• Beihilfe bei Beamten abschaffen?

    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass der Staat 60 Milliarden Euro sparen kann, wenn die Beihilfe abgeschafft würde. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/sozialsysteme-sozialversicherungspflicht-bertelsmann-stiftung-beamten-behilife Ich weiß nicht ob der dann fällige Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung mit in die Rechnung…
  • 165 Antworten

    Wie gesagt, es gab schon Phasen in denen ich die fünf Euro Rezeptgebühr kaum zahlen konnte, ich lehne jede Vorauszahlung ab und die wäre ja weiter fällig oder seh ich das falsch?


    Und dann lehen ich ganz grundlegend den Wettbewerb im medizinischen Sektor ab. Meiner Meinung nach sollte die medizinische Versorgung keinen Gewinn abwerfen müssen und das gilt auch für die Versicherung. Ich sehe da keinerlei Vorteile, gegenüber einem Einheitssystem.

    Hallo,


    seit einigen Jahren haben die Krankenkassen deutlich mehr Spielraum bei den Leistungen: z.B.


    - Hömöopathie


    - Osteopathie


    - Brillen


    - sportmedizinische Untersuchungen


    - alternative Arzneimittel


    - künstliche Befruchtung


    - Haushaltshilfe


    - häusliche Krankenpflege


    - Kuren in Kurorten


    - Auslandsreiseimpfungen


    - Zahnfüllungen


    - Hebammenhilfe


    Es lohnt sich, sich mit der Satzung der eigenen Krankenkasse (oder anderer Kassen) näher zu beschäftigen.


    Quelle:

    Zitat

    6) Die Krankenkasse kann in ihrer Satzung zusätzliche vom Gemeinsamen Bundesausschuss nicht ausgeschlossene Leistungen in der fachlich gebotenen Qualität im Bereich der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation (§§ 23, 40), der Leistungen von Hebammen bei Schwangerschaft und Mutterschaft (§ 24d), der künstlichen Befruchtung (§ 27a), der zahnärztlichen Behandlung ohne die Versorgung mit Zahnersatz (§ 28 Absatz 2), bei der Versorgung mit nicht verschreibungspflichtigen apothekenpflichtigen Arzneimitteln (§ 34 Absatz 1 Satz 1), mit Heilmitteln (§ 32) und Hilfsmitteln (§ 33), im Bereich der häuslichen Krankenpflege (§ 37) und der Haushaltshilfe (§ 38) sowie Leistungen von nicht zugelassenen Leistungserbringern vorsehen. Die Satzung muss insbesondere die Art, die Dauer und den Umfang der Leistung bestimmen; sie hat hinreichende Anforderungen an die Qualität der Leistungserbringung zu regeln. Die zusätzlichen Leistungen sind von den Krankenkassen in ihrer Rechnungslegung gesondert auszuweisen.

    https://dejure.org/gesetze/SGB_V/11.html


    Gruß


    RHW

    Zitat

    Wie gesagt, es gab schon Phasen in denen ich die fünf Euro Rezeptgebühr kaum zahlen konnte, ich lehne jede Vorauszahlung ab und die wäre ja weiter fällig oder seh ich das falsch?

    Nach meiner PKV-Erfahrung siehst du das falsch.

    Ich müsste mich dann aber auf die Bearbeitungsgeschwindigkeit der Leute da verlassen und bei meiner Gesundheit täte ich das nur wirklich ungern. Also besser als nichts, aber ruhig schlafen würde ich damit im Zweifelsfalle nicht.

    Zitat

    Wenn es nur noch eine GKV gäbe, man aber gleichzeitig die Deckelung behält, dann explodieren die Beiträge.

    warum soll da was explodieren?

    Zitat

    Sie zahlen Steuern und zahlen, prozentual betrachtet, deutlich mehr in die GKV ein. Was dann doch ziemlich unfair anmutet, wenn du mich fragst. Wieso genau sollte es mir zu zumuten sein 8 % zu zahlen, meinem Prof aber sind knapp 3% zu zumuten?

    ich kann die Rechnung jetzt nicht nachvollziehen, aber wenn du %uale KK nicht magst, können wir auch gerne eine kopfpauschale nehmen.

    Zitat

    warum soll da was explodieren?

    Ohne PKV gehen einem Teil des Gesundheitssektors entscheidene Einnahmen flöten. Und diese Einnahmeausfälle führen natürlich zu Kostenumlagen auf die "Verbraucher". Zudem fallen die Subventionen der PKVs ab, was mittelfristig kein Problem ist, kurzfristig aber ein mittelgroßes Loch in die Kassen reißt.


