• Beihilfe bei Beamten abschaffen?

    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass der Staat 60 Milliarden Euro sparen kann, wenn die Beihilfe abgeschafft würde. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/sozialsysteme-sozialversicherungspflicht-bertelsmann-stiftung-beamten-behilife Ich weiß nicht ob der dann fällige Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung mit in die Rechnung…
  • 165 Antworten

    Da stimme ich Dir völlig zu, denn die private Krankenversicherung hat auch ihre Nachteile - aber natürlich nicht für jene, die sich Rosinen wie TCM, Akkupunktur, Heilpraktiker/Homöopathen und Wellness herauspicken.

    Comran

    Zitat

    Zur GKV wird man aber gezwungen und sie wird subventioniert. Wenn eine private Versicherung nichts taugt, geht halt keiner hin.

    Das Argument ist ziemlicher Quatsch, denn wir haben in D eine Krankenversicherungspflicht. Würde die GKV zugunsten der PKV abgeschafft, wie du hier gefordert hast, dann wäre man ebenso in die PKV gezwungen wie jetzt in die GKV. Darüber hinaus wäre dann in der PKV die Beitrags- und Leistungsstruktur eine völlig andere und die PKV müsste dann genauso subventioniert werden. Oder eben die Beiträge immens anheben.

    Zitat

    Ich hätte gerne eine Krankenkasse in der alle versichert sein müssen und dann bitte danke ohne diese lächerliche Decklung der Beiträge nach oben, die am Ende nur die Geringverdiener mehr belastet.

    warum ist die Deckelung lächerlich? es ist überhaupt nicht klar, ob und warum die KK %ual ist. andere Versicherungen sind es ja auch nicht, der solidarpflicht ist bereits mit den steuern genügt. eine gkv für alle, aber weiterhin mit Deckelung, wäre wohl eine für alle tragbare Option.

    Wenn es nur noch eine GKV gäbe, man aber gleichzeitig die Deckelung behält, dann explodieren die Beiträge. Und da es ja eine Deckelung gäbe, zahlen die "Armen" dann nochmal mehr. Sehr sehr sinnvoll. :)^

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    Ich bitte die Teilnehmer wieder zurück zum Thema.

    Sind wir das nicht? Da der Vorschlag, die Beamten in die GKV zu stecken, ja mit einer Systemfrage verbunden ist, sollte man über die Systemfrage auch schreiben können.

    Zitat

    Comran, Medikamente muss man sehr wohl in der Apotheke direkt bezahlen und auf die Erstattung durch die PKV warten

    Als chronisch Kranker mit Medikamentenbedarf bekommst du in der Apotheke auf Wunsch ein Kundenkonto und beziehst die Medikamente genauso auf Rechnung, die du bei der PKV einreichst.


    Über das Tempo der Beihilfe kann ich nichts sagen, da habe ich nur Erfahrung durch meine SchwiMu. Da ist die Erstattung aber superschnell.

    Zitat

    Das Argument ist ziemlicher Quatsch, denn wir haben in D eine Krankenversicherungspflicht. Würde die GKV zugunsten der PKV abgeschafft, wie du hier gefordert hast, dann wäre man ebenso in die PKV gezwungen wie jetzt in die GKV. Darüber hinaus wäre dann in der PKV die Beitrags- und Leistungsstruktur eine völlig andere und die PKV müsste dann genauso subventioniert werden. Oder eben die Beiträge immens anheben.

    Wir haben auch eine Haftpflicht in Deutschland und kein Mensch hat bisher nach staatlichen Haftpflichtversicherungen geschrien. Spätestens wenn du ein Auto anmeldest, wirst du auch in die private Haftpflichtversicherung gezwungen. Komischerweise leben die Leute da mit der Wahlfreiheit ganz entspannt.


    Was die Subvention angeht: klar, Gesundheit ist ein Grundrecht. Wer sich die Gesundheitsversorgung nicht leisten kann, der muss subventioniert werden. Das nennt man Sozialleistung. Subventionieren tun wir doch sowieso, aber in einem sehr ungerechten System (Gutverdiener beteiligen sich nicht daran, Kapitaleinkünfte beteiligen sich nicht daran).


    Und ich habe mich dafür ausgesprochen, dass man diese über Steuern regelt. Nicht, dass man gering- und normalverdienende Beamte in die GKV zwingt, um da vielleicht ein paar Milliönchen mehr Beitragseinnahmen zu haben. Dass dies zu kurz gesprungen ist und eine Milchmädchenrechnung haben die meisten öffentlichen Kommentare zu dieser Studie zu Recht erkannt. Wenn du es aber über Steuern machst, dann werden die Arbeitnehmer entlastet, denn es beteiligen sich an dieser Subventionierung viel mehr Menschen als vorher.

    Zitat

    Wir haben auch eine Haftpflicht in Deutschland und kein Mensch hat bisher nach staatlichen Haftpflichtversicherungen geschrien. Spätestens wenn du ein Auto anmeldest, wirst du auch in die private Haftpflichtversicherung gezwungen. Komischerweise leben die Leute da mit der Wahlfreiheit ganz entspannt.

    Na das ist aber nicht ganz vergleichbar, denn sie haben schließlich die Wahl, ob sie sich ein Auto anschaffen oder nicht.

    Zitat

    Über das Tempo der Beihilfe kann ich nichts sagen, da habe ich nur Erfahrung durch meine SchwiMu. Da ist die Erstattung aber superschnell.

