• Beihilfe bei Beamten abschaffen?

    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass der Staat 60 Milliarden Euro sparen kann, wenn die Beihilfe abgeschafft würde. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/sozialsysteme-sozialversicherungspflicht-bertelsmann-stiftung-beamten-behilife Ich weiß nicht ob der dann fällige Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung mit in die Rechnung…
  • 165 Antworten
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    Und wie macht er das bei Steuerklasse I? Ihr seid ja nicht verheiratet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Dein Gehaltsrechner sagt, dass man da gerade mal rund 3000 netto verdient, vor Bezahlung des PKV-Beitrags. Sollte er kirchensteuerpflichtig sein, sind es sogar unter 3000.- Euro.

    Darüber habe ich auch gestutzt, das kann nicht hinkommen.

    Wie ist das eigentlich heutzutage mit der Beihilfeberechtigung und der Krankenversicherung, wenn man in Elternzeit und nicht verheiratet ist?

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    Und wie macht er das bei Steuerklasse I? Ihr seid ja nicht verheiratet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Dein Gehaltsrechner sagt, dass man da gerade mal rund 3000 netto verdient, vor Bezahlung des PKV-Beitrags. Sollte er kirchensteuerpflichtig sein, sind es sogar unter 3000.- Euro.

    Hast Recht, das sagt der von mir verlinkte Gehaltsrechner für den ÖD.


    Hab allerdings gerade zur Sicherheit mal schnell seine letzte Gehaltsmitteilung (aktueller Monat) rausgekramt, und da sind es eben 3400€ netto.


    Kirchensteuer zahlt er keine.


    Warum der Gehaltsrechner weniger ausspuckt - keinen Schimmer! :-)

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    Wie ist das eigentlich heutzutage mit der Beihilfeberechtigung und der Krankenversicherung, wenn man in Elternzeit und nicht verheiratet ist?

    Wie meinst Du das?


    Eine unverheiratete Partnerin eines Beamten ist m.E. sowieso nicht beihilfeberchtigt - egal ob in Elternzeit oder nicht?


    Wir sind beide verbeamtet, und bleiben beide auch in der Elternzeit beihilfeberechrigt mit 50%.


    Ein leibliches oder gleichgestelltes Kind ist mit 80% beihifeberechtigt.

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    wie man echte Großverdiener in die soziale Pflicht nimmt und nicht durch den Ausstieg aus dem gesetzlichen Gesundheitssystem gleichzeitig von einer äquivalenten Umlagepflicht befreit.

    Das wäre mit einer Abschaffung der PKV ja dann erledigt. Alle in einen Topf, kein rausgeziehe von irgendwem. Dann noch die Deckelung weh und Ruhe ist.


    Diese Idee der Bertelsmannstiftung halte ich für totalen Rotz, um es mal auf den Punkt zu bringen. So wie die sich das vorstellen läuft es nur darauf hinaus die nächste Gruppe der Bevökerung in die Haft zu nehmen um sich nicht an die wenden zu müssen, die wirklich was zu geben hätten. Daher bin ich für die radikale Kur.

    Steuerklasse eins.


    Wegen dem Bruttogehalt meinte mein Partner auf Nachfrage eben, sind es ~ 1000€ Unterschied zum Nettogehalt.


    Ich mag jetzt allerdings nicht noch mal in den 2. Stock rennen zum Gucken, da ich hochschwanger auf der Couch liege. :-)

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    Wegen dem Bruttogehalt meinte mein Partner auf Nachfrage eben, sind es ~ 1000€ Unterschied zum Nettogehalt.

    Wegen mir musst du nicht in den zweiten Stock laufen, hättest du auch vorhin schon nicht gemusst.


    Kann man ja alles bequem googeln, und dass bei Stkl. I brutto nicht gleich netto sein kann, weiß ich als Finanzbeamtin auch so ;-) .

    Zitat

    Mein Partner kommt zum Beispiel mit A13 derzeit auf 3400€ netto.


    [...]


    Ich denke damit ist man schon ein Besserverdiener.

    Ein Beamter mit A13 ist aber im höheren Dienst? Das heißt, dass vorher ein Studium notwendig war oder nicht?


    Wenn ich vergleiche was zum Beispiel ein Freund von mir verdient (FH-Studium und nun Ingenieur bei Daimler), da liegt der aber garantiert über dem A13-Gehalt. Ein Beamter, der ein Studium absolvieren musste, ist kein Geringverdiener ist, das sollte jedem klar sein und ist ja auch gerechtfertigt. Aber das gilt für die freie Wirtschaft nach abgeschlossenem Studium ebenfalls.


    Das ist aber das Problem... die Allgemeinheit sieht immer nur "die Beamten" als homogene Masse. Dass Beamte vom einfachen Dienst (wenn es den noch gibt) über den mittleren Dienst, den gehobenen Dienst und den höheren Dienst reichen, wird dabei vergessen. Beamte im einfachen und mittleren Dienst können A13 nie erreichen und (zumindest bei uns) im gehobenen Dienst nur auf ganz bestimmten Stellen. Das heißt, wenn man von "den Beamten" redet, sollte man A13 bitte nicht als Durchschnittsreferenz annehmen.

