Zitat

    Vielleicht sollte man das noch viel deutlicher machen, mit großen und einfach verständlichen Aushängen in jedem Krankenzimmer etc.

    Das ist wirklich eine gute Idee


    Gleich oben sollte stehen.


    Sie sind hier bei uns einem hohen Risiko ausgesetzt sich mit Problemkeimen wie MRSA zu infizieren, wenn sie folgende Dinge tun:

    Haben die in dem bericht auch erwähnt, dass 20% Krankenhauskeime(welche überhaupt ich mein da gibts auch auf ner skala von 1 bis 10 ungefährliches und gefährliches) auch ein erworbener Schnupfen in nem KH nachweislich ist eine nosokomniale Infektion (also im KH erworben und kommt mit in die statistik... grins)


    ähmmm das fast alle wirklich schwer betroffenen menschen sowieso immunsuppressiv sind darum schwer zu therapieren aufgrund von alter, krankheit oder gesundheitszustand? ist nun nicht so das ein gesunder 30 jähriger ins Krankenhaus geht, kriegt MRSA und geht ohne Beine wieder raus... das sind sicher schlimmer Ärztefehler die dann das nicht erkennen und unbehandelt lassen und DANN und auch erst dann kommt es soweit.


    Ich bin auch dagegen Fehler zu vertuschen und ich finde Pat dürfen auch ihr Recht einfordern oder einklagen (tun sie eh viel zu wenig) aber auf der anderen Seite, warum muss ich in so nem Beruf unfehlbarer sein als der Pilot oder Busfahrer?

    schnattergusche

    Zitat

    Das Grundwissen der Patienten über Hygiene reicht doch aus, das Personal schlechtzureden.

    Nein, tut es nicht, die Kenntnis über Krankenhauskeime geht wirklich weit über Grundwissen hinaus. Hier gehts nicht um ein paar Alltagsbakterien, wer nicht speziell in diesem Bereich ausgebildet ist, hat in der Regel so gut wie kein Wissen darüber, außer vielleicht dass sie existieren.


    Es liegt ja auch nicht nur am Personal, sondern an den Abläufen an sich, deshalb werden ja jetzt auch Maßnahmen ergriffen, Hygieneverordnungen, mehr Hygienefachkräfte in den Krankenhäusern. Man könnte sich an den Niederlanden orientieren, dort ist ein Screening bei der Aufnahme von bestimmten Patienten Usus. Tatsache ist, dass bei uns etwas unternommen werden muss, und wie so oft, sind auch die Kleinigkeiten wichtig. Damit wären wir wieder bei der TE.

    Zitat

    aber auf der anderen Seite, warum muss ich in so nem Beruf unfehlbarer sein als der Pilot oder Busfahrer?

    Was ist denn das für eine Frage?


    Unfehlbar gibt es nicht.


    Aber wer Fehler nicht vermeidet, die vermieden werden könnten (was der Busfahrer oder der Pilot zu 99,99% schaffen), hat in einem Heilberuf für mein Dafürhalten nichts verloren.


    Das hier

    Zitat

    auch ein erworbener Schnupfen in nem KH nachweislich ist eine nosokomniale Infektion (also im KH erworben und kommt mit in die statistik... grins)

    glaube ich nicht. Ein Schnupfen, im Krankenhaus erworben, ist keiner der Krankenhauskeime, die in dem Bericht gemeint waren.

    Zitat

    Hier gehts nicht um ein paar Alltagsbakterien, wer nicht speziell in diesem Bereich ausgebildet ist, hat in der Regel so gut wie kein Wissen darüber, außer vielleicht dass sie existieren.

    Veto


    Es geht genau um ein paar Alltagsbakterien.


    Erstaunlich viele gesunde Menschen in DE haben MRSA-Keime im Nasenabstrich und – oder auf der Haut.


    Der Keim macht auch nix bis wenig, wenn man ihn nicht in offene Wunden und sonstige Schnellautobahnen in den Körper bringt, am besten noch bei Menschen, deren Immunsystem in den Knien ist.


    Die holländische Lösung ist nicht (mehr) auf DE übertragbar. Die allgemeines Durchseuchungsrate hier ist schon zu hoch.


    MRSA ist in Krankenhäusern gezüchtet worden, aber er ist schon lange nicht mehr auf diese begrenzt.

    Zitat

    Unsere Krankenhäuser gehören zu den gefährlichsten Orten in diesem Land...