    Das hängt sehr davon ab worum es geht und wann im Quartal man sich so befindet. Wir hatten Patienten, die haben schonmal ihre sechs Monate auf Erstattung gewartet und das könnte ich schlicht nicht.


    dummschmarrer

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    warum ist die Deckelung lächerlich? es ist überhaupt nicht klar, ob und warum die KK %ual ist. andere Versicherungen sind es ja auch nicht, der solidarpflicht ist bereits mit den steuern genügt.

    Wenn wir eine Steuerfinanzierte Versicherung hätten, sicher. Haben wir aber nicht. Und so sind die geringer Verdienenden halt doppelt solidarisch. Sie zahlen Steuern und zahlen, prozentual betrachtet, deutlich mehr in die GKV ein. Was dann doch ziemlich unfair anmutet, wenn du mich fragst. Wieso genau sollte es mir zu zumuten sein 8 % zu zahlen, meinem Prof aber sind knapp 3% zu zumuten?

    Comran

    Zitat

    Wir haben auch eine Haftpflicht in Deutschland und kein Mensch hat bisher nach staatlichen Haftpflichtversicherungen geschrien. Spätestens wenn du ein Auto anmeldest, wirst du auch in die private Haftpflichtversicherung gezwungen. Komischerweise leben die Leute da mit der Wahlfreiheit ganz entspannt.

    Richtig. Es ging aber um etwas anderes: Auf Seite 1 hast du hier diese Bemerkung von dir gegeben:

    Zitat

    Zur GKV wird man aber gezwungen und sie wird subventioniert. Wenn eine private Versicherung nichts taugt, geht halt keiner hin.

    So wie ich das verstehe vergleichst du da GKV mit PKV – in die GKV wird man gezwungen und in die PKV nicht. Das trifft zwar zu, aber nicht mehr dann, wenn man die GKV zugunsten der PKV aufgäbe. Dann würde man nämlich aufgrund der Krankenversicherungspflicht auch in die PKV gezwungen werden. Natürlich kann man sich dann immer noch aussuchen, in welche man geht, aber das kann man bei der GKV auch. Bereits jetzt. Deshalb bezeichnete ich dein Argument als Quatsch, weil der vermeintliche Vorteil der PKV, den du aufzeigst, eben keiner mehr ist, wenn die GKV weg ist und es nur noch die PKV gibt.

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    Natürlich kann man sich dann immer noch aussuchen, in welche man geht, aber das kann man bei der GKV auch. Bereits jetzt.

    Und mittlerweile geht da ja auch bei den PKVs viel, mit dem neuen, aber ziemlich beschissenen Basistarifen. Die Leistungen da sind so unterirdisch, ich will mir gar nicht vorstellen worauf ich mit meiner Vorgeschichte angewiesen wäre, damit ich einigermaßen vernünftig versichert wäre, in einer PKV. %:|

    Zitat

    Das trifft zwar zu, aber nicht mehr dann, wenn man die GKV zugunsten der PKV aufgäbe. Dann würde man nämlich aufgrund der Krankenversicherungspflicht auch in die PKV gezwungen werden.

    Richtig.

    Zitat

    Natürlich kann man sich dann immer noch aussuchen, in welche man geht, aber das kann man bei der GKV auch.

    Falsch - der Leistungskatalog sämtlicher GKV ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Das ist in meinen Augen keine Wahlfreiheit. Einkommen sind unterschiedlich, Absicherungsinteressen sind unterschiedlich. Willst du Gesundheit mit Vollkasko oder Teilkasko? Sind dir Brillenleistungen wichtiger als 2-Bett-Zimmer im KKH? Möchtest du Bundes-, Europa- oder weltweiten Schutz? Möchtest du Beiträge durch Selbstbeteiligung senken oder nicht? Wie stark möchtest du deine Beiträge im Alter senken können?


    Mir will nicht in die Birne, warum man sich 120 gesetzliche Kassen unterhält, die an einem komplizierten Umlagetopf namens "Gesundheitsfonds" hängen, und sich bis auf den Namen kaum unterscheiden. Gesund ist das sicher nicht.

    Zitat

    Deshalb bezeichnete ich dein Argument als Quatsch

    Ich finde den Ausdruck einfach unhöflich und die Argumentation falsch.

    Zitat

    ich will mir gar nicht vorstellen worauf ich mit meiner Vorgeschichte angewiesen wäre, damit ich einigermaßen vernünftig versichert wäre, in einer PKV.

    Nach meinem Ideal-Modell würdest du zwar aufgrund bestehender Vorerkrankungen vermutlich nur im Basistarif aufgenommen werden, was dich aber von der Leistung nicht schlechter stellt als die heutige GKV. Dann wird dein Freibetrag für Krankenversicherungsschutz aufgrund geringen Einkommens so hoch ausfallen, dass der Großteil aus steuerlichen Mitteln finanziert wird. Letzteres ist natürlich meine Annahme einer steuerlichen Finanzierung, für die ich nochmal paar Kastanien ins Feuer lege. Eine Abschaffung der GKV geht natürlich nur unter der Annahme, dass die Beiträge von Geringverdienern weiterhin subventioniert werden.


    Fändest du das jetzt so schlecht, ein Gesundheitssystem a la Comran ??großkotz?? :-D ?


    Wenn ja, würde mich echt interessieren, wer dadurch Nachteile haben könnte. :)z