• Beihilfe bei Beamten abschaffen?

    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat ergeben, dass der Staat 60 Milliarden Euro sparen kann, wenn die Beihilfe abgeschafft würde. http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-01/sozialsysteme-sozialversicherungspflicht-bertelsmann-stiftung-beamten-behilife Ich weiß nicht ob der dann fällige Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung mit in die Rechnung…
  • 165 Antworten
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    Ich mag aber generell keine Sonderlocken für einen Elitären Kreis.

    Ich weiss nicht genau was sich so die Allgemeinheit unter der "Beihilfe" vorstellt... aber wer denkt das wäre so ein extrem tolles System für die Beamten, ne isses auch wieder nicht. ^^

    Zitat

    Ich würde mir Wünschen, das für Beamte die gleichen Regeln gelten wir für alle anderen Menschen in Deutschland auch. Also keine Beihilfe mehr, sondern eine normale Versicherung in der GKV oder PKV.

    Raider heißt dann Twix.


    Und aus "Beihilfe" wird "Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung". Nur mit dem Unterschied, dass diese Ausschüttung nicht erst im Krankheitsfall erfolgt, sondern monatlich zu den Krankenversicherungsbeiträgen.


    Von den Ausgaben wird sich da statistisch vermutlich nicht viel ändern.


    Aber es geht vermutlich ums Prinzip ;-) .

    Zitat

    Ich weiss nicht genau was sich so die Allgemeinheit unter der "Beihilfe" vorstellt... aber wer denkt das wäre so ein extrem tolles System für die Beamten, ne isses auch wieder nicht. ^^

    So isses. Vermutlich hat man eine höhere Leistung bei 100% PKV als bei 50% PKV und 50% Beihilfe.

    Zitat

    Vermutlich hat man eine höhere Leistung bei 100% PKV als bei 50% PKV und 50% Beihilfe.

    Das sowieso!


    Ich muss zugeben musste die letzten Jahre nicht viel zum Arzt oder war größer krank... aber ich habe seit Jahren keine Rechnungen mehr bei der Beihilfe eingereicht, da die ersten 1-2 Rechnungen eh meist von der Kostendämpfungspauschale aufgefressen werden und mehr nicht anfiel. Und an meiner Brille zahlen sie eh nicht wirklich was.

    Zitat

    So isses. Vermutlich hat man eine höhere Leistung bei 100% PKV als bei 50% PKV und 50% Beihilfe.

    Mag sein. Aber man hat auf jeden Fall mehr Leistung als 100% GKV.


    Und während der normale Bürokaufmann sich in der GKV versichern muss, darf sich der Beamte bei gleichem Gehalt immerhin PKV versichern.

    Zitat

    Und an meiner Brille zahlen sie eh nicht wirklich was.

    Zahlt die GKV auch nicht.

    Zitat

    Raider heißt dann Twix.


    Und aus "Beihilfe" wird "Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung". Nur mit dem Unterschied, dass diese Ausschüttung nicht erst im Krankheitsfall erfolgt, sondern monatlich zu den Krankenversicherungsbeiträgen.

    Immerhin würden dann mehr Leute in das Solidarsystem Krankenkasse einzahlen. Ich finde das nicht verkehrt.

    Zitat

    Immerhin würden dann mehr Leute in das Solidarsystem Krankenkasse einzahlen. Ich finde das nicht verkehrt.

    Ich finde das ja auch nicht verkehrt, hätte nur gern eine andere Lösung und eben nur für wirkliche Geringverdiener (s. mein Vorschlag einer steuerlichen Unterstützung).


    Bei der Bertelsmann-Studie ist es einfach so, dass man zwar mehr Einzahler in die GKV bringt, aber gleichzeitig auch mehr Leistungsempfänger. Das lohnt nur, wenn Beamte einen überdurchschnittlichen Brutto-Lohn hätte, von dem sich die GKV prozentual bemisst. Dem ist aber nicht so. A9 als Beamten-Durchschnittsgehalt entspricht gerade mal 2600 Euro im Monat. Ein Oberstudienrat mit A14 gerade mal 3400 Euro. Und nur ganz wenige Spitzenbeamte kommen auf Bruttogehälter jenseits Beitragsbemessungsgrenze.


    Beamte sind keine Besserverdiener. Von dieser Vorstellung muss man sich mal verabschieden. Mit viel Glück sind sie als Neue in der GKV gerade mal kostenneutral.

    Zitat

    Immerhin würden dann mehr Leute in das Solidarsystem Krankenkasse einzahlen. Ich finde das nicht verkehrt.

    Man muss ja auch bedenken, dass man im Moment für jedes Familienmitglied einen eigenen Krankenkassenbeitrag bezahlt, Familienversicherung gibt es nicht bei der PKV. Womöglich wäre es für Familien von alleinverdienenden Beamten wesentlich günstiger, gesetzlich versichert zu sein und einen Arbeitgeberanteil zu bekommen. Dass es diesen Arbeitgeberanteil nicht gibt, ja, das sollte abgeschafft werden. Dann müsste man nicht jede popelige Rechnung auf zwei Erstattungsanträge aufteilen.