    Da die Pflege in Deutschland keine eigene Lobby hat, kursieren immer noch solche oder diese Ammenmärchen wie "Schwestern trinken den ganzen Tag Kaffee und scheren sich nicht um die Patienten..." und was man sonst noch den Karbolmäuschen von jeher andichtet, die nur den Herren Doktoren schöne Augen machen, sich gern bei Kaffeekränzchen über die privaten Details der Patienen austauschen und ansonsten sowieso kein Privatleben besitzen, weil sie am liebsten Tag und Nacht in der Klinik sind um Menschenleben zu retten.... o:) Wenn man dann auch noch Fan von "Schwarzwaldklinik", "Schwester Stefanie" &Co. sein sollte, ist eh Hopfen und Malz verloren. :|N


    Liebe Med1-Patienten, willkommen im 21.Jahrhundert! Selbst im vom Ex-Gesundheitsminister Rösler so gepriesenem "Jahr der Pflege" hat sich nichts, aber auch gar nichts an den für Laien nicht vorstellbar katastrophalen Arbeitsbedingungen der Pflegenden zum Besseren geändert. Im Gegenteil. Wir leben im Zeitalter der gesundheitsvernichtenden Sparmaßnahmen, des Lohndumpings durch Tarifvernichtung mittels Ausgliederungen im ganz großen Stil! Das heißt Personalängpässe bis hin zum Kollaps, Hilfskräfte in allen Bereichen und damit Qualitätsverlust, der bis zu gefährlicher Pflege reicht – und was das schlimmste ist: die Geschäftsführungen wissen es und nehmen es in Kauf, um ihre Zahlen in den grünen Bereich zu bekommen! :(v %:|


    Kleiner Prinz, was du erlebt hast, ist noch gar nichts! Warte ab, bis du ins Pflegeheim kommst. Heute mag noch der Standart "satt und sauber" zwar lieblos, aber realisierbar erscheinen. Beim bestehenden Trend ist in wenigen Jahren der Personalschlüssel so dünn und die Qualifikation des Personals so mau, dass du froh sein kannst, wenn du jemanden erwischst, der noch deine Sprache spricht und dir vielleicht einmal am Tag irgendetwas essbares gibt, dich vielleicht – soweit möglich – aus deiner Sch*** holt. Die Toilette siehst du dann eh nicht mehr.... ]:D


    Ich kann einfach dieses pingelige Geschnattere nicht mehr hören! Pflegekräfte ersticken in einem Berg von Hygiene- und Dienstvorschriften, die als Auflagen von den MDK-Schreibtischhengsten täglich vermehrt und verändert werden. Die Einhaltung wird zwar gefordert, geprüft wird aber lediglich in der übertrieben aufwendigen schriftlichen Dokumentation. Da ist es nicht wichtig, was gemacht wurde, sondern ob es auch auf Papier festgehalten wurde... %:| Und weil die Schwestern schon zu 50% reine Bürokratiearbeiten erledigen müssen, bleibt immer weniger Zeit für die eigentliche Arbeit am Patienetn. Ganz zu schweigen von der Überbelastung, denn 300-500 Überstunden auf dem Arbeitszeitkonto gelten als normal, dazu Schicht- und Bereitschaftsdienste. Dass da so mancher Handgriff nicht mehr ganz realisiert wird, ist doch völlig menschlich. Und anstatt die Schwester höflich auf ein mögliches Versäumnis hinzuweisen, wird natürlich viel lieber Gift und Galle hinter ihrem Rücken gespiehen, gelästert und geklagt... und dafür steckt man dann gern die MRSA-lastigen Köpfe zusammen.... ehrlich: ich habe für dieses Gejammere absolut kein Verständnis. Jeder der auch nur kurze Zeit wirklich in der Pflege gearbeitet hat, weiss genau, was Pflegefachkräfte heute leisten müssen. Das ist echt übermenschlich und deshalb ist diese Spezies auch vom Aussterben bedroht. Das wird man bald sehr deutlich als Patient spüren müssen. :)z

    @ Hanna-Maria

    ??? Ich bin auch eine med1-Patientin und schreibe mir hier seit Seiten die Finger fusselig, um zu vermitteln, dass die Schwestern und Pflelger einen guten Job machen – oft unter schwierigen Umständen. Gerade weil ich ogt im Krankenhaus war, weiß ich das.


    Pack doch die ganz pauschale Keule mal wieder ein. ;-)


    Es kann doch nur darum gehen, dass wir alle an einem Strang ziehen, um wieder mehr Geld in die Pflege zu bekommen – sonst gibt es ein ganz böses Erwachen...

    Habe jetzt glücklicherweise keine so schlechte Erfahrung mit Pflegeheimen, eher zu meiner Überraschung bessere als erwartet. Teurer geworden ist es allerdings erst jetzt wieder, die Finanzierung ist echt ein Riesenproblem.

    Jo Hanna – Maria!!!


    :)= :)^


    Das Veto von Tatua unterschreibe ich auch!! Der Zug ist abgefahren.

    @ Der kleine Prinz:

    Genau so was wie ein Schnupfen oder ne Bronchitis kommt aber ungeschönt mit in die statistik rein und so kommen 20% zustande, du glaubst doch nicht das jeder 5. Patient mit nem eitrigen Bein entlassen wird?


    Und mein Beispiel von Pilot und Busfahrer bezog sich natürlich auf mein eigenes Statement 2 seiten vorher: Ich arbeite nach bestem wissen und gewissen MEHR kann ich nicht tun. Und ich behaupte das tun fast alle!

