• Beihilfe bei Beamten abschaffen?

    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass der Staat 60 Milliarden Euro sparen kann, wenn die Beihilfe abgeschafft würde. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/sozialsysteme-sozialversicherungspflicht-bertelsmann-stiftung-beamten-behilife Ich weiß nicht ob der dann fällige Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung mit in die Rechnung…
  • 165 Antworten
    Zitat

    Wie funktioniert das? Ich bin freiwillig gesetzlich versichert und bin fast am Höchstsatz, der bei 650 und ein paar Zerquetschten liegt.

    Ohne PV 696€. 1,4% Zusatzbeitrag.

    Zitat

    In der GKV werden natürlich nieeeee Leistungen gekürzt oder Eigenbeteiligungen hochgesetzt, was? ]:D


    Also ich habe schon in den 90ern in der GKV zu jeder Zahnbehandlung zuzahlen müssen. Und zum Glück bin ich bis heute kein Brillenträger.

    Das hab ich nicht behauptet. Ich wollte lediglich zustimmen, dass die PVK in manchen Fällen nicht unbedingt sehr preiswert ist. Und eine Reduzierung der Beihilfe um 20% ist ein ganz schöner Batzen.

    @ Comran

    Zitat

    Habt ihr mal euer Bruttogehalt genommen und ausgerechnet, was ihr pro Nase in der GKV bei diesem Einkommen zahlen würdet?

    Nein, warum?

    LilaLina

    Zitat

    Sehr wahrscheinlich ist das aber weniger, als ihr in der GKV zahlen würdet - stimmt's?


    Für Einkommen über ~57.000 EUR/Jahr fällt ja der Höchstsatz (~360,- EUR) an.

    Das weiß ich nicht. :-)


    Haben da nichts verglichen oder ausgerechnet. Wir würden allerdings auch gar nicht gesetzlich versichert sein wollen.

    Bevor ich mir eine neue Versicherung ausdenke oder Veränderungen herbeiführen möchte, überlege ich mir die Ziele der Krankenversicherung und dann schaue ich, ob es da nicht in anderen europäischen Ländern genügende Anregungen gibt, die man in seine eigene Betrachtung mit einbinden sollte.


    Da kann man einfach mal zu den unmittelbaren Nachbarn wie z.B. Niederlande oder Dänemark schauen.


    Oft wird bei zahlreichen Betrachtungen aus dem Blickfeld verloren, dass erhebliche Teile des Krankengeldes für die Bürokratie, d.h. die Verwaltung der Finanzierung draufgeht- da erfolgt noch kein einziger Handschlag für den Patienten. Zudem hielte ich es für wichtig, dass Menschen, die weniger krank werden, dafür auch eine Prämie bekommen (private Krankenkassen zahlen Prämien, wenn man keine Krankenkassenleistung in Anspruch nimmt).

    Zitat

    (private Krankenkassen zahlen Prämien, wenn man keine Krankenkassenleistung in Anspruch nimmt).

    Als Chronisch kranker hast du dann ja aber immer die A-Karte bei diesem System oder?

    Ja, in Dänemark sind die ärztlichen Leistungen steuerfinanziert, in den Niederlanden gänzlich privatkrankenkassenfinanziert (mit staatlichen Auflagen).

    Zitat

    Als Chronisch kranker hast du dann ja aber immer die A-Karte bei diesem System oder?

    Nein, dafür kann man Ausnahmeregelungen schaffen.

    @ Schlabbermaul

    Zitat

    Wer Hoheitsaufgaben wahrnehmen muss, wird dann einfach entsprechend verpflichtet. Und die Unkündbarkeit galt schon immer nach 15 Jahren Dienstzeit auch für Nicht-Beamte.

    Das Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst funktioniert genauso gut und streng genommen erledigt man Hoheitsaufgaben dann eben "im Auftrag". Im Übrigen gilt der besondere Kündigungsschutz, den du ansprichst, nach meinem letzten Kenntnisstand nur in den alten Bundesländern.


    Meines Erachtens sollte/muss man das jetzige System für diejenigen, die bereits drin sind, unbedingt beibehalten (da diese mit den Konditionen bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung gerechnet haben), außerhalb von Gefahrenberufen wie Feuerwehr, Polizei usw. hat das Alimentationsprinzip aber mehr oder minder ausgedient.