    Comran

    "Das lohnt nur, wenn Beamte einen überdurchschnittlichen Brutto-Lohn hätte, von dem sich die GKV prozentual bemisst.Dem ist aber nicht so. A9 als Beamten-Durchschnittsgehalt entspricht gerade mal 2600 Euro im Monat. Ein Oberstudienrat mit A14 gerade mal 3400 Euro."


    Wie kommst Du bloß auf diese Zahlen? ":/


    Sie sind schlicht falsch.


    A14 entspricht schon in der untersten Gehaltsstufe einem Bruttogehalt von 4150€ und in der höchsten Gehaltsstufe (wir nehmen da mal verheiratet und 2 Kinder dazu)


    5341€.


    Gehaltsrechner Öffentlicher Dienst

    Zitat

    Beamte sind keine Besserverdiener. Von dieser Vorstellung muss man sich mal verabschieden. Mit viel Glück sind sie als Neue in der GKV gerade mal kostenneutral.

    Naja...mal Infos aus erster Hand:


    Mein Partner kommt zum Beispiel (ohne Kindergeld, ohne Familienzuschlag und erst in der 3. Gehaltsstufe) mit A13 derzei auf 3400€ netto.


    Ab nächstem Herbst (und dann mit Kindergeld und Familienzuschlag) sind es 3750€ netto.


    Ich denke damit ist man schon ein Besserverdiener.

    nur ganz kurz

    Zitat

    Aber es geht vermutlich ums Prinzip ;-)

    mir ja. der staat ist kein rein privatwirtschaftl unternehmen, sondern ein politisches dingens. und da die eigenen beschäftigten aus der selbstgeschaffenen versorgungswelt herauszunehmen, sendet politisch ein fatales signal, selbst wenn es unternehmerisch sinnvoll sein sollte.

    Ja, geht es mir auch. Deswegen finde ich die Decklung ja auch so fatal, nicht nur finanziell sondern als signal.

    Sheilagh, du darfst nicht den Fehler machen, das was auf dem Konto landet, für netto zu halten. Davon muss man doch aber die Beiträge zur Krankenversicherung noch löhnen.

    Zitat

    Sheilagh, du darfst nicht den Fehler machen, das was auf dem Konto landet, für netto zu halten. Davon muss man doch aber die Beiträge zur Krankenversicherung noch löhnen.

    Klar - Comran ist eben vom Bruttolohn ausgegangen, darauf habe ich mich beim Beitrag bzgl. A9/A14 berufen.


    Bei den Infos über das A13 Netto Gehalt muss man noch ~300€ für die PKV abziehen! :)z

    Zitat

    Wie kommst Du bloß auf diese Zahlen? ":/

    Stimmt, mein A9-Ansatz ist nach deinem Gehaltsrechner sogar zu hoch zitiert. Es sind nur 2500. ;-)


    Und meine Zahlen sind möglicherweise veraltet. A14 ist aktuell tatsächlich etwas höher als mein Kenntnisstand.

    Zitat

    Ich denke damit ist man schon ein Besserverdiener.

    Wenn man den Begriff im Wortsinne relativ betrachtet, sagt er allein nichts aus. Da hier in diesem Faden aber schon von "elitären Kreisen" gesprochen wurde, stellen sich offenbar Menschen weiß Gott was darunter vor. Dabei ist das tatsächliche Beamtengehalt doch eher bodenständig. Netto ist es gut, weil viele Abzüge fehlen. Aber Brutto ist es eher harmlos. Das ist sicherlich nicht die Einkommensklasse, an der eine GKV plötzlich gesunden wird. Darum geht es mir. 4200 Euro für den A14er würden im Angestelltenverhältnis nicht einmal die Versicherungspflichtgrenze überschreiten.


    Daher wiederhole ich die Frage: was ist so spannend, an die Beamten ranzugehen, wenn die durchschnittlichen Beiträge aufgrund der Einkommensstruktur nur schwer kostendeckend sind? Dann müsste man sich wirklich eher überlegen, wie man echte Großverdiener in die soziale Pflicht nimmt und nicht durch den Ausstieg aus dem gesetzlichen Gesundheitssystem gleichzeitig von einer äquivalenten Umlagepflicht befreit.

    Zitat

    Mein Partner kommt zum Beispiel (ohne Kindergeld, ohne Familienzuschlag und erst in der 3. Gehaltsstufe) mit A13 derzei auf 3400€ netto.

    Und wie macht er das bei Steuerklasse I? Ihr seid ja nicht verheiratet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Dein Gehaltsrechner sagt, dass man da gerade mal rund 3000 netto verdient, vor Bezahlung des PKV-Beitrags. Sollte er kirchensteuerpflichtig sein, sind es sogar unter 3000.- Euro.