    Zitat

    Auf jeden Fall ist extrem auffällig, auch hier wieder sofort, dass, sobald ein Mangel im Gesundheitsbetrieb Krankenhaus oder Arztpraxis angesprochen wird, sich alle, die im Krankenhaus oder beim Arzt arbeiten, geradezu zusammen schließen und gegen die, die Grund zur Beschwerde haben, schießen

    Ich fand zB nicht, dass ich "geschossen" habe. Ich wollte nur nicht, dass verallgemeinert wird. Es gibt sicherlich unhygienisches Personal, bzw. welche, die nicht korrekt nach Hygieneplan arbeiten, aber ich wehre mich dagegen, dass Du alle in einen Topf wirfst.


    Aber so bilden sich eben offenbar mal wieder 2 Fronten. Unnötig eigentlich, denn wir wollen doch alle das gleiche, nehme ich an.

    Hanna Maria *:) ,


    endlich mal jemand, der Klartext redet und nicht in diesen "ABER WIR ARBEITEN DOCH GUT – NUN STELLT EUCH MAL NICHT SO AN" – Wahn verfällt.


    1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute noch jemanden gibt, der euch als käffchentrinkende Chefarztgespielinnen sieht. Jeder heute weiß, dass ihr den härtesten Job ever macht.


    2. Die Gelegenheit, mich in ein Pflegeheim zu bugsieren, liegt sehr nahe NULL. Trotzdem bin ich sicher, dass du mit deiner Zukunftssicht richtig liegst.


    3. Weil das meines Wissens alles genau so ist und kommen wird, wie du beschrieben hast, wird es Zeit, etwas dagegen zu unternehmen, findest du nicht? Warum sollte man sich (wir uns) das bieten lassen?

    @ tatua

    An dem Strang wird beständig gezogen, aber in verschiedene Richtungen. Zudem sind Pflegekräfte gewerkschaftlich einfach sehr schlecht organisiert. Der (nicht unerheblich große) Teil in kirchlichen Trägerschaften darf sich nicht einmal offiziell organisieren. Bin selbst im Bertriebsrat, glaub mir, wir versuchen zu ziehen, aber nicht mal die eigenen Kollegen haben noch genügend Motivation. :|N Nenn mich pessimistisch, aber das Erwachen wird kommen... besser morgen als übermorgen. :-(

    Man kann diese Lage nicht verallgemeinern. Ich habe die Situation in zwei KHs erlebt und der Unterschied war wie Tag und Nacht. Im einen KH haben die Schwestern schlecht gelaunt nur das Nötigste getan. Die einzig Motivierten waren paar Zivis die dort rumliefen. Im anderen KH war die Betreuung einmalig. Selbst an Tagen wo es Engpässe gab, funktionierte alles reibungslos.

    @ Hanna Maria

    Jeder hat Einfluß und sei es an der Wahlurne oder bei der nächsten Demo.


    Es schlechte Bedingungen in der Pflege gehen vor allen die Patienten und zukünftigen Patienten an.

    @ Kleiner Prinz

    Zitat

    Die Gelegenheit, mich in ein Pflegeheim zu bugsieren, liegt sehr nahe NULL.

    Hätte ich vor drei Jahren auch gesagt. Jetzt einige fiese MS-Schübe später sehe ich das anders. Bin schon mal sehr knapp am Pflegeheim vorbeigeschrappt und komme nun mit ambulanter Pflege eingermassen über die Runden.


    Das Blatt kann sich verdammt schnell wenden, im LEben

    Mich würde wirklich interessieren, wie das in den Niederlanden funktioniert.


    Nun arbeite ich auf zwei Stationen, wo die Patienten eher nicht vorher angekündigt werden, wie ist das da zu handhaben mit dem MRSA-Screening?


    "Achne, sie mit ihrer Lungenentzündung und dem hohen Fieber, bleiben sie noch einen Tag daheim, bis der Abstrich zurück ist" ??? Ich frag mich immer, wie das praktisch funktionieren kann.


    Ansonsten möchte ich mich dem DKP gern anschließen. Es ist unter aller Sau was in den Krankenhäusern mit uns allen, ob Patient oder Personal passiert. Ich rede mir den Mund fusselig, wenn Angehörige meinen mir mit einer Beschwerde "drohen" zu können. Ja bitte, beschwert euch, aber nicht beim einfachen Personal, sondern höher bitte.


    Ich möchte schon gern wissen, wie das in anderen europäischen Ländern ist, ich weiß, in der Schweiz gibt es deutlich mehr Personal für ein deutlich besseres Gehalt.

    @ DKP

    Reinemachfrauen sind häufig gar nict direkt beim Krankenhaus angestellt sondern bei Reinigungsfirmen und dann gibt es pro Zimmer minimal Minuten.... unmöglich, da richtig saubner zu machen, traurig aber wahr.


    Wenn du Zeit hast, dann lies mal bitte hier, da wird unsere Misere sehr, sehr deutlich


    http://www.dip.de/fileadmin/da…lege-Thermometer_2009.pdf