    Zudem sind dann einige Sektoren (Kindermedizin z.B) dank Pauschalabrechungen noch unrentabler und werden auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden müssen.


    Das das System in der Schweiz funktioniert liegt daran, dass es dort gewachsen ist und der Markt sich dementsprechend völlig anders entwickelt hat. Hier wäre das desaströs.

    Zitat

    Würde die GKV zugunsten der PKV abgeschafft, wie du hier gefordert hast, dann wäre man ebenso in die PKV gezwungen wie jetzt in die GKV.

    Stellt sich nur die Frage: Darf die PKV dann die Patienten aussuchen und auch ablehnen? Wo bleiben dann die Problemfälle? Das ist - neben Vorauszahlungen und Leistungskatalog - doch ein wichtiger Aspekt. Oder andersrum: Wenn die GKV abgschafft wird und die PKV alle nehmen muss: Was ist dann noch die Sonderrolle der PKV?

    dummschmarrer

    Zitat

    Wenn es nur noch eine GKV gäbe, man aber gleichzeitig die Deckelung behält, dann explodieren die Beiträge.

    Ich hab das nicht geschrieben und ich würde auch erstmal gar nicht davon ausgehen. Da wären ja auch einige Ersparnisse dabei, Verwaltung, Werbung, Abrechnung. Müsste man halt einfach mal durchrechnen.

    Zitat

    ich kann die Rechnung jetzt nicht nachvollziehen, aber wenn du %uale KK nicht magst, können wir auch gerne eine kopfpauschale nehmen.

    Ich hab gar nichts gegen eine prozentuale Beitragsregulierung, ich finde sie sogar wesentlich fairer als eine Kopfpauschale. Mich stört nur wenn mein Prof 4% zahlen muss, weil es einen Höchstbetrag in absoluten Zahlen gibt, während ich, mit der Hälfte an Verdienst 8% zahle. Das empfiinde ich als zutiefst unfair. Wieso sollte ich mehr Prozente zahlen müssen als andere und das nur weil ich weniger verdiene und so nicht in den Genuß komme, jemals die Decklung zu erreichen? Anders gefragt: Wieso eine Deckelung?

    Zitat

    Stellt sich nur die Frage: Darf die PKV dann die Patienten aussuchen und auch ablehnen?

    Die Ablehnungen kommen zustande, wenn jemand in die PKV wechseln will, aber schon eine Krankheit mitbringt. Dafür wurde der Basistarif geschaffen, damit eben niemand mehr abgelehnt wird.


    Aber: die PKV nimmt in ihre Vollversicherung Neugeborene ohne Risikoprüfung auf. Gäbe es eine Chance (oder Pflicht), direkt in die PKV zu kommen, gäbe es auch keine Ablehnung in den Vollversicherungstarifen mehr.


    Die Ablehnung hat ja ganz besondere Gründe: jemand möchte in die PKV wechseln, weil der Gesetzgeber ihn lässt und weil er sich den besseren Versicherungsschutz erhofft. Man hat aber schon eine Vorversicherung, die hat jeder. Wenn jetzt jemand ankommt und will in die PKV wechseln, obwohl er schon chronisch krank ist, dann sagt die: bleib doch bitte da, jemand hat dein Kostenrisiko schon kalkuliert und wir als PKV wollen ebenso die statistische Streuung beibehalten, denn darauf kalkulieren wir auch. Eine Feuerversicherung würde dich ja auch nicht annehmen, wenn dein Haus schon brennt.


    Der Sinn ist nicht Ablehnung von Kranken - der Sinn ist, die Risikostreuung auf einem normalen Maß zu halten. Bei Neugeborenen ohne bestehende Vorversicherung geht man davon aus, dass es einfach genau das gleiche statistische Krankheitsrisiko hat wie die bisherige Versichertengemeinschaft. Also werden sie ohne Wenn und Aber aufgenommen.


    Das ist auch etwas, was gerne unterschlagen wird, wenn man der PKV Selektion unterstellt.

    Zitat

    Ohne PKV gehen einem Teil des Gesundheitssektors entscheidende Einnahmen flöten. Und diese Einnahmeausfälle führen natürlich zu Kostenumlagen auf die "Verbraucher". Zudem fallen die Subventionen der PKVs ab, was mittelfristig kein Problem ist, kurzfristig aber ein mittelgroßes Loch in die Kassen reißt.

    die Mehrheit der pkv-kunden müsste in der gkv die bbg zahlen und viele pkv-Tarife sind günstiger als die bbg. warum sollen also einnahmen flöten gehen.

