Beispiele von Irrtümern in der Medizin

    Hallo,


    kennt jemand Beispiele von Irrtümern in der Medizin? Also zum Beispiel bestimmte Empfehlungen die man jahrelang zur Therapie von bestimmten Krankheiten gegeben hat, die sich im nachhinein aber als nutzlos bzw. sogar kontraproduktiv herausgestellt haben?


    Danke im voraus,


    Sonja

  • 56 Antworten

    spontan fällt mir ein, dass früher frauen sehr häufig geraten wurde, in der schwangerschaft nicht plötzlich das rauchen aufzuhören sondern nur zu reduzieren. gibt vereinzelt wohl immernoch welche, die das meinen.


    ansonsten...welches ziel hat dein faden?


    es wird 1000 beispiele geben. die frage ist halt, wann man zeitlich ansetzt. in der medizin wurden immer wieder annahmen verworfen, es gab neue erkenntnisse und entsprechend neue behandlungen.


    im mittelalter wurde so ziemlich alles versucht per aderlass zu heilen...ich nehme aber an, dass du soweit nicht zurückgehen willst oder?

    Ist mir nur momentan im Zusammenhang mit Rückenschmerzen eingefallen. Früher hat man ja dazu geraten, sich möglichst zu schonen, jetzt sagt man, man sollte sich möglichst viel bewegen und Gymnastik machen.


    Hätte mich interessiert, ob es da noch andere Beispiele aus der nahen Vergangenheit (letzten 50 Jahre) gibt.

    Es wurde und wird teilweise leider immernoch behauptet, dass Kinder, die die Krabbelphase übersprungen haben, später motorische Probleme oder gar Konzentrationsstörungen bekämen, weil ihre Links-Rechts-Koordination nicht genügend gereift sei und somit Defizite in der Gehirnstruktur geblieben wären. Das ist schlichtweg falsch und heutige Kinderärzte schütteln darüber nur noch den Kopf, während dieses Gerücht sich wohl immernoch hartnäckig in Ergo- und Logopädieschule hält. :-@

    - Die Annahme, dass Kriminelle eine bestimmte physiologische Erscheinungsform (z.B. Kopfform, Nasenform, Augenfarbe) haben. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomik


    - HIV als Krankheit, die nur Schwule / "Asoziale" befällt


    - Die Annahme einer "Krebspersönlichkeit", d.h. dass Menschen mit einer bestimmten, psychologischen Struktur Krebs bekommen bzw. aufgrund ihrer psychischen Verfassung überleben / sterben.

    Behandlung von Diabetes.


    Vor 10-15 Jahren wurde solange es irgendwie geht versucht mit Tabletten zu behandeln. Daher auch die immer noch verbreitete Meinung "ohh der hat schwere Diabetes, der muss schon spritzen." Heute wird viel früher und mit besserem Erfolg gespritzt.


    Solche Änderungen in der med. Lehrmeinung sind auch nicht verwunderlich.


    Beispiel:


    Bis Anfang der 70er galten querschnittgelähmnte Männer per se als zeugungsunfähig. "Da hat eine Koryphae von der anderen abgeschrieben" (Leiter eines großen QS Zentrum). Als dann ein rollifahrender Mann ganz stolz mit seinem Sohn in der Klinik auftauchte, war allen Ärzten klar - die Frau ist fremdgegangen. Gesagt hat niemand was. "Vater" war ja ganz stolz aus seinen Sohnemann. Als ein gutes Jahr später das gleiche Pärchen mit dem zweiten Nachwuchs ankam, hat man die Frau mal zu Seite gebeten und ihr erklärt- sie soll mit den Unfug aufhören. Erst nachdem sie hoch und heilig versicherte, dass das Kind ist von ihrem querschnittgelähmnten Partner ist wurde das ganze näher untersucht. Wie gesagt war Mitte der 70er.

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    Da fallen mir spontan die guten alten Thrombosestrümpfe ein. Die sind in vielen Krankenhäusern nach wie vor Pflicht, obwohl es längst erwiesen ist, dass diese überhaupt keinen Nutzen haben.


    Oder: die Halskrause, mittlerweile sehr umstritten ob sie auch wirklich sinnvoll oder eher kontraproduktiv ist.