Elternzeit und freiwillig gesetzliche Krankenversicherung

    Hallo,


    ich habe bereits gegoogelt und auch die Krankenkasse angerufen, leider bekomm' ich nur widersprüchliche Aussagen. Vielleicht sind hier ja Expterten unterwegs.


    Ich bin freiwillig gesetzlich versichert - habe mich als ich die Beitragsbemessungsgrenze erreicht hatte, dafür entschieden, weil bereits feststand, dass wir in absehbarer Zeit Nachwuchs möchten und es dann mit der Familienversicherung günstiger ist. Außerdem ist mein Mann derzeit kostenfrei über mich (Familienversicherung) versichert.


    Jetzt höre ich von Kollegen, dass ich während der Elternzeit nicht beitragsfrei gestellt werden kann, wie es der Fall wäre, wenn ich "normal" gesetzlich versichert wäre, sondern den Eigenanteil zu zahlen habe.


    Ist das tatsächlich so? Wäre ja gerade in der Elternzeit, in der die Einnahmen eh deutlich weniger sind, eine recht große monatliche Belastung.


    Außerdem wundert es mich, warum es mir nicht gesagt wurde, als ich mich bei der Entscheidung PKV oder freiwillig gesetzliche KV habe beraten lassen. Die Möglichkeit der Familienversicherung war ein wichtiger Punkt bei der Beratung/Entscheidung.

  • 23 Antworten

    Also ich bin als freiwillig Versicherte jetzt weiterhin beitragsfrei bei meiner KK versichert, und unser Sohn auch. Allerdings ist mein Mann auch selbst krankenversichert (auch freiwillig, andere Kasse). Kann schon sein, dass mindestens einer in der Familie zahlen muss.

    Zitat

    Außerdem wundert es mich, warum es mir nicht gesagt wurde, als ich mich bei der Entscheidung PKV oder freiwillig gesetzliche KV habe beraten lassen.

    Wo hast du dich denn beraten lassen?

    Bei der Verbraucherzentrale, die bieten eine extra (kostenpflichte, aber ich dachte gute) Beratung dafür an.


    Mein Mann wird nach dem Studium privat versichert sein, daher ist dort auch keine Familienversicherung möglich.

    Die hat mir gesagt, dass ich beitragsfrei gestellt werde für bis zu drei Jahre - im Internet finde ich nur andere Infos.


    Wollte die schriftliche Bestätigung haben, die haben sie mir zweimal zugesagt, aber nie zugeschickt %-|

    Wir mussten selber weiterbezahlen (zumindest meinem Mann). Wir sind beide Selbstständig. Kostete aber nicht mehr als für nur ihm und die Kinder.


    Er hat aber jetzt eine Familieversicherung (er und die Kinder) und ich bin wieder getrennt versichert (verdiene zu viel).

    Es gilt das was die Kasse sagt, nicht das was du über irgendwelche anderen Kassen im Internet liest. Bei mir hat beim ersten Kind das Arbeitsamt behauptet, ich wäre ja ab Mutterschutz nicht mehr über sie versichert und müsste mich deshalb jetzt selber freiwillig versichern. Ich hab den Brief meiner Krankenkasse gefaxt mit der Bitte, dass sie mich doch aufklären. Und dass ich ja gar nicht das Geld habe, diese Beiträge zu bezahlen. Die Krankenkasse hat gleich angerufen und konnte mich beruhigen. Ich war beitragsfrei versichert und das Arbeitsamt hätte mir eine falsche Auskunft gegeben (die vielleicht für andere Krankenkassen aber gegolten hätte).

    Zitat

    Beitragsfrei ist man in diesem Fall nur, wenn man verheiratet ist und der Mann gesetzlich versichert ist.

    ... egal, ob er pflicht- oder freiwillig versichert ist.

    Zitat

    (die vielleicht für andere Krankenkassen aber gegolten hätte)

    Kann ich mir nicht vorstellen, die verschenken alle nichts.

    Ich war auch freiwillig gesetzlich versichert. Mein Mann war auch gesetzlich versichert, aber in einer anderen Kasse.


    Mir sagte man damals, da ich ja auch in die Familienversicherung über meinen Mann könnte, würde ich bei meiner Kasse beitragsfrei weiter versichert sein. Wäre mein Mann schon privat versichert gewesen zu dem Zeitpunkt, hätte ich zahlen müssen, weil in dem Fall auch keine Familienversicherung möglich gewesen wäre.


    Der Knackpunkt wird Dein Mann sein. Und wenn Du privat versichert wärst, hättest Du ja auch weter zahlen müssen, insofern war die Beratung doch schon richtig!

    Zitat

    Du privat versichert wärst, hättest Du ja auch weiter zahlen müssen, insofern war die Beratung doch schon richtig!

    Mir hatte man gesagt, dass ein Vorteil der freiwillig gesetzlichen KV ist, dass ich während der Elternzeit versichert bleibe (ich bin von Beitragsfrei ausgegangen, so wie es in der "normalen" GKV wäre) und meine Kinder zu mir in die Familienversicherung kommen.