    Zitat

    Ich hab das nicht geschrieben und ich würde auch erstmal gar nicht davon ausgehen. Da wären ja auch einige Ersparnisse dabei, Verwaltung, Werbung, Abrechnung. Müsste man halt einfach mal durchrechnen.

    Zitate sind hier ja leider immer noch nicht gekennzeichnet und daher waren nicht alle von dir ;-) auch diesmal nicht...

    Zitat

    Wieso sollte ich mehr Prozente zahlen müssen als andere und das nur weil ich weniger verdiene und so nicht in den Genuß komme, jemals die Decklung zu erreichen? Anders gefragt: Wieso eine Deckelung?

    warum guckst du nur auf die Prozente? warum soll der besserverdienende für die gleiche Leistung viel mehr zahlen wie ein schlechterverdienender? das ist sonst nirgends so.

    Zitat

    die Mehrheit der pkv-kunden müsste in der gkv die bbg zahlen und viele pkv-Tarife sind günstiger als die bbg. warum sollen also einnahmen flöten gehen.

    Ich denke, es waren die Einnahmen der Ärzte gemeint, die ihre teuren Geräte gerne durch Privtpatienten auslasten, wie hier ja schon deutlich zu lesen war.


    Dazu gehören natürlich immer zwei. Ein Arzt, der es darauf anlegt und ein Patient, der ihm den Gefallen tut, sich notfalls sinnlos einer Strahlenbelastung auszusetzen. Aber offensichtlich ist das nicht so schwer, man muss es dem Patienten nur als Privileg verkaufen ;-D .

    Zitat

    Ich denke, es waren die Einnahmen der Ärzte gemeint, die ihre teuren Geräte gerne durch Privtpatienten auslasten, wie hier ja schon deutlich zu lesen war.

    ok, das kann sein. aber lasse ich als argument, weshalb man die PKVs nicht abschaffen kann, nicht gelten... die gesamtmittel sinken meiner meinung nach nicht, behandlungspauschalen/-deckelungen und arzthonorare können und evtl müssen dann neu verhandelt werden, wenn man damit ganze ärztegruppen in die insolvenz treibt.

    Irgendwie ist die Diskussion auf ein anderes Thema übergegangen: nämlich GKV gegen PKV.


    Um zum Thema zurück zu kehren: Ich würde mir Wünschen, das für Beamte die gleichen Regeln gelten wir für alle anderen Menschen in Deutschland auch. Also keine Beihilfe mehr, sondern eine normale Versicherung in der GKV oder PKV.


    Aus meiner Sicht wird sich nämlich an dem kaputten GKV/PKV-Konzept nicht viel ändern, solange die Menschen, die für dieses System verantwortlich sind (in der Regel Beamte), gar nicht Teil dieses Systems sind.


    Ich mag aber generell keine Sonderlocken für einen Elitären Kreis.

    Zitat

    warum guckst du nur auf die Prozente? warum soll der besserverdienende für die gleiche Leistung viel mehr zahlen wie ein schlechterverdienender? das ist sonst nirgends so.

    Weil die Krankenkassen ein solidarisches System sind. Jedenfalls waren sie mal so gedacht. Der zahlt für die gleiche Leistung viel mehr, weil er eben nicht nur für seine Leistung zahlt sondern auch für Kinder und geringverdiener. Ohne seine Mehrleistung könnte man diese Grundleistungen nicht für alle die sie brauchen finanzieren.

    Zitat

    Ich denke, es waren die Einnahmen der Ärzte gemeint, die ihre teuren Geräte gerne durch Privtpatienten auslasten, wie hier ja schon deutlich zu lesen war.

    Jap, wobei da ja auch durch die Ärztekammer einiges zu verbessern wäre oder beispielsweise die gemeinschaftliche Anschaffung von teuren geräten eine Idee ist, die immer mehr zulauf erhält. Da geht ja grundsätzlich schon einiges und wenn man das ausreizen würde, dann könnte man vielleicht am Ende sogar die Beiträge stabil halten, wenn nicht gar senken.

    Zitat

    Ich würde mir Wünschen, das für Beamte die gleichen Regeln gelten wir für alle anderen Menschen in Deutschland auch. Also keine Beihilfe mehr, sondern eine normale Versicherung in der GKV oder PKV.

    Das muss dann aber auch für alle anderen Bereiche gelten, sonst ist der Beamtenstatus weit weniger attraktiv als bisher und er soll ja auch durch die Attraktivität gegen Korruption sichern.