    Und btw. muss man noch zwischen kommunalen Wahlbeamten und den sonstigen Beamten unterscheiden. Wenn man mal wieder was von utopischen Pensionsansprüchen hört, nach nur ein paar Jahren Arbeit (z.B. als Bürgermeister oder Baubürgermeister). Das ist bei den sonstigen Beamten nicht so. ^^

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    wie man echte Großverdiener in die soziale Pflicht nimmt und nicht durch den Ausstieg aus dem gesetzlichen Gesundheitssystem gleichzeitig von einer äquivalenten Umlagepflicht befreit.

    Das wäre mit einer Abschaffung der PKV ja dann erledigt. Alle in einen Topf, kein rausgeziehe von irgendwem. Dann noch die Deckelung weh und Ruhe ist.

    Herrjeh, warum denn alle in einen Topf? Würde es nicht reichen, Vielverdiener nur mehr an den sozialen Kosten zu beteiligen, als sie ins gleiche Leistungssystem zu zwingen? Diesmal auch mit Blümchen @:) .

    Zitat

    Daher bin ich für die radikale Kur.

    Schon allein die Wortwahl klingt so nach einem emotionalen Gerechtigkeitsempfinden, aber nicht nach pragmatischen Zielen. Dir geht es sicher auch darum, Leistungen einzuschränken (eine Neiddebatte sollte es nicht werden, sondern eine Sozialdebatte). Aber es wird immer eine Mehrklassenmedizin geben. Wenn du die Leute in ein Einheitssystem zwingst, wird es Zusatztarife geben, die sich auch wieder nur die Gutverdiener leisten können. Und die richtigen Großverdiener legen beim Arzt einfach die Scheine auf den Tisch, wenn sie bei der Wurzelfüllung eben Endomikroskopie und drei Spülungen wünschen oder bei der Brille das Superdupertitanflexgestell mit entspiegeltem und bruchfestem Highend-Glas. Diese Top-Leistungen, egal ob sinnvoll oder nicht, werden nicht verschwinden. Das sind Nachfrageleistungen. Die GKV wird niemals Implantate bezahlen, wenn ein halber Zahn abgebrochen ist. Wer sich aber ein Implantat leisten kann und keinen Bock auf die Flickerei hat, wird sich das dann setzen lassen. Und immer werden sich Menschen fragen, warum ein anderer mehr Leistung bekommt als man selbst.


    Von dieser Denke muss man mal runterkommen. Wichtig ist, dass die Grundversorgung für jedermann gewährleistet und bezahlbar ist. Daran soll sich jeder beteiligen, der Kohle hat. Dann ist allem Genüge getan.

    Ich bin beihilfeberechtigt und PKV-Mitglied, was Vor- und Nachteile hat. Ein Vergleich wäre Äpfel mit Birnen verglichen. Ein paar Anmerkungen:


    Ich habe im vergangenen Jahr einen Unfall erlitten und musste deshalb ins Krankenhaus. Zwar konnte der PKV-Anteil direkt mit der Kasse abgerechnet werden, den Beihilfeanteil musste ich aber vorstrecken; das waren mehrere tausend Euro. Bearbeitungsdauer Beihilfe: knapp 4 Wochen. Übrigens gibt es auch für die PKV Fallpauschalen; auch privat Versicherte werden zügig aus dem Krankenhaus nach Hause geschickt.


    Ein Vergleich mit den Zuzahlungen bei der GKV: Im Beihilferecht gibt es auch Eigenanteile (nach Gehalt gestaffelte "Kostendämpfungspauschale"), d.h., dass Aufwendungen bis zu diesem Betrag überhaupt nicht erstattet werden. Im Durchschnitt - je nach Höhe der Kosten - dürfte sich dies in etwa ausgleichen.


    Neu eingestellte Beamte erhalten übrigens seit einigen Jahren nur noch 50% Beihilfe für sich und den Ehegatten, auch im Ruhestand. Somit müssen sie sich dauerhaft mit 50% versichern. Nur noch für Kinder gibt es eine höhere Beihilfe. Damit wird dem Anstieg der Kosten für Ruhestandsbeamte ein Stück weit entgegengewirkt.


    Auch wenn es schon gesagt wurde, wiederhole ich hier: Mindestens bei niedergelassenen Ärzten, vermutlich aber auch bei Krankenhäusern, erfolgt mit Privatpatienten eine Quersubventionierung der Kassenpatienten.

    Ich werfe mal in den Raum, dass Beamter nicht gleich Beamter ist.


    *hust*


    Meine Schwester war Beamtin auf Probe im mittleren Dienst angestellt und ausgebildet beim auswärtigen Amt. Ich hatte schon das Gefühl, dass sie damit etwas "elitärer" Beamter war. Was die an Zuschüssen für Wohnung und Leben im Ausland bekam....


    Ich find es halt fatal von "DEM BEAMTEN" zu sprechen...