    Ist schon ein ausschlaggebender Punkt, in der PKV würde ich derzeit deutlich weniger zahlen.

    Zitat

    Es gilt das was die Kasse sagt, nicht das was du über irgendwelche anderen Kassen im Internet liest.

    Das Prinzip der Beiträge ist aber bei allen Kassen gleich. Und wie gesagt, im Internet findet man sich widersprechende Informationen.


    Ich hätte es gerne schriftlich, was mir da an der Hotline erzählt wird.


    Werde jetzt mal eine Email schreiben, dann müsste ich mehr wissen. Obwohl ich nach derzeitiger Information hier und von Kollegen davon ausgehe, dass die Beiträge weiter gezahlt werden müssen :-|

    @ blucapart:

    Zitat

    Sind wir, bringt aber in dem Fall nichts.


    Da wäre ja fast die Überlegung, vor der Elternzeit auf Teilzeit zu gehen, so dass ich wieder in der GKV bin. Muss mal ausrechnen, wie sich das auf's Elterngeld auswirkt und was "teurer" ist - Einbußen beim Elterngeld oder zwei Jahre Beiträge selber zahlen.

    Aber wenn Du in die PKV gegangen wärst und Dein Mann nach dem Studium auch eher privat versichert ist und Du dann das Kind auch privat versichern lassen musst, dann wird es auf Dauer teurer. Ich halte das für eine Milchmädchenrechnung!


    Ich freu mich schon drauf, wenn unsere Tochter (15) im Studium oder einer Ausbildung ist und wir nicht mehr die PKV für sie zahlen müssen, ab 15 gabs da noch mal einen schönen Beitragsanstieg. Ich halte das für einen Fehler, dass mein Mann damals in die PKV gegangen ist.

    Nach der Geburt des Kindes werde ich wegen vorübergehender Teilzeitarbeit eh wieder in der gesetzlichen landen.


    Muss das Kind nicht unter Umständen eh in die PKV? Ich habe im Hinterkopf dass Kinder nicht unbedingt Anspruch auf die Familienversicherung haben, wenn ein Elternteil privat versichert ist ":/ Muss ich nochmal in Erfahrung bringen.

    Hallo LilaLina,


    in der Elkternzeit ist man als Arbeitnehmer/in in zwei Fällen beitragsfrei:


    - vor der Elternzeit pflichtversichert; Ehegatte ist dann völlig egal ( § 192 SGB V und § 226 SGB V)


    oder


    - freiwillig in derr GKV versichert und eine kostenlose Familienversicherung über den GKV-Ehegatten wäre möglich


    In allen anderen Fällen sind Beiträge zu zahlen. Die Beiträge werden nach den tatsächlichen Einnahmen während der Elternzeit berechnet. Der Mindestbeitrag liegt aktuell bei ca. 170 Euro monatlich. Wenn der Ehegatte in der PKV ist und brutto mehr als ca. 2000 Euro verdient, werden die Hälfte seiner Bruttoeinahmen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt. (§ 240 SGB V letzter Absatz)


    Jedes GKV-Mitglied kann seine Kinder kostenlos familienversichern (§ 10 SGB V). Es gibt eine Ausnahme:


    - die Eltern sind verheiratet


    - es sind gemeindsame Kinder


    - ein Ehegatte ist in der PKV


    - die Einkünfte des PKV-Elternteils liegen über 56.250 Euro jährlich


    - die Einkünfte des PKV-Elternteils sind höher als die des GKV-Elternteils.


    Wenn alle 5 Punkte gleichzeitig vorliegen, ist die kostenlose Familienversicherung ausgeschlossen (§ 10 Abs. 3 SGB V). Die Eltern entscheiden dann für Kinder über Beiträge in der GKV oder der PKV. Der GKV-Monatsbeitrag liegt bei ca. 170 Euro. Die Entscheidung für de Kinder kann lebenslange Auswirkungen für die Kinder haben.


    Noch Fragen offen?


    Gruß


    RHW

    Wow, super!! Vielen lieben Dank für die vielen Informationen.


    Eine Frage tatsächlich habe ich noch:

    Zitat

    Wenn der Ehegatte in der PKV ist und brutto mehr als ca. 2000 Euro verdient, werden die Hälfte seiner Bruttoeinahmen bei der Beitragsberechnung berücksichtigt. (§ 240 SGB V letzter Absatz)

    Elterngeld zählt meines Wissens nicht als Einkommen. Nehmen wir an der Mann verdient 4.000 EUR brutto während ich in Elternzeit bin - werden mir fiktiv 2.000 EUR Einnahmen unterstellt und daraus der Beitrag für die freiwillig gesetzliche KV berechnet?


    Puh, wenn das so wäre, wäre das ein ganz schöner Klopper. Dann wird nämlich deutlich mehr als der Mindestsatz fällig und das bei nur ca. 50% des bisherigen Einkommens (Elterngeld). Und die PKV des Ehemannes würde ja eh ganz normal weiterlaufen, die Kinder ggf. auch in der PKV landen ":/