finanzielle Probleme wegen Krankheit

    Guten Tag,


    ich bin 22 Jahre alt, leide an Depressionen und konnte deshalb bisher noch nicht arbeiten. Die lezten Jahre, seit ich 17 bin, habe ich eine Therapie nach der anderen ausprobiert und bislang hat nichts davon geholfen.


    Der Kern der Krankheit ist eine massive Antriebslosigkeit, ich muss mich zu allem zwingen, sogar das Aufstehen in der Früh fällt mir schwer.


    Nun warte ich auf eine weitere Behandlung, diese wird erst in ein paar Monaten beginnen und bis diese wirkt, können noch ein paar Monate vergehen. Kurz: Ich denke nicht, realistisch betrachtet, dass ich im Jahr 2017 noch arbeitsfähig werde.


    Mein Problem ist nun, dass ich bald 23 Jahre alt werde und ich so für die Krankenversicherung zahlen muss.


    Ich wohne derzeit bei meiner Mutter zuhause, diese ist allerdings auch Geringverdienerin und ich möchte sie nicht mit diesen Zahlungen zusätzlich belasten, sie hat für mich nur das Kindergeld.


    Gibt es


    a) die Möglichkeit für irgendwelche Sozialleistungen ?


    b) die Möglichkeit, diese Versicherungsbeiträge zu umgehen ?


    Mit freundlichen Grüßen,


    Michael

  • 16 Antworten

    Hallo,


    vielleicht passt hiervon etwas:


    - bei Schülern und Studenten gilt statt 23, die Altersgrenze von 25.


    - bei Personen, die außerstande sind, sich selbst finanziell zu unterhalten, gibt es keine Altersgrenze. Ein Schwerbehindertenausweis kann dabei sehr hilfreich sein.


    Bei diesen beiden Fällen am besten die Familienversicherungsabteilung der Krankenkasse kontaktieren.


    - bei unterdurchschnittlichen Einnahmen der Familie kann bei der Agentur für Arbeit ein Zuschlag zum Kindergeld beantragt werden.


    - bei unterdurchschnittlichen Einnahmen der Familie kann beim Wohnungsamt der Stadtverwaltung Wohngeld beantragt werden.


    Bei diesen beiden Fällen kann man dann von den zusätzlichen Einnahmen ggf. die Krankenversicherung bezahlen.


    - bei geringen Einnahmen der Familie kann beim Jobcenter aufstockendess Arbeitslosengeld II beantragt werden. Dann zahlt das Jobcenter (oder Sozialamt) die Krankenversicherung.


    Gruß


    RHW

    Danke für deine Antwort, RHW !


    Ja, das mit dem Schwerbehindertenausweis habe ich noch nicht bedacht.


    Die Krankenkasse (DAK) habe ich zwar kontaktiert, allerdings meinten die, es gäbe keine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung. Das mit dem Schwerbehindertenausweis haben die wieder nicht gesagt ...


    Gruß zurück,


    Michael

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    Normalerweise musst du dich beim Arbeitsamt melden und die zahlen (Hartz4) deine Krankenkasse. Da du aber nicht arbeitsfähig da krank bist, muss es eine Alternative geben. Entweder du kriegst Hartz4 und legst denen solange Krankmeldungen vor, bis du wieder gesund bist. Man mann da nämlich keinen Job suchen und nicht arbeiten gehen, wenn man krangeschrieben ist, genauso wie wenn du Arbeit hättest halt. Du bringst denen dann eben einfach den Krankenschein und gut.


    Oder die verweisen dich an eine andere Stelle (z.B. Sozialamt), wo deine Krankenversicherung bezahlt wird und wo du Geld bekommst. Kann aber sein, dass das nur in Frage kommt, wenn du dauerhaft arbeitsunfähig bist.


    Aber du willst ja sicherlich mal irgendwann gesund werden und machst ja auch was. Dass du auf die Behandlung ewig warten musst, weils zu wenig Therapieplätze gibt, ist ja nicht dein Problem. Und wenn du dann so einen Platz hast und die Behandlung machst, ist ja schon das Ziel, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen (das kann ja dann auch teilweise sein, z.B. dass du 3 oder 6 Stunden am Tag arbeiten kannst). Wichtig ist doch, dass du dich wenigstens bemühst soweit dir das möglich ist. :)*

    Hallo Michael,


    gern geschehen.


    Am besten bei der Krankenkasse schriftlich die Aufhebung der Altersgrenze beantragen, da man nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten (Grundlage: § 10 Absatz 2 SGB V). Die Prüfung der Krankenkasse kann länger dauern und das Ergebnis lässt sich nicht eindeutig vorhersagen. Wenn ein Schwerbehindertenausweis (irgendwann) vorliegt, diesen in Kopie der Krankenkasse einreichen.


    Wenn man Arbeitslosengeld II beim Jobcenter oder Sozialhilfe beim Sozialamt beantragt, werden die Einnahmen der Familie bis zum 25. Geburtstag addiert. Erst danach zählt man bei diesen Stellen als Einzelperson.


    Gruß


    RHW

    Hallo,


    Nochmals ganz vielen Dank für die Antworten.


    Die Krankenkasse hat eben vor einiger Zeit bei uns angerufen wegen des Geldes. Ich werde bei denen mal nachfragen,


    wie das so ist mit Aufhebung der Altersgrenze, wenn die sich melden. In einem Monat dürfte das soweit sein, da werde


    ich dann 23.


    Je nachdem, wie die Krankenkasse reagiert, werde ich zusehen, dass ich diesen Schwerbehindertenausweis bekomme.


