beginn dieses Fadens konnte ich nicht viel Wissen erkennen, sondern eine ziemlich diffuse und dadurch schwer zu packende Angst. Vielleicht hätte ich auch einfach einen Smiley hinter meinen Satz stellen sollen, um den Sarkasmus darin deutlicher zu machen.

    Zitat

    Es liegt ja auch nicht nur am Personal, sondern an den Abläufen an sich, deshalb werden ja jetzt auch Maßnahmen ergriffen, Hygieneverordnungen, mehr Hygienefachkräfte in den Krankenhäusern.

    Ich befürchte, dass das nicht viel bringen wird. Mehr Hygienefachkräfte? Woher? Aus welchen Bereichen werden sie abgezogen? Wer bezahlt sie? Die Hygieneverordnungen sind ziemlich sicher ausreichend. Sie nützen nur nichts, wenn sie nicht eingehalten werden.


    Viel besser wäre es, die Arbeit im medizinischen Bereich lukrativer zu machen. Attraktiv durch gute Löhne, die der Verantwortung für das Leben anderer Menschen auch gerecht werden. Wenn dann wieder mehr qualifizierte Menschen in diesem Bereich arbeiten, entsteht automatisch ein Wettbewerb. Die Einhaltung der bereits vorhandenen Hygienevorschriften kann dann mit darüber entscheiden, ob man seinen Job behält oder andere Interessenten nachrücken. So lange aber das vorhandene Fachpersonal verschlissen wird, um dann unterbezahlten Hilfskräften den Platz frei zu machen, steuern wir in die entgegengesetzte Richtung. So können wir auch nicht die Bürokratie abbauen, die sich eher hemmend auswirkt als unterstützend. Denn der Anteil unbezahlter Arbeiten steigt ständig. Angefangen von der "Praxisgebühr", die für die Kassen durch die Praxen kassiert werden, ohne dass die für den Aufwand bezahlt werden, bis hin zu den vielen Vorschriften des MDK, die praktisch schon kaum noch durch diesen selbst kontrolliert werden können. Er kontrolliert dafür das Papier, das das medizinische Personal als Dokumentation für ihn ausgefüllt hat. Natürlich auch, ohne dafür entsprechend bezahlt worden zu sein.

    schnattergusche

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    Wieder mehr Geld in die Pflege?

    Ja, aber in die Pflege.. nicht in die Gesundheitsbürokratie, Pharmalobby,...


    Mehr Gehalt für Pflegende und mehr Planstellen.

    Zitat

    Das System läuft dem Abgrund entgegen. Ich hätte den Kollaps lieber heute als morgen.


    Ihm werden viele Menschen zum Opfer fallen.

    Unter anderem ich. Und ich möchte nicht noch kränker werden oder sterben.


    Dir gehts jetzt noch gut und du hoffst, dass sich das System wieder regeneriert hat, wenn du es mal ernsthaft brauchst? Da muss man mal einen oder anderen Kollateralschaden in Kauf nehmen?


    Kommt ziemlich zynisch rüber! >:(