    Ich muss trotz Befähigung für den gehobenen Dienst auch mit den paar Kröten auskommen (und es ist ausreichend!), weshalb ich keine Notwendigkeit sehe, diese teuren öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisse zu unterhalten. Es ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden öffentlichen Angestellten, der die gleiche Arbeit in gleicher Qualität erledigt, wie in dem verlinkten Beitrag von einem (qualitativen) Nachwuchsproblem zu reden.

    Zitat
    Zitat

    Habt ihr mal euer Bruttogehalt genommen und ausgerechnet, was ihr pro Nase in der GKV bei diesem Einkommen zahlen würdet?

    Nein, warum?

    Weil "nicht günstig" (deine Worte) immer relativ ist. Ich meine, eine Krankenversicherung bekommt man nur geschenkt, wenn man fast nichts verdient. Wenn man aber ein durchschnittliches bis gehobenes Einkommen hat, finde ich es schwierig zu beurteilen, wann eine Krankenversicherung "nicht günstig" ist. Wenn jetzt herauskäme, dass ihr als Beamte in der PKV deutlich weniger zahlt als in der GKV bei vergleichbarem Einkommen, dann wäre die Versicherung dennoch günstig.


    Oder was würdest du für einen Betrag ansetzen, der das Prädigkat "günstig" bekommen dürfte?

    Zitat
    Zitat

    (private Krankenkassen zahlen Prämien, wenn man keine Krankenkassenleistung in Anspruch nimmt).

    Als Chronisch kranker hast du dann ja aber immer die A-Karte bei diesem System oder?

    Als chronisch Kranker bekommst du eben keine Prämie, aber unverminderte Leistung und auch keine indidivuelle Beitragserhöhung, nur weil du krank bist. Das ist ja keine "A-Karte".


    Ich bekomme z.B. auch 4 Monatsbeiträge zurück, wenn ich keine Leistungen im Jahr in Anspruch nehme. Das ist ja ein Bonus - das Nicht-Zurück-Bekommen keine Strafe, sondern der Regelfall.


    Aber damit wird ein Anreiz geschaffen. Der Kunde überlegt sich, ob er Rechnungen von 1500 Euro erstatten lässt oder selbst zahlt und stattdessen die Rückerstattung in Anspruch nimmt. Die Krankenkasse freut sich über gesparten Personalaufwand und weniger eingereichte Rechnungen (Prüfung, Auszahlung, der formelle Rattenschwanz dahinter).

    @ Sheilagh:

    Zitat
    Zitat

    Habt ihr mal euer Bruttogehalt genommen und ausgerechnet, was ihr pro Nase in der GKV bei diesem Einkommen zahlen würdet?

    Nein, warum?

    Du hast darauf hingewiesen, dass die Private KV nicht günstig sei.


    Daher der Einwand, dass sie für euch derzeit vermutlich günstiger ist, als die GKV ;-)


    Ich nehme (nach deinen Schilderungen hier im Forum) mal an, dass ihr über der Beitragsbemesseungsgrenze liegt. Und da wäre der GKV-Beitrag höher als deine erwähnten 300,- EUR.

    Zitat

    Weil "nicht günstig" (deine Worte) immer relativ ist. Ich meine, eine Krankenversicherung bekommt man nur geschenkt, wenn man fast nichts verdient. Wenn man aber ein durchschnittliches bis gehobenes Einkommen hat, finde ich es schwierig zu beurteilen, wann eine Krankenversicherung "nicht günstig" ist.

    Da hast Du natürlich recht.


    Ich habe das so geschrieben, da aus manchen Beiträgen herausklang, dass man als Beamter die PKV quasi "nachgeschmissen" bekommt, und ganz so ist das dann eben doch nicht.

    Ich hatte es im Eingangsbeitrag schon angedeutet: Beamte braucht man nicht.


    Man hat die Angestellten und Arbeiter abgeschafft und hat sie zu "Beschäftigten" gemacht. Dann kann man auch alle Beamten ebenfalls zu Beschäftigten machen. Mit Hoheitsaufgaben hat das nichts zu tun. Staatsdiener kann man dennoch entsprechend "verpflichten", und die Unkündbarkeit sowie das Dienstrecht kann man ja auch auf Beschäftigte anwenden.


    Die Diskussion, ob etwa Lehrer Beamte sein müssen, wäre dann überflüssig.


    Eine Umstellung ginge natürlich nur für neu eingestellte Staatsdiener.