    Hartz IV wird leider nichts, da hab ich grad nachgeschaut mit dem Freibetrag vom Vermögen, den ich (leider) überschreite; dasselbe ist dann auch mit Sozialhilfe.


    Gruß,


    Michael

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    Hallo Michael,


    wen ein Schulbesuch oder Studium möglich ist, möglichst schnell aktiv werden.


    Auf jeden Fall jetzt schon die Krankenkasse kontaktieren und eine Aufhebung der Altersgrenze wegen Behinderung beantragen (die Prüfung dauert länger). Parallel auch den Schwerbehindertenausweis beim Versorgungsamt beantragen.


    Abwarten ist keine Lösung.


    Gruß


    RHW

    okay, schule + studium ist leider nicht möglich, ich habe sogar die schule abbrechen müssen, wegen der erkrankung.


    ja, nächsten monat wäre es dann soweit mit der Altersgrenze, ich werde mich darum kümmern

    Hast Du mal in Betracht gezogen, auszuziehen? Auch wenn das erst einmal unrealistisch klingt? Wenn Du seit Du 17 bist schon so depressiv bist liegt nahe, dass die Ursachen dafür in Deiner Biographie liegen, die ja fest an zu Hause gekoppelt ist. Es ist bestimmt nicht gut für Dich, dich da so eingerichtet zu haben und bei Deiner Mutter zu wohnen.


    Falls es für Dich allein unmöglich ist vielleicht in einer Wohngruppe oder wenigstens Tagesklinik?

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    hallo nochmal,


    ich habe mich gerade mit der Krankenkasse in Verbindung gesetzt und die Aufhebung der Altersgrenze wegen meinem Zustand beantragt.


    Zu dem Schwerbehindertenausweis bin ich durch Recherche auf Folgenden Antrag gestossen:


    http://schwerbehindertenausweis.biz/antrag-schwerbehindertenausweis/


    ist der in Ordnung ? Es gibt im Internet zahlreiche solcher Dokumente zum Ausfüllen. Den schicke ich dann an das Landratsamt


    in meinem Landkreis.


    Grüssen,


    Michael

    @ Badebär:

    Ich bin schon mal ausgezogen gewesen, dass waren Neun Monate in einer Rehabilitationseinrichtung, stationär. Ansonsten hatte ich mehrere stationäre Aufenthalte, welche ca. 5 bis 6 Monate im Schnitt gedauert haben z.b. in der LMU / im MPI in München. Tagesklinik war ich auch schon ca. 3 mal für ein paar Monate.


    Jegliche Form von kognitiver Umstrukturierung, Antidepressiva, EKT, alles hat nichts gebracht, leider

    Zitat

    Hartz IV wird leider nichts, da hab ich grad nachgeschaut mit dem Freibetrag vom Vermögen, den ich (leider) überschreite; dasselbe ist dann auch mit Sozialhilfe.

    Da Du bereits volljährig bist heißt das, Dein Vermögen übersteigt 10.000 Euro?


    Warum nutzt Du dieses Vermögen nicht, um Deine Mutter zu entlasten? :-/ Wenn ich das richtig verstanden habe, hat sie jetzt nur die 190 Euro/Monat Kindergeld und trägt davon aber alle Kosten für euch beide zusammen (Miete, Kleidung, Wohnung, Essen usw.) als Geringverdienerin?


    Vielleicht habe ich ja einen Denkfehler oder es fehlen einfach Informationen. Aber es ist nur nachvollziehbar, dass es keine staatliche Unterstützung gibt, wenn ein gewisses Vermögen da ist. Nicht nachvollziehbar ist für mich, wie Du dieses Vermögen erwirtschaften konntest, wenn Du noch nie arbeiten warst. ":/


    Und nach allem was ich weiß sind die Hürden verdammt hoch, die Anforderungen für einen Schwerbehindertenausweis zu erfüllen. Aber ja, Versuch macht klug. Nur solltest Du schon einen Plan B haben, wenn Dein Antrag abgelehnt wird.

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    Dieses Geld wurde für mich Jahrelang angespart, jeden Monat, bis ich 18 war, da kam doch ein kleinwenig was zusammen ;-). Darauf wirds dann wohl hinauslaufen, dass ich meine Mutter damit unterstütze.


    Ich wollte nur nach Hinweisen suchen, weil es ist ja schade, zuerst spart man solange, danach geht's wieder drauf, weil ich so eine schlimme Krankheit eben habe.


    Plan B gibt's nicht. Ich muss nur noch dieses Jahr überstehen, weil ich mit den Behandlungsmöglichkeiten am Ende der Fahnenstange sozusagen bin. Sollte meine Depression nicht mit den lezten Behandlungsmöglichkeiten zu überwinden sein, die es gibt, muss ich wohl irgendwo in einer Behindertenwerkstatt unterkommen, für den Rest meines Lebens.


    Wegen völligem Verlust von Antrieb / Interessen /Motivation durch die Krankheit bekomme ich leider gar nichts mehr auf die Reihe. Folglich ist ein Job und Ausziehen auch nicht drin.


    Gruß,


    Michael

    wenn du wegen deiner Krankheit nicht in der Lage bist zu arbeiten und in Behandlung bist,kannst du bei deiner mutter weiterversichert werden...deine Gut 10 000 Tacken auf dem Konto spielen da keine rolle..du solltest dich halt darum kümmern bei der KK und ein ärztliches Gutachten bringen..

    und wenn du nicht arbeiten kannst,kann deine Mutter Kindergeldzuschlag" erhalten um als Geringverdiener nicht in Hartz 4 zu fallen ..auch etwa knapp 200 Euro..

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